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  Umgang mit Neid anderer
   Chorus
Status:
schrieb am 02.11.2016 10:47
Wollte nur mal ein Thema ansprechen, über das hier nicht so viel geredet wird...

nämlich der Neid von Eltern mit Kinder auf die Kinderlosen...

ich kann teilweise recht schwer damit umgehen, insbesondere bei Menschen, die eigentlich wissen sollten, wie sehr sie mich treffen, weil sie von unserem Wunsch wissen und sogar in einem Fall von den Behandlungen...

Hab schon folgendes gehört:

- mein Leben ist wie tägliches Wellness (!!!) (muss dazu sagen, ich habe sogar 2 Jobs..)

- wir haben es ja gut, können ständig in den Urlaub fahren (wir fahren wirklich ca. 2x im Jahr, aber mal ehrlich das könnten Paare mit Kinder auch und ich kenne da sogar einige)

- ich kann ja abends und am Wochenende machen was ich will (hm, ich arbeite am Samstag, und am Freitag bis abends, und zwar genau aus dem Grund, weil einer Frau mit Kindern kann man das ja nicht zumuten)

- mit Kind hätte ich sicher kein tolles Hobby

- ihr könnt durchschlafen (hätte ich keine Schlafstörungen, würde ich das noch ganz ok finden)

- und hier der Oberknaller, dass sie kein Kinder hätten, wenn sie gewusst hätten, wie anstrengend sie sind (da frage ich mich dann doch, wieso sie 2 Kinder haben und nicht nur 1 Kind - ist übrigens ein Paar, bei dem es jeweils im 1. ÜZ geklappt hat, obwohl die Frau schon Mitte 30 beim 1. Kind war).

- ihr habt keine Ahnung (nur dass ich 3 jüngere Geschwister haben, einer sogar 16 Jahre jünger, und dass ich Aupair war und jetzt Lehrerin bin. Also es ist nicht "nichts" das ich über Kinder weiß, aber es ist natürlich nicht dasselbe, klar)

- etc...

- ach ja, und ich muss mich um nichts sorgen...

offensichtlich meinen viele, wir würden uns ständig ein schönes Leben machen während ich oft einfach fix und fertig und traurig bin. Besonders um die Mens rum, aber auch manchmal "einfach so" wenn wieder jemand ungewollt schwanger wird.

Zudem ist Mitleid recht rar, mit ungewollt Schwangeren hingegen schon (und das von der eigenen Mutter)..

Klar stimmen einge Aspekte. Ich genieße es auch, aber ich muss sagen, nicht annähernd so sehr wie oft geglaubt wird. Die meisten hatten ja bis in ihre 30er keine Kinder, und da sind sie wahrscheinlich auch nicht auf die Knie gefallen und haben Gott gedankt, nur weil sie alleine in den Urlaub fliegen durften.... Oder haben es als Privileg empfunden, ein Instrument zu lernen oder am Wochenende mal auszugehen ins Kino oder so. Es ist nur so, man kann nicht alles haben. Und ich hätte sehr gerne meine Freiheiten getauscht. Dass ich sie nun mal noch habe, ist so, und eigentlich eins der wenigen Dinge, die ich der Kinderlosigkeit nachdrücklich abgewinnen kann.

Sorry das musste jetzt einfach mal raus.


  Re: Umgang mit Neid anderer
no avatar    Juna30
Status:
schrieb am 02.11.2016 11:27
Zitat
Chorus
Wollte nur mal ein Thema ansprechen, über das hier nicht so viel geredet wird...

nämlich der Neid von Eltern mit Kinder auf die Kinderlosen...

ich kann teilweise recht schwer damit umgehen, insbesondere bei Menschen, die eigentlich wissen sollten, wie sehr sie mich treffen, weil sie von unserem Wunsch wissen und sogar in einem Fall von den Behandlungen...

Hab schon folgendes gehört:

- mein Leben ist wie tägliches Wellness (!!!) (muss dazu sagen, ich habe sogar 2 Jobs..)

