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  Abschied vom Geschwisterwunsch fällt mehr als schwer
   ThoJa12
schrieb am 01.08.2016 21:30
Seit Jahren habe ich (37) immer nur als Gast im Kinderwunschforum mitgelesen, mich "verrückt" machen lassen von den ganzen "piepen" und "ziehen hier und ziehen da". Jetzt muss ich allerdings mal was loswerden, vielleicht hilft es mir ja?!

Nach den psychischen und physischen Tortouren, haben wir uns nunmehr entschieden den Traum von einem Geschwisterchen für unseren fast 4 jährigen Sohn aufzugeben.

Unser Sohn ist nach der 1. neg. ICSI (mein Mann (38) hat keine Samen im Ejakulat) aus einem "Eisbärchen erwacht". Nachdem unser Sohn 1 Jahr war, war klar, dass wir gerne versuchen möchten ein 2. Kind zu bekommen. "Material" meines Mannes in guter Qualität hatten wir ja noch reichlich eingefroren.
Nach fünf Versuchen hatten wir bereits entschieden es nicht weiter zu versuchen und haben sodann alles Dinge wie Kinderwagen etc. verkauft. Was mir auch anfangs geholfen hat, damit besser fertig zu werden, weil man die Dinge nicht dauernd gesehen hat.

Nach drei Monaten wurde der Wunsch, es doch nochmal zu versuchen und damit auch an die finanziellen wie körperlichen und seelischen Reserven zu gehen, sehr groß. Ich habe dann noch drei Monate gebraucht, um dies meinem Mann mitzuteilen.

So haben wir zwei weitere Versuche unternommen um den Traum vom 2. Kind zu erfüllen; leider vergeblich. Dieses Mal ist es allerdings entgültig, denn wir haben die Samen meines Mannes bereits vernichten lassen.

Obwohl ich weiß, dass wir die "richtige" Entscheidung getroffen haben, fällt es mir unheimlich schwer mit dieser Entscheidung fertig zu werden. Klar, wir haben einen wunderbaren und gesunden Sohn, aber das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.
Ich fühle mich einfach unvollständig. Ich habe sehr oft einfach das Gefühl, dass in unserer Familie noch jemand fehlt.
Besonders an den Tagen um den "Tagen" herum, wenn man als Frau hormontechnisch nebenher läuft, finde ich es besonders schlimm.
Das schlimmste ist aber eigentlich, dass man nicht großartig mit jemanden darüber sprechen kann, weil es keiner verstehen kann: "Ihr habt doch ein Kind!"

Am meisten graut es mir allerdings davor, wenn meine acht Jahre jüngere Schwester Kinder bekommen sollte. Ich hoffe sie lässt sich damit noch einige Jahre Zeit, damit ich es besser vertragen kann.

Ich wünsche allen, die in der gleichen Situation sind wie ich die Kraft das alles durchzustehen.

LG ThoJa


  Re: Abschied vom Geschwisterwunsch fällt mehr als schwer
   Anne1234
schrieb am 02.08.2016 22:31
Liebe ThoJa

ich kämpfe ebenfalls mit dem Abschied vom Geschwisterwunsch. Mal denke ich es wird besser und mal - wie jetzt - zieht es mich in ein Tief. Unser letzter Versuch ist Dez. 2015 neg. ausgegangen. Danach haben wir - auch aufgrund meines Alters - entschieden, dass es keine weiteren Versuche geben soll. Ich habe auch den Eindruck, dass es keiner versteht und dass ich mit niemanden darüber reden kann. Ich empfinde eine tiefe Trauer um meinen geplatzten Traum. Wünschte ich könnte einiges anders gemacht. Aber es ist wie es ist.

Fühl dich gedrückt, auch wenn ich dir nicht wirklich Trost spenden kann.


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 02.08.16 22:33 von Anne1234.


  Re: Abschied vom Geschwisterwunsch fällt mehr als schwer
   Chorus
Status:
schrieb am 03.08.2016 12:55
Möglicherweise hast du eben nicht die "richtige" Entscheidung getroffen, sondern lediglich die vernünftigste...

Ab 35 wird es auch bei guten Spermien nicht mehr ganz so leicht, schwanger zu werden, rein statistisch gesehen.

