Die Kinderwunsch-Seite

Persönliches
Willkommen!
Gast
Benutzername:

Passwort:


amicella Network
 
Forum Funktionen
 
 

Interaktives
 
Service
 
  Wie kommt ihr damit klar?
   wunschkind-hope
schrieb am 14.03.2016 18:28
Hallo Zusammen,

ich habe noch eine IVF offen. Dann heißt es dann erst einmal sparen, da wir frisch gebaut haben. Wir haben zwei leere Kinderzimmer *heul*.

Nun ist es so, dass ich immer mehr darüber nachdenke wie es sein wird, wenn wir ohne Kinder leben müssen. Wir haben letztes Jahr bei uns im Kreis schon für die Adoption beworben. ABER auf ein Kind haben wir ca. 5 Bewerber und in den letzten 9 Jahren kam es zu keiner Vermittlung. Ausland ist recht teuer, da müssen wir mit ca. 15.000 Euro rechnen, mit Flug usw.

In unserem Freundes und Familienkreis sind die meisten schon Eltern von 1 bis 2 Kindern. Einige sind gerade Schwanger und alles sind stolze und verliebte Eltern. Die Kinder werden getauft und wir werden eingeladen. Die meisten sind darüber informiert, dass wir uns Kinder wünschen.

Ich möchte nirgends mehr hingehen, keine Einladung mehr wahrnehmen. Überall könnte man mich fragen oder mir Mitleid wünschen. Wenn ich von ungewollten Schwangerschaften höre, könnte ich an die Decke gehen. Ich möchte keine Geburtsberichte mehr und keine Erzählungen von Kindsbewegungen usw.

Ich möchte unsichtbar werden. Ich möchte nicht mehr. Ich möchte auch nicht mehr arbeiten gehen und für das Kind da sein!! Ich möchte gerne mitreden. Ich möchte nicht unfruchtbar sein (was für ein furchtbares Wort).

Das Problem ist, dass mein Mann sagt, dass er nicht ohne Freunde irgendwann dastehen möchte. Da ich aufhören soll, so zudenken und mich zu verkriechen.

Aber ich schäme mich, das schwarze Schaf zu sein und ich glaube auch, dass ich auch das nächste mal wieder nicht schwanger werde. Ich bin das was ich nie wollte ich bin eine frustrierte Frau.

Wie macht ihr das? Wie kommt ihr mit der Kinderlosigkeit klar?


  Re: Wie kommt ihr damit klar?
   Ehemals Rheila
schrieb am 14.03.2016 19:36
Hallo Wunschkind-Hope,

eigentlich bin ich hier nicht mehr aktiv. Deshalb habe ich auch keinen Account mehr. Aber dein Beitrag klingt so verzweifelt, dass ich dir gerne antworten möchte.

Es tut mir sehr leid, dass du so hoffnungslos bist. Ich kenne dieses Gefühl sehr gut. Wir haben zwischen 2013 und 2014 insgesamt 3 ICSIs gemacht. Ich will dich nicht mit den Details langweilen, aber wir haben danach aufgrund unserer sehr schwierigen Ausgangslage entschieden, dass es keinen Sinn mehr macht, weiterzumachen.

Seitdem ist sind nun 1,5 Jahre vergangen. Die erste Zeit nach der Entscheidung war fürchterlich. Ich habe ständig daran gezweifelt, habe die Wahrheit ignoriert und habe meinen Mann fast in den Wahnsinn getrieben (und mich selbst gleich mit). Ich habe das so ähnlich empfunden, wie nach einem Trauerfall. Die volle Wahrheit kam erst nach ca. 3 Monaten auf mich zu gerast und hat mich vollkommen aus der Bahn geworfen.
Ich konnte nichts mehr ertragen, was auch nur im Entferntesten mit dem Thema Kind zu tun hatte. Selbst die doofe Werbung (was wäre ein Leben ohne Kinder) hat mich zum Heulen gebracht. Ich habe mich innerlich sehr stark gegen die Realität gewehrt. Vielleicht auch, weil mein Mann der Verursacher ist und mir mein Bilderbuchzyklus jeden Monat gezeigt hat, dass es ja prinzipiell gehen könnte.
Ich kannte mich selbst nicht mehr, hatte keine Freude mehr und war auf dem besten Weg in eine Depression.

