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  Probleme mit meinem Mann
   BeaBeau
schrieb am 18.03.2010 15:49
Hey ihr Lieben,

ich bin grade ein bisschen ratlos. Wir haben seit 4 Wochen einen wunderschönen Sohn (Lukas), top gesund und sehr lebhaft. Mein Mann (32) und ich (26) sind seit 2 Jahren glücklich verheiratet und wir haben uns das Kind beide so sehr gewünscht, dass wir unser Glück kaum glauben konnten, als er dann ednlich da war. Die Geburt verlief ohne Komplikationen, die erste Zeit war wunderbar, aber jetzt merke ich irgendwie eine Veränderung. Es fällt mir sehr schwer, es zu benenenn oder auch nur den Finger drauf zu legen, aber ich habe das Gefühl, dass mein Mann sich von mir (oder uns?) entfremdet.

Er ist ein toller Vater, super stolz auf seinen Sohn und übernimmt auch seinen Teil der Aufgaben. Da er alleine berufstätig ist, ist er allerdings viel unterwegs und abends häufig sehr erschöpft. Ich kann nur selten richtig intensiv mit ihm reden (so wie früher) und wenn, dann spüre ich, dass er mit den Gedanken immer ganz woanders ist. Hört nicht richtig zu, bestätigt alles, was ich sage, nur halbherzig usw. Ich glaube, er macht grad eine Krise durch, weil er wohl Bindungsängste hat. Wir hatten das Thema schon mal, aber jetzt, wo Lukas da ist, ist es nochmal akut geworden.

Was soll ich tun? Wir haben beide eine tolle Beziehung zu unserem Sohn, nur miteinander will es irgendwie nicht meh so richtig klappen. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?

Liebe Grüße
Bea


  Re: Probleme mit meinem Mann
no avatar    Doing
schrieb am 18.03.2010 17:40
Das ist denk ich ganz normal, ein Kind ist ein Belastungstest für eine Beziehung. Ihr braucht beide Zeit und auch Freiräume.
Du hast jetzt 24Std Baby und er ist abends groggy - die Dinge die einem auf der Seele lasten sind nun u.U. anders, der Partner teilt diese nicht.
oder kann's nicht nachvollziehen.

Total normal.


Gebt Euch mühe, versteht einander, aber macht euch keinen Streß.


  Re: Probleme mit meinem Mann
   Riebel
schrieb am 18.03.2010 17:57
Hallo,
das ist ganz normal. Ein Kind verändert nun mal euer Leben von Grund auf. Es ist kaum noch so wie es mal war. Alles dreht sich um den neuen erdenbürger.
Versucht euch Freiräume zu schaffen, wo ihr gemeinsam etwas unternehmen könnt. Redet viel miteinander und genießt euer Kind.
LG Sandra


  Re: Probleme mit meinem Mann
   stin
schrieb am 19.03.2010 13:45
Hallo,
ich denke das ist ganz normal. Ich weiß, dass ich manchmal an der Tür stand und ihn sofort überfallen habe, da ich froh war jemanden zu sehen außer unserem Sohn. Man ist zwar den ganzen Tag beschäftigt, aber eben anders als vor dem Kind.
Und so ist es für Männer auch. Wir sind anders und sie müssen uns auch erst mal als Mutter und Frau sehen. Mein Mann hatte auch immer Sorge, ob er alles schafft, ober er uns als Familie gut ernähren kann. Sie haben jetzt viel Verantwortung, gerade, wenn nur einer Arbeitet.
Ich denke es braucht Zeit. Man muß viel raden, aber auch jedem seinen Raum lassen um sich an alles zu gewöhnen. Ich fand das erste Jaht war sehr anstrengend in der beziehung und wir waren da schon einige Jahre zusammen. Auch mit vielen Ausnahmesituationen. Im zweitem ging es und nun vor dem drittem Geburtstag ist es als Familie ruhiger. Jetzt hab ich wieder angefangen zu arbeiten und schon wieder muß hier jeder seine Rolle finden.
Also, du siehst, du bist nicht allein!
Stin


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  Re: Probleme mit meinem Mann
   BeaBeau
schrieb am 19.03.2010 14:09
Hallo nochmal,

danke für eure einfühlsamen Antworten. Es ist schon mal ein gutes Gefühl zu wissen, dass andere ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Ich habe mit vorgenommen, heute abend noch mal mit meinem Mann zu reden und ihn zu fragen, was wir anders gestalten können, damit er sich besser fühlt.

Ich glaube, es spielt wirklich eine besondere ROlle, dass ich als Mutter auch irgendwie ein anderer Mensch geworden bin, zumindest haben sich Facetten geändert. Damit habe ich natürlich auch eine andere Wirkung auf meinen mann, und das müssen wir wohl erst mal verkraften...


  Re: Probleme mit meinem Mann
no avatar    DIDI aus Bääärlin
schrieb am 19.03.2010 19:51
Oftmals fühlen sich Männer gerade in der Anfangszeit als das "fünfte Rad am Wagen" ...

In dieser Hinsicht solltest Du Dich regelmäßig selbst überprüfen.

Dreht sich alles "nur" um das Kind oder kümmerst Du Dich auch um die Belange Deines Mannes ?

Ich muss eingestehen, dass der "Mutterinstinkt" bei mir zeitweise riesengroße Dimensionen angenommen hat und mein Göttergatte dadurch ins Hintertreffen geriet. Sicherlich kein schönes Gefühl ...

