Die Kinderwunsch-Seite

Persönliches
Willkommen!
Gast
Benutzername:

Passwort:


amicella Network
 
Forum Funktionen
 
 

Interaktives
 
Service
 
  Re: Was hilft Euch, ein Leben ohne eigene Kinder zu akzeptieren?
   libby1234
schrieb am 06.07.2016 16:22
Liebe RoteBeete,

lehnt denn Dein Mann speziell die Auslandsadoption ab oder Adoption/Pflege im Allgemeinen? Wir haben uns auch gegen eine Auslandsadoption entschieden, würden aber gerne ein Adoptiv- oder Pflegekind aus dem Inland aufnehmen.

Nach meiner Erfahrung gibt es auch Männer, mit denen man sehr gut über dieses Thema reden kann. In meiner tiefsten Krisenzeit habe ich mich zum Beispiel mal zwei Stunden lang mit einem Mönch darüber unterhalten, warum denn gerade mir das passiert und ob mein Leben überhaupt noch etwas wert ist. Es gibt Klöster, wo man anrufen kann und um ein Gespräch bitten. Ich hätte das damals aus eigenem Antrieb nicht gemacht, aber meine beste Freundin (von der ich weiter oben ja schon erzählt habe) hat es für mich organisiert. Natürlich sind Mönche in gewissem Sinne freiwillig kinderlos - aber wer weiß schon, ob sie damit jederzeit glücklich sind? Trotzdem, sie müssen für sich einen sehr starken anderen Sinn im Leben sehen als die eigene Familie, sonst könnten sie diesen Weg ja nicht gehen.

Das Gespräch mit dem Mönch hat mir geholfen. Er sagte, dass ihm die Arbeit mit Menschen viel Kraft gibt und dass ich das auch tun könnte und sollte, und dass ich wahrscheinlich eine Mentorin bräuchte, um das auch durchzuziehen. Ich habe mich schon erkundigt, was es in meiner Stadt für ehrenamtliche Aufgaben gibt. Ich glaube, ich würde gerne etwas mit alten Menschen machen - mit Kindern wäre natürlich logischer, aber die alten Menschen werden immer vergessen und stehen oft so alleine da. Ich habe allerdings tatsächlich noch nichts in der Richtung getan. (Es ist vier Monate her. In meinem Beruf gibt es immer wieder extreme Arbeitsphasen und dann auch ruhigere Phasen. Gerade hat eine ruhigere Phase begonnen, ich sollte mir mal selbst in den Hintern treten :-))

Wenn es einem darum geht, dass die eigenen Gefühle verstanden werden, ist es, glaube ich, besser, sich an eine Frau zu wenden, da sie natürlich tendenziell eher eigene Erfahrungen in dieser Richtung hat. Aber wenn es darum geht, Mut zu fassen und neue Perspektiven zu finden, ist es meiner Meinung nach egal, ob man sich an einen Mann oder an eine Frau wendet.

Dass der persönliche Draht zu dem- oder derjenigen stimmt, ist, glaube ich, wichtiger.

Zu Deiner Frage nach der Region: Ich wohne in Hagen (Westfalen). Falls jemand von Euch in der Nähe wohnt, können wir auch mal einen Kaffee trinken gehen... Vielleicht kann man sich per 10-minute-mail (diese Wegwerf-Emailadressen) verabreden? Ich möchte meine echte Emailadresse nicht so gerne öffentlich posten.

Liebe Grüße
Libby

P.S.: Nicht wundern über den geänderten Benutzernamen - entweder habe ich mir da selbst ein Bein gestellt oder jemand Anderes hat sich als libby123 registriert :-)


  Re: Was hilft Euch, ein Leben ohne eigene Kinder zu akzeptieren?
   RoteBeete
schrieb am 06.07.2016 19:36
Liebe Libby,

Mein Mann lehnt leider die Adoption/Pflegschaft generell ab. Er meint er könnte das Kind nicht lieben und ich soll nie wieder mit ihm darüber reden. Ich verstehe, dass er Angst hat und auch noch nicht so weit ist wie ich. Ich bin mittlerweile so weit, dass ich denke auch wenn es mit dem eigenen Kind doch noch klappt, ich gerne noch eines in unsere Familie aufnehmen wollen würde.

