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  Re: Was hilft Euch, ein Leben ohne eigene Kinder zu akzeptieren?
   Libby1234
schrieb am 18.07.2016 21:18
Mir ist noch was eingefallen, was helfen könnte: Tante sein, oder, wenn man keine Nichten und Neffen hat, eine Art von Patenschaft z.B. für Flüchtlingskinder übernehmen (wobei ich mich an Letzteres im Moment nicht herantraue - muss erst mal selber richtig klarkommen).

Ich habe zwei sehr coole Tanten, die keine Kinder haben. Als ich klein war (und auch im Teenager-Alter) fand ich sie immer sehr interessant. Besonders eine von den beiden hat sich immer viel Zeit für meine Geschwister und für mich genommen. Wir durften auch schon mal bei ihr übernachten - einzeln, was immer ganz besonders toll war, da man so ihre volle Aufmerksamkeit genießen konnte. Was wir dann alles zusammen gemacht haben - malen, in den Zoo gehen, spazieren gehen - habe ich alles noch in sehr lebhafter Erinnerung, und es gehört zu meinen schönsten Erfahrungen.

Die Tanten, die selbst Kinder hatten, hatten wenig Zeit und haben sich auch einfach weniger mit uns beschäftigt. Zu Hause mussten wir uns die Aufmerksamkeit der Eltern jeweils mit drei Geschwistern teilen. Es dominierte auch oft die Bewältigung eines stressigen Alltags, und für alles Mögliche war einfach keine Zeit. Meine Tanten haben in dieser Hinsicht einen tollen Ausgleich geschaffen.

Also, ich bin mir ganz sicher, dass Tanten - oder auch nicht verwandte Erwachsene, die sich Zeit nehmen - eine große Rolle in einem Kinderleben spielen können. Ich hoffe, dass ich irgendwann Tante oder Patentante von einem Kind werde, das nicht zu weit weg wohnt.


  Re: Was hilft Euch, ein Leben ohne eigene Kinder zu akzeptieren?
   Pikachu
Status:
schrieb am 19.07.2016 14:20
Ich bin Tante, von drei Neffen und der Nichte meines Mannes.
Hab noch eine Nichte von meiner Halbschwester die mit 16 schwanger wurde, die ich nicht kenne und ehrlich gesagt auch nicht kennenlernen will.
Schön und gut dass das Kind nichts dafür kann, mir tut es einfach zu weh.

Die Jungs und das Mädel lieben uns, und wir sie.
Dennoch tut es mir einfach immer nur noch weh wenn ich sie sehe. Ich frage mich dann warum unsere Schwestern Kinder bekommen durften und wir nicht.

Ich bin zur Zeit froh wenn ich sie alle nicht sehen muss, weil es mir hinterher immer nur schlecht geht.


  Re: Was hilft Euch, ein Leben ohne eigene Kinder zu akzeptieren?
   Heroine
schrieb am 23.07.2016 19:19
Hallo Libby,

ich bin nicht mehr viel in diesem Forum unterwegs - Teil meines Abschiedsprozesses, der schmerzlich und dann doch schnell vonstatten ging.

Meine Antwort für mich auf Deine Frage ist ganz kurz und knapp:

Das Leben im Jetzt.

Ich sehe alles so wie es erscheint ohne es zu bewerten. Ich habe so viel Zeit mit Gedanken an die Zukunft verbracht, dass mir schwindelig wurde. Jetzt habe ich endlich meinen Frieden. Ich bin dadurch wie ein anderer Mensch geworden, so blöd das auch klingen mag.

Und ohne den unerfüllten Kinderwunsch wärde das vielleicht nie passiert.

Gern mehr PN wenn Du magst.
LG, H


  Re: Was hilft Euch, ein Leben ohne eigene Kinder zu akzeptieren?
   Nelly69
schrieb am 18.08.2016 14:52
Hallo liebes Forum, bin heute zufällig auf Eure Beiträge gestoßen.

Auch ich beschäftige mich mit dem Abschied vom Kinderwunsch. Habe lange versucht, ein Kind zu bekommen, auch mit medizinischer Unterstützung. Nach 8 Jahren haben wir aufgehört, es weiter zu versuchen. Meine Partnerschaft hat diese Belastung nicht überstanden und ich bin mittlerweile auch schon 47 Jahre alt.

