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  Re: Stillen ist auch für die Mütter gesund :)
no avatar    Lina+3
Status:
schrieb am 15.03.2017 14:42
Von mir auch eine Stimme fürs Stillen. Mein Gewicht war Ruckzuck wieder da, es ist nachgewiesen, dass das Brutkrebsrisiko deutlich sinkt und nichts ist so gut an die wechselnden Bedürfnisse des Kindes angepaßt wie Muttermilch. Da kommt einfach nichts künstlich hergestelltes mit.

Ja, es ist Arbeit. Ja, es verlangt Wille und Einsatz. Ja, Mutter und Kind müssen es lernen. Aber es geht: Meine Kinder waren alle KS-Kinder, Frühgeburten (32+1 mit 5 Wochen Krankenhausaufenthalt und ich hatte frühgeborene Zwillinge nach KS, die ich auch voll gestillt habe. Ich habe alle Kinder lange gestillt - ja, auch die Zwillinge und habe es jedes Mal sehr genossen.

Für mich war es auch psychisch wichtig, meine Kinder stillen zu können. Nachdem ich nicht in der Lage gewesen war, meine Kinder natürlich zu empfangen, nicht in der Lage gewesen war, sie auszutragen und auch nicht in der Lage gewesen war, sie normal zu gebären war ich sehr stolz darauf, sie wenigstens voll und lange stillen zu können. Wenigstens einmal, wo mich mein Körper nicht im Stich gelassen hat. Auch das kann ein Aspekt sein.

LG


  Re: Stillen ist auch für die Mütter gesund :)
   Kala1005
Status:
schrieb am 15.03.2017 21:53
Zitat
Jadestern
Trotzdem sollte einem eines klar sein, so einfach und entspannt und natürlich wie alle einem immer weiß machen wollen, ist das Stillen nicht. Es gehört Erfahrung und Arbeit dazu eine schöne und entspannte Stillbeziehung zum Kind auf zu bauen. Oft klappt es nicht ohne kompetente Hilfe....vor allem in den ersten Wochen!

Ich habe es erst beim 2. Kind geschafft eine gute Stillbeziehung zu haben und habe beim ersten sehr mit mir gehadert, weil es nicht klappen wollte. Vor allem nicht so einfach und natürlich wie überall "beworben". Das kann schon ganz schön Druck aufbauen....



*unterschreib*

Und bei manchen klappt es trotz viel Wollens, Dranbleibens, Ratholens, zig Stillberatungen und Anlegehilfe, erduldeten Schmerzen und unendlich vielen Tränen (weil es eben nicht so sein kann wie man sich das vorgestellt hat) nicht. Und man macht sich Vorwürfe und Sorgen, weil man sein Kind eben nicht optimal ernährt, so, wie es überall empfohlen und geraten wird. Und man bekommt ein schlechtes Gewissen, sobald man sagt man stillt nicht und muss sich immer vor anderen Leuten erklären, warum man nicht stillt, weil das dann direkt gefragt wird. Und man fragt sich selber, ob man sogar für so eine Sache, die das natürlichste auf der Welt ist, zu blöd ist... Ich hätte liebend gern mein Brustkrebs- und Diabetesrisiko durch ein Jahr Stillen gesenkt und meine SS-Kilos so und nicht mit Sport verloren, aber es kam eben ganz anders...


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 15.03.17 22:17 von Kala1005.


