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  Immer wieder schwanger und am Ende doch kein Kind
   Mumpel
schrieb am 22.07.2016 01:05
Hallo Ihr Lieben! Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich schon bereit bin, hier in diesem Unterforum zu schreiben. Ehrlichgesagt ertrage ich es anderswo nicht - alleine vom Lesen der Titel her. Ich habe ein etwas ruhigeres Plätzchen gesucht. Nach der fünften Fehlgeburt spüre ich, dass ich so langsam dabei bin, die Hoffnung aufzugeben. Ich habe festgestellt, dass ich nicht mehr darüber nachdenke, wie es mit einem Kind sein wird, sondern wie es gewesen wäre.
Natürlich werde ich es wieder versuchen, aber mir ist auch klar, dass ich nicht nochmal so viele Fehlgeburten durchleben kann. Irgendwann ist genug. Es fühlt sich jedenfalls wie der Anfang vom Abschied an.
Ich habe mich hier nicht in der Hoffnung angemeldet, wahnsinnig viel Trost zu finden. Das ist im Moment gar nicht möglich. Ich möchte mich wenigstens hier mal nicht allein und ausgeschlossen und unverstanden fühlen und irgendwie reicht es mir da schon, auch wenn es seltsam klingt, mir all die vielen Menschen vor ihren Computern vorzustellen, wie sie traurig, verzweifelt, fröhlich, hoffnungsvoll ... sind.
Ich muss ein wenig Gedanken sortieren, mich anders mit dem Thema befassen, als die Wand anzustarren. Ich habe sogar Mühe, mal den Fernseher einzuschalten, weil ich an manchen Tagen schon das Heulen kriege, wenn in einer Tierdoku ein niedliches Tierbaby zu sehen ist oder wenn eine Kollegin erzählt, ihr Dackel habe Welpen bekommen. Ich muss vermutlich nicht erzählen, wie es dann mit den echten Babys ist. Ich weiss, dass sich das auch wieder bessert, habe diese Phase ja schon einige Male durch.
Und leider ist es immer die Leere die bleibt...
Ja, doch, das klingt ziemlich bitter. Ich kann mir im Moment nicht vorstellen, wie ich eine Zukunft aushalten soll, die sich so anfühlt.
Immerhin habe ich ein Beziehung, die offenbar so einiges aushalten kann. Dafür, dass es uns beiden schlecht geht, lachen wir sogar ziemlich viel miteinander. Wir sind nicht nur traurig. Muss auch mal gesagt sein. Nach außen hin merkt man mir nur dann etwas an, wenn man etwas merken möchte - oder wenn man mich mit dämlichen oder verletzenden Bemerkungen aus der gespielten Fassung bringt. Doch es ist so wahnsinnig anstrengend, das "ewige so tun als ob". Sobald ich alleine bin, fangen die Gedanken zu kreisen an.
Und jetzt kreise ich hier ein wenig herum und schreibe, wenn mir etwas einfällt.
Ich danke Euch fürs Lesen und für jeden guten Denkanstoss. Belasten möchte ich niemanden, der vielleicht schon ein paar Schritte weiter ist in seinem Abschiednehmen und möglicherweise die Vorstellung von einem kinderlosen Leben angenommen hat.

Kurz noch zu mir: 36 J., 5 festgestellte FG innert der ersten drei Monate, zwei davon sehr früh, innert 4 Jahren
Ursache vermutl. Gebärmutterfehlbildung, operativ nichts machbar, Hashimoto, weitere Befunde unauffällig oder Problem behoben
Derzeit im depressiven Zustand, durfte darin vorher schon Erfahrungen sammeln, wodurch mir nun das Wissen zugute kommt, einiges aushalten und überleben zu können. Das klingt doch besser als "Warum schon wieder ich?".
Galgenhumor vorhanden. Freundlichkeit erwünscht, aber Samthandschuhe nicht von Nöten (und wenn doch in der Lage dies mitzuteilen oder abzuschalten)

Gute Nacht!


  Re: Immer wieder schwanger und am Ende doch kein Kind
   Libby1234
schrieb am 22.07.2016 12:15
Hallo Mumpel,

noch mal ich :-) Da Du schreibst, Du hast Galgenhumor, habe ich Dir mal ein Bild von einem sehr merkwürdigen Schwangerschaftstest von mir angehängt (negativ).