Meinst Du es "lohnt" sich mit Mönchen/Nonnen zu reden auch wenn man nicht gläubig ist (und auch nicht vor hat wieder als verlorenes Schaf zur Herde zu finden)? Habe mich schon öfter gefragt, wie diese Menschen damit umgehen.

Ich habe momentan nicht den Wunsch karitativ tätig zu sein, wahrscheinlich auch deshalb weil mein Job oft ehrenamtlichen Charakter hat. Bin momentan dabei mir andere berufliche Optionen zu öffnen. Hast Du nicht das Gefühl, du würdest in deinem lehrenden Beruf genug geben?

Habe mal eine sehr berührende Dokumentation über ein Hospiz in München gesehen (Regie: Dagmar Knöpfel). Dort waren auch einige Menschen ehrenamtlich tätig. Ich habe auch das Gefühl das für Kinder viel getan wird und die kranken Erwachsenen oder alte Menschen "übersehen" werden...

Ich wohne weit im Süden an der schweizerischen Grenze, daher klappt es leider nicht mit dem Kaffee...Unseren Austausch finde ich sehr bereichernd. Übrigens kann man über das Forum Privatnachrichten schicken, da musst du nicht deine Adresse bekanntgeben. Findet sich unter dem Button Persönliches.


  Re: Was hilft Euch, ein Leben ohne eigene Kinder zu akzeptieren?
   Chorus
Status:
schrieb am 07.07.2016 22:05
Komisch dass immer wieder karitative Tätigkeiten genannt werden. Irgendwie ist es für mich (noch) unvorstellbar. Also, in ganz kleinem Rahmen vielleicht wenn mich jemand "mitzieht". Aber von mir aus aus Eigeninitiative - NOCH nein. Kann sich aber ändern. Ich hab das Gefühl, dass ich nicht helfen kann bevor mir geholfen wird. Schrecklich, ich weiß. Aber ich erlebe ganz stark, dass sich gerade Mütter gerne für alle möglichen Dinge engagieren. Hab da das Gefühl, dass sie etwas zurückgeben können/wollen. Und das bestätigt mich wieder, dass es schon glücklich macht, wenn es läuft wie gewünscht. Also, wie soll ich sagen, da ist das Herz voll, und man kann leichter geben.

Mönche/Nonnen - hm, hab sogar eine Nonne in der Verwandtschaft (Cousine meiner Mutter). Und war auf einer Klosterschule, in der auch Nonnen unterrichtet haben. Von sich aus haben zumindest die Nonnen nicht zu uns gesagt, dass sie Kinder wollen/wollten oder ähnliches mehr. Muss aber nichts heißen. Hab das Gefühl, dass sie sich ja schon ganz, ganz früh zu einem recht außerordentlichen Leben entschieden haben. Finde das jetzt kein guter Vergleich zu meiner Situation. Wobei ja alles sein kann. Aber da ihre Kinderlosigkeit andere Gründe hat, können sie sich ja immer "einbilden" es hätte - in einem anderen Leben - geklappt. Und sie haben nur freiwillig verzichtet. Bei mir war das ganz und gar nicht freiwillig. Eher eine Art "Kränkung" wenn ich ehrlich zu mir selber bin. Muss da extrem aufpassen, mir nicht selber leid zu tun.