  Re: Stillen ist auch für die Mütter gesund :)
   evala
Status:
schrieb am 15.03.2017 22:22
Also ich bin auch fürs stillen.
Aber es ist in der Tat nicht immer leicht und mit viel Wille verbunden.
Ich habe einen wunderbaren Sohn der allerdings unter einen schweren Darmerkrankung leidet.
Dies wurde aber erst nach 4 Monaten erkannt. Allerdings war er schon die ersten 7tage auf der Intensivstation weil er nicht Stuhlen konnte.
In der Zeit hab ich tapfer gepumpt alle 3 Stunden.
In den ersten Monaten war alles die Hölle er hat nur geweint viel gebrochen wenig getrunken. Ich hab durchgehalten auch wenn jedes stillen nervenaufreibend war.
Dann die op mit Anlage des stomas und wieder Pumpen.
Seither klappt das stillen gut. Wenn auch ich immer wieder Angst hab er trinkt zu wenig. Auf die Füllstandsanzeige an der Brust warte ich noch...
Nun ist er fast 10 Monate und wird immer noch voll gestillt da er nix essen mag und das ist bei seiner Erkrankung auch ok so.

Früher dachte ich immer stillen kann doch jeder. Nun weiß ich dass es harte Arbeit sein kann und zieh vor jeder Mama den Hut die stillt und verstehe auch jede die aufgibt.

PS
Ich hab trotz Stress wegen der Erkrankung und stillen zugenommen 🙈


  Re: Stillen ist auch für die Mütter gesund :)
   stubbornstar
schrieb am 15.03.2017 23:47
Man kann aber auch Glück haben und es läuft ganz unverdient und ohne Hilfe gut. Ich denke, es liegt auch am Baby und wie gerne es an der Brust trinkt. Ein Baby, welches gerne isst und selber hartnäckig ist, ist die halbe Miete. Ich habe zig Probleme erwartet und bisher (7Wochen nun) gab es nur das Problem, dass die Brüste sich erst an den Job, Milch zu produzieren (und die Kauleiste des Babys zu tolerieren...) gewöhnen müssen. Wenn man alle zwei Stunden einen Großverbraucher stillt, dann schmerzt es einige Wochen öfter, als angenehm ist. Wenn die Menge so groß ist, dass sie kurz vorm überlaufen sind, fühlen sich die Brüste kurzzeitig wie bei diesem fiesen Kinderspiel "tausend Stecknadeln" an.

Und von so blöden Fehlern, wie die Menge aus Versehen durch zu starkes abpumpen schmerzhaft zu steigern (und zwei Tage lang genug Milch für ein ganzes Waisenhaus zu produzieren) mal abgesehen.

Stillen ist schön aber auch oft verdammt lustig. Allein die verschiedenen Stimmungen des Babies und die dazu passenden Gesichtsausdrücke sind jeden Schmerz wert. Von gelangweilt, genervt (Schluckauf) oder frustriert (zu großer Milchdruck und müde) über genießend bis kampfeslustig (zu großer Milchdruck und wach) und konzentriert ist alles dabei. Und die Hände bewegen sich passend dazu.


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  Re: Stillen ist auch für die Mütter gesund :)
   lilimarleen
Status:
schrieb am 21.03.2017 15:46
Muss mich (leider) mal Kala und Jadestern anschliessen.

Es ist fantastisch wenn es klappt, aber es kann einen auch unendlich frustrieren und traurig machen, wenn nicht.
Und ich finde es falsch, wenn überall behauptet wird, man müsse nur genügend Willen/Disziplin aufbringen und/oder die richtige Beratung haben. Da habe ich zahlreiche andere Geschichten gehört, und meine ist eine davon:

Ich habe in einer stillfreundlichen Klinik entbunden und der Mops wurde auch noch im Kreißsaal angelegt, bzw. bekam viel Zeit zum Brust suchen, Kuscheln und Saugen. Aber er war furchtbar müde, kam 3 Wochen zu früh und die Geburt war wohl auch ein wenig zu schnell und hastig (für ihn und mich). Die ersten Tage hat er quasi verschlafen. Ich hielt mich trotzdem an den Rat der Schwestern: Anlegen, Anlegen, Anlegen… Zwar hab ich den Fehler gemacht, ihn eher zu lange und dafür zu selten anzulegen (aua!), aber bereits am zweiten Tag kam Blut, das Kind nahm immer weiter ab und als die 10% vom Geburtsgewicht erreicht waren mussten wir zufüttern. Haben alles versucht, um ihm künstliche Sauger zu ersparen: Spritze, Becher, Brusternährungsset. Riesensauerei mit wenig Erfolg. Der Milcheinschuss ließ auch auf sich warten, am vierten Tag wurden wir entlassen, aber ich hatte immer noch keine Milch. Dafür immer wieder Blut und am 5. Tag einen Nervenzusammenbruch. Ob es das war, die Hitze im letzten Sommer oder einfach das verzweifelte Saugen ohne Erfolg - mit gerade einmal 6 Tagen wurde mein Kind in meinen Armen ohnmächtig und musste in die Kinderklinik.Eine Woche hat man ihn dort auf den Kopf gestellt, Ursachen für die Ohnmacht gesucht, keine wirklich gefunden. Ich habe immer gesagt, dass er sich wahrscheinlich an der Brust verausgabt habe, dass ich Hilfe beim Stillen brauche, die Ärzte glaubten mir nicht. Sicher war irgendwann nur, dass er das Atmen und Saugen noch nicht so gut koordinieren konnte und deshalb in der Sauerstoffsättigung immer wieder abfiel. Da hieß es dann also pumpen+Fläschchen. Mein Milcheinschuss kam auch erst nach 7 (!) Tagen - da hat mich niemand drauf vorbereitet, dass es so lange dauern kann. Dass es so weh tut. Dass es soooo viel Zeit und Kraft kostet. Es war die Hölle! Ich habe mir solche Vorwürfe gemacht, bin in eine ganz fiese Wochenbettdepression gerutscht an der ich heute noch zu knabbern habe,
Ich habe mich durchgebissen - wie durch so Vieles zuvor. Aber trotz Hilfe von Hebamme, Frauenärztin und Stillberaterin (LLL) sind wir nie über die 50/50 rausgekommen - heißt, ich musste immer Zufüttern. Mein Kind schlief recht früh durch, ich bin nachts 3x aufgestanden um zu pumpen, damit die Milch nicht weniger wird. Auf jeder blöden Packung Milchpulver steht mindestens 3x drauf "Stillen ist das Beste für Ihr Baby". Jedes mal bin ich daran fast verzweifelt, ich habe mich gefühlt, als würde ich mein Kind misshandeln. An Rollstuhlrampen schreibt ja auch keiner "Sie wissen schon, das Treppensteigen gesünder ist…!?", oder? *rollstuhl*

Ich stille jetzt seit 7 Monaten teil. Seit er Brei isst brauchen wir kaum noch Fläschchen, ich pumpe Nachts nur noch 0-1x ab und bin ganz langsam mit der Situation versöhnt. Ich hätte es nicht verkraftet, am Stillen zu "scheitern". Wie doof eigentlich. Denn manchmal denke ich, es wäre für mich und vor allem den kleinen Schatz viel, viel entspannter gewesen, wenn ich einfach gelassen geblieben wäre und abgestillt hätte. Zumal einige Argumente pro-Stillen einfach irgendwie komisch scheinen. Ich kenne viele gestillte Menschen mit Allergien und Asthma, viele ungestillte ohne. Ich habe drei Frauen mit Brustkrebs im Bekanntenkreis, alle drei haben gestillt. Nestschutz kommt hauptsächlich aus der Plazenta, auch ungestillte Kinder können kerngesund sein. In Frankreich gibt es viel weniger übergewichtige Kinder - und die Mütter da gehen in den allermeisten Fällen nach 8 Wochen wieder arbeiten. Und intelligenter sind gestillte Kinder nur dann, wenn man in der Statistik den sozialen Status der Eltern nicht mit einbezieht ("Bildungsferne Schichten" stillen wohl seltener, der Wert kommt also eher durch den familiären Background zustande).

