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  Re: Kann es sein, dass man sich ein Kind zu sehr wünscht?
   Heroine
schrieb am 25.07.2016 14:35
Zitat
Libby1234
Hallo zusammen,

in einem Fernsehbeitrag sagte eine Therapeutin, die ungewollt kinderlose Paare berät, dass manche sich das Kind so sehr herbeisehnen, dass es vielleicht deshalb nicht käme. Das Kind hätte schon vor seiner Geburt einen Berg von Aufgaben vor sich, was es für die Eltern alles sein soll, und würde davor zurückschrecken, so wie wir vielleicht vor einem vollen Schreibtisch.

Nachdem ich das gehört hatte, war ich erst mal sauer. Ich musste an den Begriff der "Krebspersönlichkeit" denken, den ich persönlich schon ziemlich gemein finde. Ich halte nichts davon, Menschen, die eine schwere Enttäuschung oder einen Schicksalsschlag wie eine schwere Krankheit erleben, zu erzählen, dass sie das alles durch ihre innere Einstellung, oder, noch schlimmer, durch ihr innerstes Wesen, selbst verursacht hätten. Meiner Meinung nach ist das Schicksal weder gerecht noch ungerecht, sondern einfach "blind", und ein trauriger Mensch braucht Trost und keine Schuldzuweisungen.

Aber in den Tagen, nachdem ich den Beitrag gesehen hatte, hat er mich weiter beschäftigt, und der Fall liegt ja vielleicht doch etwas anders als bei der "Krebspersönlichkeit", da man seine Einstellung gegenüber dem (noch) nicht geborenen Kind ja auch ändern kann.

Die Aussage der Therapeutin setzt voraus, dass Kinderseelen sich ihre Eltern aussuchen, was natürlich auch eine Glaubensfrage ist. Aber unabhängig davon kann es, glaube ich, schon sein, dass man zu hohe Erwartungen an das Kind stellt... Ich habe manchmal das Gefühl, dass das bei mir der Fall ist. Und ich würde mir doch als Kind auch Eltern wünschen, die auch ohne mich zurechtkämen... Ich wäre dann frei, mich zu entwickeln, wie ich das möchte, und müsste nicht "für meine Eltern" leben...

Ich finde es auch immer etwas bizarr und beängstigend, wenn Eltern sagen, dass ihr Leben erst durch ihre Kinder einen Sinn bekommen hat (liest man öfter mal in Blogs oder Foren). Dann erfüllen die Kinder für die Eltern eine Funktion. Ein Mensch sollte aber sein dürfen, was und wie er nun mal ist.

Letzteres zeigt ja auch, dass nicht alle Eltern es "richtig" machen...

Glaubt Ihr, dass die Therapeutin vielleicht Recht hat?

Liebe Grüße
Libby

Liebe Libby,

ich finde Deine Frage spannend, sie kam mir auch schonmal.
Nicht nur weil, so nahm ich es wahr, eine der möglichen Standardphrasen in Erwiderung auf unser Kinderwunschproblem wurde.
Auch weil ich wirklich einige Paare kenne, bei denen sich das Baby dann doch einige Zeit nach Abschließen des Kinderwunsches eingestellt hat.
Und ja, auch mir sagte mal ein Therapeut, nichts wäre schlimmer als ein Wunschkind zu sein, da müsste man ja die ganze Zeit Träume und Wünsche seiner Eltern erfüllen. -Finde ich, ist was dran.

Kinderlosigkeit als sich selbst erfüllte Prophezeiung? Ob dem letztlich so ist oder nicht, weiß ich auch nicht.
Ich kann Dir nur sagen, dass ich nicht mehr glaube. Sondern am glücklichsten bin, keine Meinung zu haben.

Ich habe übrigens nach 4 Jahren Suche aufgegeben, eine Antwort auf die Ursache unserer Infertilität zu finden. Es tat weh, wirkt jetzt aber sehr, sehr befreiend!
Gern mehr per PN wenn Du magst, denn ich bin hier im Forum nicht mehr viel unterwegs.

LG, H


  Re: Kann es sein, dass man sich ein Kind zu sehr wünscht?
   Chorus
Status:
schrieb am 26.07.2016 13:23
Also ich glaube nicht, dass ich dem Therapeuten recht geben kann, dass "nichts schlimmer ist als ein Wunschkind zu sein".