Ich würde dir/euch empfehlen, in Alternativen zu denken. NOCH ist der Zug nicht abgefahren, es gibt immer noch Möglichkeiten mit Fremdsperma, später könnte auch Embryonenspende oder (Auslands-)Adoption ein Thema werden.

Meiner Erfahrung nach ist es wirklich, wirklich schwer abzuschließen, wenn man eigentlich noch im fruchtbaren Alter ist - man hat ja nicht mal die Chance, es zu vergessen, weil ja die Mens sich regelmäßig blicken lässt.... Tipps die manche Ärzte geben, einfach die Pille nehmen, finde ich mehr als überzogen, wer will sich noch die letzte zufällige Chance verderben lassen, Hoffnung hat man ja immer, ich schätze sogar mit dem miesesten SG (weil so ein SG ja immer variabel ist).

Ich kann dir nur empfehlen, erfreue dich an dem einen Kind das du hast und dass du bald Tante werden darfst - ich selber habe (noch???) kein Kind und bin 5fache Tante. Deine Schwester ist ja auch Tante bei deinem Kind... Und außerdem, wie viele Frauen hier hatten schon diesselbe Situation, wieviele Frauen waren schon auf deine Schwangerschaft damals neidisch, das weißt du ja gar nicht (klar, sie wissen natürlich nicht, was du dafür getan hast, sie sehen dann nur das Ergebnis, deine Schwangerschaft und dann dein Kind)...

.Ich habe übrigens ein spezielles Phänomen entdeckt, gerade bei den Schwangerschaften, bei denen ich etwas neidisch war, gerade diese Kinder haben jetzt ein besonderes Verhältnis zu mir, gerade von denen bin ich die auserkorene Lieblingstante... ist wirklich schräg, aber ich habe das Gefühl, solche Dinge mehrfach im Forum gelesen zu haben... vielleicht haben die Kinder feine Antennen, keine Ahnung...


  Re: Abschied vom Geschwisterwunsch fällt mehr als schwer
   ThoJa12
schrieb am 04.08.2016 12:03
Danke für die Worte!

Es geht halt auch jeder anders damit um...


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  Re: Abschied vom Geschwisterwunsch fällt mehr als schwer
   zwutschgi
Status:
schrieb am 07.08.2016 08:22
Es braucht einfach seine Zeit! Meine Trauerphase nach jeder FG hat mindestens 1 Jahr gedauert und dann wurde es erst phasenweise besser. Und dann waren meine beiden Schwägerinnen gleichzeitig schwanger und ich voller Angst wie das wohl werden wird mit 2 kleinen Babies - und dann war alles ganz anders, als ich es befürchtet hatte. Ich wurde sogar Patentante und hab' mich wahnsinnig darüber gefreut!!! Vielleicht gelingt es Dir Deine Rolle als Tante zu genießen - ist doch eigentlich cool - man verbringt Spiel- und Freizeit mit den Kids, bringt ab und zu Geschenke, passt hin und wieder auf - aber die Hauptverantwortung hast Du nicht und wenn sie zwida und weinerlich sind dann gehts zur Mama. Klingt jetzt für Dich wahrscheinlich utopisch - aber wie gesagt ich hab mich auch vor dieser Situation gefürchtet und dann war alles ganz anders!!!!

Meine Cousine geht ganz auf in ihrer Tantenrolle - ist schon weit über 40 - hat keine eigenen Kinder - aber sie verbringt sehr, sehr viel Zeit mit ihrer Nichte und dem Neffen - sie will und wollte es gar nicht anders.

Alles Liebe
Zw.


  Re: Abschied vom Geschwisterwunsch fällt mehr als schwer
   Libby1234
schrieb am 14.08.2016 22:59
Liebe ThoJa,

ich finde Eure Entscheidung gut. Wer weiß denn schon, ob es geklappt hätte, wenn Ihr anders entschieden hättet. Es kann gut sein, dass Ihr Euch mit Eurer Entscheidung viel Kummer gespart habt, und dass Ihr jetzt schon weiter auf Eurem Weg seid, als Ihr es mit einer anderen Entscheidung wärt. Diese Reproduktionsmedizin ist manchmal wirklich ein Fluch, weil sie einen verführt zu fragen: "Was wäre, wenn..". oder "Hätte ich doch..." Diese Fragen machen einen immer unglücklicher. Ich glaube, es tut einem oft besser, sich davon ganz bewusst abzuwenden und das Leben so zu nehmen, wie es ist!