- wir haben es ja gut, können ständig in den Urlaub fahren (wir fahren wirklich ca. 2x im Jahr, aber mal ehrlich das könnten Paare mit Kinder auch und ich kenne da sogar einige)

- ich kann ja abends und am Wochenende machen was ich will (hm, ich arbeite am Samstag, und am Freitag bis abends, und zwar genau aus dem Grund, weil einer Frau mit Kindern kann man das ja nicht zumuten)

- mit Kind hätte ich sicher kein tolles Hobby

- ihr könnt durchschlafen (hätte ich keine Schlafstörungen, würde ich das noch ganz ok finden)

- und hier der Oberknaller, dass sie kein Kinder hätten, wenn sie gewusst hätten, wie anstrengend sie sind (da frage ich mich dann doch, wieso sie 2 Kinder haben und nicht nur 1 Kind - ist übrigens ein Paar, bei dem es jeweils im 1. ÜZ geklappt hat, obwohl die Frau schon Mitte 30 beim 1. Kind war).

- ihr habt keine Ahnung (nur dass ich 3 jüngere Geschwister haben, einer sogar 16 Jahre jünger, und dass ich Aupair war und jetzt Lehrerin bin. Also es ist nicht "nichts" das ich über Kinder weiß, aber es ist natürlich nicht dasselbe, klar)

- etc...

- ach ja, und ich muss mich um nichts sorgen...

offensichtlich meinen viele, wir würden uns ständig ein schönes Leben machen während ich oft einfach fix und fertig und traurig bin. Besonders um die Mens rum, aber auch manchmal "einfach so" wenn wieder jemand ungewollt schwanger wird.

Zudem ist Mitleid recht rar, mit ungewollt Schwangeren hingegen schon (und das von der eigenen Mutter)..

Klar stimmen einge Aspekte. Ich genieße es auch, aber ich muss sagen, nicht annähernd so sehr wie oft geglaubt wird. Die meisten hatten ja bis in ihre 30er keine Kinder, und da sind sie wahrscheinlich auch nicht auf die Knie gefallen und haben Gott gedankt, nur weil sie alleine in den Urlaub fliegen durften.... Oder haben es als Privileg empfunden, ein Instrument zu lernen oder am Wochenende mal auszugehen ins Kino oder so. Es ist nur so, man kann nicht alles haben. Und ich hätte sehr gerne meine Freiheiten getauscht. Dass ich sie nun mal noch habe, ist so, und eigentlich eins der wenigen Dinge, die ich der Kinderlosigkeit nachdrücklich abgewinnen kann.

Sorry das musste jetzt einfach mal raus.

Biete ihnen an zu tauschen. Das Komplettpaket. Du bekommst ihre Kinder, die Schlaflosigkeit und Gebundenheit, ebenso wie Muttergefühle, etc. Sie bekommen dafür deine Jobs, dein Hobby, deine Schlafstörungen und deine Möglichkeit, ihren Urlaub anders zu gestalten als mit Kindern. Sei ganz freundlich dabei. Wer dann auch nur 3 Sekunden nachdenkt, wird merken, wie dumm das ist, was er/ sie gesagt hat.


  Re: Umgang mit Neid anderer
   Chorus
Status:
schrieb am 02.11.2016 12:21
Danke Juna.

Werde ich jetzt tatsächlich das nächste Mal machen. :)

Im Grunde genommen hab ich das Gefühl, ich dürfte nicht jammern bzw. von einem gewissen Unverständnis. Dabei halte ich mich eh so gut es geht zurück. Ich merke auch oft ob die Frau sofort ein Kind bekommen hat (also 1. ÜZ) oder etwas länger gebraucht hat damit. Da sind schon sehr große Unterschiede zum Teil. Meine früher beste Freundin mag ich kaum mehr anrufen. Sie hat es beides Mal im 1. ÜZ geschafft, was ich mit 35 nicht mehr selbverständlich sehe, und sie ist fast nonstop am Telefon am Jammern.

