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  Erst der Abschied vom KiWu und jetzt Total-OP?...bin ich bereit dazu?
   Leonory
schrieb am 07.11.2015 22:19
Hallo ihr lieben, ich bin hin und her gerissen...vielleicht war schon jemand von euch in einer ähnlichen Situation.
Ich werde jetzt 38, bin glücklich verheiratet und ungewollt kinderlos. 2011 und 2012 haben wir eine KiWu-Behandlung bei meiner damaligen Frauenärztin gemacht. Während der Untersuchungen wurde bei mir das PCO-Syndrom festgestellt, außerdem bin ich übergewichtig.
Nach einer OP 1998 bekam ich eine Thrombose und Lungenembolie, weshalb ich für die Behandlung einen Gen-Test machen musste. Dabei wurde bei mir eine Blutgerinnungsstörung (Faktor V - Leiden - Mutation) festgestellt, weshalb ich nur leichte Hormone nehmen durfte, mir dabei aber täglich Thrombose-Spritzen geben musste. Eine Behandlung in einer Kinderwunschklinik habe ich abgelehnt, da ich immer zu viel Angst vor dem "Loch" hatte in das ich fallen könnte wenn das auch nicht funktioniert. In beiden Jahren musste ich zu einer Ausschabung, da ich durch extrem erhöhte männliche Hormone, keine Regelblutung mehr bekomme, allerdings die Schleimhaut sich sehr hoch aufbaut.
Ende 2012 wurde meine damals beste Freundin wieder Mutter und noch weitere 3 Familien in ihrem Umkreis. Als ich mich dann von allen zurückgezogen hatte um für mich einen Abschluss zu finden, hat sie das wohl falsch verstanden und mich fallen lassen. Seit dem hab ich nie wieder jemanden an mich heran gelassen und keine Freunde mehr. Meine Familie wohnt weit weg und ich hab hier nur meinen Mann und seine Eltern.
Ich hab dann bis Mitte 2014 gebraucht um mit dem Kinderwunsch abzuschließen. Das ich das erfolgreich geschafft hatte, hab ich gemerkt als mein Bruder und meine Schwägerin im Sommer Eltern geworden sind. Ich bin einfach nur glücklich gewesen und hab mich für die beiden gefreut. Die kleine Maus ist zuckersüß und als 7 fache Tante hab ich ja nun auch etwas Erfahrung.

Aber nun endlich zu meinem Problem, der letzte Freitag hat mich total aus der Bahn geworfen und ich sitze den ganzen Tag heulend rum und weiß nicht mehr woran ich bin.
Wie oben schon erwähnt, habe ich keine normale Periode mehr, nur noch Schmierblutungen. Da die aber in den letzten Monaten gar nicht mehr aufgehört haben und darunter auch mein Eheleben sehr leidet, war ich Freitag bei meiner neuen Frauenärztin.
Ich hatte gehofft eine leichte Pille von ihr zu bekommen, die ich mit der Fak.V-Leid.-Mut. einnehmen darf. Ich benötige sie ja nicht zur Verhütung, sondern dachte das ich damit meine Periode regulieren kann. Aber alle Pillen die das regulieren würden, darf ich nicht einnehmen.
Beim Ultraschall wurde dann festgestellt, das sich die Schleimhaut schon bis in den Gebährmutterhals ausgebreitet hat und das das Krebsrisiko extrem erhöht. Ich muss nun umgehend wieder zu einer Ausschabung. Da aber das OP-Risiko durch die Fak.V-Leid.Mut sehr hoch ist, soll ich über eine Total-OP oder eine Ablation nachdenken.
Ich müsste sonst in Zukunft ein bis zweimal im Jahr zu einer Ausschabung, das heißt jedesmal Vollnarkose und hinterher mindestens 10-14 Tage Thrombose-Spritzen.
Aber die Entfernung der Gebährmutter oder die Ablation sind so etwas entgültiges. Auch wenn ich keine Hoffnungen mehr hatte, aber ein wenig Wehmut war immer vorhanden. Das wird jeder nachvollziehen können. Aber damit konnte ich umgehen, das hat mich nicht mehr belastet.
Aber dieses Nachdenken über diesen entgültigen Schritt, hat mich jetzt verunsichert, so sehr das ich sogar über die Kinderwunschklinik nachgedacht habe, die aber nie für mich in Frage kam und auch jetzt eigentlich nicht zur Debatte steht. Aber es hat mich erschreckt das ich jetzt doch wieder an diesem Punkt bin wo ich wiedermal alle Möglichkeiten durchgehe obwohl ich doch endlich aus meinem Mauseloch raus kam und wieder versucht habe am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Es ist seit 9 Jahren das erste mal das ich meinen Geburtstag am Montag mal wieder feiern wollte. Wenn auch nur in kleiner Runde aber für mich ein großer Schritt, da ich mir sogar gewünscht hatte, das wir bowlen gehen. Aber jetzt hab ich da gar keine Lust mehr drauf und würde am liebsten allen absagen. Aber dann müsste ich erklären warum und ich möchte da nicht drüber reden mit meiner Familie im Moment. Ich weiß nicht ob sie mich verstehen. Ich hab nur mit meinem Mann darüber geredet und er hat mich gefragt ob ICH die KiWu-Klinik ausprobieren möchte. Die Entscheidung möchte er mir überlassen. Ich weiß es nicht...hinzu kommt noch die Angst, das bei einer Ausschabung etwas gefunden wird und ich das gar nicht mehr selbst entscheiden kann, weil es einfach medizinisch notwendig ist, die Gebährmutter zu entfernen. Mehr Angst das was gefunden wird als das ich nicht selbst entscheiden kann!!!
Was ist wenn ich die OP machen lasse? Werde ich mich dann immer fragen ob ich alle meine Chancen genutzt habe oder fällt es mir dann vielleicht sogar leichter einen entgültigen Abschluss zu finden?
Sorry das ich so viel geschrieben habe, aber ich musste einmal alles los werden.
Vielleicht kennt ja jemand diese Situation und kann mir von seinen Erfahrungen berichten.