Bei Mönchen ist es vielleicht noch extremer, weil Männer ja generell keinen so starken Kinderwunsch haben. Deswegen würde ich, wenn dann, eher mit einer Frau (Nonne?) darüber reden. Hab da aber zu viele Hemmungen. Fand es auch schwierig, mit einer Freundin von mir zu reden, die keinen Kinderwunsch hat, trotz Gelegenheit, sprich Freund. Ihr Argument ist, dass sie meint, dass es ihre psychische Situation verschlimmern würde, sie ist manchmal nicht ganz so stabil. Hab davor echt Respekt, eine andere Frau würde das vielleicht als Chance nehmen, aus dem Berufsalltag raus zu kommen (dort hat sie so einige Probleme, hatte schon etliche Jobs). Sie geht auf darin, nur Tante zu sein. Sie hat nur eine Nichte und ein Neffe, witzigerweise sieht ihre Nichte aus wie ihr Ebenbild und sie sind ein Herz und eine Seele. Hab das Gefühl, das wäre vielleicht ihre Tochter gewesen unter anderen Umständen. Ich persönlich glaube ja, dass die Kinder dann vielleicht anders ihren Weg in unser Leben finden.. gerne als Nichten/Neffen oder Kinder von Freunden.

Wollte noch sagen: eure Beiträge gehen mir sehr nahe :-)

Finde es spannend, wie alle so mit dem Thema umgehen.

Liebe Grüße an alle!


  Re: Was hilft Euch, ein Leben ohne eigene Kinder zu akzeptieren?
   libby1234
schrieb am 07.07.2016 23:27
Hallo!

Danke erst mal, Rheila, dass Du von Deinen Erfahrungen geschrieben hast. Das mit dem Aufschreiben, was man sich eigentlich genau erhofft und was vielleicht nicht so toll wäre mit bzw. von einem Kind, werde ich in den nächsten Tagen mal ausprobieren.

Auch sich Freundinnen mit Kindern (wieder) mehr zu öffnen, wird sicher im Grunde hilfreich sein, aber das wird auch ganz schön hart... Ich werde es immer wieder versuchen.

An RoteBeete, Du hattest gefragt, ob man auch als nicht-gläubiger Mensch zu einem Mönch oder einer Nonne gehen kann. Ich habe jetzt natürlich nur die eine Erfahrung gemacht, aber da wurde gar nicht nachgefragt, ob ich in der Kirche bin oder nicht, und der Mönch hat auch keinerlei Bekehrungsversuche unternommen. Seine Anregung zur sozialen Arbeit war im Grunde auch religionsunabhängig (auch wenn viele Religionen dafür sind, dass man sich gegenseitig hilft :-))
Vielleicht kannst Du ja auch im Urlaub mal mit jemandem aus einem Kloster reden, das weiter weg von Deinem Wohnort ist. So war es bei mir auch und das hat es mir leichter gemacht, mit dem Mönch zu reden - ich wusste, wenn das nicht gut läuft und ich ihn nicht wiedersehen möchte, dann muss ich das auch nicht...

Du hattest auch gefragt, ob meine Arbeit nicht schon genug Engagement für mich ist. Das ist so: Ich bin zwar auch in einem lehrenden Beruf, aber ich unterrichte junge Erwachsene, und das Verhältnis zu ihnen ist distanziert. Das empfinde ich auch als richtig. Das heißt aber auch, ich bin für die jungen Leute eben nicht so sehr als Mensch wichtig, sondern der Fokus liegt ganz stark auf den Inhalten. Da mein Beruf phasenweise sehr anstrengend ist, habe ich auch oft nur ganz wenig Zeit für meine Freunde und meine Familie. Ich funktioniere mehr und bewerte den Tag größtenteils nach dem, was ich heute auf der Arbeit geschafft habe. So etwas kann man (eine gewisse Zeit lang) machen, aber es fehlt schon etwas. Das fällt mir mehr und mehr auf. Insofern hat mein Wunsch, mich sozial zu engagieren, auch nicht nur mit dem Kinderwunsch zu tun.

Da fand ich den Beitrag von Chorus interessant - Du sagtest, wenn man sich sozial engagiert, hat man den Eindruck, mehr Zeit zu haben. Das ist ja perfekt :-)

Dass man sich so traurig fühlt, dass man denkt, "erst muss mal einer mir helfen oder mir muss mal was richtig Gutes passieren - am besten eine Schwangerschaft!!!", das kenne ich auch sehr gut! Ich glaube, dann muss man sich wahrscheinlich wirklich erst mal selber aufbauen oder sich von jemandem aufbauen lassen, oder sich in die Arbeit stürzen, die man ja sowieso machen muss, bis man wieder mehr Kraft hat.

