Die Kinderwunsch-Seite
Home Theorie News Zentren Bücher Interaktiv FAQ Links Forum


Persönliches
Willkommen!
Gast
Benutzername:

Passwort:


amicella Network
 
Forum Funktionen
 
 

Interaktives
 
Service
 
  Kinderwunschbehandlung bei Untergewicht
   Wolkenmusik
schrieb am 19.04.2017 21:55
Liebes Kinderwunsch-Team, Liebe User,

ich habe hier schon viel über das Thema gelesen, bin mir auch bewusst, dass ich mit berechtigten Bedenken rechnen muss, wenn ich meine Frage stelle. Ich riskiere es dennoch:

Mein Freund und ich wünschen uns seit ca. 2 Jahren ein Kind. Auf Grund meines Untergewichts (vermutlich ist das die Ursache) habe ich jedoch leider überhaupt keinen Zyklus ohne hormonelle Behandlung. Das Thema Gewicht ist bei mir ein bisschen schwierig, denn ich habe seit über 10 Jahren eine atypische Essstörung, bin aber seit mehreren Jahren mit therapeutischer Unterstützung aktiv dabei, etwas zu ändern. Es dauert nur leidert ewig lang und mit meinen 33 Jahren werde ich ja leider nicht jünger.

Deshalb haben mein Freund und ich uns entschlossen, nun nicht weiter zu warten, bis ich endlich genug Gewicht habe, um einen eigenen Zyklus zu bekommen (es ist ja eh fraglich, ob und wenn ja der sich bei Normalgewicht wieder einstellt), sondern mit einer Kinderwunschbehandlung zu beginnen.

Nach einigen Absagen haben wir nun erfreulicherweise ein Kinderwunschzentrum gefunden, das mich trotz meines Untergewichts behandelt. Auch hier zunächst die Bedenken, ob überhaupt mit Menogon eine gute Follikelreifung bei mir möglich ist. Wir haben es ausprobiert und siehe da: Es sah richtig gut aus!

Da das Spermiogramm meines Freundes leider auch nur mäßig ist (gerade an der Grenze der WHO-Werte, eher ein bisschen schlechter) wollten wir 2 mal GV nach Plan probieren und dann im nächsten Schritt ggf. auf Insemination umsteigen. Stimuliert wurde bei mir mit täglich einer Ampulle Menogon über 12 Tage.

Beide Zyklen waren tolle Eizellen mit tollen Östrogen- und Progesteronwerten da: Im ersten Zyklus waren es 2 reife Eizellen (eine mit 18 mm und eine mit 21 mm) und beim zweiten GV-nach-Plan-Zyklus 1 reife Eizelle mit 19 mm.
Östrogenwerte beim Auslösen waren bei ca. 900 und 700, Progesteron am 21. Zyklustag jeweils bei ca. 50. Insofern sah also alles gut aus. Lediglich die Schleimhaut war trotz Progynova-Einnahme ziemlich mau. Beim ersten Mal nur magere 4 mm, beim zweiten Zyklus immerhin 6 mm. Und der LH-Wert war bei der Stimulation ziemlich im Keller, meist um 0,2 oder 0,4... Der Arzt meinte zu dem Zeitpunkt jedoch, dass der LH-Wert nun nicht mehr relevant sei, da die Eizellen gut gewachsen seien und wir ja mit HCG auslösen.

Wie auch immer: Trotz dieser guten Bedingungen (abgesehen von der Schleimhaut) hat es leider in beiden Zyklen nicht geklappt.

Der Arzt meinte im letzten Gespräch, dass trotz der zunächst vielversprechenden Stimulation, offenbar mein Gewicht der Hauptgrund wäre, warum es nicht geklappt hat.

Ich bin nun ziemlich ambivalent, ob er Recht hat, oder ob er evtl. selbst ebenfalls enttäuscht war und deshalb mein Gewicht als Hauptursache sieht. Immerhin meinte er während der Behandlung noch, dass jetzt - da die Eizellen gut gewachsen seien und gute Werte hätten - dass mein Gewicht, LH-Wert usw. keine große Rolle mehr für die Befruchtung spielen würden.

