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  Schwester schwanger...
   marie1978
schrieb am 10.10.2016 11:50
Hallo zusammen,

ich bin gerade total traurig, dabei sollte ich mich eigentlich freuen. Meine Zwillingsschwester hat mir gestern gesagt, dass sie schwanger ist, 6. Woche.
Sie hatte es auch nicht leicht (keine KiWu-Behandlung, aber sie hat lange gebraucht und ihr wurde zwischendurch auch gesagt, sie hätte nur eine Chance von ca. 10 %, KiWu würde nichts bringen). Jetzt, 3 Monate nach Start einer Ernährungsumstellung und Akupunktur ist sie schwanger, insgesamt hat sie ein Jahr lang versucht.

Ich gönne es ihr von Herzen, freue auch, Tante zu werden. Und doch ist da diese unendliche Traurigkeit in mir, dass ich keine Kinder haben werde. Und auch dieses Unverständnis, warum das Leben so ungerecht ist.

Nun sitze ich bei der Arbeit, kann mich nicht konzentrieren und würde mich am liebsten draußen in die Natur setzen, weinen und einfach Zeit für mich haben.

Meine Schwester ist jetzt die dritte nach zwei sehr guten Freundinnen, die nacheinander schwanger wurden. Jetzt muss ich also schon wieder alles Gute wünschen, Daumen drücken, gute Schwester sein, mich mit freuen und sie unterstützen. So wie ich es auch von ihr erwartet hätte. Und doch ist es so schwer. :-(

Das musste ich jetzt mal loswerden......

Liebe Grüße

Marie


  Re: Schwester schwanger...
   muna_ls
schrieb am 12.10.2016 16:22
hmmm... ja, das sind einfach zwiespältige momente. natürlich können die anderen nichts dafür, dass die welt nicht nach dem gerechtigkeitsprinzip funktioniert. aber, obwohl man das ja weiß, ist man einfach doch auch traurig.
ich denke, das ist einfach schwierig auszuhalten, wenn andere bekommen, was man selbst nicht erreichen kann. ich denke, es ist ok, dass du da gut auf dich schaust und dich, wenn es gerade gar nicht passt, auch mal zurück ziehst, mal nicht ganz so freudig bist oder ein ultraschallbild mal nicht anschaust. also so ein bisschen versuchen, herauszufinden, wie viel du gut aushalten kannst und was du vielleicht auch aushalten magst, weil du dich auf´s tante sein auch freust und auf der anderen seite eben auch zu erkennen, dass es in manchen momenten zu viel ist.

für mich persönlich ist der umgang mit anderen schwangeren und müttern mit kleinen kindern auch nach jahren und obwohl eigentlich klar ist, dass ich keine kinder bekommen werde, noch ein aktuelles thema. aber interessanterweise hat es mir geholfen, nicht mehr offen über meinen kinderwunsch und alle versuche und medizinischen details dazu zu sprechen. hab praktischerweise auch viele nicht-eltern im freundeskreis und kenne auch viele frauen, die übers kinderalter hinaus sind und keine kinder haben. mit denen rede ich offen und das tut gut. mit allen eltern/kinderwünscherInnen/schwangeren spreche ich nicht mehr darüber. einzig, eine kurze, sachliche information, dass ich ungewollt kinderlos bin gibt´s, wenn wer blöd (oder lieb gemeint) fragt ;-) da fühl ich mich dann nicht mehr so mies, weil sie haben, was ich nicht habe und kann auch mal die vorzüge des kinderlosen lebens raushängen lassen.

nun ja, ist vielleicht auch nicht die ultima ratio. aber ich wollt damit nur sagen, ja, ich denke dein gefühl ist vielen vertraut. unverständnis und traurigkeit, ja. das ist dann einfach mal da. es ist, so wie es ist, denn so ist das leben. manchmal gut und machmal eben auch schwer.

alle liebe für dich!


  Re: Schwester schwanger...
   Chorus
Status:
schrieb am 13.10.2016 11:47
Naja, ein Jahr ist jetzt nicht sooo lang, man sagt dass man mit 1-2 Jahren rechnen muss in diesem Alter- in der Annahme, ihr seid Jahrgang 1978. Vielleicht spreche ich jetzt eben als eine Frau, die es schon über 5 Jahre versucht hat, und trotz allen möglichen Maßnahmen nichts rausgekommen ist.