Mir tun Eure Beiträge auch sehr gut und ich schaue immer wieder Abends nach, ob noch jemand geschrieben hat ;-)

Liebe Grüße
Libby


  Werbung
  Re: Was hilft Euch, ein Leben ohne eigene Kinder zu akzeptieren?
   libby1234
schrieb am 08.07.2016 13:55
Hallo noch mal (habe heute frei *huepf*),

ich habe mal darüber nachgedacht, woran es liegen könnte, dass viele von uns den Gedanken an ehrenamtliche Arbeit haben.
Ehrenamtliche Arbeit gehört für viele zu einem alternativen Lebensentwurf, für den Fall, dass man keine Kinder haben kann; das habe ich auch schon anderswo gelesen. Daher vermute ich, dass ehrenamtliche Arbeit eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Muttersein hat.
Aus meinem Freundeskreis und aus anderen Foren habe ich den Eindruck, dass das, was Mütter immer als schön beschreiben, unter Anderem daher kommt, dass sie ihre Kinder lieben, und dass sie eine Aufgabe haben, die ihnen genauso wichtig ist wie sie selbst.

Solche Aufgaben kann man vielleicht in der Arbeit mit Menschen auch finden. Und, auch wenn es vielleicht kitschig klingt, man kann auch die Menschen lieben, mit denen man in der Arbeit zu tun hat; sie haben es ja eigentlich genauso verdient wie ein kleines Kind. Gerade dann, wenn sie alt und hässlich sind und kaum jemand an sie denkt.

Muttersein hätte für mich noch viel mehr Aspekte als die oben genannten. Es gibt einfach keinen Ersatz. Aber wenn einem etwas fehlt, kann man nachforschen, was denn genau fehlt und bekommt vielleicht heraus, was einem wirklich wichtig ist... Insofern ist diese Krise (obwohl natürlich sch...) auch eine Chance.


Lebe Grüße
Libby


  Re: Was hilft Euch, ein Leben ohne eigene Kinder zu akzeptieren?
   CaraHope
Status:
schrieb am 09.07.2016 17:04
Ich denke, es geht eben generell darum, etwas von sich weitergeben zu wollen - entweder über die Kinder oder dann eben auf andere Art.

Meiner Ansicht nach kämen da neben der caritativen bzw. ehrenamtlichen Tätigkeit auch andere Dinge in Frage, z.B. eine künstlerische bzw. kreative Betätigung. Etwas zu schaffen bzw. zu kreieren, das seinen Ursprung in einem selber hat (die Idee oder das Vermögen, dass man derjenige ist, der das eben genau so machen kann) und das man dann wachsen und gedeihen sieht, kann sicher sehr befriedigend sein.

Liebe Grüße

Cara


  Re: Was hilft Euch, ein Leben ohne eigene Kinder zu akzeptieren?
   RoteBeete
schrieb am 09.07.2016 20:17
Liebe Cara,

Da stimme ich Dir zu!
Ich bin beruflich künstlerisch tätig (leider nicht in dem Aumaß wie ich es gerne hätte, da ich mich mit zahlreichen Jobs über Wasser halten muss und bisher keine Bombenkarriere hingelegt habe), und da kann ich meine Kinderlosigkeit komplett vergessen.
Das ist wirklich wie Urlaub für die Seele, in diesen Momentan nagt diesbezüglich einfach nichts an mir. Weder ich tue mir leid, noch tut es mir leid, dass ich keine Kinder habe - weil ich ganz in etwas Anderem aufgehe, es ist nicht Thema.

Deswegen bin ich auch dabei mir beruflich neue Wege zu erschließen. Für mich war es zwar immer wichtig, dass der Beruf mich erfüllt. Jedoch wißt ihr wahrscheinlich selbst, mit den Jahren steigen die materiellen Ansprüche, man will einen höheren Lebensstandard, schließlich ist da auch noch ein Partner, der nicht wie ein Student den Rest seines Lebens verbringen will etc. etc. Aber! Wenn mir etwas sooo gut tut, was kann ich tut, damit ich möglichst viel davon abbekomme (und immer noch meine Rechnungen zahlen kann)?