Liebes Kinderwunsch-Team, mich würde brennend Ihre Erfahrung interessieren. Ist das Gewicht NACH erfolgreicher Stimulation wirklich noch immer ursächlich für die ausbleibende Befruchtung? Oder könnte es nicht genauso gut das mäßige Spermiogramm meines Mannes, Problem mit der Verträglichkeit Zervixschleim/Spermien, usw. - also diverse andere Faktoren ursächlich sein?

Ich fühle mich ein bisschen auf das Gewicht festgenagelt und so, als wenn ich der einzige Grund bin, weshalb es nicht klappt. In dem Fall würde eine weitere Behandlung ja überhaupt keinen Sinn machen, bis ich - irgendwann in den nächsten 10 Jahren - dann evtl. doch mal Normalgewicht habe.

Lohnt sich dennoch eine Insemination? Oder würden Sie wirklich erstmal warten, bis das Gewicht deutlich weiter oben ist?

Über eine Antwort würde ich mich riesig freuen!


  Re: Kinderwunschbehandlung bei Untergewicht
   Xolummar
Status:
schrieb am 19.04.2017 22:35
Hallo Wolkenmusik,
ich habe nach durch eine schwere Anorexie in der Jugend eine Hypophyseninsuffizienz davon getragen,d.h .ohne Stimulation keinerlei Zyklus u kein Eisprung.Diese Störung ist ganz häufig bei Frauen mit Essstörung.
Auch ich wurde anfangs mit Menogon behandelt u sprach super auf die Stimulation an,wurde aber nicht schwanger.Wir sind dann auf die Hormonpumpe Lutre Pulse gewechselt,die bei Frauen mit diesem Störungsbild Mittel der ersten Wahl ist.Im dritten Zyklus hat es bei uns dann geklappt u unser Wunder ist nun 7 Monate alt:))).Wir sind diese Woche erneut mit der Hormonpumpe fürs Geschwisterchen gestartet.Ich wog zu Beginn der Behandlung auch um die 48kg ,esse jedoch seit Jahren normal u bin auch nicht mehr in Behandlung.
Dennoch versuche ich,Gewicht zuzulegen,auch wenn mir mein Kiwudoc erst letzte Woche gesagt hat,dass sich meine Störung dadurch nicht mehr regulieren wird.
Bei Fragen kannst du mir gerne auch per PN schreiben.

LG und alles Gute

Xolummar


  Re: Kinderwunschbehandlung bei Untergewicht
   Wolkenmusik
schrieb am 20.04.2017 10:32
Liebe Xolummar,

ganz vielen Dank für deine Antwort! Es tut gut, nicht alleine zu sein mit dem Problem! Und herzlichen Glückwunsch zu eurem Wunder! Wie toll, dass es dann doch geklappt hat! Das klingt ja wirklich sehr ähnlich, wie bei mir. Hm, an die Hormonpumpe hat mein Arzt auch erst gedacht. Dann hat er sich mit seinem Pharmareferenten besprochen und der meinte, dass die Pumpe total teuer ist und die Ergebnisse damit dennoch nicht besser - daraufhin wollte der Arzt keinen Versuch mehr damit starten. Offenbar kann die Pumpe aber wohl doch mehr, als der Pharmareferent vermutete. Vielleicht kann ich ihn ja noch überzeugen.

Darf ich fragen, wie groß du bist? Also als groben Anhaltspunkt, wie dein BMI war, als ihr die Behandlung gestartet habt? Vielleicht macht es mir ja Mut, dass es trotz allem nicht unmöglich ist, auch jetzt schon mit der Behandlung fortzufahren.