Ach ja, in der Zwischenzeit ist meine Schwester auch wieder schwanger geworden, einfach so, als sie Taufe hatte von ihrem Kleinen war ich gerade in einem negativen Versuch (da wusste ich es schon, hatte schon vorab getestet). Sogar das geht, ich hab halt einiges an Alkohol getrunken und mich eher am Rand der Tafel hingesessen, weil ich der Rederei aus dem Weg gehen wollte. Den Jungen habe ich aber schon auch getragen, gab mir trotz allem Trost, seltsam, Schwangere sind bei mir schlimm aber kleine Kinder nicht...

Vielleicht wirst du auch noch aufblühen als Tante, viele sagen ja, es wäre der bessere Job, du hast eben nicht diese Verantwortung und darfst mal auch was "pädagogisch nicht Korrektes" als Geschenk mitbringen, was Kinderaugen aufleuchten lässt (diverse Puppen und Elsa-Spielzeug etc..). Besonders Geschenke für meine Nichten und Neffen zu suchen macht mir immer noch besonders Spaß, du bist die Heldin ohne viel zu tun, das bißchen Geld ist nichts für mich im Vergleich zu ihrer Freude... will nur sagen, sind die Kinder mal da, gibt es fast nichts schöneres als Tante zu sein.

Ja das Leben ist ungerecht, und ich habe schon viel über diese Ungerechtigkeit gegrübelt, aber es bringt eh nichts, muss ich sagen. Muss mich meiner Vorrednerin anschließen, wir haben durchaus Vorteile, natürlich würden sie nie und nimmer ein Kind aufwiegen, aber aus- und durchschlafen, das Leben selber einteilen, viel Freizeit haben etc. ist durchaus auch erstrebenswert. Ich arbeite z.B. nicht mehr Vollzeit und wir kommen locker trotzdem über die Runden, im Gegenteil, wir können uns durchaus schöne Urlaube leisten. Muss aber sagen, dass mein Mann doch recht gut verdient, doch selbst wenn nicht, müssten wir nicht am Hungertuch nagen.. Manchmal fragt man sich zwar zwischendurch, wofür man das alles macht, aber bis 30 habe ich mir die Frage noch nicht so gestellt, muss ich zugeben.

Selbst wenn man dann ein Kind hat, kann man leider auch nicht vorhersagen, wie es so wird, es gibt auch jede Menge schwieriger Kinder, muss man eben auch sagen. Auch kann das Kind durchaus irgendeine Behinderung haben etc. Die Frage ist, ob man dann ernsthaft tauschen würde. Man geht ja nur von einem gesunden, strahlenden Sonnenschein aus, den man da hat. Pflegeleicht, intelligent, etc... Aber das alles muss ja nicht so sein. Und deshalb ist die Frage, ob es wirklich eine so große Strafe ist, wenn man keine Kinder hat. Mit einem Abstand von 5 Jahren habe ich jetzt doch inzwischen wieder einiges in Frage gestellt. Trotz 4 neg. IVFs, einer negativen EZS, einer neg. Kryo..

Ich weiß einfach nicht, was dann doch geworden wäre, hätten wir es geschafft.

Wäre ich tatsächlich restlos glücklich für den Rest meines Lebens? Ganz, ganz ehrlich. Ich weiß es nicht. Niemand weiß es....


  Re: Schwester schwanger...
   anadvl88
schrieb am 11.09.2017 22:05
Liebe Marie,

Leben ist leider so ungerecht; ich verstehe Dir. Meine Schwester hat schon einen Sohn, er ist 3 Jahre.. und sie ist jünger als ich. Ich versuche mit meinem Mann, um schwanger zu sein, schon 5 Jahre. Zuerst wollte ich über die Eizellspende nicht horen - bin ich katolisch und das ist so schwer. Ich träume aber von Kind :-(


Ich glaube Du soll ne Pause machen, mach kleinen Urlaub am Wochenende oder so. Du reißt dich am Riemen - für Dich und Deine Schwester.

Ich hoffe Du auch schwanger wirst und bald auch tolle Tante :-)

Grüße
Ana




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