Und nein. Jetzt kommt nicht die Geschichte mit dem Therapeuten, der mich aus meinem Tief heraus geholt hat.
Denn das habe ich ganz alleine geschafft. Und du schaffst das auch, egal ob ihr noch Erfolg haben werdet oder nicht.

Weißt du, was mir geholfen hat? Ich habe immer steif und fest behauptet, dass ich mir ein Leben ohne Kinder nicht vorstellen kann. Aber das absolute Gegenteil ist der Fall. Das Leben ohne Kinder kenne ich. Das Leben mit Kindern ist genau das Leben, was ich mir nicht vorstellen kann. Weil ich es nicht kennen kann. Ich habe also zunächst ein paar Formulierungen in meinem Kopf geändert. Den obigen Satz habe ich abgeändert in: Ich wünsche mir sehr ein Leben mit Kindern, obwohl ich es mir nicht genau vorstellen kann. Das Leben ohne Kinder wünsche ich mir nicht, weil ich mir so sehr wünsche, die Lebensaufgabe der Mutterschaft zu erleben.
Durch diese (ist nur eins von vielen Beispielen) Umformulierung ist etwas Schärfe aus der Situation gewichen.

Ich habe außerdem stark getrauert. Ich habe es mir selbst zugestanden, zu betrauern, dass mir die Elternschaft verwehrt bleibt. Irgendwann wurde aus Verzweiflung Gewissheit und später Akzeptanz. Aber das geht nicht von heute auf morgen und man macht zwischendurch auch viele Rückschritte (z.B. bei jeder neuen Schwangerschaft).

Ein weiterer wichtiger Punkt war, zu akzeptieren, dass mein Mann mit der Situation anders umgeht, als ich. Er hat nicht so stark getrauert wie ich und am Anfang hat mich das schier wahnsinnig gemacht. Natürlich habe ich ihm vorgeworfen, dass er es nicht so sehr wollte, wie ich. Irgendwann habe ich gemerkt, dass das nicht stimmt. Er hat einiges auf unserem Weg auf sich genommen. Er wollte es genauso. Aber er hat eine andere Art mit solchen Schicksalsschlägen umzugehen. Und ich kann ihm nicht "verordnen" dass er die gleiche Trauer im gleichen Rhythmus zu empfinden hat, wie ich.

Momentan geht es uns saugut. Das ist nicht übertrieben. Ich bedauere immer noch zutiefst, dass ich keine Kinder haben werde. Aber ich bin gleichzeitig sehr dankbar, dass ich meinen Mann an meiner Seite habe. Das würde ich niemals aufgeben. Weißt du, man neigt dazu, sich nur nach oben zu vergleichen. Man schaut selten nach unten. Das sollte man aber viel öfter tun. Ebenfalls sollte man sehen, dass das Leben mit Kindern bei Weitem nicht nur Glückseligkeit bedeutet. Es bedeutet in erster Linie Entbehrung. Und zwar auf allen Ebenen. Natürlich wäre ich dazu bereit gewesen. Aber jetzt, wo ich es mir erlauben kann, egoistisch zu sein, weiß ich es so langsam wieder zu schätzen.

Das Leben ist nicht immer fair. Aber wir haben nur dieses eine Leben. Und wir sollten versuchen, es anzunehmen, wie es ist. Das ist ein harter Weg. Aber er lohnt sich.

Für dich wäre es in meinen Augen wichtig, dass ihr euch eine Grenze setzt. Es ist meiner Meinung nach relativ egal, wo die Grenze ist. Aber es sollte eine Grenze geben. Es heißt auch nicht, dass man später, wenn Dinge und Ansichten sich ändern, die Grenze nicht auch nochmal verschieben kann. Aber irgendwann muss auch klar sein, wann Schluss ist. Denn eins ist sicher: Die Verarbeitung der Situation kann erst beginnen, wenn die Behandlungen enden. Und das braucht nochmal ganz viel Kraft.