Ganz liebe Grüße,
Wolkenmusik


  Re: Kinderwunschbehandlung bei Untergewicht
no avatar    Krabbenmama
Status:
schrieb am 20.04.2017 11:37
Ich denke, da kommt es auch tatsächlich darauf an, wie genau deine Essstörung sich auswirkt. Erbrichst du viel, hast also möglicherweise einen total gestörten Elektrolytehaushalt, hungerst du und bist chronisch mit Nährstoffen unterversorgt, oder isst du normal, machst aber extrem viel Sport? Bei mir war es z.b. letzteres. Ich durfte damals mit einem BMI von knapp 17 starten, wurde mehrfach schwanger, hatte aber ständig Fehlgeburten. Ob mein gestörtes Immunsystem (das man später u.a. dafür verantwortlich machen konnte), eine Folge meiner Essstörung war, weiß keiner. Die ESS hab ich seit einigen Jahren hinter mir gelassen, das verkorkste IS begleitet mich noch heute. Grundsätzlich kann man auch mit einer ESS erfolgreich sein und schwanger bleiben, aber man muss sich den Einzelfall wohl genau anschauen. Mangelerscheinungen irgendwelcher Art müsstest du natürlich z.B. ganz konsequent beheben, Eisenwerte, D3, B-Vitamine, das sollte alles schön in die Normmitte oder höher kommen. Und du darfst deinem Körper natürlich nicht ständig signalisieren, dass er ums Überleben kämpfen muss, ansonsten wird er eine Einnistung schlicht aus Selbstschutz nicht möglich machen.

Wie ist es denn für dich, wenn du dir vorstellst, schwanger zu sein und dann 20 oder mehr kg zuzunehmen? Bei UG vor der Schwangerschaft ist das ein recht wahrscheinliches Szenario.


  Werbung
  Re: Kinderwunschbehandlung bei Untergewicht
   Wolkenmusik
schrieb am 20.04.2017 15:26
Liebe Krabbenmama,

ganz lieben Dank für deine Antwort! Deine Geschichte klingt ja auch ziemlich belastend. Immer wieder Fehlgeburten? Du Arme! Ja, die Folgen einer ES können schon echt gravierend sein...

Mein Problem ist auf jeden Fall das geringe Gewicht. Ich erbreche nicht, habe ich auch noch nie, also keine Elektrolytstörung o.ä. ich treibe auch keinen Sport (bin eher ziemlich faul und gemütlich ;-)), sondern esse einfach "nur" zu wenig. Laut Blutwerten habe ich erstaunlicherweise keine Mangelerscheinungen. Nur die Schilddrüsenwerte waren ein bisschen zu hoch, wurden jetzt aber mit Thyroxin eingestellt. Ich vermute, dass mein Körper seinen Nährstoffbedarf im Laufe der Jahre adaptiert hat. So passt es wohl, aber halt keine Reserven für Reproduktion oder so.

Eine Gewichtszunahme durch eine Schwangerschaft mit 20 Kilogramm plus kann ich mir eigentlich schon ganz gut vorstellen. ich wüsste ja WOFÜR ich es mache und da wäre mein Körper mir relativ egal. Nur fällt es mir schwer mit der vagen Aussicht "vielleicht bekomme ich in iiiiirgendwann, wenn ich irrrrgendwann mal eine bestimmte zeitlang Normalgewicht habe meine Periode wieder und werde dann vielleicht iiirgendwann schwanger" absolut schwer, meine Ernährung umzustellen. Ich bin totaler Pessimist und die Ernährungs-Umstellung auf ein Ziel in absoluter und ungreifbarer Ferne (wer weiß, ob es dadurch überhaupt klappt), will mir einfach nicht gelingen. Ich wünschte, ich wäre einfach so "plopp" schwanger und bin mir sicher, dass ich für mein Würmchen dann auch kein Problem hätte, alles umzustellen. Sicher wäre alles ungewohnt und fremd - aber wie gesagt: Ich wüsste ja, wofür ich es tue.

Tja, aber leider sind solche Traumvorstellungen ja unrealistisch. Keine Ahnung, ich weiß halt einfach nicht, ob eine Behandlung jetzt noch lohnt oder doch erst in weiter Ferne, wenn ich zugenommen habe?! Ich gebe zu, dass ich inzwischen ein bisschen mutlos geworden bin.