In den letzten Monaten habe ich gemerkt, dass etwas in mir aufbricht. Was jemand über mich denken könnte, ist mir jetzt so viel weniger wichtig. Dieser Weg macht mich auf eine gute Art und Weise egoistischer.


  Re: Was hilft Euch, ein Leben ohne eigene Kinder zu akzeptieren?
   Libby1234
schrieb am 10.07.2016 09:19
Das hört sich ja super an, RoteBeete - dann hast Du ja richtig was aus dieser Situation gemacht. Es ist toll, in der Kunst so einen Raum zu haben, in dem einem nichts was anhaben kann. Ich bewundere Künsler, bei mir überwiegt immer die Angst ums materielle Überleben. Habe aber schon oft Leute gesehen, die aus meiner Sicht viel zu riskante Wege gegangen sind und damit glücklich geworden sind. Ich frage micht oft, ob ich es mit meiner "soliden" Lebensplanung eigentlich richtig gemacht habe, oder ob ich nicht mehr hätte wagen können. Aber um etwas zu wagen, ist es ja auch nie zu spät.

In den letzten Beiträgen wurden oft Dinge genannt, die man mit einem Kind hätte - zum Beispiel etwas weitergeben, für etwas sorgen, eine große Aufgabe haben,... Und wie man das alternativ auch ohne Kind verwirklichen könnte. Obwohl ein Kind natürlich mehr wäre als die Summe der Dinge, die es in unserem Leben ändern würde, glaube ich, dass einem diese Heransgehensweise sehr gut helfen kann.Ich habe vor Kurzem gelesen, dass ein Kind auch ein Projekt seiner Eltern ist, und dass man sich, wenn man keine Kinder hat, andere Projekte suchen kann, um etwas Gemeinsames mit dem Partner zu schaffen.

Mein Mann träumt zum Beispiel davon, eine Ferienwohnung zu vermieten und ich träume von einem Bauernhof. Das lässt sich ganz gut vereinbaren - ein Bauernhof mit einer Ferienwohnung :-) Wir wohnen noch zur Miete, aber das wäre doch mal ein Projekt, zumal die alten Bauernhöfe ja of ausdrücklich einen "fleißigen Handwerker" suchen und deshalb ein großes gemeinsames Betätigungsfeld bieten :-)

Liebe Grüße
Libby


  Re: Was hilft Euch, ein Leben ohne eigene Kinder zu akzeptieren?
   CaraHope
Status:
schrieb am 10.07.2016 10:09
Ich plane tatsächlich dem Kreativen wieder mehr Raum zu geben, bin ich doch auch - nach einem Zickzackkurs - in materiell abgesicherte Bahnen geraten. Da ist schon der Wunsch, mich ein Stück verwirklichen zu können. Der caritative Bereich ist nicht so meins. Die Absicherung aufgeben, möchte ich natürlich trotzdem nicht. Ob der Spagat gelingen wird, weiß ich nicht. Eigentlich brauche ich nämlich auch viel freie Zeit um kreativ sein zu können. Das geht leider nicht mal eben so nebenher und Stück für Stück und der Beruf zieht all meine Energie ab. Aber in dieser Hinsicht liegt viel brach und es könnte spannend werden, diese Seite zu fördern. Auch ein Kind würde einem ja in gewisser Weise viel Energie abverlangen und die KIWU-Behandlungen waren auch nicht ohne.

Was du geschrieben hast, Libby, mit einem gemeinsamen Projekt, sehe ich ähnlich und finde ich generell wichtig in einer Beziehung. Ich hoffe, dass mein Mann und ich da auch etwas gemeinsam finden bzw. noch weiter ausbauen können. Letztendlich denke ich, dass die Zeit ohne Kinder - wenn man sie bewusst gestalten und leben will - einem mindestens so viel anverlangt wie die Elternschaft. Es dürfte jedenfalls ziemlich spannend werden.