Und kein leibliches Kind mehr heißt ja nicht, dass Euer Kind kein Geschwisterchen mehr bekommt, weil Ihr ja z.B. ein Pflegekind aufnehmen könntet. Ich weiß, dass das nicht für jeden eine Option darstellt und dass es den Kummer darüber, dass man nicht schwanger wird, nicht nimmt. (Habe selber noch kein Kind, aber wir sind jetzt entschlossen, ein Pflegekind aufzunehmen.) Trotzdem, erst ein leibliches Kind und dann ein Pflegekind stelle ich mir als eine wunderschöne Geschwisterkonstellation vor, weil das ältere Kind dann mitbekommt, wie die Aufnahme des Pflegekinds abläuft und mithelfen kann, das neue Familienmitglied aufzunehmen.

Es tut mir leid, dass Ihr noch kein Geschwisterchen habt, aber ich wünsche Dir trotzdem, dass Du Dich an dem einen Kind freust, dass Ihr schon habt, und die Fragen und Zweifel vergessen kannst.

Viele Grüße
Libby


  Re: Abschied vom Geschwisterwunsch fällt mehr als schwer
   ThoJa12
schrieb am 15.08.2016 19:44
Hallo Libby!

Danke für deine Worte.
Deine genannten Optionen sind einfach nicht unser Ding und dieser ganze Vorgang würde denn dann jetzt auch zu lange dauern, sodass unser Sohn dann bestimmt schon fünf oder sechs wäre. Da wäre uns der Unterschied einfach zu groß.

Aber ich ziehe vor allen den Hut, die sich zu so einem Schritt entscheiden.
Ich wünsche euch viel Glück!


  Re: Abschied vom Geschwisterwunsch fällt mehr als schwer
   zwutschgi
Status:
schrieb am 18.08.2016 13:58
Nur kurz zum Altersunterschied!

Unser langersehnter Wunschnachzügler (6 Jahre Kiwu) ist 12 jahre jünger als mein Sohn - und er liebt seine kleine Schwester innig - er spielt mit ihr, kuschelt - passt auf sie auf - fährt spazieren,....

Alles liebe
zw.


  Re: Abschied vom Geschwisterwunsch fällt mehr als schwer
   Katze100
schrieb am 27.08.2016 15:05
Liebe ThoJa, liebe Forumsteilnehmerinnen,
Eure Geschichten erinnern mich sehr an meine eigene. Ich habe einen 4-jährigen Sohn, der sehr schnell nach der 1. ICSI (im anschließenden Kryoversuch) entstanden ist. Ich habe die Qualen der ICSIs (die vielen Negativs, das Hoffen und Bangen sowie die Stimmungsschwankungen durch die vielen Hormone) also erst so richtig in den Versuchen für das Geschwisterkind kennengelernt. Meiner Meinung nach ist es sehr krass, was frau während einer ICSI alles durchstehen und aushalten muss (nicht nur das ganze Spritzen, die Narkose etc., sondern auch die sehr quälende und lange Warteschleife und der ungewisse Ausgang, ohne jegliche Möglichkeit der Beeinflussung). Nach vielen Versuchen und einer Fehlgeburt bin ich nun, wie viele von Euch, an dem Punkt, mich vom Wunsch von dem Geschwisterkind zu verabschieden.

Auch mir tut es weh, wenn in der KITA meines Sohnes die Familien das 2., 3. oder 4. Kind bekommen. Aber ich habe keine Kraft mehr, weitere ICSI-Versuche durchzustehen. Mein Mann steht weiteren Versuchen auch ablehnend gegenüber, da es ja auch eine große finanzielle Einbuße ist (wir sind Selbstzahler, ich bin inzwischen 43 Jahre alt; und die Chancen stehen bei dem schlechten Spermiogramm meines Mannes und meines Alters schlecht).

