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  Abschied vom Kinderwunsch - Und was kommt jetzt?
   Delilah34
schrieb am 08.10.2016 17:43
Hallo Ihr Lieben,

da ich in meinem Freundeskreis niemanden habe, dem es ähnlich geht wie mir, wende ich mich an Euch. Kurz zu mir und meiner Geschichte.

Mein Mann und ich wussten schon seit einigen Jahren, dass es im Bezug auf eine Schwangerschaft bei uns sehr schwer werden würde und wir ohne künstliche Befruchtung keine Chance haben. Grund hierfür ist eine Krebserkrankung meines Mannes, nach der Chemotherapie hat er nun eine Azoospermie, d.h. es werden keine Spermien mehr gebildet. Da man vor Therapiebeginn schon darum wußte, wurden Samenproben eingefroren.

Am Anfang stand natürlich erst einmal seine Genesung im Vordergrund. Auch die Jahre danach machten wir uns noch keine Gedanken um die Familienplanung sondern waren (und sind es heute noch) einfach nur glücklich, dass er das überlebt hat. Wir wußten, es würde schwer werden, aber eben nicht unmöglich.

Dieses Jahr haben wir dann mit der Behandlung in einem Kinderwunschzentrum begonnen und dann kam der Schock nach der Eizellentnahme. Es wurde keine einzige Eizelle befruchtet. Die Spermien waren völlig unbeweglich, der Meinung der Ärzte nach nicht mehr vital.

Wir haben nun noch "Material" für einen Versuch, allerdings gehen die Chancen gegen Null. Wir sind nach diesem Versuch in ein sehr tiefes Loch gefallen und ich bin froh, dass ich irgendwie da raus gefunden habe. Allerdings geht es mir immernoch nicht wirklich gut. Ich habe mich irgendwie mit der Vorstellung, wir könnten zur Not auch adoptieren oder eine Fremdsamenspende nutzen, getröstet. Mein Mann hat mir nun aber mitgeteilt, dass er sich weder das Eine noch das Andere vorstellen kann.

Ich bin sehr traurig und weiß momentan nicht, wie es weitergehen soll. In meinem Umfeld scheint sich wirklich alles um Babies oder Kinder zu drehen. Ich habe keine Freundin mehr, die nicht gerade schwanger ist oder bereits Kinder hat. Ich freue mich für alle die Kinder haben, aber momentan ist das wirklich hart. Und wann wird es besser? Wir werden ein Leben lang keine Kinder haben, wir werden auch nie Großeltern werden ... Ich war nie eine dieser Frauen, die sich bereits mit 18 nichts sehnlicher als ein Kind gewünscht hat, jetzt da es aber unmöglich ist, tut es sehr weh. Will ich vielleicht etwas, nur weil ich es nicht haben kann? Mir ist klar, dass ein Kind alleine nicht glücklich macht. Das sehe ich daran, wie oft meine Freundinnen völlig aufgelöst und überfordert sind. Aber ich habe das Gefühl, dass sich jetzt irgendetwas in meinem Leben ändern muss. Ich will mich nicht ständig bemitleiden oder bei jeder Frau, die mit einem Kinderwagen vorbeigeht, traurig werden. Ich will mein Glück jetzt auf einem anderen Weg finden. Wie geht Ihr mit Eurer Situtation um? Wie geht Ihr mit Bekannten oder Kollegen um, die ständig fragen "Na, wann ist es bei Euch denn endlich soweit?"

Es wäre schön, von jemandem zu hören, dem es Ähnlich geht :-)

Herzliche Grüße


  Re: Abschied vom Kinderwunsch - Und was kommt jetzt?
   Rita73
Status:
schrieb am 09.10.2016 20:45
Dein Mann hat lange mit der Erwartung gelebt dass sein eingefrorener Samen trotzdem zu Kindern führen soll. Jetzt hat sich dieses Jahr herausgestellt dass das vermutlich nicht der Fall ist. Ich glaube du musst ihm da einfach ein bisschen Zeit geben, das war für ihn (und dich sicherlich auch) ein Schock den er erstmal bearbeiten muss.

Nach einer Weile sollte er sich dann aber doch nochmal mit dem Gedanken Spendersamen auseinander setzen. Er kann vielleicht kein eigenes biologisches Kind zeugen, aber er könnte Vater sein.