LG Leonory


  Re: Erst der Abschied vom KiWu und jetzt Total-OP?...bin ich bereit dazu?
   CaraHope
schrieb am 08.11.2015 11:29
Liebe Leonory,

es tut mir so leid, dass es dir mit der ganzen Sache so schlecht geht *knuddel*. Da kommt jetzt natürlich einiges zusammen.

Für mich ist es absolut verständlich, dass mit dieser Option einer Totaloperation auch der Kinderwunsch wieder aufbricht und es ist sicher auch sinnvoll, sich darüber abschließend noch einmal Gedanken zu machen. Eine solche Operation ist ein Einschnitt - so oder so. Aber sie kann natürlich auch eine Chance für einen Neuanfang sein, denn so ganz ausgegoren und abgeschlossen, war das Thema ja noch nicht. Das zeigt auch die Tatsache, dass du dich sehr zurückgezogen hast.

Was ich auf jeden Fall täte, wäre mindestens noch eine weitere und wirklich gute Expertenmeinung einholen, mich also umfassend beraten lassen. Ich denke, dann fällt diese so wichtige und für dein Leben grundlegende Entscheidung auch ein wenig leichter. Es wird sich eine richtige Entscheidung herauskristallisieren. Und ich würde wohl versuchen aktiv mein Leben ein wenig umzukrempeln: neue Dinge ausprobieren, dabei evtl. neue Freundschaften knüpfen etc. Natürlich sollte auch die Partnerschaft nicht vergessen werden. Auch würde ich wohl über ein Coaching oder dergleichen nachdenken, mir also auch hierfür Unterstützung gönnen.

Ich wünsche dir alles Liebe und Gute und bin mir sicher, dass sich die Dinge am Ende richtig sortieren lassen und du dann auch wieder zuversichtlicher in die Zukunft schauen kannst. Wie auch immer die Entscheidung ausfallen wird!

Alles, alles Gute *blume*!

Cara


  Re: Erst der Abschied vom KiWu und jetzt Total-OP?...bin ich bereit dazu?
   KRISTI30
schrieb am 08.11.2015 14:52
Liebe Leonory!

Ich kann Dich sehr gut verstehen! Es ist eine schwere Entscheidung so einen Schritt zu gehen. Aber denke letzten Endes an Deine Gesundheit. Denke daran, dass jede OP eine weitere Belastung für Deinen Körper mit sich bringt. Und denke daran, dass Du einen Partner hast, der immer zu Dir hält und Dich stützt und Dir Halt gibt. Versuche Dir Dein Leben auch ohne Kinder vorzustellen, Du hast es ja bereits schon einmal geschafft und ich bin mir sicher Du schaffst es auch wieder. Auch mir ging es ähnlich wie Dir. Ich war auf dem Weg der Besserung und hätte Bäume ausreisen können. Doch dann kam wieder eine Situation die mich völlig aus der Bahn geworfen hat. Eine Freundin die sich jahrelang ein Kind gewünscht hatte. Wurde plötzlich auf natürlichem Wege Schwanger und hat mir Freudestrahlend davon erzählt. In dem Moment ist in mir eine Welt zusammen gebrochen. Und ich war in einem solchen Tief! Ich wusste nicht wie ich das bewerkstelligen sollte. Dann kam mein Partner und hat mich wieder da rausgeholt. Er sagte mir dass wir uns haben und unser Leben soooo schön ist auch ohne Kinder, dass wir sämtliche Freiheiten haben tun und lassen können was wir wollen. Er sagte mir Paare mit Kindern können das nicht und dass wir schon so vieles zusammen durchgemacht haben, dass uns nur noch enger verbunden hat. Und ich denke genauso ist es bei Euch. Ihr habt eine Partnerschaft die so intensiv und voller vertrauen ist das kann Dir keiner nehmen.
Denke an Dich und Deine Gesundheit. Sprech mit Deinem Mann und überlegt euch das für und wieder einer KiWu-Behandlung. Den das ist auch noch einmal eine seelische Belastungsprobe für jeden. Überleg Dir gut ob Du diesen Weg gehen willst. Und vielleicht wollt ihr ja den Weg der Adoption oder Pflege gehen.
Das ist immer noch eine Option die man sich offen halten kann. Auch wenn das auch kein leichter Weg ist. So ist es doch noch ein Licht am Ende des großen Tunnels und wer weis vielleicht klappt es ja.
Versuche dein Leben zu Leben und Dir vielleicht etwas zu gönnen, was Du schon immer einmal machen wolltest es aber bisher noch nicht getan hast.
Denke immer daran Du bist nicht alleine. Es geht vielen so wie Dir. Ich dachte auch immer vielleicht sollte ich noch einmal einen Versuch in der KiWu-Klinik starten und habe mir immer Vorwürfe gemacht. Da ich dachte vielleicht hätte es beim nächsten Versuch geklappt. Doch dann habe ich mich daran erinnert wie unendlich schrecklich diese Zeit für mich war. Auch noch Monate nach der Behandlung. Das möchte ich nicht mehr erleben. Auch spielt irgendwann der Körper nicht mehr mit. Da die ganzen Hormone und OPs eben auch einiges verändern können. Nimm Dir Zeit und wie Cara schon sagte hol Dir noch eine zweite Meinung ein ich denke das kann Dir auch helfen.

Ich wünsche Dir alles Gute

Kristi




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