Jetzt muss ich sie demnächst wieder anrufen um sie zum Geburtstag einzuladen. Sie hat 2 Kinder aber man hat das Gefühl, sie hätte eine ganze Armee, so schlimm ist es für sich offensichtlich. Dabei sind beide eigentlich schon aus dem Gröbsten raus und sind beide im Kindergarten, aber sie ist Vollzeithausfrau (große Wohnung zu versorgen, aber kein Haus) und hat anscheinend unendlich viel Stress. Alle Großeltern leben noch und stehen auch hin und wieder als Babysitter zur Verfügung, eine Oma sogar regelmäßig. Und von ihr kommt dann immer, wie angenehm ich es doch habe. Ach ja? Sie hat den halben Tag frei und dann hat sie eben 2 Kinder im Kindergartenalter. Gibt sicher Schlimmeres. Aber sie hatte früher eben einen superangenehmen Job bei einer Bank, bei dem ihr oft sogar etwas langweilig war. Ist sicher ein großer Sprung für sie gewesen. Sie hat sich aber immer unbedingt Kinder gewünscht.

Hab ihr schon mal gesagt, dass es schlimm für mich ist, wenn sie über die Kinder jammert und mich beneidet, aber sie hört nicht wirklich auf damit. Meist nur kurz, dann fängt sie wieder an. Da sie früher wirklich meine allerbeste Freundin war, würde ich es schlimm finden, sie ganz und auf immer zu verlieren. Außerdem wohnt sie inzwischen eine Stunde Fahrzeit entfernt von mir. Ich hoffe sehr dass das irgendwann mal besser wird. Letztes Jahr hat sie meine Schwester versetzt, die sie besuchen wollte (war abgemacht) - weil eins ihrer Kinder gerade eingeschlafen ist. Meine Schwester musste dann mit dem nächsten Zug weiter, ist eine Stunde lang am Bahnhof rumgestanden..


  Re: Umgang mit Neid anderer
   CaraHope
Status:
schrieb am 02.11.2016 13:46
Liebe Chorus,

vielleicht wollen damit manche auch auf ihre Art zeigen, dass Kinderlosigkeit ganz gewiss kein Makel sein muss und merken gar nicht wie kontraproduktiv das ist. Eine alte Freundin von mir tickt auch nur noch für die Kinder. So unfaire Dinge wie versetzt werden, weil die Kinder gerade... kenne ich leider auch, wenn auch nicht so extrem. Sie geht total in ihrer Mutterrolle auf (managt das kleine Luxusfamilienunternehmen in Vollzeit, obwohl die Kinder schon längst zur Schule gehen). Wenn wir uns sehen, dann dreht sich natürlich auch alles um die Kinder, weil man sich eben ein Stück weit auch über diese definiert. Auch sind ihr neue Freunde wichtiger, die das mit ihr teilen können. Und mich nervt es natürlich, immer von der Familienentwicklung zu hören (die immer bestens ist), weil ich nunmal völlig anders lebe und mich mehr interessieren würde, was sie so macht und wie es ihr geht. Den Vorwurf, ich hätte es schöner, bekomme ich allerdings nicht vor den Latz geknallt. Dafür stellt sie immer bereitwillig dar, wie schön perfekt ihr Familienleben ist. Das ist natürlich auch doof. Wir sehen uns mittlerweile auch kaum noch. Eine logische Konsequenz, wie ich finde.

Darf ich denn fragen, was deine konkreten KIWU-Pläne betrifft? Ist EZS noch eine Option für dich/euch und ist die Sache nun in Arbeit? Ich meine, das waren zuletzt deine Pläne, nachdem du zuvor den KIWU abgehakt hattest.

Jedenfalls wünsche ich dir alles Gute!

Cara


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  Re: Umgang mit Neid anderer
   Hamamelis71*
schrieb am 02.11.2016 15:05
Das ist ein interessantes Thema und ist mir auch schon aufgefallen. Ich habe eine ungewollte kinderlose Freundin, die kennt sich richtig gut mit Kindern aus, ist empathisch und keine Besserwisserin. Sie hat eine sehr gute Sicht von außen auf die Sachen und gibt auch sehr viel hilfreiche Tipps und reflektiert.