Was deine Bekanntschaften und Freundschaften angeht: Mach das, was dir gut tut. Quäl dich nicht vorsetzlich. Ich verspreche dir, dass es irgendwann besser wird. Man kann es dann wieder ertragen bzw. auch wieder die Gegenwart von Kindern genießen. Aber das geht erst, wenn man seine eigene Situation angenommen hat.

Ich genieße es mittlerweile wieder, Kinder um mich zu haben. Manchmal übernachten meine Nichte und mein Neffe bei uns. Das ist wunderschön. Wir haben eine Menge Spaß. Aber wenn sie wieder abgeholt werden, weiß ich meine Ruhe umso mehr zu schätzen.
Eine meiner Freundinnen hat 3 Kinder. Ich bin völlig verzückt von den Kleinen, auch wenn ich sie nur selten sehe. Aber ich freue mich über jedes Foto, was ich geschickt bekomme. Sie kennt meine Geschichte sehr genau und durch die Bilder habe ich das Gefühl, dass sie mich teilnehmen lässt an ihrem Leben.

All diese Tips müssen für dich nicht richtig sein. Du musst (sollte es so weit kommen) deinen eigenen, ganz persönlichen Weg finden. Niemand kann dir sagen, wie dieser Weg aussehen wird. Vielleicht sortierst du einige deiner Bekanntschaften aus. Vielleicht kommen neue Bekanntschaften dazu. Vielleicht fängst du einen neuen Job an. Vielleicht verkauft ihr eines Tages das Haus wieder. Alles ist erlaubt.

Ich weiß nicht, ob ich dir helfen konnte. Ich hoffe es sehr. Ich hoffe, dass ich dir zeigen konnte, dass die frustrierte Frau, die du momentan in dir selber siehst, auch wieder verschwindet. Versprochen.

Lass es dir gut gehen. Egal wie.

Alles Gute für Dich!


  Re: Wie kommt ihr damit klar?
   Motzilla
Status:
schrieb am 15.03.2016 08:55
Ehemals Rheila

deine Worte haben mir gestern auch etwas geholfen. Ich war auch wieder in der Phase, wo ich mich einfach nur selber bemitleidet habe (Freundin schickte mir ein positives Bild vom Schwangerschaftstest im 1.ÜZ)
Da kam dann die Gefühle hoch, wie wertlos und nutzlos ich mich fühle, auch habe ich meinen neunen Arbeitsvertrag abgegeben und damit besiegelt, dass der Kiwu zu Ende ist.

Wenn ich sonst durchs leben gehe, tut mir der Anblick von Kindern nicht *weh*, ich freu mich auch auf meine neue Arbeit im Kindergarten und als ich schon damals den Kiwu hatte, arbeitet ich auch im Kindergarten und es hat mir nix ausgemacht, denn die Kinder können nix dafür. Wenn ich meine Schwester manchmal sehen mit ihren beiden Jungs (10. und 11. Jahre) und wie anstrengend das ist und sie immer alles machen muss und so, dann bin ich schon froh keine Kinder zu haben. Ich hab 2 Hunde und die sind schon anstrengend :)

Du hast einfach recht und man muss viel öfters das positive Sehen und nicht im negativen versinken... ich habe jetzt auch Hoffnung, nachdem ich das von dir gelesen habe, dass es irgendwann nicht mehr so schlimm ist.