Viele Jahre habe ich interessanterweise gar nichts gespürt, ich war froh, dass die aktive Kinderwunschzeit vorbei war. Ich bin dem Thema weitestgehend aus dem Weg gegangen, habe mir neue Freunde ohne oder mit erwachsenen Kindern gesucht und mich erfolgreich abgelenkt.

Nun habe ich seit letzten Jahr einen neuen Partner mit Kindern im Teenageralter. Wenn ich ihn als Vater mit seinen Kindern erlebe, bin ich immer sehr traurig. Nach Jahren kommen jetzt bei mir die ganzen aufgestauten Gefühle hoch.

Im Moment erlebe ich ein Gefühlschaos. Habe mir auch psychologische Unterstützung gesucht, um das Thema und die vielen Kränkungen aufzuarbeiten. Auch suche ich für mich nach neuen Perspektiven.

Vielleicht können die Kinder meines Partners auch etwas mein Leben bereichern. Das hoffe ich sehr. Mir helfen auch gute Gespräche mit meinem Freund, der in seiner Rolle als Vater schon einen anderen Blick hat, ebenso Gespräche mit guten Freundinnen. Auch ich pflege den Kontakt zu Kindern im Freundeskreis sowie zu Tieren. Auch mir hilft Yoga und Sport ganz gut.

Ansonsten ist mein Leben wirklich schön !!! *love5* Das verliere ich leider auch viel zu oft aus den Augen.


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  Re: Was hilft Euch, ein Leben ohne eigene Kinder zu akzeptieren?
   Raspberrygirl
schrieb am 14.09.2016 15:26
Liebe Libby,

ich war schon lang nicht mehr im Forum, aber vor kurzem hatte ich wieder mal einen Hänger, hab mich ein bisschen durchgelesen und fand deinen Beitrag sehr interessant und positiv und deine Anregungen sehr hilfreich.

Mein Mann und ich haben seit fünf Jahren Kinderwunsch. Da meine Eierstöcke gar nicht arbeiten, ist das Ergebnis allerdings sehr klar (lt. Arzt 0% Möglichkeit). Das war extrem hart, aber jetzt denk ich mir manchmal, für mich ist es vielleicht so leichter, da ich mit "offenen" Ergebnissen oft noch schwerer umgehen kann als mit klaren, so hart sie auch sind. Wir sind ebenfalls für Adoption vorgemerkt.

Ich finde den Realitätscheck auch sehr hilfreich (natürlich nicht immer!) und möchte noch ein paar weitere Ideen einbringen, die mir manchmal helfen:

1) Ein Kollege, mit dem ich in der "heißen Phase" der Kinderwunschbehandlung sehr offen geplaudert hat:
Seine Frau und er haben auch viele Jahre auf ihr Kind gewartet, mittlerweile ist er Vater einer schon zehnjährigen Tochter und liebt sie heiß. Trotzdem hat er gesagt, er findet das nicht gut, wenn das ganze Glück so vom Kind abhängig gemacht wird, auch in seiner jetzigen Situation sucht er immer wieder seine "eigenen" Wege zum Glück, Ziele etc.

2) Das Buch "Ungestillte Sehnsucht" von Millay Hyatt. Sie befasst sich sehr einfühlsam und reflektiert mit dem Thema und hat oft Worte für meine Gefühle gefunden, die ich gar nicht ausdrücken hätte können.

3) Die Erkenntnis, dass die meisten Menschen irgendwann eine Art von Verlust und der damit verbundenen Trauer erleben.
Das hat mir geholfen, mich einer Freundin, die schwanger wurde, als ich es mir so sehr gewünscht hab, näher zu fühlen. Ich kannte ihre persönliche Geschichte und wusste, was sie in ihrem Leben schon verloren hatte. Sie hat mir ein Buch zum Thema Trauer weitergegeben (Verena Kast: Sich einlassen und loslassen). So hab ich mich indirekt sehr verstanden gefühlt.

Ich wünsche dir und den anderen Lesern von Herzen alles, alles Gute!!!
Raspberrygirl


  Re: Was hilft Euch, ein Leben ohne eigene Kinder zu akzeptieren?
   Chorus
Status:
schrieb am 14.09.2016 22:15
Danke für deinen Input! Werde mir die Bücher mal ansehen, ich hoffe es gibt sie als E-Book..

