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  Studien zu Stammzellblut?
   Quappie
Status:
schrieb am 19.04.2017 12:12
Hallo,

ich kann mich nicht entscheiden ob ich Stammzellblut einlagern lassen soll oder nicht. Oder Spenden oder nicht.

Beim googeln finde ich Infos nach dem Motto 'nichts genaues weiss man nicht'. Hm....

Kennt jemand Studien, gern auch aus dem Ausland, die jeweils mehr eine Tendenz im Ergebnis haben? Die auch wissenschaftlich fundiert wirken?

Was hat bei eurer Entscheidung den Ausschlag gegeben? Ist vielleicht doch auspulsieren lassen besser fürs Baby?


Viele Grüße


  Re: Studien zu Stammzellblut?
   Solani
Status:
schrieb am 19.04.2017 12:42
Hallo Quappie,

ich werde weder Einlagern noch Spenden. Der medizinische Nutzen ist meines Wissens nach immer noch umstritten (ich hab mich vor ein paar Jahren mit jmd. vom Roten Kreuz darüber unterhalten, weiß also nicht genau wie aktuell die Infos noch sind). Abgesehen davon wird bei einer Spende früher abgenabelt als sonst üblich, das will ich auch nicht, besonders wenn der Nutzen fraglich ist.
Das Hauptargument ist für mich, dass ja von öffentlicher Seite dafür nicht massiv Werbung gemacht wird, wie z.B. beim Blutspenden. Weil wenn es so einfach und risikolos wäre wie es bestimmte Firmen darstellen würde ja sehr viele Frauen sich zumindest für eine Spende entscheiden. Die Extraktion der Stammzellen ist aber aufwendig und teuer, die medizinische Forschung braucht nicht soviel (sonst wären sicher auch die "auspulsierten" Nabelschnüre für die Forschung interessant).

lg,
Solani


  Re: Studien zu Stammzellblut?
   Zimtstern 72
Status:
schrieb am 19.04.2017 12:43
Also, Studien habe ich vor vier Jahren viele gesucht und nicht gefunden.
Außer, dass die Hauptbehandlungsmöglichkeit mit Stammzellblut im Moment bei Leukämie da ist, dass aber eigenes Blut dazu nicht geeignet ist.
Und dass in Japan, wo grundsätzlich Nabelschnurblut eingelagert wird (es sei dann man wiederspricht dem ausdrücklich, also umgekehrt wie hier) sechsmal soviel Stammzellspenden aus Nabelschnurblut stammen wie hierzulande.
Andererseits würde ein Großteil der gewonenen Spenden in deutschland verworfen, da sie sich nach aufwändiger Aufbereitung als unbrauchbar erwiesen.
Belastet das Gesundheitssystem.

Ich habe mich deshalb gegen das Einlagern entschieden, hatte aber den guten Willen zu spenden,
nachdem eine gute Freundin von mir in unserer Teenagerzeit an Leukämie gestorben ist.

Wurde hier im Forum deshalb von vielen Seiten als unverantwortlich beschimpft, da Kinder, deren Nabelschnur nicht auspulsiert,
schwere psychische Traumata erlitten.
Okay, da bei Kaiserschnitten grundsätzlich nicht auspulsiert wird, und ich viele Kinder kenne, die per Kaiserschnitt entbunden wurden, konnte ich damit leben.
Auch meine Nachsorgehebamme und die Leiterin des GVK plädierten fürs Spenden. Auspulsieren wäre selten möglich, vor 30 Jahren war es völlig unüblich (also wenn es danach ginge, hätten wir jetzt alle schwere TRaumata)

Letztlich hat dann der Zufall entschieden. Am Donnerstag nimmt die DKMS, mit der meine Entbindungsklinik zusammen arbeitet kein Blut an, wegen irgendwelcher Reinigungsmaßnahmen. Sohnemann wurde am Donnerstag geboren. Wegen grünem Frucjtwasser und Entzündungszeichen war ein Auspulsieren dennoch nicht möglich. Bislang halten sich die Anzeichen seines Traumatas aber zum Glück in Grenzen.

Ich werde wieder den Spendenaufkleber im Mutterpass und die Unterlagen mitnehmen. Was draus wird, wird sich zeigen.