:) alles hat schon seinen Grund


  Re: Wie kommt ihr damit klar?
   Chorus
Status:
schrieb am 15.03.2016 09:31
@Gästin: Ein Bilderbuchzyklus sagt leider noch gar nichts, den habe ich auch, auf die Stunde genau. Und andere mit total vertrackten Zyklen werden sofort schwanger. Oder sagen wir so, ein Zyklus ist mal ein Ansatz, besser als keiner, und möglicherweise, man wird ja wohl träumen dürfen, würde es mit anderen Spermien klappen. Während die Frau - also auch ich - brav wartet, werden ihre Eizellen immer älter und schließlich "liegt es am Alter der Frau" - da lieber doch gleich eine OP bei der Frau, vor der Mann - wie käme er dazu - einige Medikamente schlucken müsste. So hat also der Urologe meinem Mann nicht mal Zink empfohlen, die Mittelchen bekam er dann von meiner Frauenärztin.

@wunschkind-hope: So, nun zu den Taufen. Ich finde es anfangs immer schlimm bei solchen Veranstaltungen, beschäftige dich während des Ereignisses am allerbesten mental mit irgendwelchen beruflichen oder sonstigen Dingen, etwas, was wirklich eher was Vernunftbetontes ist. Mit anderen Worten, sei einfach nur körperlich anwesend, geistig irgendwo anders. Früher oder später gibt es eh andere Themen, halte dich an Personen, die dort sind und vielleicht Single, sie haben sicher andere Themen, tappe nicht zielsicher in die Falle und rede mit Pärchen+Kind(er). Oder werde proaktiv und rede von Urlaub, irgendeinem Konzert oder Kinobesuch oder Wellness was auch immer du in deiner Freizeit so machst. Der Neid der Familien mit kleinen Kindern ist dir sicher *megafreu*.

Ach ja, und dein Mann hat - leider - recht. Solche Veranstaltungen kann man nicht umgehen, ohne dass man früher oder später zum Außenseiter wird. Ich selber boykottiere nur noch Treffen mit Frauen, die total ungewollt schwanger geworden sind, weil mir es dann einfach nicht mehr gut geht. Bei allen anderen Taufen usw. muss man einfach durch....


  Werbung
  Re: Wie kommt ihr damit klar?
   Heroine
schrieb am 15.03.2016 09:58
@Wunschkind-hope
der Abschied von dem Wunsch nach einem Kind ist TRAUER - lasse sie zu und durchlebe sie.
Nimm Dir dafür alle Zeit die Du brauchst.
Ich für meinen Teil habe auch meinen (immer schon losen) Freundeskreis aufgegeben und es fühlt sich nicht schlecht an.
Auch auf Familienfeiern lasse ich mich hin und wieder entschuldigen.
Ich rate Dir, wenn Du in tiefer Trauer versinkst, aufmerksam zu beobachten, wie sie irgendwann auch wieder abebbt und wie sich das anfühlt. Häufig verwandelt sich die Emotion auch in was ganz anderes. Ich habe in meiner tiefsten Trauer schon den schönsten Amselgesang gehört...

@Rheila
toller Beitrag!
Als Forumsteilnehmer verliert man manchmal den Blick dafür, dass es eher die Frauen im Versuch sind, die sich hier aufhalten, nicht die die den Mut auf sich genommen haben, mit den Versuchen aufzuhören.
Toll finde ich wie Du beschreibst wie Du vorhandene Weltansichten entdeckt und dekonstruiert hast!

Ich für meinen Teil bin überzeugt, dass ich gestärkt aus dieser harten KiWu Zeit herausgehen werde, denn ich habe Emotionen durchlebt in einer sonst für unser Alter seltenen Intensität. Die Frage nach dem Sinn des Lebens beispielsweise stellen sich andere - wenn überhaupt - mit siebzig.
Ich begebe mich viel in Meditation und stelle mich ausnahmslos allem was kommt. Das Auffinden und Loslassen von Weltansichten gehört mit dazu.


  Re: Wie kommt ihr damit klar?
   CaraHope
schrieb am 15.03.2016 19:00
Heroine, das hast du schön geschrieben :). Auch ich gehe sicher gestärkt aus der KIWU-Zeit hervor - aufgrund der unterschiedlichen und sehr intensiven Erfahrungen, die ich sammeln durfte. Auch wenn ich mir natürlich einen positiven Ausgang *baby* gewünscht hätte.