Erstens mal bin ich selber ein Wunschkind - so denke ich zumindest, weil meine Mutter zunächst eine FG hatte und dann erst ein Jahr später (ziemlich genau ein Jahr, fast auf den Tag genau) mit mir schwanger wurde. Ich war also ihre erste "Lebendgeburt" und oh ja, irgendwie habe ich schon manchmal bemerkt, dass meine Eltern möglicherweise etwas sanfter zu mir waren als zu meinen Geschwistern (habe 3 jüngere Geschwister). Sie haben zwar nie was gesagt, aber man merkt das eben. Nein, doch, einmal hat mein Vater gesagt, dass er es nicht gewagt hat, mit mehr als Tempo 30 vom Krankenhaus zurückzufahren. Alle hätten ihn überholt (und sonst ist mein Vater kein Langsamfahrer)

Zweitens enn ich aber an die ganzen ungewollten, mißhandelten, vergewaltigten Kinder dieser Welt denke, finde ich die Aussage einfach nur zynisch, dass "nichts schlimmer wäre". In Indien werden Mädchen von ihren Eltern mit Säure übergossen, lebendig begraben etc., nur weil sie weiblich sind. Möchte nicht wissen, wie gerne sie mit einem westlichen gewollten Mädchen tauschen würden! Beziehungsweise würde ich als "Wunschkind" tauschen wollen - nein, keine Sekunde meines Lebens!!!!


  Re: Kann es sein, dass man sich ein Kind zu sehr wünscht?
   Mumpel
schrieb am 27.07.2016 12:27
Ja, manchmal klappt es dann doch noch.
Aber diese Art von Geschichte wird auch gerne erzählt, einfach weil es eine schöne Geschichte ist.
Natürlich klammert man sich an den positiven Nachrichten fest.

Wenn keine medizinische Ursache gefunden werden kann, heißt das ja nicht, dass es keine gibt. Vielleicht verbessert sich da ja mal irgendein unbekannter Wert, und dann klappt es eben. Und Entspannung an und für sich ist ja auch nichts schlechtes. Prima, wenn man sein Leben neu sortieren kann.

Ich stelle jedenfalls schon fest, wie sehr die Annahme in den Köpfen verwurzelt ist, dass die Psyche eine massiven Einfluss auf die Fruchtbarkeit hat. Bei mir gibt es ja Gründe. Ich habe andere Probleme. Sogar Leute, die über meine Fehlgeburten Bescheid wissen, nerven mich mit Entspannungstheorien. Sie meinen es gut, sagen aber im Grunde nichts anderes, als dass ich meine Kinder durch meine Unentspanntheit umbringe.

Ok. Es ist da schwer, was dazu zu sagen. Ich verstehe das, aber ein wenig nachdenken.... manchmal


  Re: Kann es sein, dass man sich ein Kind zu sehr wünscht?
   Chorus
Status:
schrieb am 30.07.2016 13:18
Bitte glaube solche Dinge einfach nicht! Entspannung macht nicht schwanger bzw. unentspannt zu sein bedeutet nicht, dass man nicht fruchtbar ist

Bestes Beispiel, meine Schwägerin von der ich oben geschrieben habe hat einen großen Kontrollzwang (hat sogar schon an Therapie gedacht), jeder Gegenstand muss immer am selben Platz stehen, sie ist super-ordentlich und straff organisiert. Ich kannte sie natürlich auch vorher ohne ihre Kinder. Tja und sie ist sofort schwanger geworden. Also bitte solche "Märchen" nicht überbewerten dass du zu wenig entspannt bist. Meine Schwester hingegen ist der lockere Typ, ihr gelang immer alles mit links, und sie hatte 2 FGs.

Also lass die Leute reden, denke nach, ob du nicht auch Gegenbeispiele kennst, Frauen, die absolut nicht locker sein können und keine Probleme mit Schwangerwerden haben (ehrlich gesagt kenne ich eigentlich mehr kontrollierte als lockere Frauen, so ganz generell...). Mir fällt da nämlich grad noch ein Beispiel ein, meine frühere beste Freundin, die mal wegen psychischen Problemen einen Monat lang in der geschlossenen war, ist mit 34 im 1. ÜZ schwanger geworden und 2 Jahre später wieder im 1. ÜZ und es geblieben. Sie war wirklich nie locker...