Ich möchte auch wieder fröhlich sein, nicht meine Zeit in der Kiwu-Praxis verbringen, sondern lieber an der Sonne oder im Freibad mit meinen süßen und sehr lieben Sohn genießen. Trotz allem gibt es einen Stich in mir; etwas Unvollendetes, etwas, das ich nicht erreicht habe. Komischerweise hat mein Kinderwunsch erst bei den Versuchen für das 2. Kind begonnen. Bei dem ersten ICSI-Versuch für meinen Sohn fand ich alles ein bisschen spannend, wie es denn nun weitergeht, und ich hatte auch etwas Angst vor der Schwangerschaft; war also nicht angespannt (ob Negativ oder Positiv).

Mein Mann und ich haben uns nun darauf geeinigt, keine weiteren ICSI-Versuche mehr zu unternehmen, und daran werden wir uns halten. Ich möchte sehr gerne meinen Lebensmut zurück und hoffen, dass der Stich in mir kleiner wird bzw. irgendwann zu etwas Positivem wird. Vielen Dank für das "Zuhören"! Ich habe auch, wie so manch Andere hier, keine Freundin, mit der ich offen darüber sprechen kann.

Ich wünsche Euch allen auch viel Kraft auf Eurem weiteren Lebensweg, Katze - beim Aufschreiben ist mein Stich schon etwas kleiner geworden :)


  Re: Abschied vom Geschwisterwunsch fällt mehr als schwer
   Fokus
schrieb am 29.08.2016 19:20
Ich kann den Wunsch sehr gut verstehen! Klar, ist man frustriert, wenn es nach so vielen Versuchen nicht klappt. Aber, das hast Du ja selbst gesagt: ihr hattet schon das Glück einen Sohn zu haben. Lass Dich doch davon nicht abhalten! Das klappt schon noch und du musst nicht aufgeben. Ich werde auch erst im Septemver oder Oktober starten können, mit Versuch Nummer zu beginnen. Ich denke auch, mir rennt die Zeit davon.
Aber ich gönne meinem Körper die Zeit und das solltest Du auch tun. Es ist besser, wenn der Körper sich erholen kann zwischendurch. Der dreht doch sonst noch völlig ab unter dem ganzen Hormoneinfluss. Viel Glück und Erfolg fürs kleine Geschwisterchen, das wird schon.


  Re: Abschied vom Geschwisterwunsch fällt mehr als schwer
   doppelmieze
schrieb am 26.09.2016 12:18
Hallo,

ich muss mich auch noch mit dranhängen.

Seit über vier Jahren versuchen mein Mann (40) und ich(37), unserem fast 8jährigen Sohn ein Geschwisterchen zu schenken.

Unser Sohn war ein Wunschkind und langerwartet - aber dann hat es endlich - auf normalem Weg - geklappt.

Nur das zweite will und will nicht zu uns kommen und besonders für mich ist das wahnsinnig schwer.

Bedingt durch Mobbing im Beruf und auch privat in der Familie spinnt mein Körper und Hormonzyklus total, sodass an einen normalen Zyklus bei mir nicht zu denken ist.

Das wäre alles nicht so schlimm, wenn ich nicht ständig mit dem Thema Schwangerschaft im Freundes- und Bekanntenkreis konfrontiert werden würde. Erst heute morgen, als ich an der Schule meines Sohnes auf die Mutti eines Mitschülers traf, die erzählte, sie ist wahrscheinlich wieder schwanger und es wäre ja gar nicht geplant, weil sie wollten ja Haus bauen und ihr Mann fühlt sich auch zu alt für ein 2. Kind - ey, da geht mir das Messer in der Tasche auf - sorry für die Formulierung.

Ich hätte sie für diese Äußerungen schütteln können, denn ich würde mich nach über vier Jahren Leiden und Qual himmelhochjauchzend freuen, wenn der blöde Test mal positiv wäre. :-(

So bleibt mir nur das Abschiednehmen. Das gelingt mir mal mehr, mal weniger gut. An Tagen wie heute überhaupt nicht, denn ich könnte mich eigentlich am liebsten ins Bett verkriechen und die Decke über die Ohren ziehen :-(

Ärzte-Marathon hab ich auch schon hinter mir, aber die wollen mich alle in die Kiwu-Klinik schicken - ein Weg, der nur zusammen mit meinem Mann möglich ist -- und der geht nicht mit! Das liegt nicht daran, dass er mich nicht liebt, sondern eher daran, dass er mitbekommen hat, wie die seinen Bruder (seit 10 Jahren vergebliche Versuche, Kosten fünfstellig) ausgenommen haben.