Liebe RoteBeete, du bist ja mitten in der 1. ICSI und ich wäre an deiner Stelle schon etwas optimistischer, was eigenen Nachwuchs betrifft. Ich drücke dir jedenfalls für diesen Versuch, der doch ganz gut anläuft, die Daumen *dd*! Du bist noch jung und ich habe da ein gutes Gefühl, dass es klappen wird ;)!

Liebe Libby, auch dir alles Gute und dass es noch klappt mit eigenem Nachwuchs *dd*. Auch du bist noch zu jung, um damit schon abschließen zu müssen.

Liebe Chorus, dir alles, alles Gute mit Plan B! Bald geht es ja los ;)!

Cara


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 10.07.16 10:11 von CaraHope.


  Re: Was hilft Euch, ein Leben ohne eigene Kinder zu akzeptieren?
   Chorus
Status:
schrieb am 12.07.2016 12:05
Zitat
Ehemals Rheila

Ich habe mir immer gewünscht, ein gutes und glückliches Leben zu führen. Und deshalb habe ich entschieden, dass ich mir selber diese Möglichkeit nicht nehmen will.

LG Rheila

Finde diese Aussage wirklich außergewöhnlich schön!!!

Danke dafür!!!


  Re: Was hilft Euch, ein Leben ohne eigene Kinder zu akzeptieren?
   geheimnisvoll
Status:
schrieb am 13.07.2016 17:49
Zitat
Ehemals Rheila
Ich habe mir immer gewünscht, ein gutes und glückliches Leben zu führen. Und deshalb habe ich entschieden, dass ich mir selber diese Möglichkeit nicht nehmen will. Das habe ich selbst in der Hand. Alles andere muss ich auf mich zukommen lassen. Aber wenn ich eines Tages mal abtrete, möchte ich nicht das Gefühl haben, dass ich mein Leben einem unerfüllbaren Wunsch geopfert habe.

Zitat
CaraHope
Auch du bist noch zu jung, um damit schon abschließen zu müssen.

Cara und ich hatten das Thema in diesem Unterforum, glaube ich zumindest, schonmal. Und weil Rheila so schön meine Einstellung zum Kinderwunsch und zum Abschließen mit diesem so wunderbaren, schrecklichen, grundlegenden, Welten und Persönlichkeiten erschütternden Wunsch beschrieben hat, will ich doch nochmal darauf zurückkommen.

Ich bin 31 Jahre alt, und tatsächlich besteht aufgrund meines Alters biologisch für mich kein Grund mit meinem Kinderwunsch abschließen zu müssen, so wie Cara schreibt. Aber mein Gefühl, und vielleicht hilft das den anderen hier auch, enstpricht eher dem, was Rheila geschrieben hat. Ich empfinde mich eher als zu jung, um nicht damit abzuschließen. Denn wenn ich das in den nächsten, sagen wir ein bis drei Jahren nicht schaffe, dann liegen immer noch ewige zehn Jahre vor mir, in denen ich auf die Wechseljahre und damit den biologisch endgültigen Schlussstrich unter meinen Wunsch warte. Für mich persönlich ist das eine Horrorvorstellung und ich bewundere jede Frau, die es schafft, diese Zeit mit mehr oder minder aktivem Kinderwunsch zu durchleben. Ich bin nach drei Jahren aktivem Kinderwunsch bereits so aufgerieben und müde von diesem Thema, dass ich es weder mir noch meiner Umgebung zumuten möchte, noch weitere zehn Jahre (oder mehr) damit leben zu müssen. Nach dem Motto "lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende" :-)

Zurück zur Ursprungsfrage: Was mir hilft, ein Leben ohne eigenen Kinder zu akzeptieren? Ich weiß es noch nicht. Mein Mann und ich überlegen gerade, was ein Plan B für uns wäre und ob wir überhaupt einen brauchen. Hier wurden schon viele wichtige Dinge gesagt: Ein kleines Rädchen im Getriebe gewesen zu sein, vielleicht auch der Sand. Ein gemeinsames Projekt. Unseren Patenkindern gute "Pateneltern" zu sein. Wir haben aktuell ein paar Ideen, eher Gedankenblitze, aber keine vertieft. Gerade warten wir auf die dritte - vorletzte oder letzte - ICSI, das kostet ein paar Nerven, die gerade nicht für Plan B zur Verfügung stehen. :-)

Alles Gute für euch!