Ganz lieben Dank dir für deine Antwort, Krabbenmama!


  Re: Kinderwunschbehandlung bei Untergewicht
   pebbles30
schrieb am 20.04.2017 16:06
meine ExSchwägerin war schon immer untergewichtig, genau wie ihre Mutter und ihre Schwester. auch ihr Vater war sehr schlank.

War meine Schwägerin krank, wurde sie ständig gefragt ob sie magersüchtig ist, weil sie aussah wie kurz vorm Verhungern.
Nein ist und war sie, die ganze Familie ist einfach so.


Was mir auffällt, alle Werte bei dir sind im grünen Bereich aber schilddrüse nicht? Dann gehört das eingestellt.
bei meiner Schwägerin gab es auch immer wieder Schilddrüsenprobleme, die früher nicht richtig behandelt wurden.
Waren die Werte bei ihr nciht gut, passte auch das Gewicht nicht.

Meine ExSchwägerin hat nur meinen Neffen bekommen, ihr Neuer wollte nie Kinder aber ihre Mutter und ihre schwester haben mehrere Kinder, trotz Untergewicht, trotz Schilddrüsenproblemen bei der Schwester.
Ihre Schwester wog in den Schwangerschaften nie mehr als 55 kg (wenn überhaupt) und Mutter und Kinder sind alle gesund.


Insofern wäre es interessant, wie sieht es den gewichtigsmässig bei dir in der Familie aus? wieviele Schwangerschaften gibt es da?
Es gibt einfach familien die Kinder wie Karnickel bekommen und andere da kommen, ein, zwei Kinder, obwohl nie verhütet wird.
Und wenn z.b. alle eher untergewichtig sind, kann das für den Körper auch ganz normal sein mit dem niedrigen Gewicht.



viele Grüsse
pebbles


  Re: Kinderwunschbehandlung bei Untergewicht
   Merle_77
schrieb am 20.04.2017 16:10
Liebe Wolkenmusik,

zum Gewicht kann ich dir leider nichts sagen, aber zur Schleimhaut kann ich dir vielleicht Tipps geben:

Meine Schleimhaut baut sich auch nur sehr schleppend auf.

Was mir geholfen hat: Himbeerblättertee, L-Arginin und möglichst wenig Stress während der Stimulation. Statt 5-6 mm hatte ich damit zuletzt über 8 mm.

Alles Gute für dich!

Merle


  Re: Kinderwunschbehandlung bei Untergewicht
   stubbornstar
schrieb am 20.04.2017 16:32
Meine Kusine hat auch eine Essstörung und hat sich für den Kinderwunsch mühsamst ein paar Kilo angefuttert - nur um diese dann durch Hyperemensis in kürzester Zeit zu verlieren. Sie lag fast die Hälfte der Schwangerschaft im Krankenhaus, da sie durch das geringe Gewicht auch noch Herzprobleme bekommen hat. Dem Kind gings immer gut, nur etwas leicht war sie.


  Re: Kinderwunschbehandlung bei Untergewicht
   Wolkenmusik
schrieb am 20.04.2017 16:34
Liebe pebbles,

danke dir für deine lieben Worte und das Mutmachen!

Interessanterweise ist es tatsächlich so, dass auch meine Mutter früher sehr schlank war (ohne Essstörung) und bei der ersten Schwangerschaft hormonelle Unterstützung brauchte. Danach hat sich wohl ihr Stoffwechsel komplett umgestellt, kein Untergewicht mehr und die nächsten beiden Schwangerschaften kamen trotz sonst extrem schlechter Bedingungen (kaum Geschlechtsverkehr, beim 3. Kind 40 Jahre) wie aus dem Nichts. Mein Vater ist auch extrem dünn, ohne Essstörung.
Meine Schwester ist total Normalgewichtig und zweimal direkt im 1. oder 2.Übungszyklus schwanger geworden.
Ich selbst hatte früher, als ich noch keine Essstörung hatte und bevor ich die Pille genommen habe immer einen total regelmäßigen Zyklus mit starken Blutungen - und das, obwohl ich (wie gesagt keine Essstörung damals) aber trotzdem immer nur einen BMI von höchsten 17 hatte. Habe damals aber auch gegessen wie ein Scheunendrescher - vielleicht ist das zumindest schon mal eine wichtige Grundlage?