Ich kann nicht mehr, ich muss das Thema endlich loswerden!!!


  Re: Abschied vom Geschwisterwunsch fällt mehr als schwer
no avatar    Juna30
Status:
schrieb am 03.10.2016 09:06
Zitat
Libby1234
Es tut mir leid, dass Ihr noch kein Geschwisterchen habt, aber ich wünsche Dir trotzdem, dass Du Dich an dem einen Kind freust, dass Ihr schon habt, und die Fragen und Zweifel vergessen kannst.

Meiner Erfahrung nach geht durchaus beides gleichzeitig. Der Wunsch nach einem weiteren Kind mindert nicht (immer) das Glück und die Freude über das vorangegangene. Andersherum genauso: Das Glück über ein vorhandenes Kind kann man nicht zu 100% Gefühlslage erklären, wenn da auch noch die andere Seite ist.

Zitat
zwutschgi
Meine Cousine geht ganz auf in ihrer Tantenrolle - ist schon weit über 40 - hat keine eigenen Kinder - aber sie verbringt sehr, sehr viel Zeit mit ihrer Nichte und dem Neffen - sie will und wollte es gar nicht anders.

Sie wollte es nicht anders. Das ist ein großer Unterschied.

Zitat
doppelmieze
Bedingt durch Mobbing im Beruf und auch privat in der Familie spinnt mein Körper und Hormonzyklus total, sodass an einen normalen Zyklus bei mir nicht zu denken ist.

Das wäre alles nicht so schlimm, wenn ich nicht ständig mit dem Thema Schwangerschaft im Freundes- und Bekanntenkreis konfrontiert werden würde. Erst heute morgen, als ich an der Schule meines Sohnes auf die Mutti eines Mitschülers traf, die erzählte, sie ist wahrscheinlich wieder schwanger und es wäre ja gar nicht geplant, weil sie wollten ja Haus bauen und ihr Mann fühlt sich auch zu alt für ein 2. Kind - ey, da geht mir das Messer in der Tasche auf - sorry für die Formulierung.

Ich hätte sie für diese Äußerungen schütteln können, denn ich würde mich nach über vier Jahren Leiden und Qual himmelhochjauchzend freuen, wenn der blöde Test mal positiv wäre. :-(

So bleibt mir nur das Abschiednehmen. Das gelingt mir mal mehr, mal weniger gut. An Tagen wie heute überhaupt nicht, denn ich könnte mich eigentlich am liebsten ins Bett verkriechen und die Decke über die Ohren ziehen :-(

Ärzte-Marathon hab ich auch schon hinter mir, aber die wollen mich alle in die Kiwu-Klinik schicken - ein Weg, der nur zusammen mit meinem Mann möglich ist -- und der geht nicht mit! Das liegt nicht daran, dass er mich nicht liebt, sondern eher daran, dass er mitbekommen hat, wie die seinen Bruder (seit 10 Jahren vergebliche Versuche, Kosten fünfstellig) ausgenommen haben.

Ich kann nicht mehr, ich muss das Thema endlich loswerden!!!

Hallo Doppelminze,
bei deinem Post sind mir gleich mehrere Dinge durch den Kopf gegangen. Wenn das Problem erstmal nur dein Zyklus ist, musst du nicht zwangsläufig und sofort und auch nicht mit deinem Mann in eine Klinik (abgesehen davon, dass die Diagnostik, wo das Problem liegt komplett von der KK bezahlt wird).

Die Suppe der anderen Mutter auf dem Schulhof würde ich nicht so heiß essen, wie sie gekocht war. Wenn sie es gerade erst erfahren hat, bringt diese Nachricht sie möglicherweise dazu Dinge zu sagen, die sie nicht so meint. Wer weiß, ob sie nicht auch lange gewartet und den Kinderwunsch ad acta gelegt haben? Dass ein ungeplantes Kind gleich ungewollt ist, stimmt nicht und dass ein ungeplantes Kind das Leben und den Plan anderer erstmal durcheinander bringt, muss man Menschen, die natürlich schwanger werden einfach zugestehen.