Was deine Freundin betrifft, zufälligerweise hatte eine meiner Freundinnen, die ganz schnell schwanger geworden ist, auch kurz zuvor einen ziemlich mitnehmenenden Trauerfall - ihr Bruder ist bei einem Unfall, noch dazu unschuldig, ums Leben gekommen. Die Schwangerschaft war wirklich nicht mal ein Jahr danach. War übrigens ein Junge dann, hab damals überlegt, ob er wieder ins Leben kommen wollte (ist aber wohl eher Humbug...)

Ja Realtitätscheck - ich kenne jetzt ein Paar, die nach der Kiwu-Behandlung kein 2. Kind mehr wollen, weil das 1. Kind zu anspruchsvoll ist in ihren Augen. Seltsamerweise finde ich die Mutter auch auf eine gewisse Weise anspruchsvoll, ist irgendwie witzig für mich, dass sie es beim Kind bemängelt... Der Unterschied ist nur, dass wir es nie erfahren werden, wie unsere Kinder wären, ob kleine Racker oder süß, und das ist schon sehr traurig. Mir wäre fast lieber, das Kind wäre da und auf irgendeine Weise eine "Ent-Täuschung" als diese Illusion (?) vom Traumkind.

Sich selber glücklich machen - hm habe ich ja vorher auch schon versucht, bevor ich den Kinderwunsch bzw. bevor ich überhaupt einen Mann habe. Generell war ich früher aber einfach glücklicher, das ist keine Verklärung, ist einfach so. Diese Heulerei wegen der Regel und überhaupt - hat es einfach nicht gegeben. Das Leben bestand halt noch aus Hoffnungen und Träumen. Es gab kein Thema in meinem Leben, das mich so nachhaltig negativ beeinflusst hat. Es gab oft da ein Problem oder dort ein Problem, aber nie so ein blödes Dauerthema. Und vor allem keines, das ich einfach nicht selber lösen konnte.

Diese Machtlosigkeit, die ich beim Kinderwunsch gespürt habe, hatte ich sonst nie. Hatte ich in der Schule/Studium Probleme, hab ich halt noch mehr gelernt. Wollte ich einen Job, hab ich mich halt noch mehr dafür angestrengt. Gab es bei der Arbeit zu viel zu tun, arbeitete ich eben effizienter und/oder machte Überstunden oder delegierte. Selbst Krankheiten waren behebbar. Kam ich mir zu dick vor, machte ich eben Diät. Meinen Mann habe ich auch dann eben schlussendlich durchs Internet kennengelernt. Im Gegensatz zu anderen ist mir nicht gerade alles in den Schoß gefallen, aber mit ein bißchen Fleiß gings dann auch...

Meiner Meinung nach könnte ich vielleicht sogar leichter loslassen, hätte ich nicht schon soviel gemacht, aber man klammert sich eben an jeden Strohhalm... Sehe gerade, es ist schon spät, wünsch noch allen eine gute Nacht die hier zufällig mitlesen.


  Re: Was hilft Euch, ein Leben ohne eigene Kinder zu akzeptieren?
   wunschkind-hope
schrieb am 20.09.2016 21:28
Oh chorus... ich erkenne mich in deinen Worten wieder. Für alles in meinem Leben musste ich kämpfen. Ausbildung, job. Auch ich kenne meinen mann aus den Internet. Für unser haus einfach für alles was ich habe. Nichts ist mir zugeflogen. Und ich kann es immer noch nicht glauben, dass es nicht klappen soll.

Das einzige was hilft ist im heute zu leben. Ich meide Familien und schwangere. Weil ich keine lust auf Konfrontation habe.

Ich glaube der Schmerz vergeht niemals. Ich hoffe nur das der Mensch an meiner Seite mich immr lieben wird. Dann bin ich dann doch nicht einsam.

Bestimmt haben menschen mit Kindern auch lust sich zu verwirklichen aber sie kennen das Gefühl der Regung der Kinder im Bauch und das süße lachen. Sie haben ein ebenbild und Weihnachten verbringen sie mit den eigenen Kindern. Das Gefühl werden ich nie erfahren. Das Gefühl wird mich immer einholen. Bis ich sterbe.




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