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  Erfahrungsbericht: 1. IVF-Versuch, Überstimulation, Punktion
   couch potato
schrieb am 14.07.2017 12:56
Liebe Mädls,

ich bin mitten in meinem ersten IVF-Versuch und möchte meine bisherigen Erfahrungen mit euch teilen - vielleicht hilft es ja der einen oder anderen. Ich bin 37 Jahre alt, aus Österreich und nach 5 Jahren des erfolglosen Versuchens (Stimulation zuerst mit Tabletten, Puregon, Eisprung-Auslösen...) habe ich im Mai 2017 nach langem Zögern meine erste IVF gewagt. Es gibt keine wirkliche Ursache für unsere Kinderlosigkeit (Spermiogramm nicht berühmt, aber noch durchschnittlich, bei mir auch alles OK außer zu hohes Prolaktin...). Ich hatte IVF für mich eigentlich zuerst ausgeschlossen, aber im Laufe der Zeit denkt man um - es ist die letzte Möglichkeit für uns, da Adoption, Leihmutterschaft oder Eizellspende nicht in Frage kommen. IVF macht Hoffnung und Angst gleichzeitig - Hoffnung doch noch schwanger zu werden, Angst ein endgültiges NEIN zu bekommen, da dann medizinisch alles ausgeschöpft ist .... aber lieber Gewissheit, bevor man sich dann mit 40+ Vorwürfe macht, nicht alles probiert zu haben......

Vor der Behandlung würde ich jeder Frau raten, sich einen IVF-erfahrenen und emphatischen Frauenarzt als Begleitung zu suchen. Ich glaube, die meisten KIWU-Kliniken arbeiten sehr "zielorientiert" und manchmal habe ich das Gefühl, Emotionen sollen gar nicht aufkommen, es zählt nur das Ergebnis. Aber die gesamte Behandlung ist einfach was andres wie eine Blinddarm-OP, man hat dieses Wechselbad der Gefühle und mein Frauenarzt konnte mir viel mehr Hintergrundinfo geben und damit Ängste nehmen.....und zweitens würde eine IVF-Behandlung nur starten, wenn man körperlich fit ist (zB um eine Überstimulation gut zu bewältigen, dazu später).

Ich habe im Juni 2017 mit dem Langen Protokoll stimuliert (Decapeptyl, Meriofert). Mein Freund hat die absolute Spritzenphobie und auch in meinem Bekanntenkreis hätte mir niemand die Spritzen setzen können, ich war also auf mich allein gestellt. Ich bin vor der Stimulation noch einmal zu meinem Frauenarzt, um mir Tipps dazu zu holen. Decapeptyl wird in die Bauchhaut gespritzt mit dünnen, feinen Nadeln - geht wirklich gut, nur das 1. Mal eine Überwindung, am besten schnell "zustechen" ;-). Meriofert und auch später die Auslösespritze musste laut meiner KIWU-Klinik in den Gesäßmuskel gespritzt werden (obwohl laut Beipackzettl auch subkutan möglich) und mir wurden dazu die "grüne" Nadeln mitgegeben. Mein Frauenarzt war leicht entsetzt und hat mir sofort gesagt, dass er mir andere Nadeln gibt ("graue" Nadeln, nur 20 mm tief). Mit diesen hat es ganz wunderbar funktioniert - seitlich in den Gesäßmuskel und möglichst tief einführen - die Nadel ist kaum zu spüren, ich konnte jeden Tag circa an der gleichen Stelle spritzen, das Gewebe wurde nie empfindlich. Auch habe ich nie die gesamte empfohlenen Ampullenflüssigkeit genommen - es geht auch mit weniger. Und von wegen dass es dann nicht wirkt - ich hatte trotzdem eine Überstimulation! Ich bin kein Mediziner, möchte einfach diese Alternativen aufzeigen, falls es nicht klappt - gerade wenn man sich selber spritzen muss!

Es kam bei mir dann zu einer Überstimulation, zur Vorgeschichte: Noch vor der Stimulation fragte ich in der KIWU-Klinik nach, ob in den ersten 7 Tagen wirklich kein Ultraschall notwendig ist. Nein, da tut sich noch nichts, hieß es. Von wegen - am 7. Tag war bei mir schon eine starke Überstimulation vor allem am rechten Eierstock eingetreten (Freitag). 3 Tage später (Montag) wieder Ultraschall - im rechten Eierstock waren 25 Eibläschen (Eierstock 7 cm groß), am linken so um die 5-6 Eibläschen. Die wenig einfühlsame Ärztin sagte nur: Leider Überstimulation, da kann man jetzt eh nicht mehr viel machen, sie kann mir nicht sagen, wie die Überstimulation verlaufen wird, Embryotransfer frühestens in 2 Monaten, da zu riskant, wir sehen uns wieder wenn es Ihnen wieder gut geht. Da war ich natürlich komplett geschockt......ich war kurz davor alles abzubrechen - was aber im nachhinein gesehen wirklich die falsche Entscheidung gewesen wäre - die Überstimulation hat man so oder so.......Ich habe am dem Tag sofort meinen Frauenarzt angerufen und um eine zusätzliche Untersuchung gebeten, die er dann am Dienstag gemacht hat: Ja ein stark vergrößerter Eierstock, aber er habe auch schon größere gesehen und es ist kein so ungewöhnlicher Befund und kommt vor. Keine Bauchschmerzen und wichtig: kein Wasser im Bauch sichtbar, was ein gutes Zeichen ist. Auf keinen Fall abbrechen, es wäre schade um die Eizellen, wer weiß ob ich im nächsten Zyklus wieder so gut reagiere. Hätte mir die Ärztin in der KIWU-Klinik diese zwei Sätze gesagt, hätte ich keinen Gedanken an einen Abbruch verschwendet...