Da ist es mir schon öfters aufgefallen, dass einige andere Bekannte dann auch so einen blöden Spruch gebracht haben, weil sie ja kinderlos ist. Wenn ich das mitbekomme, dann sage ich auch immer etwas dazu, weil ich es auch so unfair finde.

Und mit dem Jammern, das geht mir auch auf den Keks, gerade von Müttern, die ihre Kinder ohne Kiwubehandlung sehr früh oft ungeplant bekommen haben.. so Sprüche wie: ohne Kinder würde es mir besser gehen (warum hat sie dann gleich 2 oder 3 bekommen???). Es ist wahrscheinlich eine Typfrage ist (manche jammern ja immer über alles und sind über alles neidisch).

Eine frühere Kollegin hat immer ein Problem damit gehabt, wenn unsere andere Kollegin (die einzige mit Kindern) pünktlich nach Hause musste, der Urlaub in die Ferien geplant werden musste, die Kinder krank waren und wir Vertretung machen mussten. Ich habe mich damals schon immer über dieses Unverständnis geärgert, zumal es eigentlich wirklich keine Sonderbehandlung war (da hatten wir ganz andere männliche Kollegen in den Nachbarbüros). Mittlerweile hat diese Kollegin auch zwei Kinder und immer wenn wir uns sehen, stellt sie nun zerknirscht fest, dass das damals alles wirklich im Rahmen und in Ordnung war und sie der anderen Kollegin oft unrecht getan hatte. Wir beide hatten dann damals nämlich deswegen öfter Stress miteinander...

Daher ist auch dies einfach eine Sache, wie reflektiert man manche Sachen betrachtet. Ich kenne z. B. auch Eltern, die fahren ohne Kinder außerhalb der Ferien eine Woche zum Skifahren und die Kinder sind dann wegorganisiert.

Ich glaube, dass ist oft ein Problem von manchen Leuten (egal ob kinderlos oder nicht), dass man nicht das Gesamtpaket im Umfeld betrachtet, sondern nur die besonderen Dinge herauspickt. Und viele Sachen machen die Leute immer, egal ob mit Kind oder ohne Kind oder man lässt manche Sachen im Laufe der Zeit, egal ob mit oder ohne Kind.

Meine kinderlosen Freundinnen haben da auch bei manchen Bekannten wirklich das Gefühl, dass sie sich jetzt noch für ihre Kinderlosigkeit entschuldigen müssten. Und warum sollte man sein Leben nicht genießen?

LG Hamamelis


  Re: Umgang mit Neid anderer
   RoteBeete
schrieb am 02.11.2016 17:58
Zitat
Chorus
- und hier der Oberknaller, dass sie kein Kinder hätten, wenn sie gewusst hätten, wie anstrengend sie sind (da frage ich mich dann doch, wieso sie 2 Kinder haben und nicht nur 1 Kind - ist übrigens ein Paar, bei dem es jeweils im 1. ÜZ geklappt hat, obwohl die Frau schon Mitte 30 beim 1. Kind war).

Ja, den Spruch habe ich auch schon gehört und zwar "wenn wir gewusst hätten wie das wird, wären wir lieber zu zweit geblieben". Die Leute stellen sich das Leben aber so vor wie VOR dem Kinderwunsch - und da war ja man eigentlich zufrieden mit seiner Situation. Das es für uns aber nicht so ist wie VOR dem Kinderwunsch, können sie sich nicht vorstellen.

Was mich ganz besonders ärgert sind Sprüche, dass die egoistischen Kinderlosen für Familien aufkommen sollen, weil sie schließlich die zukünftigen Rentenzahler großziehen. Einfach zum K...tzen.


  Re: Umgang mit Neid anderer
   Chorus
Status:
schrieb am 04.11.2016 09:30
@Cara:

ja, wir haben noch Kryos von unserer EZS im Sommer (die ja leider negativ verlaufen ist). Diese Kryos werden im Dezember (Weihnachtsferien) transferiert. Ich muss aber sagen, dass ich diesmal von einem Negativ ausgehe und diese nur aus ethischen Gründen nicht verwerfen lassen. Die Qualität der EZ ist glaub ich nicht übertrieben gut, nicht schlecht zwar, aber bei mir hat es mit den besseren EZ im Sommer ja auch nicht geklappt Jedenfalls besteht eine Restchance und ein schöner Kurzurlaub in Barcelona wird es allemal.