  Re: Studien zu Stammzellblut?
   Solani
Status:
schrieb am 19.04.2017 13:03
Hallo Zimtstern,

ich habe den Eindruck, dass in bestimmten KH dafür geworben wird und in bestimmten gar nicht. Ich vermute mal, dass das daran liegt, dass auch die Hebammen bzw. die Ärzte dafür eine Ausbildung brauchen und die z.T. vielleicht auch nicht haben? Die KH für die Aufbereitung nicht vorbereitet sind? Ich finde nicht auspulsieren lassen prinzipiell auch nicht schlimm. Wenn in meinem KH eine Hebamme auf mich zukommen würde und mir erklären würde, dass die Spende für Leukämie Patienten benötigt werden würde würde ich auch zustimmen. Ich werde mich aber nicht pro-aktiv verhalten und explizit nachfragen.
Die Info über Japan ist interessant. :) Würd mich auch interessieren was die so alles damit forschen. Ist ja eine riesige Stammzelldatenbank.

lg,
Solani


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  Re: Studien zu Stammzellblut?
   Zimtstern 72
Status:
schrieb am 19.04.2017 13:15
@ Solani, da stimme ich dir grundsätzlich zu. Meine Hebamme meinte damals, wenn Frauen sagten, sie wollen Nabelschnurblut spenden, würden viele Hebammen eher genervt reagieren, da man sich dann doch recht hektisch außer um Kind, Mutter, Plazenta usw. noch um eine weitere Sache (nämlich Blutentnahme) kümmern müsste.
Es sei an sich nicht schwierig und würde nur wenige Sekunden dauern, aber in vielen kliniken hat man noch keine Lust gehabt, sich groß damit auseinander zu setzen.

Meine Eltern leben in Erlangen, wo es eine von sechs Stammzellbanken in deutschland gibt, und dort werden regelmäßig Veranstaltungen zum Thema gemacht, und es ist auch Thema bei den Kreißsaalführungen, wo standartmäßig den Frauen schon die Papiere in die Hand gedrückt werden.

In Japan wird übrigens sechsmal soviel Bedarf an Stammzellen zur Behandlung bei Patienten aus Stammzellen aus dem Nabelschnurblut gewonnen.
Du kannst auf den Bögen auch ausdrücklich wiedersprechen, wenn du nicht möchtest, dass die Stammzellen zu Forschungszwecken verwendet werden.
Für Leukämiepatienten kann man es aber m. Wissens nach nur für Kinder einsetzen, da die gewonnene Menge sonst zu gering ist.

Wie gesagt, mir ist das Ganze alles etwas zu schwammig und zu schwer zu durchschauen. Vielleicht mach ich es mir sehr einfach, aber ich finde die Lösung "grundsätzlich spenden, wenn möglich, wenn nicht ist es auch kein Drama" für mich einen gangbaren Weg.


  Re: Studien zu Stammzellblut?
no avatar    Rosenrot85
schrieb am 19.04.2017 13:31
Wir lagern die Stammzellen ein.
Auch wenn man HEUTE noch nicht wahnsinnig viel damit machen kann - die Wissenschaft entwickelt sich ja immer weiter.
Ich hoffe, dass wir die Stammzellen, die wir einlagern, nie brauchen werden.
Aber ich möchte auch niemals vor einem Arzt sitzen, der mich fragt, ob wir denn Stammzellen unseres Kindes eingelagert hätten und wir müssten dies verneinen.


  Re: Studien zu Stammzellblut?
no avatar    Dream2012
schrieb am 19.04.2017 13:33
Zitat
Solani
Hallo Zimtstern,

ich habe den Eindruck, dass in bestimmten KH dafür geworben wird und in bestimmten gar nicht. Ich vermute mal, dass das daran liegt, dass auch die Hebammen bzw. die Ärzte dafür eine Ausbildung brauchen und die z.T. vielleicht auch nicht haben? Die KH für die Aufbereitung nicht vorbereitet sind? Ich finde nicht auspulsieren lassen prinzipiell auch nicht schlimm. Wenn in meinem KH eine Hebamme auf mich zukommen würde und mir erklären würde, dass die Spende für Leukämie Patienten benötigt werden würde würde ich auch zustimmen. Ich werde mich aber nicht pro-aktiv verhalten und explizit nachfragen.
Die Info über Japan ist interessant. :) Würd mich auch interessieren was die so alles damit forschen. Ist ja eine riesige Stammzelldatenbank.

lg,
Solani

Letztendlich geht es dabei ums Geld. Wenn eine gewisse Anzahl an Geburten unterschritten wird bzw. es im Durchschnitt zu wenig Interessenten gibt, sind diese Krankenhäuser für die DKMS schlichtweg nicht lohnenswert bzw. der Kosten-Nutzen-Faktor ist nicht erfüllt. Vor der Geburt unserer Großen hat man bei der Infoveranstaltung noch ein Formular dazu mitbekommen, bei der Geburt selbst hieß es dann, dass das Krankenhaus nicht mehr zu den Spendern dazu gehört und nicht mehr gespendet werden kann.

LG Dream


  Re: Studien zu Stammzellblut?
   Solani
Status:
schrieb am 19.04.2017 14:00
Hallo Zimtstern,

ich finde nicht, dass du es dir einfach machst, du bist ja auch ausgezeichnet informiert.
Leukämie trifft ja sehr oft Kinder, deshalb macht die Stammzellenspende schon Sinn. Mit dem Einsatz zu Forschungszwecken in einem für mich ethisch vertretbaren Rahmen (der meiner Meinung nach in D gegeben ist) hätte ich prinzipiell auch kein Problem. Offensichtlich wird das Potential and möglichen Spendern noch nicht ausgeschöpft.