@Rheila: Ein wirklich unglaublich guter Beitrag, der Kraft gibt *boxen*. Danke!

Cara


  Re: Wie kommt ihr damit klar?
   Steffike
schrieb am 15.04.2016 20:25
An Heroine & Ehemals Rheila,

vielen Dank für Eure einfühlsamen Beiträge zu diesem Thema. Schon alleine Eure starken Worte geben Kraft!
DANKE!

Steffi


  Re: Wie kommt ihr damit klar?
   micha1234
schrieb am 16.05.2016 17:43
Hallo,

ich bin auch unendlich traurig.
Ich habe meine erste Fehlgeburt 2011 gehabt, 2016 meine 5. Kinderlos geblieben.
Mich packt immer mehr die Wut und wünsche jedem das selbe Schicksal wie mir selbst. Suche nach einer gerechten Welt und frage mich warum jeder es mit mir nur so schlecht meint. 150 Arztbesuche in3 Kinderwunschzentren liefen ins leere.

Ja, bin verzweifelt, fühle mich ausweglos, will sogar daß Haus, das wir vor Fehlgeburt 2 erwarben wieder loswerden.
Wozu ein Haus mit Arbeit wenn man kinderlos ist.
Seit 2014 gelte ich als unfruchtbar. Nur mit Hormonbehandlung habe ich überhaupt noch ein Z yklus und dann auch nur 3-5 Eizellen.
Habe nun auch schon 3 IVF hinter mehr.
Alle Versuche daß Kind zu halten (sogar mit Cortison, EmbryoGen) liefen ins leere.
Klar ziehe ich mich auch zurück, kann das Glück anderer nicht ansehen. Doch andere kommen auch nur mit Sätzen selbst nie ne Fehlgeburt gehabt und sagen nach über 5 Jahren lass Dir Zeit, geb den Kinderwunsch auf, dann klappt es.
Solche Sätze machen mich wütend.
So, nun bekomme ich von der Ärztin gesagt, daß ich auch noch ein Leben habe, daß Sie mir es nicht länger antun will.
Frage mich wirklich, ist genügend für mich getan worden? (Ultraschallkontrollen, HCG Kontrollen, Blutgerinnungskontrollen, schilddrüsenwertekontrolle).
Oder gäbe es vielleicht doch noch Möglichkeiten!?
Heute war wieder ein Tag. Hab geschrien, geweint. Ist immer der Fall, wenn schwangere Freundinnen sich melden. Es tut so weh, wenn in der Fernbeziehung man schwanger ist und ich 10 Jahre mit meinem Mann zusammen bin. Frage mich wirklcih warum ich, warum die nicht.
Kann das Pech endlich aufhören, kann der Blitz endlich auf die einschlagen? Wenn ich schon kinderlos bin können Sie es nicht auch sein?


  Re: Wie kommt ihr damit klar?
   Chorus
Status:
schrieb am 30.05.2016 09:26
Zitat
micha1234

Mich packt immer mehr die Wut und wünsche jedem das selbe Schicksal wie mir selbst.

Kann das Pech endlich aufhören, kann der Blitz endlich auf die einschlagen? Wenn ich schon kinderlos bin können Sie es nicht auch sein?

Also solche Gedanken sind doch unter deinem Niveau!!!

Was würdest du denken, wenn ein sehr todkranker Mensch dasselbe sagen würde?

Wenn es keine Kinder mehr geben würde, wäre die Menschheit ausgestorben...

Wechsle doch die Ärztin und lass dich weiter untersuchen. Tipps kann dir sicher das FG-Forum geben. Einen weiteren Versuch würde ich nicht ohne Abklärung starten.