Ich werde auch auf keinen Fall einen neuen Versuch danach starten, weil es mir mittlerweile wichtiger ist, "normal" zu leben, auch wenn ich mir das ganz anders vorgestellt habe. Aber neben meinem neuen Hobby werde ich jetzt noch einen Singkreis besuchen, spirituell angehaucht (mit Mantras, Taizée-Liedern und indianischen Liedern etc.) und danach mal schauen, wie es mit meinem Leben weitergeht. Mein Mann hat jetzt auch noch nebenberuflich einen kleinen Online-Shop eröffnet, der gerade gut läuft. Es wird uns also nicht unbedingt langweilig. Aber es ist ja auch so, dass wir dafür sorgen.

@RoteBeete

ja das hast du gut formuliert. Es ist nicht so wie bei anderen - bei denen es sofort geklappt hat - wie vor dem Kinderwunsch. Diese Phase der "Nicht-Erfüllung" haben sie eben nie kennengelernt. Manche hatten dazwischen wohl ein paar Monate, aber ich denke mir, wenn es dann doch klappt, vergisst man schnell wieder, wie es in diesen Monaten war.

Ich kann mir sogar vorstellen, wieso auch immer, dass es sogar befriedigender ist, wenn es erst nach ein paar Monaten klappt, als wenn es sofort klappt, keine Ahnung wieso ich mir das jetzt denke ...

@Hamamelis:

ja, man sollte das Leben wirklich genießen. Gewisse Eingeständnisse bei der Arbeit sollte man Müttern mit kleinen Kinder immer gönnen, ist sicher schwer alles unter einen Hut zu bekommne. Ich denke auch, es ist Typsache, wieviel man bei der Arbeit gibt, das hat nicht unbedingt mit Kindern zu tun. Mütter klagen hier sehr oft über Benachteiligungen, wenn sie wieder nach der Kinderpause zur Arbeit zurück wollen. Ich persönlich kenne da eigentlich keine Beispiele, aber was weiß ich schon - ich denke eher die Umstände führen zu Benachteiligungen - Beförderungen werden wohl eher Frauen bekommen, die halt immer verfügbar sind, und das ist bei Frauen mit Kindern eben nicht so. Der Witz an der Sache ist, ich wollte nie wirklich Karriere machen.


2 mal bearbeitet. Zuletzt am 04.11.16 09:40 von Chorus.


  Re: Umgang mit Neid anderer
   Mary1807
schrieb am 08.11.2016 16:52
Uuuh, das ist ein sehr interessantes Thema!

Bin froh, dass ich solche Freunde nicht habe, aber so zwischendurch blitzen die Aussagen schon zwischen den Zeilen durch. Mir geht es ähnlich wie Dir, Chorus, ich habe auch 2 Jobs, den Haushalt, eine eigene Firma, Hund und Hobby und habe überhaupt nicht das Gefühl, dass ich in irgendeiner Art Wellness betreibe! Ganz im Gegenteil, ich frage mich, wie ich die Work-Life-Balance wieder herstellen kann. Ja, ich könnte ausschlafen, kann ich aber nicht. Ja, ich könnte 2 x im Jahr in den Urlaub, geht aber finanziell nicht - trotz der vielen Arbeit. Jja, ich könnte jedes Wochenende machen, was ich will, kann ich aber nicht, weil das Haus in Ordnung gebracht, Wäsche gewaschen, der Garten gemacht und der Hund auf dem Hundeplatz bespaßt werden muss. Ja, ich habe ein tolles Hobby, das hätte ich aber auch mit Kind.