Habe noch zwei Denkanstöße, die mir in letzter Zeit geholfen haben:

- "Du kannst keine Sekunde Deines Lebens jemals zurückholen."
Das sagte mein Mann mir mal; er hatte es auf der Arbeit gehört. Ich hatte gerade wegen des Kinderwunschs tiefschwarze Gedanken und sagte, "Ich will auch keine Scheiß-Sekunde meines Scheiß-Lebens jemals zurückhaben." Aber ich merkte direkt, das stimmt doch nicht so ganz. Mir jagt dieser Satz immer wieder einen Schauer den Rücken herunter. Ich habe nur dieses Leben und ich werde damit glücklich sein.

- "Es kommt nicht darauf an, was wir haben. Unsere innere Haltung ist wichtig."
Das habe ich mal, so oder so ähnlich, irgendwo gelesen. Ich weiß leider nicht mehr, wo. Mir hilft der Gedanke immer dann, wenn ich dann doch manchmal denke, das Leben ist ungerecht: Kinder zu haben oder eben nicht, ist Glückssache. Es hat zwar einen Einfluss darauf, wie Du lebst, aber es ist nicht das, was Dich ausmacht.

Mir hilft nicht jeder Gedanke zu jeder Zeit, der innere Zustand muss irgendwie dazu passen. Werde jetzt erst mal für zwei Wochen in Urlaub fahren (obwohl ich den Tipp, in Urlaub zu fahren, hasse, ist es doch ganz schön:-))

Liebe Grüße
Libby



  Re: Immer wieder schwanger und am Ende doch kein Kind
   Mumpel
schrieb am 24.07.2016 00:19
Hallo!

Ja, diesen SW-Test hätte ich auch fotografiert. *treffer* Ich gehe davon aus, dass dir da ähnlich "schlaue" Interpretationen dazu eingefallen sind wie mir eben, von wegen Punktlandung knapp daneben oder die falsche Zielscheibe getroffen. Ein derartiges Vergnügen hatte ich noch nicht, höchstens vielleicht, dass ich die Tabletten für unten rein oben gefuttert habe (war nicht schlimm, nur mein dummes Gesicht im ersten Moment) oder dass ich mir eine schwere Darmerkrankung eingebildet habe wegen der Eisentabletten. So Beipackzettel Lesen ist offenbar nicht so mein Ding.

Wünsche dir einen prima Urlaub! Viel Spaß und gute Erholung! *sonne1*


  Re: Immer wieder schwanger und am Ende doch kein Kind
no avatar    Olivia86
Status:
schrieb am 26.07.2016 10:37
Hallo Mumpel!

Ich kann dich so gut verstehen. Ich hatte bis jetzt 6 FG innerhalb 6 Jahren. Auch uns hat die Kraft verlassen. Die letzte FG war jetzt vor über 4 Jahren und wir wissen immer noch nicht ob, wie und wann wir es nochmal versuchen. Ich habe auch Hashi und zusätzlich wohl erhöhte Antikörper die für die FG verantwortlich sein sollen. Leider sind sich die Ärzte da nie ganz einig, auch was eine mögliche Behandlung betrifft. Ist ein kompliziertes Thema, aber das ist es ja immer...
Man verliert auch irgendwann mal den Überblick was alles schon untersucht wurde und was noch möglich ist!

Gibt es bei euch einen Anhaltspunkt was die Ursache sein könnte?

Ich bin gerne für dich da, wenn du dich austauschen magst.

Ich wünsche euch viel Kraft!!


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  Re: Immer wieder schwanger und am Ende doch kein Kind
   Mumpel
schrieb am 27.07.2016 11:45
Vielen Dank, Olivia!
Ich habe ein wenig auf deiner schönen, traurigen Seite gelesen. Weiß auch nicht, was ich dazu sagen möchte... Ja so ist es. So fühlt es sich an. So ähnlich war das bei uns auch. Ich hatte auch ein Pünktchen, ein Sternchen einen Krümel.... . Zuletzt hatte ich dann keine Namen mehr, habe keinen kleinen Altar mehr aufgebaut, habe versucht, mich emotional gar nicht mehr so sehr daran zu binden.... versucht.