  Re: Was hilft Euch, ein Leben ohne eigene Kinder zu akzeptieren?
   Libby1234
schrieb am 13.07.2016 21:09
Hallo geheimnisvoll und Ihr alle,

das Gefühl, das Du da beschreibst, kenne ich auch. Ich habe schon öfter gedacht, ich will jetzt einfach Schluss machen mit der Quälerei, sonst können die nächsten zehn Jahre wirklich verpfuscht werden, und völlig umsonst... Da bei uns ja keine Ursache für die Unfruchtbarkeit (falls wir das sind...?) zu erkennen ist und wir es andererseits schon seit 7 Jahren erfolglos versuchen, habe ich ehrlich gesagt auch schon mal daran gedacht, eine Ursache zu schaffen, um endlich abschließen zu können. Es gibt ja Sterilisation bei der Frau. Aber der Schritt ist mir zu extrem, und meinem Körper schaden will ich auch nicht.

In letzter Zeit spüre ich immer wieder (wenn auch nicht ständig), dass ich auch damit zurechtkommen werde, wenn ich nie erfahren werde, was die Ursache für unsere Kinderlosigkeit ist/war, und ich ahne irgendwie, dass es auch ein gutes Leben ohne Kinder gibt. Und das will ich nicht verpassen! Merkwürdig, ich weiß gar nicht, warum ich jetzt so empfinde, obwohl ich vor ein paar Monaten noch total verzweifelt war. An den Umständen oder irgendwelchen Fakten liegt es nicht, die sind gleich geblieben. Ich glaube, manchmal erholt sich die Seele einfach von allein, aber sie braucht dafür Zeit.

Ich möchte nicht mehr nur in der Hoffnung auf ein Kind leben und warten und alles Andere aufschieben. Mein Mann sieht das ähnlich (ich glaube sogar, er sieht das schon länger so), und wir haben schon ein kleines bisschen was in der Richtung unternommen: Wir brauchten ein neues Auto und haben uns nicht, wie beim letzten Mal, einen vernünftigen Kombi gekauft, in den ein Kindersitz gut reinpasst, sondern ein für Familien eher unpraktisches Auto, das uns aber sehr gut gefällt.

Was mir auch noch wirklich gut hilft, ist der Austausch mit Euch. Ich wünsche zwar keinem einen unerfüllten Kinderwunsch, aber es tut gut, nicht alleine damit zu sein und zu erfahren, dass Andere manchmal ganz ähnlich denken und fühlen... Ich plane deswegen auch, zu dem Thema in einen Gesprächskreis in meiner Stadt zu gehen.

Viele Grüße und von mir auch alles Gute!
Libby


  Re: Was hilft Euch, ein Leben ohne eigene Kinder zu akzeptieren?
   RoteBeete
schrieb am 14.07.2016 11:09
Liebe Libby und liebe Alle,

Danke für diesen Austausch! Ich habe die letzten Tage immer mitgelesen und mir meine Gedanken dazu gemacht, nur bin ich jetzt nicht in der Lage diese aufzuschreiben (da mitten in der ICSI).

Wollte nur nochmal Danke sagen und schön, dass es Euch gibt und wir hier so offen darüber reden können!


  Re: Was hilft Euch, ein Leben ohne eigene Kinder zu akzeptieren?
   Pikachu
Status:
schrieb am 16.07.2016 20:30
Hallo Libby,

ehrlich gesagt könnte ich es wohl nie akzeptieren. Es wäre immer ein Leben welches ich so nicht gewollt oder gewählt habe.