Manches Mal frage ich mich, wie ein Kind auch in so einem stressigen Leben Platz finden soll. Das sind dann wieder diese Stunden, wo ich mir total leid tue, dass ich keine Kinder habe. Wie sollen wir unsere Firma weiter führen, wenn ich mit dem Kind zu Hause bin? Wie soll es finanziell weitergehen, wenn wir uns jetzt schon kaum etwas leisten können (trotz der vielen Arbeit)....und bevor die Gedankenspirale volle Fahrt nach unten aufnimmt, sage ich mir dann, "wenn es soweit ist, finden wir eine Lösung!"

Ich unterstelle mal, dass diejenigen, die problemlos ss geworden sind sich nicht im entferntesten in uns hinein versetzen können. Das finde ich auch nicht weiter schlimm. Aber sie sollen dann nicht inbrünstig sagen, dass sie einen verstehen. Du kannst jemandem erklären, wie das Meer, der Strand, die Berge aussehen, aber die Gefühle wird er erst haben, wenn er es mit eigenen Augen gesehen hat.

Rote Beete, ich finde Deinen Gedanken super! So habe ich es noch gar nicht gesehen.

In seiner Not, das Beste aus der jetzigen Situation zu machen, sagt man sich ja auch, ich kann einfach so ins Kino, wenn mir danach ist oder reisen oder ausschlafen, aber irgendwie hat es für mich einen schalen Beigeschmack und kommt nicht von Herzen. Denn ich würde SOFORT und liebend gerne tauschen wollen.
Mich würde es brennend interessieren, wie Mütter, die einen schwierigen KiWu-Weg hatten ganz ehrlich darüber denken. Ist es wirklich alles so rosig mit Kind? Alles hat zwei Seiten und mich würde mal die nicht rosige Seite interessieren. Was meint Ihr?

Liebe Grüße
Mary


  Re: Umgang mit Neid anderer
   Chorus
Status:
schrieb am 08.11.2016 20:21
@Laura,

es ist eigentlich um umgekehrten Neid gegangen. Nicht darum, dass ich auf Schwangere neidisch bin, ehrlich, bin ich nicht. Gestern beim Singkreis war auch eine schwangere Frau dabei, und ich fand eigentlich nur, dass sie ganz niedlich aussah.

Wie auch immer ich habe jetzt mit dem Thema abgeschlossen. Als ich heute meine besagte oben genannte Freundin angerufen habe, konnten wir - wie fast schon üblich - kaum eine halbe Minute telefonieren, im Hintergrund wieder ihre 2 Kinder. Ist schon fast normal, sie ruft mich dann immer zurück wenn sie im Bett sind, vorher geht es nicht. Ist schon seit 5 Jahren so. Vielleicht muss ich ehrlicher zu mir sein, denn da würde ich eigentlich auch nicht tauschen wollen. Nicht mal eine Minute Zeit für ein Mini-Telefonat mit meiner früher allerbesten Freundin haben... über Jahre hinweg.

Was man von "loslassen dann klappt es" nach über 5 Jahre üben inklusive 3 neg. IVFs, einer negativen Kryo und einer negativen Eizellenspende halten soll, weiß ich nicht. Nach 2 Jahren war ich auch noch recht locker. Aber glaub mir, ich bin jetzt 41, und wenn es mit 36 nicht geklappt hat, klappt es auch nicht mit 41. Ich wäre an deiner Stelle lieber vorsichtig hier mit dem was ich sage, da könnten sich manche auf den Schlips getreten fühlen.

Anfangs war ich wie du. Wir haben auch nicht nach Plan geherzelt. Ich hätte nach deiner Theorie damals sofort schwanger werden sollen denn ich habe nicht mal meinen Eisprung gekannt... Habt ihr schon Untersuchungen gemacht? Denn Probleme mit der Fruchtbarkeit sind mittlerweile nachgewiesenermaßen nicht psychischer Ursache...


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 08.11.16 20:26 von Chorus.


  Re: Umgang mit Neid anderer
   Impala-34
Status:
schrieb am 10.11.2016 00:01
Zitat
Mary1807
.
Mich würde es brennend interessieren, wie Mütter, die einen schwierigen KiWu-Weg hatten ganz ehrlich darüber denken. Ist es wirklich alles so rosig mit Kind? Alles hat zwei Seiten und mich würde mal die nicht rosige Seite interessieren. Was meint Ihr?