Das soll jetzt aber keine Anti-Still-Kampagne sein. Ich möchte nur sagen: Stillen ist sicher toll und gesund. Aber das Wichtigste fürs Baby ist eine entspannte, glückliche Mama. Und Ihr seid NICHT SCHULD, wenn es nicht klappt. Es ist sinnvoll, sich schon in der Schwangerschaft Tipps und Beratung zu holen. Es ist viel Arbeit und läuft bei den wenigsten einfach "nur so". Gehört Ihr zu den Glücklichen, dann freut Euch und verurteilt die Fläschchen-Mamis nicht. Der Stilldruck in der Gesellschaft ist hoch, und ich habe mich ihm und meinen eigenen Idealen so sehr unterworfen, dass es am Ende viel Stress und Schmerz bedeutet hat.

Jetzt tatscht der Mops fröhlich nach dem Laptop, er ist ein tolles, unkompliziertes Baby das viel lacht, gute Laune versprüht und seit dem 2. Monat stabil auf der 75. Perzentile vor sich hinwächst und gedeiht. Aber die allererste, sensible Zeit war sehr hart für uns. Ich hätte sie gern mehr genossen, denn sie kommt nie wieder. Bringt euch nicht um diese einmalige Erfahrung, weil ihr irgendwelchen Idealen hinterher rennt. Ihr werdet tolle Mamas sein, egal, ob das Stillen klappt oder nicht!

Alles Liebe, Lili


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 21.03.17 16:18 von lilimarleen.


  Re: Stillen ist auch für die Mütter gesund :)
   JuliaLi
schrieb am 21.03.2017 16:28
Hey, wow, das ist wirklich ein informativer Thread..

@lilimarleen
Das ist eine ergreifende Story und ich ziehe den Hut vor dir, dass du dich so durchgebissen hast und immer das beste für dein Baby wolltest. Ich kann mir gut vorstellen, dass man in solch einer Situation schnell kurz vor der Depression steht. Und dein letzter Satz, der ist wirklich ganz goldig. Hab vielen Dank für das teilen deiner Geschichte *maedchen*


  Re: Stillen ist auch für die Mütter gesund :)
no avatar    Einoede
schrieb am 21.03.2017 20:11
Ich finde es wirklich interessant, wie emotional dieses Thema ist.

Ich wurde immer recht schnell schwanger, hatte aber 2 Fehlgeburten. Beim dritten Mal hat es jetzt endlich geklappt, die Schwangerschaft war allerdings auch nicht ganz langweilig.

Unsere Geburt war dafür wirklich schön und auch danach lief es unter den gegebenen Umständen super. Trotz SGA 2,1 kg und 45 cm an 37+1 und Trinkschwäche haben wir es mit Abpumpen und Stillhütchen gut hinbekommen. Das Stillhütchen hat mich anfangs sehr gestört, hat sich für mich auch nach einem kleinen Versagen angefühlt. Mit viiiel Geduld haben wir es irgendwann auch ohne geschafft und von da an war es mir echt egal, da ich nicht mehr darauf angewiesen war. Ich hab das Gute Ding also weiterhin benutzt und falls ich es doch mal vergessen hatte wars auch egal.
Ich war von Anfang an eine sehr ausgeglichene, entspannte und auch selbstbewusste Mama. Ich vertraue da voll auf meinen Instinkt.

Die FG's haben mir damals zugesetzt, man hat das Gefühl der eigene Körper bekommt es nicht hin...die Angst, dass es vielleicht nie klappt.

Mich persönlich hat die schöne Geburt und auch das Stillen mit meinem Körper versöhnt, deshalb kann ich wirklich nachvollziehen, dass es einen besonders dann trifft, wenn man bereits, ich nenn es mal "Rückschläge", einstecken musste.

Ich bin für das Stillen und genieße diese innige Zeit mit der Kleinen. Ich kann aber nur unterschreiben das eine entspannte und selbstsichere Mama natürlich an erster Stelle steht. Wenn es nicht klappt, dann bekommt man sein Baby auch mit Fläschchen groß.




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