Jetzt ist mein BMI noch ziemlich unter 17 und ich habe Angst, dass ich meine Hirnanhangsdrüse so weit geschädigt habe, dass mein Zyklus auch mit höherem Gewicht nicht mehr wiederkommt.

Genau, meine Schilddrüsenwerte waren zu hoch, sind jetzt aber seit der Thyroxineinnahme absolut im Normbereich. Daran kann es also (zumindest jetzt) nicht mehr liegen.

Solche Geschichten, wie von deiner Exschwägerin höre ich total gerne - das baut auf! Danke dir dafür!!!


  Re: Kinderwunschbehandlung bei Untergewicht
   Wolkenmusik
schrieb am 20.04.2017 16:36
Liebe Merle,

wow, danke dir für den Tipp! Das klingt ja toll!

Hilft der Tee wirklich? Habe schon viel davon gehört, aber bisher immer skeptisch gewesen. Scheint aber dennoch einen Versuch wert zu sein! L-Arginin kenn ich nicht, aber das klingt nach einem echten Geheimtipp - wird auch probiert!
Das mit dem "Nichtstressen" fällt mir ein bisschen schwer. Aber ich werde es versuchen!

Danke dir, liebe Merle!

Wolkenmusik


  Re: Kinderwunschbehandlung bei Untergewicht
   Polly09
Status:
schrieb am 20.04.2017 19:15
Dein BMI ist noch ziemlich unter 17? und du bist schon Jahre in Therapie? Das hört sich heftig an. Darf ich fragen, wie groß und schwer du bist?
Ich habe während des Studiums auch einige Jahre einen sehr niedrigen BMI und eine Essstörung gehabt (exzessiv Sport getrieben), welcher bei mir auch dazu geführt hat, dass ich keine Periode mehr hatte. Diese hat sich auch nach einer deutlichen Zunahme (über 10kg) erstmal nicht regelmäßig eingestellt. Aber es war nur eine KIWU-Behandlung nötig, um direkt schwanger zu werden (bei uns kam noch ein schlechtes Spermiogramm bei meinem Mann dazu und trotzdem hat es direkt geklappt). Und nach der Schwangerschaft bzw dem Abstillen hatte ich dann direkt einen regelmäßigen Zyklus. Es lohnt sich also definitiv bis zum Normalgewicht zuzunehmen! Beim zweiten Kind haben wir eine Kryo im natürlichen Zyklus gemacht, d.h. völlig ohne Hormongabe. Auch direkt geklappt. Aber ich hatte auch da Normalgewicht (60kg bei 1,74m). Inzwischen kann ich mir gar nicht mehr vorstellen, weniger zu essen und weniger zu wiegen und genieße es insgesamt auch deutlich fitter und (nervlich) belastbarer zu sein als damals. Mein Zyklus ist weiterhin regelmäßig.
Ich bin selbst auch Psychotherapeutin und habe aktuell eine junge Patientin, die gegen ihre Essstörung kämpft, weil sie mit ihrem Sohn gemeinsam normal essen möchte und ihm nicht zumuten möchte, eine essgestörte Mutter zu erleben. Ist das denn nicht zusätzlich Motivation? Ist für mich persönlich auch ein wichtiger Punkt gewesen und hat mir sehr geholfen mit meinem Gewicht, meiner Figur zufrieden sein zu können. Ich wiege aktuell etwas mehr als vor den Kindern, aber nur 3kg. Und ich bin mir inzwischen sicher, dass ich nie wieder auf Lebensqualität verzichten werde, nur um ein paar kg leichter zu sein.