Liebe Mary,

Ich glaube ich kann schon sagen, dass mein Kiwu-Weg schwierig war. Ich bin erst mit 44 mit der achten ICSI Mutter geworden.
Ich bin mir meines Glückes sehr bewusst, aber es ist nicht alles rosig mit Kind.
Ich musste nach sieben Monaten Pause -ich bin selbständig- wieder anfangen zu arbeiten. Seit mein Sohn 16 Monate ist arveite ich wieder voll. Ich bin sehr oft müde und erschöpft. Den Schlafentzug habe ich völlig unterschätzt. In den letzten drei Jahren war ich so oft krank wie die letzten 20 Jahre davor zusammen nicht.
Im Beruf ist es schwerer geworden. Ich musste schon vorher fleissiger und besser sein als männliche Kollegen. Jetzt als Mutter muss ich noch mal eine Schippe drauf legen, gerade weil ich darauf achte pünktlich zu gehen. Wie oft arbeite ich dann aber noch abends odef früher mittags als der Kleine schlief.
Ich habe oft ein schlechtes Gewissen, weil ich mein Kind nicht um 13:00 Uhr aus dem Kindergarten holen kann. Ich gehe in keinen Singkreis, nicht zum Mutter-Kind Turnen etc.
Freundschaften werden schwieriger, ich bin nicht mehr so flexibel und auch oft einfach nur müde.
Zeit für mich habe ich- keine.... Durch die Doppelbelastung, den Schlafentzug und den Stress bin ich deutlich weniger ausgeglichen meinem Mann gegenüber, der öfter mal meine schlechte Laune aushalten muss. Ist ja sonst niemand da *ichwarsnicht* Unsere Beziehung ist deutlich weniger harmonisch als früher
Versteh mich nicht falsch, das alles ist mir mein Sohn wert und ohne mit der Wimper zu zucken würde ich alles wieder so machen, aber das Leben ist beileibe nicht rosarot. Und ja manchmal vermisse ich es mal ein ganzes WE im Schlafanzug rumgammeln und Serien schauen zu können, 8 Stunden ungestört zu schlafen und einfach so ins Kino zu gehen.

LG

Impala


  Re: Umgang mit Neid anderer
   pmami
schrieb am 11.11.2016 23:14
Zitat
mary1807
Mich würde es brennend interessieren, wie Mütter, die einen schwierigen KiWu-Weg hatten ganz ehrlich darüber denken. Ist es wirklich alles so rosig mit Kind? Alles hat zwei Seiten und mich würde mal die nicht rosige Seite interessieren. Was meint Ihr?

Auch als Mutter mit nicht ganz so schwierigem KiWU-Weg möchte ich auf diese Frage antworten. Nein, es ist natürlich nicht alles rosig mit Kind. In den Elternforen und auch im Kummerkasten kann man immer wieder über die ganz und gar nicht rosigen Zeiten lesen.

Postnatale Depressionen, Schreibabys, Koliken, Dammriss, Scheidenriss, Stillprobleme, Brustentzündung, schlaflose Nächte, Jahre ohne Sex, Trotzphasen, Wutzwerge, Entwicklungsverzögerungen beim Kind , Mommy-Wars, Erschöpfungssyndrom bei der Mama, zerbrechende Partnerschaften, Mobbing, Bossing und Kündigung bei der Rückkehr aus der Elternzeit.....

Natürlich erleben nicht alle Mütter alle diese Probleme. Und manche vielleicht auch kein einziges davon. Aber Kinder machen nicht glücklich. Das ist auch gar nicht ihre Aufgabe. Aufgabe eines Kindes ist es zu wachsen und groß zu werden.

Was allerdings ein deutlicher Unterschied ist zu meinem Leben, bevor der Kleine kam, ist, dass die schmerzhafte Sehnsucht weg ist.

Und ja, ich bin auch dankbar dafür, das ich das Glück habe, seine Mama sein zu dürfen. Im Alltag geht es aber oft in meiner Erschöpfung unter.