  Re: Studien zu Stammzellblut?
   Solani
Status:
schrieb am 19.04.2017 14:07
Hallo Dream,

danke für die Erklärung, das macht Sinn. Beim Blutspenden wollen sie mich auch nicht weil zu wenig aus mir rausgeht. Da lohnt sich das reinstechen nicht. *ohnmacht*

lg,
Solani


  Re: Studien zu Stammzellblut?
   Zimtstern 72
Status:
schrieb am 19.04.2017 14:32
hab grad eben gelesen, dass - anders als vor 4 Jahren - die infrage kommenden Entbindungskliniken gar keine Stammzellspende mehr anbieten (das kann man auf den Homepages der Stammzellblutbanken einsehen), insofern hat sich das für mich eh erledigt. Wie gesagt, wenn ich die Möglichkeit hätte, würde ich spenden.


  Re: Studien zu Stammzellblut?
   Quappie
Status:
schrieb am 19.04.2017 15:49
Vielen Dank für die rege Diskussion! Ich habe da noch ein paar Artikel gefunden als ich Japan bei google mit eingegeben habe, danke für den Tip! Keine Studien zwar, aber immerhin noch etwas Input.

[www.lr-online.de]

[www.sueddeutsche.de]

Meine Klinik steht auch nicht auf der Liste der Stammzellbanken die einlagern (nur für Spende), machen es aber trotzdem, ist wohl kein grosses Ding, man muss nur das Entnahmeset zur Geburt mitbringen und selber (Partner wohl...) wegschicken bzw abholen lassen.


  Re: Studien zu Stammzellblut?
   littlemeamy
Status:
schrieb am 19.04.2017 16:13
Interessanter Thread....

Dass man auch an die DKMS spenden kann, wusste ich noch nicht und hab gleich mal ein wenig nachgelesen. Meine Klinik ist aber auch nicht gelistet, sodass das eigentlich schon auch wieder vom Tisch ist.

Dafür hab ich dort den Link für ein Dokument mit Infos gefunden. Habs jetzt nicht ganz gelesen, aber vielleicht steht ja was genaueres drin: Nabelschnurblut


  Re: Studien zu Stammzellblut?
   Solani
Status:
schrieb am 19.04.2017 16:47
Ich find das Thema auch spannend und hab jetzt noch etwas nachgelesen. Die Preisunterschiede für die Einlagerung und die monatlichen Gebühren machen mich etwas stutzig. Abgesehen davon, dass einige Anbieter mit Zertifikaten und Genehmigungen werben die andere Anbieter offensichtlich nicht haben.
Und anscheinend verwenden amerikanische Ärzte Stammzellen bei neurologischen Schäden bei Kleinkindern. Es steht aber nichts davon, dass das in Deutschland schon mal gemacht worden wäre bzw. es gibt auch keine Studien über die Wirksamkeit der Behandlung. Damit wird aber geworben und natürlich mit der Möglichkeit der Verwendung in der Zukunft. Und die Nabelschnur kann man auch einfrieren, zwecks Gewebe. Wenn schon denn schon, oder? Nabelschnurblut und Nabelschnur? Gentest für das Risiko div. Krankheiten und Unverträglichkeiten kann man auch gleich machen lassen.
Ist mir jedenfalls alles viel zu vage um hierfür Geld zu investieren. Lieber etwas besser versichert denk ich mir. Die Absicherung ist nämlich nicht billig und ich würde wenn ich Geld dafür investieren wollte sicher nicht den billigsten Anbieter nehmen. Weil wär ja schön blöd wenn die Firma in 40 Jahren wenn das Kind die Stammzellen brauchen könnte insolvent wäre und alles aufgetaut ...


  Re: Studien zu Stammzellblut?
   Zimtstern 72
Status:
schrieb am 19.04.2017 17:25
Hallo nochmal, die Verwendung bei kleinkindern wäre dann aber ein Grund mehr fürs Spenden, wenn man nicht privat einlagern will.

Die Uniklinik Erlangen zumindest behauptet, dass sie bis 15 Jahre nach der Spende den Spender nachvollziehen können, oder umgekehrt, wenn du es brauchst, bis 15 Jahre nach der Spende dein eingelagertes Blut (bzw. das deines Kindes) ausfindig gemacht werden kann.


  Re: Studien zu Stammzellblut?
no avatar    Majoni
Status:
schrieb am 19.04.2017 17:34
Schau mal hier: dock check

Fand ich schon mal für die ersten Gedanken ganz gut. Voralpen es wird pro und contra da gestellt.

Aber letztendlich ist es eure Entscheidung. Wir haben 2014 auch eingelagert, jetzt bin ich auch am überlegen.

Majoni




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