OK, trotz ungutem Gefühl setzte ich mir noch 2 Stimulationsspritzen, am Mittwoch dann die Auslösespritze, am Freitag war die Punktion. Bereits 2 Tage vor der Punktion fing ich mit Pravedil-Tabletten an (glaube, die verhindern das Wasser-Einlagern nach der Punktion), nach der Punktion dann mit Lovenox-Spritzen. Obwohl ich großen Respekt hatte vor der Punktion (hatte noch nie eine Narkose und schob Panik), war das der unkomplizierteste Teil der Prozedur. Kurz in Vollnarkose, es wurden 29 Eizellen punktiert (bei der Eizell-Menge würde ich das immer nur unter Narkose machen!! Andere Kliniken machen das zT sogar ohne Narkose oder mit Schlafmitteln, aber bei der Menge von Eizellen niemals ohne!!!). Am Tag der Punktion ging es mir recht gut, vor allem der rechte Eierstock hatte dann schon geschmerzt - laut KIWU-Klinik hat er in den Tagen vor der Punktion auch nochmal einen richtigen Schub gemacht, war dann noch größer als 7 cm. Von den 29 EZ ließen sich 16 befruchten, 9 haben sich weiterentwickelt und eingefroren werden konnten schlussendlich 6 - wir sind glücklich mit dem Ergebnis. Wobei die Menge der gewonnen Eizellen nichts über die Qualität aussagt - das ist in jedem Fall anders, auch mit wesentlich weniger, superqualitativen Eizellen kann man zB zu diesem Ergebnis kommen. Aber je mehr Eizellen, desto mehr Auswahl.

Am Abend finden dann die Überstimulations-Symptome an - Bauchschmerzen, Unwohl-Sein - so wie wenn jemand einen großen Luftballon in meinem Bauch aufgeblasen hatte. Es war aber halb so schlimm, ich hatte weder Atembeschwerden noch Kreislaufprobleme. GANZ WICHTIG: Viel trinken (3-4 Liter), sehr viel Eiweiss zu sich nehmen (Eiweiss-Shakes!, Fleisch, Fisch), körperliche Schonung!!, kalte Tücher auf den Bauch, Medikamente regelmässig nehmen (Pravedil (kann übrigens oral und vaginal genommen werden), Lovenox-Spritzen, in meinem Fall beides für 10 Tage). Ich würde jeder raten, sich bei Überstimulation eine Woche nach der Punktion freizunehmen - vor allem wer wie ich eine körperliche Arbeit hat. Habe mich absolut geschont und so war die Zeit gut zu bewältigen, die Schmerzen habe ich mit Dismenol gut in den Griff bekommen. Nach 7 Tagen gings mir wesentlich besser, nach 10 Tagen war ich wieder die alte, und dann setzte eh bald einmal die Mens ein.

So das ist aktueller Stand der Dinge - so ca. 2 - 2,5 Wochen nach Einsetzen der Regel wird ein Kontrollultraschall gemacht, ob der Eierstock wieder normal groß ist, Schleimhaut passt etc. Falls alles gut ist, dann wird mit der nächsten Regel die Schleimhaut aufgebaut und der 1. Transfer gewagt - wird wohl im August oder September sein, wahrscheinlich lasse ich mir 2 transferieren.

Momentan genieße ich einfach das Leben - ohne tägliches Spritzen, gehe wieder viel aus, gönne mir wieder das eine oder andere Gläschen mehr ;-)))) und warte einfach, was nun auf mich zukommt..... Der Bericht wurde jetzt doch recht lange, aber manche Infos finde ich einfach so wichtig, dass man sie teilen muss.....

lg Euer Couch Potato (nicht nur bei Überstimulation ;-)))))


  Re: Erfahrungsbericht: 1. IVF-Versuch, Überstimulation, Punktion
   Danica
schrieb am 16.07.2017 14:12
Hallo, heute unangemeldet, da im Urlaub... und ich weiß mein Passwort nicht.
Du Arme,
ich drücke dir die Daumen, dass du bald aus anderen Gründen einen dicken Bauch hast.
LG




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