Viele Grüße pmami


  Re: Umgang mit Neid anderer
   RoteBeete
schrieb am 13.11.2016 21:59
@mutti89: was hat denn dein Beitrag jetzt mit dem Neid auf die kinderlosen zu tun?

Oder ist es auch wieder ein gefakter Account?


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 13.11.16 22:00 von RoteBeete.


  Re: Umgang mit Neid anderer
   pmami
schrieb am 13.11.2016 22:20
Ja, das ist leider ein Fake. In drei Beiträgen mal 26, mal kurz vor vierzig und mal 42. außerdem mal schwanger mal in der Pause und mal in den vorzeitigen Wechseljahren. Seufz.

Viele Grüße pmami


  Re: Umgang mit Neid anderer
no avatar    Juna30
Status:
schrieb am 14.11.2016 13:16
Zitat
mary1807
Mich würde es brennend interessieren, wie Mütter, die einen schwierigen KiWu-Weg hatten ganz ehrlich darüber denken. Ist es wirklich alles so rosig mit Kind? Alles hat zwei Seiten und mich würde mal die nicht rosige Seite interessieren. Was meint Ihr?

Natürlich nicht. Welches Leben ist das schon? Leben mit Kind oder ohne. Ein Kind bringt viel mit sich, das kann nicht alles nur schön und nur entspannt sein. Mindestens ist es anstrengend. Ein Leben ohne Kind kann auch nicht immer nur rosig sein und man genießt sicher auch nicht 365 Tage im Jahr 24 Stunden am Tag seine Freiheiten, die ein Leben ohne Kind mit sich bringt.

Viele Menschen bekommen trotz schwierigem Weg nach einem Wunschkind noch eins. Andere wollten ursprünglich mehrere Kinder und wollen dann nach dem einen kein weiteres mehr. Für beides gibt es bestimmt gute Gründe, auch "Regretting Motherhood" ist seit 1,5-2 Jahren ein ganz großes Thema. Natürlich kann man sich mit dem Bereuen von Müttern, Kinder bekommen zu haben nicht wirklich trösten, wenn man selbst unfreiwillig kinderlos ist. Aber es zeigt eben, dass nicht alles einfach, rosig, schön ist und jede Mutter damit zufrieden ist und jede Mutter sich das so vorgestellt hat, wie es wirklich ist.

Dies könnte man für sämtliche Lebensaspekte fortführen. Reich sein, zum Beispiel. Die meisten Lottogewinner schmieren ziemlich ab und sind hinterher oft ärmer als vorher. Berühmtheit. Beliebtheit. Viele Freunde haben, eine große Familie, schön sein...

Vielleicht geht es am Ende immer darum, dass man aus dem, was man als Rahmenbedingung zur Verfügung hat(te) für sich und seine Nächsten das Beste daraus gemacht zu haben, um glücklich zu sein?


Ich würde behaupten, wir hatten einen schwierigen Kinderwunschweg. Dieser hat uns verändert. Jede ICSI, jeder enttäuschende Abbruch, jedes niederschmetternde Negativ und erst recht unsere toten Kinder und "Sternchen" haben uns verändert. Ebenso unser Sohn. Wir wären heute ganz andere Menschen ohne einen dieser Schritte oder Stationen im Leben und dennoch würden wir dann nichts anderes tun als heute: Leben und versuchen für uns das Beste daraus zu machen, selbst glücklich zu sein und versuchen, andere glücklich zu machen.

Juna


  Re: Umgang mit Neid anderer
   wunschkind-hope
schrieb am 25.11.2016 18:25
War mal auf einer taufe, da saß eine tussi mit 2 Kindern neben mir. Als ich ihre frage, ob ich denn Kinder hätte, verneinte, meinte die zu mir wie gut ich es hab. Wenn mal kinder da sind, ohje... Das ist soo schlimm, aber man lieb die kleinen dennoch...

Ich dache mir nur: tausche doch!! Dann weiß du wie gut ich es habe. So ne blöde kuh!

Wie ich mich da verhalten soll weiß ich leider auch nicht, willst es ja nicht jedem auf die nase binden.




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