Es tut mir sehr leid, dass der Geschwisterwunsch und der Abschied davon so schwer fällt. Es gibt wirklich viele Menschen, die das so entscheiden und für sich als richtige Entscheidung gefunden haben.
Allerdings möchte ich dir sagen, dass ich es so lese, dass es die Entscheidung deines Mannes ist und du dich dem fügst, weil dein Schwanger schon schlechte Erfahrung gemacht hat.
Wäre ich in dieser Situation mit meinem Mann bliebe mir nichts anderes übrig als seine Entscheidung, die seinen Wunsch und Willen über meinen stellt, als höchst unfair, gemein, nicht achtsam, geradezu rücksichtslos zu empfinden.

Solltest du ähnlich empfinden, würde ich an deiner Stelle versuchen die euch verbleibende Zeit noch sinnvoll für den Kinderwunsch zu nutzen und oder eine gemeinsame Entscheidung zu treffen. Denn das Gefühl "Ich wollte ja, du aber nicht, was wäre gewesen wenn du doch.." kann eine Beziehung nach der fruchtbaren Zeit sehr sehr lange belasten.

Ich habe, vor allem hier in Deutschland, auch mehrere Kliniken kennen gelernt, die ich absolut ablehne und denen ich viel ankreiden kann an Unorganisiertheit, Unprofessionalität, Schweigepflichtsverletzung, doofen und manchmal vielleicht auch naheliegend schlechten Entscheidungen. Aber dass mir einer "das Geld aus der Tasche gezogen" hätte, kann ich keiner ankreiden. Jede einzelne Behandlung ist unsere eigene Entscheidung gewesen, die Kosten dafür zumindest grob klar und niemals gibt es eine Garantie auf einen Behandlungserfolg. Dazu ein Zitat von Vaclav Havel: Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.

Solange du unter 40 Jahren bist, könntet ihr außerdem zur DAK wechseln und 100% Kostenübernahme beantragen.

Liebe Grüße,
Juna


  Re: Abschied vom Geschwisterwunsch fällt mehr als schwer
   Beccipliep
Status:
schrieb am 11.10.2016 12:47
Liebe Juna,

das ist ein sehr schönes, aber irgendwie auch trauriges Zitat von Vaclav Havel.
Ich habe auch langsam das Gefühl, dass ich mich von einem Geschwisterchen für meine fast 4-jährige Tochter verabschieden muss. Aber es fällt mir wahnsinnig schwer. Und ich weiß garnicht, wie ich es ihr beibringen soll... Für sie ist es ganz selbstverständlich, dass sie irgendwann eine Schwester bekommt, "die bei uns bleibt".

*traurig*
Beccipliep


  Re: Abschied vom Geschwisterwunsch fällt mehr als schwer
   DOM82
schrieb am 10.01.2017 12:09
Wir verabschieden uns auch vom Geschwisterwunsch. es kostet uns seit fast zwei Jahren die ganze Zeit. Wir haben das Glück eine wunderbare Tochter zu haben aber ich kann mich an ihr seit der FG nicht erfreuen. Wir haben nun beide Probleme und uns drängt man auf ICSI, was nicht unser weg ist. Daher werden wir nun aufhören. Ich hatte einen einzigen ES in 15 Monaten und das ist nicht der Weg, der mich jeden Tag hoffen lässt. Ich will wieder Freude an meinem Kind empfinden.


  Re: Abschied vom Geschwisterwunsch fällt mehr als schwer
   DOM82
schrieb am 05.04.2017 13:05
Heute starte ich mit dem dritten Anlauf mich von dem Gedanken an ein weiteres Kind zu lösen. Mich von dem Gedanken an zwei weiter Striche zu lösen. Dass die ganze Behandlung absolut umsonst gewesen ist, dass mich das irre viel Zeit gekostet hat. Ich vermisse unseren Maikäfer so sehr, er wir nie mit uns lachen können, ich werd......................




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