Viel Glück.


  Re: Abschied vom Kinderwunsch - Und was kommt jetzt?
   pmami
schrieb am 09.10.2016 21:24
Hallo Delilah,

Männer brauchen länger, um sich mit dem Gedanken anzufreunden, ein Kind zu bekommen, dass nicht ihr genetisches Kind ist. Gib Deinem Mann Zeit, darauf hat er ein Anrecht.

Du hast allerdings ein Anrecht darauf, dass er sich Dir zu Liebe mit dem Gedanken auseinandersetzt, bevor er sich für "ja" oder "nein" entscheidet. Es gibt hier ein HI-Forum, für das Du Dich gesondert freischalten lassen musst. Vielleicht bekommst Du da Tipps, wie Du ihn zu einem Austausch bewegen kannst und ob es Bücher, Dokumentationen oder andere Möglichkeiten gibt, sich zu informieren.

Wenn seine Entscheidung danach immer noch "nein" lautet, dann ist das so. Aber ich denke, wie Rita, dass Ihr beide jetzt noch zu sehr in der Achterbahnfahrt der Gefühle nach der erfolglosen Kiwu-Behandlung seid, um eine besonnene Entscheidung zu treffen.

Adoption könnte wegen der Erkrankung Deines Mannes schwierig werden. Muss nicht, aber kann. Aber für Euch ist ja auch HI noch eine Option.

Alles Gute für Dich und viele Grüße pmami


  Re: Abschied vom Kinderwunsch - Und was kommt jetzt?
   muna_ls
schrieb am 23.12.2016 16:10
Hallo Deliah34, wie ist es denn bei dir/euch weitergegangen?

Ich möchte bei dem was du geschrieben hast noch einmal anknüpfen: "Ich habe das Gefühl, dass sich etwas in meinem Leben ändern muss."

Da geht es mir schon länger ganz ähnlich. Ich weiß dass Kinder nicht das einzige Glück im Leben sind, alles eben Vor- und Nachteile hat... aber mir fällt irgendwie nichts ein, was ich "stattdessen" im Leben tun könnte. Mein Job ist toll, Beziehung läuft sehr gut, Urlaube sind schön, Wohnung auch, Freunde und Hobbys auch alles palletti... aber irgendwie, Familie zu sein war für mich einfach eine erstrebenswerte und richtig große Herausforderung, die ich gerne angenommen hätte. Freundinnen, Bekannte, Kolleginnen mit kleinen Kindern bzw. Schwangere sind jetzt nicht grad mein ganz großes Hobby, aber ich kanns auch aushalten oder mich ganz bewusst auch mal auf die Vorteile des kinderlosen Lebens besinnen, um nicht in Neid und Traurigkeit aufzugehen (auf die Frage nach Kindern hab ich keine schlaue Antwort, die meisten wissen eh Bescheid und ich mag nicht mehr dauernd darüber reden).

Ich bin also absolut nicht unzufrieden. Aber irgendwie... es plätschert so dahin. Ein Kind beim Aufwachsen zu begleiten wäre eine schöne Aufgabe gewesen... das fehlt mir.
Mein sehr netter Job ist auch halbwegs sinnstiftend und Aufgabe, aber eben, ich weiß auch, dass ich absolut 0 Karriereeinbußen gehabt hätte, wenn ich mal ein paar Jahre weniger gearbeitet bzw. ausgesetzt hätte. Große Lebensaufgabe lässt sich da einfach keine mehr draus konstruieren ;-).
Adoption/Pflege sind nicht so mein Ding, weil ich beruflich zu viel aus diesem Bereich mitbekomme.

Tjaaaa, nun würd mich interessieren, was euch denn so geholfen hat wieder optimistisch an neue, alternative Lebenspläne zu glauben? Habt ihr aktiv gesucht? Oder abgewartet und irgendwann kam dann die zündende Idee?

Irgendwie weiß ich ja schon, dass mein Leben sicher noch viel Gutes bringen wird... aber ich bin schon so ungeduldig!!! Und mir wird´s fast ein bisschen langweilig, wenn ich an meine Zunkunft denke ;-) Wäre hatte das gedacht!




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