Ja, irgendwann verliert man den Überblick. Im Moment sieht es aber so aus, dass alles medizinisch sinnvolle untersucht worden ist. So wurde mir das zumindest gesagt. Alles weitere wäre dann im Bereich der Unwahrscheinlichkeiten. Hauptgrund wird wohl die Gebärmutterfehlbildung sein. Aber wer weiß das schon? Bei mir sind auch Antikörper unterwegs. Vielleicht geht die eine FG auf dieses, die andere auf jenes "Konto" ...und die nächste war einfach nur Zufall. Ja es gibt mir schon zu denken, wenn ich deine Geschichte lese. Habe manchmal das Gefühl, dass Hashimoto nicht ernst genug genommen wird.... "kein Problem" wurde mir bei der Diagnose gesagt, "da können sie 10 Kinder bekommen." Haha.
Bei einer erneuten Schwangerschaft soll ich (diesmal früher) Lipidinfusionen erhalten. Es würde mich schon interessieren, was du da sonst noch alles zum Thema erfahren hast. Wenn du magst... vielleicht nicht gerade hier im Abschiedsforum, vielleicht per PN oder drüben beim Thema FG. Ich selbst kann da gar nichts schlaues dazu beisteuern. Da müsste ich mich erst wieder einlesen*lesen*

Ehe ich ans weiterversuchen denke, müsste ich erst einmal herausfinden, was mein Partner davon hält. Das klingt jetzt blöde, aber ihm sind die Worte ausgegangen bei dem Thema. Er ist so richtig schön am Verdrängen. Ich werfe ihm das nicht vor. Ich habe auch so meine diversen Phasen.


  Re: Immer wieder schwanger und am Ende doch kein Kind
   Chorus
Status:
schrieb am 29.07.2016 20:04
Kurz noch ein Einwurf zu Hashimoto: meine Schwägerin hat das auch, und 3 Kinder mit meinem Bruder. FGs sind mir nicht bekannt von ihr... und sie hatte auch keine gröberen Probleme, schwanger zu werden. Kann ein reiner Zufall sein... beim 2. Kind war sie auch schon deutlich über 30 im Übrigen. Hashimoto ist anscheinend seeehr häufig. Deshalb glaube ich fast, dass es stimmt, dass es keine Rolle spielt....


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 29.07.16 20:05 von Chorus.


  Re: Immer wieder schwanger und am Ende doch kein Kind
   Joblin
Status:
schrieb am 01.08.2016 19:01
Hallo Mumpel,

Auch ich weiss, wie Du Dich fühlst und vorallem auch dieses Gefühl, dass man irgendwann einfach genug hat. Klar könnte man immer weitr machen, aber bei mir kam irgendwann die Frage auf, ob dies denn überhaupt noch Sinn macht.

Uns hat es während unserer sehr langen Kiwu Zeit immr geholfen, viel miteinander zu sprechen um zu sehen, wie es weiter gehen soll und dann auch abundzu kurze bis sehr lange Pausen zu machen wenn es nötig war.
Wir waren uns auch sehr früh (OK früh ist nach 6 Jahren Kiwu relativ) einig, dass wir absolut nicht ohne Kinder leben möchten und daher für uns auch Adoption in Frage kommt.
Dies Verfahren haben wir dann nach der 3. (von insgesamt 6) FG angefangen.

Ich weiss ja nicht, wie Ihr dazu steht, aber wär Adoption vielleicht eine Möglichkeit für Euch?

Fühl Dich *knuddel*


  Re: Immer wieder schwanger und am Ende doch kein Kind
   sonneblume1982
Status:
schrieb am 18.12.2016 13:37
Liebe Mumpel,
ich habe auch Hashimoto und dadurch sehr wahrscheinlich eine Fehlgeburt gehabt. Bist Du denn in einem guten Kinderwunschzentrum? Ich bin direkt nach der FG in eines gegangen und bin dann kontrolliert schwanger geworden und geblieben, aber mein Progesteronwert fiel in der 7. SSW ab und ich war kurz davor zu spritzen, habe aber mit 6 Progestan am Tag die Kurve bekommen.
Es ist aber auch mein Eindruck, dass Hashimoto nicht ernst genommen wird. Vieles ist einfach noch unklar; Fakt ist wohl aber, dass die Eierstöcke angegriffen werden können, sodass sie zu früh mit der Progesteronproduktion aufhören.
Hast Du schon einmal versucht, viel Progesteron zu nehmen?
Ansonsten nehme ich eben auch so Kinderwunsch-Vitamine. Wichtig wäre wohl auch, dass der Vitamin-D-Spiegel ok ist. Bei mir war aber auch nur 22, ich bin im Oktober schwanger geworden, getestet wurde er im Dezember.
Nach der Schwangerschaft dann über 30, also auch nicht so dolle. Mein Endokrinologe fand es aber ok.
Alles Gute für Dich!




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