Also => Ein schmaler Grad, auf dem Ihr Euch gerade bewegt ...

Und auf diesem schmalen Weg solltet Ihr versuchen, allen Bedürfnissen möglichst gerecht zu werden.

Das ist nicht immer einfach. Am besten hilft da reden, reden, reden ...

Alles Gute.


  Re: Probleme mit meinem Mann
no avatar    Mondstaub
Status:
schrieb am 19.03.2010 23:41
Die "Phase" machen wohl die meisten mit ihrem ersten Kind mit /durch.

Der Mann fühlt sich vllt. anfangs überfordert, da er auf einmal bei seiner Frau nicht mehr Nr. 1 ist, Geld ranschaffen soll und dann sich von 0 auf 100 zu einem liebevollen Papi verwandeln soll, obwohl er 9 Monate das Kind nicht in seinem Bauch gespürt hat. Gerade Männer ziehen sich gerne zurück, wenn sie zuviel Verantwortung, Arbeit oder ungelöste Dinge bewältigen müssen.

So auch die Frau, die sich auf einmal einem Riesenberg von Verantwortung gegenüber sieht, ein kleines Wesen, das vollkommen auf sie angewiesen ist und zu allem Überfluss auch noch körperlich mit so einigem zu kämpfen hat (Hormone, chronischer Schlafdefizit, usw.)

Beide sind müde, erschöpft und wollen doch gerne auch mal wieder etwas für sich machen, geht aber nicht, wegen Kind und Partner oder so ähnlich.

Wichtig ist, dass man sich bewusst macht, dass man einige Monate sozusagen im Ausnahmezustand lebt, bis man sich mit der neuen Situation und Rolle als Mutter und Vater, aber nicht auch zu vergessen, als Partner vertraut gemacht hat. Das kann schon dauern ...
Wichtig ist, den Mann wirklich mit einzubeziehen und ganz spielerisch Dinge, was das Kind angeht, zu überlassen. Bei uns ist es z.B. der Papa-Tag, wenn Mama unterwegs ist oder das Baden mit Paps in der Wanne, das Spielen abends, wenn ich koche usw. usf. Dabei ruhig den Papa die Dinge anders machen lassen, als das Mama üblicherweise tut. Das stärkt das Selbstvertrauen des Partners und motiviert, weiter zu machen bzw. sich was Neues einfallen zu lassen ;-) *pfeif*

Mein Standardspruch gegenüber meinem Mann, wenn wir mal wieder beide kaputt, lustlos und müde sind: "Das läuft uns nicht davon und wird alles nachgeholt!" Seitdem benutzt er ihn gerne mal selber ;-)

Lasst' Eucht Zeit, Raum für Euch zusammen, aber auch für jeden für sich alleine, um abschalten zu können und nur reden hilft, um das Ganze irgendeinen Rahmen zu geben.
Zum Beispiel könnt Ihr einen bestimmten Tag ausmachen, der nur für Euch gemeinsam reserviert ist und jeweils für sich alleine.
Beispielsweise gönnt mir mein Männe sonntags meine Motorradausfahrten und ich wiederum "scheuche" ihn zu seinen Kumpels, um mal um die Häuser zu ziehen und ein Bierchen zu zischen!
Seitdem wir einander etwas loslassen, haben wir wieder mehr Spass miteinander, da jeder mal Zeit zum "Ausschnaufen" hat und sich doch mehr auf den anderen wieder freut ;-) *g*

Aber, das, was Du beschreibst ist normal für diese Zeit *ja* ... Wird auch bestimmt wieder besser *versprochen*


  Re: Probleme mit meinem Mann
   Brianna
schrieb am 22.03.2010 12:03
Ich denke auch das es normal ist. *ja*

Bei uns war es die ersten Monate auch so, dass es meinem Menne zu viel wurde. Obwohl er sich liebevoll um Lejla gekümmert hat, war er oftmals schon Sonntags mittags wieder "beruflich" unterwegs. Später hat er zugegeben, dass es ihm zu viel war.

Es hat mich sehr verletzt, habe mich sehr allein gelassen gefühlt. Aber es ging vorbei und heute ist er zu Hause sooft es geht.

Dennoch sagte er auch jetzt bei der 2. ss ( die ungeplant früh kam), dass es ihm zu viel wird. Ich kann mir schon vorstellen, dass er wieder so manches Mal
die Flucht ergreifen wird... wenn mal wieder ein Kolliken-Schreitag ist.... toll ist das nicht. Aber ich kann ihn ja nicht anketten. Wenigstens ist er ehrlich und sagt es.

Gebt mal das Kind zur Oma und geht mal nett Essen und redet. Reden, reden, reden!


  Re: Probleme mit meinem Mann
   LianeM
schrieb am 22.03.2010 12:56
Hallo,

unser Sohn wird bald 5 Jahre alt.

Wir haben schwere Zeiten hinter uns....

Aus (leidvoller) Erfahrung kann ich nur anraten, offen über alles zu reden. Bevor sich Fronten beiderseits aufbauen und Wunden gehauen werden, über die man (teilweise) erst nach Jahren spricht.....

Normal ist es sicherlich, sich mit Kind erstmal als Familie an sich und dann neu als Paar zu definieren. Und (aus einem schlauen Buch zitiert) ein Kind zerstört eine gute Beziehung nicht, genauso wenig wie es eine schlechte kittet.


Ich wünsche Euch alles Gute!




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