  Re: Kinderwunschbehandlung bei Untergewicht
   Wolkenmusik
schrieb am 20.04.2017 21:06
Liebe Stubbornstar,

oh, das klingt schon auch sehr heftig... Das ist schon schlimm, dass es der Mutter so schlecht ging während der Schwangerschaft. Weißt du, wieviel sie wog/wie groß sie war? Gibt mir natürlich auch zu denken. Ich rechne natürlich damit, dass es für mich auch nicht leicht werden würde während der Schwangerschaft. Hauptsache, dem Kind geht es gut und es holt sich, was es braucht (habe mehrfach gelesen, dass die Leidtragende bei UG hauptsächlich die Mutter ist). Natürlich ist das nicht optimal, aber das würde ich auf jeden Fall in Kauf nehmen für das Baby - besser, als evtl.niemal Kinder bekommen zu können, weil ich es mit dem Gewicht nicht gebacken bekomme, bevor ich in die Wechseljahre komme.

Danke dir!


  Re: Kinderwunschbehandlung bei Untergewicht
   Wolkenmusik
schrieb am 20.04.2017 21:19
Liebe Polly,

dein Text hat mich auch nochmal sehr nachdenklich gemacht. Hmmm. Es tut mir leid, dass du auch so eine lange Leidensgeschichte hast, dennoch tut es auch gut, nicht allein zu sein. Wie schön, dass es dennoch geklappt hat bei euch! Das Spermiogramm meines Partners ist ja leider auch nicht so prickelnd, deshalb ermutigt es mich sehr, dass es bei euch trotzdem "gefruchtet" hat!
Wow und wie toll, dass dein Zyklus sich wieder eingependelt hat! Da scheint es echt enorme Unterschiede zu geben - bei dem einen klappt es irgendwann wieder mit der Periode - bei dem anderen nicht. Mich würde echt interessieren, warum der eine Körper es "schafft" und der andere für immer geschädigt bleibt. Hmm...

Tja, ich befürchte, wenn ich dir als Psychotherapeutin mein Gewicht sagen und du ja nun von meinem Kinderwunsch weißt, wirst du mich steinigen :-(. Also. Ich habe mich durch die jahrelange Therapie und statiönäre Aufenthalte nun Stück für Stück auf einen BMI von 15,6 hochgearbeitet. Gestartet bin ich mit 11,9. Insofern: Klar in Bezug auf die vielen Jahre Behandlung nur eine kleine Veränderung. Aber immerhin. Und vielleicht verstehst du nun auch die Sorge, dass ich bis zum Normalgewicht in den Wechseljahren sein könnte. Ist bei der Vorgeschichte wohl nicht ganz unrealistisch. Sicher wird eine Schwangerschaft mit dem Gewicht schwierig und belastend sein - aber für immer kinderlos? Das halte ich nicht aus. Wenn ich daran auch nur denke, verschwindet meine letzte Motivation weiter zuzunehmen komplett.

Du hast sehr Recht mit dem Vorbild-Argument! Daran hab ich auch schon gedacht. Natürlich würde ich ein gutes Vorbild sein wollen! Aber wie ich oben schrieb bin ich fest davon überzeugt: Wenn ich schwanger wäre, dann würde es mir gelingen, meine Ernährung komplett umzustellen. Wenn das Kind da wäre, dann wäre ich ja quasi schon routiniert in der neuen Ernährung und könnte gutes Vorbild sein. Nur ich weiß halt einfach nicht, wie ich den Weg dahin BIS zur Schwangerschaft hinbekommen soll. So ist kaum ein realistisches Ziel da (mit hormonbehandlung hat es bisher nicht funktioniert, ob es mit weiterer Gewichtszunahme klappt ist ebenso fraglich usw.). Ich habe das Gefühl, dass ich kämpfe und kämpfe und alles dennoch erfolglos bleibt. Natürlich frage ich mich da häufig: Wofür das alles, wenn es eh nicht klappt? Wäre eine Schwangerschaft da - ich glaube, ich wäre sooo aus dem Häuschen, hätte so einen Motivations- und hormonellen Schub, alles würde wieder Sinn machen - ja, ich glaube wirklich, dass es mir dann mit dem Essen gelingen würde.