Also, sorry, falls das jemand nochmal sagt, wehre dich - und zwar massiv!


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  Re: Kann es sein, dass man sich ein Kind zu sehr wünscht?
   Pikachu
Status:
schrieb am 31.07.2016 18:15
Noch so eine dumme Aussage...nichts wäre schlimmer als ein Wunschkind zu sein. Solche Aussagen können doch nur von Menschen stammen die entweder keine Kinder wollen, oder die sie einfach so bekommen haben...weil sie wohl nicht richtig verhütet haben.

Ich bin als Wunschkind meiner Eltern zur Welt gekommen, und ganz ehrlich? Das ist hunderttausendmal besser als wenn man sein Leben lang hört man war nur das Ergebnis einer Verhütungspanne, ein Unfall.

Meine Eltern haben mich nie zu irgendetwas gezwungen nur um ihre Träume und Wünsche durch mich zu verwirklichen.
Meine Hobbys durfte ich mir selbst aussuchen, und dabei hat meine Mutter mich so gut es ging unterstützt.
Es gab zuhause nie Vorhaltungen wenn ich in der Schule versagt habe, oder einfach etwas nicht gut gelaufen ist.

Ich muss sogar gestehen es tut heute noch gut wenn meine Mutter mich bei irgendetwas trösten will und mir sagt das ich ihr absolutes Wunschkind bin. Es ist schön zu wissen das man so sehr gewollt war/ist.


  Re: Kann es sein, dass man sich ein Kind zu sehr wünscht?
   Sunny_29
Status:
schrieb am 01.08.2016 11:44
Hallo ihr Lieben....

Immer wieder gern schaue ich hier ins Abschiedsforum und immer wieder bin ich traurig, das es euch nicht gegönnt sei euer Wunschkind in den Armen zu halten.. Zu gut kann ich euer Leid verstehen und kenne es selbst gut genug, habe auch lange 8 Jahre gewartet, gezweifelt und viel geweint... Selbst solche Sprüche bringen mich heute noch aus der Fassung*crasy*
Für meine Mutter bin ich das absolute Wunschkind, hat selbst einige Jahre dafür gebraucht... Deshalb kann auch nur sie am besten verstehen wie sehr ich mir dieses Kind ersehnt und unglaublich gewünscht habe... Ich denke Menschen welche lange und sehnlichst auf ihr Wunschkind gewartet haben, lieben dieses einfach mehr ... Mein Mann zum Beispiel war laut meiner Schwiegermutter ein "Unfall" die Pille hätte nicht gewirkt... Und genauso könnte sie mir dieganze kinderwnsch Zeit nie so richtig verstehen auch wenn sie es so tat... An manchen Aussagen merkt man sowas... Wie zum Beispiel " bleib mal entspannt.." "Irgendwann klappt es, Kopf muss frei sein" alles Quatsch in meinen Augen... Sicher sollte man bisschen entspannt sein, grad in der Begandlung,,, aber wer ist das schon zu 100%
Die meisten Paare haben doch eine Ursache.. Mag es auch nur eine kleine sein, so wie bei uns.. Ich werde sicher mein absolutes Wunschkind unendlich lieben und keiner, der mal eben nebenbei schwanger geworden ist, kann das selbst von sich behaupten...
Ich wünsch euch unendlich viel Kraft... Vlt... Gibt es noch die ein oder andere Hoffnung für euch.. Ich drück euch..*knuddel*

Liebe Grüße Sunny


  Re: Kann es sein, dass man sich ein Kind zu sehr wünscht?
no avatar    Juna30
Status:
schrieb am 26.09.2016 00:23
Hallo Libby,
ich habe nur den ersten Abschnitt deines Beitrags gelesen. Den Rest muss ich überspringen, sonst werde ich aggressiv ;)

Nein. Diese Therapeutin hat nicht Recht!

Hätte sie Recht, hätte es die Natur so eingerichtet, dass Kinder vom Himmel fielen statt gezeugt und 9 Monate später geboren zu werden, denn dann bekäme ja nur derjenige ein Kind, der davon völlig überrascht und gedanklich nicht vorbereitet wäre.




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