Ich versuche mit dem Gedanken irgendwie klar zu kommen...aktuell haben wir noch eine ICSI, wenn die nicht klappt müssen wir damit klar kommen. Akzeptieren werd ich es nie.
Es gibt für mich absolut nichts was es erträglich machen würde.

Zu behaupten Männer hätten generell nicht so einen Kinderwunsch finde ich falsch. Mein Mann hatte den Kinderwunsch lange vor mir.
Er hat insgeheim schon vor der Hibbelzeit immer drauf gehofft dass sich da doch mal ein kleiner "Unfall" einschleicht.
Das Auto wurde danach ausgesucht dass es Isofix haben muss...denn falls man mal einen Kindersitz drin hat, oder die Schlafzimmer unserer Wohnung mussten immer so sein dass im Zweifelsfall ein Kinderbettchen mit neben unser Bett passt.
Lauter solche Kleinigkeiten auf die er all die Jahre geachtet hat.


  Re: Was hilft Euch, ein Leben ohne eigene Kinder zu akzeptieren?
   Libby1234
schrieb am 17.07.2016 13:57
Liebe Pikachu,

ja, es ist oft unvorstellbar, dass man mit so etwas klarkommen kann.
Wenn ich von Frauen gelesen habe, die sagten, sie seien trotz unerfülltem Kinderwunsch irgendwann wieder glücklich geworden und zufrieden, habe ich auch oft gedacht, das kann doch gar nicht sein, das Leben ist ohne Kinder doch öde und leer, ein Leben ohne Kinder ist schal und enthält nichts, was mich erfüllen könnte.

Aber ich glaube jetzt, wenn genug Zeit vergeht, vergeht der Kummer zwar nie ganz, aber es scheint einem irgendwann doch alles nicht mehr so dunkel und man hat wieder Freude am Leben. Auch wenn das vorher manchmal schlicht unmöglich erscheint.

Ich würde sagen, dass wir (bisher) über so lange Zeit keine Kinder bekommen konnten, war das Schlimmste, was mir bisher passiert ist. Wenn man dann irgendwann trotzdem wieder Licht am Ende des Tunnels sieht, ist da so schön - es macht zuversichtlich, dass man auch noch viel Anderes schaffen wird !

Vielleicht muß dafür auch einfach etwas Zeit vergehen. Vielleicht sogar viele Jahre... Habe mich jahrelang abgeplagt und es ging manchmal auf und manchmal ab, aber jetzt geht es mir allmählich besser...

Ich glaube auch, dass Männer oft einen starken Kinderwunsch haben. Ich glaube, sie gehen nur oft anders damit um, wenn es nicht klappt. Meiner will zum Beispiel nur selten drüber reden und auf keinen Fall in einem Internetforum drüber schreiben. Er weint auch nicht deswegen. Vielleicht entsteht durch diese andere Art, damit umzugehen , manchmal der Eindruck, der Kinderwunsch wäre weniger stark ausgeprägt, aber Vergleiche sind da sowieso unangebracht- jeder hat eben seine eigene Art, damit fertig zu werden .

Ich wünsche Euch für den laufenden Versuch alles Gute und viel Glück. Aber das Leben geht in jedem Fall weiter, und bestimmt auch auf eine gute Art.



Liebe Grüße
Libby




Zum Antworten klicken Sie bitte auf" "Beitrag antworten" oder "Beitrag zitieren" unter dem gewünschten Beitrag auf den Sie antworten möchten.



Bitte beachten Sie: In unseren Foren können nur allgemeine Informationen zum Inhalt der Fragen gegeben werden. Ferndiagnosen sind nicht möglich. Die Antworten sind unverbindlich und können aufgrund der räumlichen Distanz keine Beratung für den Einzelfall darstellen. Bitte wenden Sie sich dazu an die Ärztin oder den Arzt Ihres Vertrauens.

Starflower
Home | Theorie | Zentren| Bücher| Links | Forum | Chat | News | Impressum | Datenschutz

© wunschkinder.de 1998-2017