Ach ja, übrigens haben anscheinend ein Drittel aller Frauen FGs. Teilweise wissen sie es nur nicht, weil es schon mit der Regel oder kurz danach abgeht, sie halten es für verspätete Regelblutungen. Ich persönlich kenne einige Frauen die FGs hatten und das sind wahrscheinlich nur ein Bruchteil, weil viele wahrscheinlich gar nicht davon erzählen. Du würdest wahrscheinlich schon Mitgefühl bekommen. "irgendwann klappt es" ist wirklich eigentlich kein Trost nach 5 Jahren.

Wir sind jetzt auch schon 5 Jahre dran. Wir machen jetzt EZS, da kommen andere EZ ins Spiel und wenn es nur daran gelegen hat, wird das wohl die Lösung sein. Keine Ahnung wie alt du bist aber wenn du über 35 bist, könnte das eine Möglichkeit sein.

FGs zeigen eigentlich auch, dass der Körper grundsätzlich zu einer Schwangerschaft bereit wäre. Manche Körper selektieren schon im vornherein, manche versuchen es schnell mal. Jeder Körper ist anders. Ich finde aber trotzdem, dass nochmal ein Check bei dir nötig wäre.

Eine gute Bekannte von mir hatte auch an die 5 FGs und jetzt 3 gesunde Kinder. Sie ist mal längere Zeit zwischendurch auf Kur in Sri Lanka gegangen. Zugegebenermaßen kann sich das nicht jeder leisten. Sie hat auch dort viel Yoga gemacht und ist jetzt auch Yogalehrerin, ein Nebeneffekt ihrer Kur. Wie gesagt zugegebenermaßen ein bißchen ein radikalerer Ansatz. Ich finde auch, sie hat danach ihre Persönlichkeit ziemlich verändert. Will jetzt aber nicht detaillierter werden. Nur soviel, in deiner momentanen Verfassung würdest du einem Kind nichts Gutes tun. Es hätte eine Mutter, erzürnt auf die ganze Welt, die allen nur alles Schlechte wünscht. Das ist kein guter Start ins Leben. Daran musst du wirklich etwas arbeiten....ich wünsch dir alles Gute!!!!


  Re: Wie kommt ihr damit klar?
   Lilja100
schrieb am 30.05.2016 21:07
Ehemals Rheila,

vielen Dank an dieser Stelle für Deine sehr reflektierten Zeilen, hinter denen man einen längeren, intensiven und über lange Phasen sehr schmerzvollen Prozess spürt. Ich denke, dass viele, die an der Stelle stehen, sich mit einem unfreiwilligen kinderlosen Leben auseinandersetzen zu müssen, sich sehr gute Ansätze rausziehen können. Viele Dinge die Du schreibst muss man sich auch erst wieder bewusst machen.

Und doch möchte ich auch meine Gedanken teilen, die mir beim Lesen durch den Kopf gegangen sind und die mich beschäftigen. Entschuldige wunschkind-hope, wenn ich Deinen Thread ein bisschen zweckentfremde und noch ganz andere Gedanken hier reinwerfe.

Zitat
Ehemals Rheila
Weißt du, was mir geholfen hat? Ich habe immer steif und fest behauptet, dass ich mir ein Leben ohne Kinder nicht vorstellen kann. Aber das absolute Gegenteil ist der Fall. Das Leben ohne Kinder kenne ich. Das Leben mit Kindern ist genau das Leben, was ich mir nicht vorstellen kann. Weil ich es nicht kennen kann. Ich habe also zunächst ein paar Formulierungen in meinem Kopf geändert. Den obigen Satz habe ich abgeändert in: Ich wünsche mir sehr ein Leben mit Kindern, obwohl ich es mir nicht genau vorstellen kann. Das Leben ohne Kinder wünsche ich mir nicht, weil ich mir so sehr wünsche, die Lebensaufgabe der Mutterschaft zu erleben.
Durch diese (ist nur eins von vielen Beispielen) Umformulierung ist etwas Schärfe aus der Situation gewichen.

