hallo tina,
ich merke an dem, was du schreibst, dass du noch nicht wirklich mit dem thema
kind abgeschlossen hast. denn du erkennst, dass ein toller beruf nicht alles ist im leben.
aber du möchtest das schicksal auch nicht herausfordern, sondern den dingen ihren
lauf lassen. deshalb: wenn kein kind kommt, dann kommt keines! so ganz überzeugt
bist du von dieser aussage auch nicht, oder?
wenn ihr es nun schon 4 jahre versucht und alle untersuchungen positiv waren, dann
finde ich es in der tat seltsam und kann mir nicht erklären, warum sich nichts tut.
ok, mit 42 wird man nicht mehr so schnell schwanger wie mit 20, aber dennoch
sollte sich nach 1-2 jahren "etwas tun". und wenn du einen eisprung hast und ihr in
dieser zeit auch herzelt, sollte es irgendwann ein mal schnackeln...
ich kann dir kurz von mir erzählen, wie es bei uns ist, da ich fast gleich alt bin wie du (41):
mein mann und ich haben einen sohn von 4 jahren. dieser entstand nach einer sehr kurzen
übungszeit von 3-4 monaten (obwohl ich damals schon 36 war). nach gut 2 jahren stellte sich
der wunsch nach einem 2.kind ein. es hatte damals auch recht flott wieder geklappt, doch
leider musste ich meine erste fehlgeburt hinnehmen. diese habe ich einigermaßen gut
verkraftet, so dachte ich. es gibt außerdem sehr viele frauen, die dieses schicksal mit
mir teilen. so starteten wir wieder nach einem guten halben jahr. doch leider wurde ich nicht
mehr schwanger und haderte wieder mit meinem schicksal. warum klappt es nicht mehr? bin
ich keine richtige frau mehr? habe dann auch einiges checken lassen: alles im rahmen und
meinem alter entsprechend. also: es geht noch. tja, und im dezember, wo ich schon fast die
hoffnung aufgegeben hatte, den monat abgehakt, da hat es nach fast 20 monaten wieder
geklappt. was waren wir happy!!!! zuerst. doch dann stellte sich eine angst ein. mit einem mal
war die erinnerung an den ersten verlust wieder voll da. ich konnte das gar nicht richtig beeinflussen.
meine ärztin bot mir an, öfter zur kontrolle zu kommen. als ich weiter war, als beim letzten mal,
ging es mir schon ein wenig besser. aber die angst war immer noch da. vor fast einem monat dann
mit einem mal eine schlimme ahnung, ein gefühl, das mich nicht mehr los lassen wollte: da stimmt
etwas nicht! im krankenhaus dann die traurige wahrheit: wieder fehlgeburt!! seitdem lebe ich unter
einem schleier der trauer, des nicht-verstehen-wollens, des mich-fragens-nach-dem-warum...
da ich mich noch nicht zu alt fühle, möchte ich es noch ein letztes mal wagen und lasse nun einige
untersuchungen durchführen. zumeist werden die ursachen nicht gefunden, aber wer weiß. ich
kann aber nicht mehr ins blaue hinein versuchen. der verlust wiegt so schwer, das kann man sich
kaum vorstellen.
ein leben ohne kind kann ich mir nicht mehr vorstellen. deshalb kann ich deinen wunsch voll und ganz
verstehen. aber man kann eben auch nichts erzwingen. und wenn man den weg einer künstl. befruchtung
nicht gehen will/kann, dann ist das eben so. für uns kommt das auch nicht in frage. für mich ist 42 aber noch
kein alter, um aufzugeben. der wunsch ist bei mir so groß, so dass wir es die nächsten 2 jahre auf alle
fälle weiter versuchen.
egal, wie du dich entscheidest: ich wünsche dir alles gute!
grüße
schremmi