Ganz liebe Grüße und danke für deine aufrüttelnden Worte!


  Re: Kinderwunschbehandlung bei Untergewicht
   Polly09
Status:
schrieb am 20.04.2017 22:01
Ich drück die Daumen, dass es klappt!!!
Und bin sehr froh, dass du noch lebst *knuddel*
Und ja, Kinder zu haben, für die man eine starke Mutter sein möchte, kann sehr motivieren. Und ist definiv eine starke und wirkungsvolle Motivation. Aber man sollte dennoch auch andere Dinge haben, aus denen man seinen Selbstwert stärken kann...Kinder sind nämlich auch anstrengend und kräftezehrend. Und jeder hat so seine Art und Weise, wie er mit Stress umgeht. Nicht zu essen ist als Mama einfach keine Option ;-)
Ich glaube ich würde an deiner Stelle trotzdem versuchen zuzunehmen und zumindest auf nen 18-er BMI zu kommen. Bestimmt klappt es auch mit dem schwanger werden. Aber auch wenn es ein bisschen dauern wird, wirst du merken, wie gut es sich anfühlt, wenn man "normaler" ist, fitter, gesünder, stärker. Auch wenn es dauern wird, bis du es annehmen kannst.
Alles Gute dir!


  Re: Kinderwunschbehandlung bei Untergewicht
   Hibbeline87
Status:
schrieb am 21.04.2017 12:13
Liebe Wolkenmusik,

ich grüße dich von der anderen Seite der BMI Skala.. Mein BMI liegt derzeit bei knapp 38. Leider habe ich PCO und das widerum ist eng mit dem Gewicht verknüpft. Sicher kann man unser Dilemma nicht direkt vergleichen, aber ich befinde mich in Ärztlicher Behandlung und auch Therapie wegen dem ZUVIEL an Essen.. Ich hatte bisher leider in meinen knapp 3 Jahren aktivem Kinderwunsch außer einem Abgang und einer Biochemischen Schwangerschaft noch keinen Erfolg. Zusätzlich bin ich noch on-off Raucherin. Und diese Gedanken "vielleicht werde ich nie schwanger, auch wenn ich mich zum Abnehmen quäle und mit dem Rauchen ganz aufhöre..." die kenne ich nur zu gut. Mittlerweile ist mir aber klar geworden, dass mein Übergewicht und die Zigaretten durchaus auch ein großes Problem darstellen, wenn wir kein Kind kriegen dürfen. Also versuche ich diese Parameter vom Kinderwunsch zu trennen so gut es eben geht. Bisher habe ich seit dem Umdenken (Januar) immerhin knapp 9 kg abgenommen und hoffe dass noch vieeeeele Kilos folgen ;-) Ich wünsche dir, dass du die Kraft findest in einen gesunden BMI Bereich und vor allem natürlich eine gesunde und glückliche Schwangerschaft so bald wie möglich :)

Lg

Hibbeline




Zum Antworten klicken Sie bitte auf" "Beitrag antworten" oder "Beitrag zitieren" unter dem gewünschten Beitrag auf den Sie antworten möchten.



Bitte beachten Sie: In unseren Foren können nur allgemeine Informationen zum Inhalt der Fragen gegeben werden. Ferndiagnosen sind nicht möglich. Die Antworten sind unverbindlich und können aufgrund der räumlichen Distanz keine Beratung für den Einzelfall darstellen. Bitte wenden Sie sich dazu an die Ärztin oder den Arzt Ihres Vertrauens.

Starflower
Home | Theorie | Zentren| Bücher| Links | Forum | Chat | News | Impressum | Datenschutz

© wunschkinder.de 1998-2017