Ja, das ist sicher richtig. Als Kinderloser weiß man natürlich nicht, wie das Leben mit Kind sein würde. Ich habe mich trotz meines Kinderwunsches oft gefragt, ob mich das Leben mit eigenem Kind tatsächlich so erfüllen würde, wie ich es mir erhoffe. Manche Frauen mit Kindern könnten bestimmt Dutzende Gründe anführen, warum der eigene Nachwuchs gehörig nervt oder warum das Leben ohne Kinder einfacher, weniger aufreibend, weniger anstrengend und selbstbestimmter wäre. Es gibt sogar eine Studie zu regretting motherhood, also Frauen, die ihre Mutterschaft bedauern obwohl sie ihre Kinder lieben. Warum ich davon hier schreibe, vom anderen Extrem? Ganz einfach. Du schreibst, dass man sich ein Leben mit Kindern nicht vorstellen kann, sprich bei der Erfüllung des Kinderwunsches könnte einen rein theoretisch im schlimmsten Fall dieses Extrem treffen. Vielleicht nerven einen die Kinder auch „nur“ und man wünscht sich die kinderlosen Zeiten zurück. Man kann es ja vorher nicht wissen. Aber in diesen Fällen kann man sich daran hochziehen, dass sich die Mutterrolle zwangsläufig durch das Älterwerden der Kinder ändert. Anstrengende Phasen werden anders werden und von neuen Phasen abgelöst werden. Alles ist im Wandel und es ist absehbar, dass die Kinder mehr und mehr ihre eigenen Wege gehen werden. Es handelt sich somit aus der Natur der Sache heraus nicht um einen Dauerzustand. Und das ist wie ich finde ein großer Unterschied. Als Kinderloser habe ich diese Aussicht nicht, dass der wenig geliebte Zustand ohne Kinder irgendwann vorbeigehen wird. Die Kinderlosigkeit wird einen bis an sein Lebensende begleiten, ohne Chance, daraus zu entfliehen. Und dieser Gedanke finde ich hat etwas bedrohliches.

Ich finde, dass der Satz durchaus seine Berechtigung hat, dass man sich als Kinderwunschpaar ein Leben ohne Kinder nicht vorstellen kann, auch wenn man das Leben mit Kindern gar nicht kennt. Ich formuliere es etwas anders: Ich kann mir ein sinnvolles Leben ohne eigene Familie nicht vorstellen. Und das sage ich ganz bewusst WEIL ich das Leben ohne Kinder kenne. Und dieses Leben finde ich persönlich sinnbefreit. Ich weiß auch nicht was ich da für mich umformulieren sollte. Was ist das Leben ohne eigene Kinder? Eine finanzielle Besserstellung, die Möglichkeit einen nicht familientauglichen Sportwagen zu fahren, beruflicher Erfolg, Unabhängigkeit, um die Häuser ziehen zu können bis in die Puppen, Reisen, teure Hobbys? Ich empfinde das letztlich als den Versuch die innere Leere zu übertünchen. Ich finde in all diesen Dingen zumindest keinen tieferen oder langanhaltenden Sinn und mir persönlich gibt das nicht mehr viel. Und nun? Wo ist die Auflösung aus dieser Zwickmühle? Ich habe sie bisher leider nicht gefunden.


  Re: Wie kommt ihr damit klar?
   Chorus
Status:
schrieb am 31.05.2016 11:45
Zitat
Lilja100
: Ich kann mir ein sinnvolles Leben ohne eigene Familie nicht vorstellen. Und das sage ich ganz bewusst WEIL ich das Leben ohne Kinder kenne. Und dieses Leben finde ich persönlich sinnbefreit. Ich weiß auch nicht was ich da für mich umformulieren sollte. Was ist das Leben ohne eigene Kinder? Eine finanzielle Besserstellung, die Möglichkeit einen nicht familientauglichen Sportwagen zu fahren, beruflicher Erfolg, Unabhängigkeit, um die Häuser ziehen zu können bis in die Puppen, Reisen, teure Hobbys? Ich empfinde das letztlich als den Versuch die innere Leere zu übertünchen. Ich finde in all diesen Dingen zumindest keinen tieferen oder langanhaltenden Sinn und mir persönlich gibt das nicht mehr viel. Und nun? Wo ist die Auflösung aus dieser Zwickmühle? Ich habe sie bisher leider nicht gefunden.

Also es gibt durchaus sinnvolle Leben OHNE eigene Kinder, man kann einen Beruf im Sozialbereich ergreifen, sich ehrenamtlich engagieren, bei Hilfs- und Förderprojekten mitmachen, spenden etc.....


  Re: Wie kommt ihr damit klar?
   Lilja100
schrieb am 31.05.2016 12:27
Zitat
Chorus
Zitat
Lilja100
: Ich kann mir ein sinnvolles Leben ohne eigene Familie nicht vorstellen. Und das sage ich ganz bewusst WEIL ich das Leben ohne Kinder kenne. Und dieses Leben finde ich persönlich sinnbefreit. Ich weiß auch nicht was ich da für mich umformulieren sollte. Was ist das Leben ohne eigene Kinder? Eine finanzielle Besserstellung, die Möglichkeit einen nicht familientauglichen Sportwagen zu fahren, beruflicher Erfolg, Unabhängigkeit, um die Häuser ziehen zu können bis in die Puppen, Reisen, teure Hobbys? Ich empfinde das letztlich als den Versuch die innere Leere zu übertünchen. Ich finde in all diesen Dingen zumindest keinen tieferen oder langanhaltenden Sinn und mir persönlich gibt das nicht mehr viel. Und nun? Wo ist die Auflösung aus dieser Zwickmühle? Ich habe sie bisher leider nicht gefunden.

Also es gibt durchaus sinnvolle Leben OHNE eigene Kinder, man kann einen Beruf im Sozialbereich ergreifen, sich ehrenamtlich engagieren, bei Hilfs- und Förderprojekten mitmachen, spenden etc.....

Ich denke, was man als sinnvoll empfindet liegt sehr stark im Ermessen des Einzelnen. Der eine setzt sich mit seiner ganzen Kraft für seine Firma ein, arbeitet bis zum Umfallen und empfindet es als erfüllend zu sehen, was er geleistet hat und zieht daraus seinen Sinn. Der andere fängt das Radfahren an und heizt in jeder freien Minute irgendwelchen Pässe hoch und runter und findet dadurch seinen Frieden. Wieder andere finden ihre Erfüllung vielleicht darin, für irgendetwas zu spenden, einen sozialen Beruf zu ergreifen und sich eben sozial sehr zu engagieren. Und noch ein anderer kann mit dem allen gar nichts anfangen und findet etwas ganz anderes oder im problematischen Fall halt auch nicht.

Ich persönlich hatte zum Beispiel noch nie eine soziale Ader. Ein sozialer Beruf wäre so ziemlich mein Alptraum und ich würde für mich auch keinen Sinn darin sehen, mich sozial einzusetzen. Das wäre einfach nicht mein Ding. Aber so ist eben jeder anders. Viele finden vielleicht ihren Sinn im Leben auch ohne Kinder. Mein höchstes Gut ist jedoch meine eigene kleine Familie, die es nun leider nicht gibt. Und von daher muss ich leider sagen, dass ich mir ein sinnvolles Leben ohne eine eigene Familie nicht vorstellen kann.




Zum Antworten klicken Sie bitte auf" "Beitrag antworten" oder "Beitrag zitieren" unter dem gewünschten Beitrag auf den Sie antworten möchten.



Bitte beachten Sie: In unseren Foren können nur allgemeine Informationen zum Inhalt der Fragen gegeben werden. Ferndiagnosen sind nicht möglich. Die Antworten sind unverbindlich und können aufgrund der räumlichen Distanz keine Beratung für den Einzelfall darstellen. Bitte wenden Sie sich dazu an die Ärztin oder den Arzt Ihres Vertrauens.

Starflower
Home | Theorie | Zentren| Bücher| Links | Forum | Chat | News | Impressum | Datenschutz

© wunschkinder.de 1998-2017