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  Re: Empört: Keine Berechtigung zur Ehe bei Unfruchtbarkeit?
no avatar    Floydine
schrieb am 10.06.2008 10:51
@Andra Ich glaube keiner hier hat den Bericht falsch verstanden. Ehen werden geschlossen und halten oder zerbrechen. So ist das nun mal, die Kirche kann da gar nichts zu und es ist gewiss nicht ihre Aufgabe, die Liebe anderer Menschen zu beurteilen. Du sagst, man muss die beiden vor sich selbst schützen. Hmh, glaubst du der Mann beispielsweise würde ein glücklicheres Leben führen, wenn er alleine wäre - ohne seine Frau, die er liebt. Ich glaube nicht. Du würdest also einem querschnittsgelähmten impotenten Mann kategorisch eine Ehe verweigern? Wow, nicht schlecht. Von Nächstenliebe kann ich da nichts erkennen.
Ich gebe es zu, ich stehe der Kirche im allgemeinen nicht sehr wohlwollend gegenüber, aber ich bin mir dessen bewusst, dass die Kirche auch gute Seiten hat und der Glaube für viele Menschen eine Stütze ist. Das finde ich absolut ok, nur weil ich nicht glaube, heißt das nicht, dass alles an der Kirche schlecht ist. Diese Aktion über die wir hier diskutieren, finde ich allerdings ganz furchtbar - und genau aus diesem Grund finde ich auch nichts verwerfliches daran, dass hier einige Mädels ihrem Unmut Luft machen. Übrigens: Gläubig sein heißt nicht zu allem "Ja und Amen" sagen. Der Kirche würden ein paar mehr mündige Gläubige mit Sicherheit nicht schaden. Im Gegenteil.

Grüße


  Re: Empört: Keine Berechtigung zur Ehe bei Unfruchtbarkeit?
no avatar    Petry.
schrieb am 10.06.2008 11:30
Zitat

Ich kann niemals die so große Toleranz zu Homosexualität, Inzest (so wie die Geschwister die auch noch so viele kranke Kinder erzeugten und eine Änderung des Gesetz für Inzest wünschen), Love-parade, usw. die Menschen haben, aber die eben so große Intoleranz zu andere Sachen wie Kirche, Ausländer, Ungewollt Kinderlose, ältere Menschen, Ehe, usw. verstehen.

Also diesen Satz verstehe ich überhaupt nicht...

LG Petra


  Re: Empört: Keine Berechtigung zur Ehe bei Unfruchtbarkeit?
   Andra n.e
schrieb am 10.06.2008 11:36
@Floydine - doch, der bericht war falsch verstanden, weil die meisten hochgesprungen sind wegen : KIrche ist gegen Unfruchtbarkeit oder so"und hier geht es nicht um Unfruchtbarkeit, sondern um Impotenz.
Es ist schwer zu sagen. Das ist ein tieferes Problem das man nicht durch heiraten, oder "Kirche is blöd" lösen kann. Es ist da auch eine Frage der Zukunft, die man nicht vorsehen kann.
Was deine Frage betrifft:
Ich weiß es nicht.
Ich würde sagen er soll wirklich nicht heiraten. Es ist schwer zu sagen.
Du meinst es ist keine Menschensliebe. Denke aber auch so:
1. Wäre er glücklich in dem Wissen er macht eine Frau unglücklich? Die Frau kann es gut meinen und auf ganz normale Sachen verzichten: Sex, Kinder usw. Irgendwann tut das aber auch Weh. Es kann sein dass entweder sie wirft ihm das vor in einem Streit, oder sie sucht sich einen anderen.
2. Wäre er glücklich wenn die Frau es nicht mehr aushalten kann und sie scheiden sich?
3. Ist/wäre er glücklich mit einer Frau zu leben, im Bett, sie zu begehren und nichts normales mit ihr zu erleben? usw.
Natürlich könnte die Ehe auch funktionieren indem die Frau mit dem Einverständnis des Ehemannes, ihr Sexualleben mit einen anderen Mann führt.
Ich weiß nicht inwiefern die Menschen sich solche Fragen stellen, vor eine solche Entscheidung. Liebe macht auch blind, das weiß ich aus eigene Erfahrung. Oder aber man eilt in eine Entscheidung aus verschiedene Gründe.
Man rennt zu leicht in eine Beziehung und dann trennt man sich, man trennt sich auch oft zu leicht und schnell.
Das kann/darf die Kirche aber einfach nicht zulassen, weil es gegen der Ehe spricht.
Ich weiß dass es auch Fälle von Ehe gibt wo es querschnittgelähmte Partner gibt, oder sogar komatöse oder so. Wie sie funktionieren weiß ich nicht. je nach der Diagnose. Manche können Kinder kriegen mit Hifle KB und dann ist es noch erträglich.
Ich kenne so ein Fall, weiß aber nicht mehr ob sie noch zusammen sind und wie es ging/geht.
Ich kenne auch Fälle wo der behinderte (auf irgen eine Weise) Mann furchtbar eifersüchtig ist, unsicher.
Und denke auch noch: Homosexuelle die normal heiraten halten es auch nicht aus, weil sie eben anders sind und so nicht glücklich. Nur so nebenbei.

Ich sehe es aber in allgemeinen als Quälerei für beide Seiten.
Die Gesetze des Staates und die Kirche haben Werte und Normen für alle Menschen. Es muß so sein (Staatsgesetze sind auch oft diskrimantorisch aber). Wenn man eine Abweichung für eine Ausnahmefall macht, dann wird ein Prezedänz geöffnet und dann folgen immer Diskriminierungen einer Gruppe die sich auch als Sonderfall betrachten würde.
Ohne Normen, Werte und Gesetze kann man nicht leben, es wäre ein Chaos.
Ich weiß nicht was es richtig sein wäre in diesem Fall.
Aber die Kirche dafür nieder zu machen finde ich absurd.

Und wenn man um Nächstenliebe spricht:
Es gibt Sachen die man vor der Ehe/Beziehung klar besprechen muß: Fruchtbarkeit, Potenz, sexuelle Abweichungen usw., Sachen die danach auch den andern Partner betrifft. beide müßen dann entscheiden ob sie das freiwillig annnehmen, oder nicht.
Wenn man später davon erfährt wenn schon Gefühle im Speil sind und Ehe und so, ist es schwieriger.
Ich habe das auch mit meinem Priest besprochen, wegen Sex vor der Ehe und Unfruchtbarkeit.
Wenn du (Mann oder Frau) vor einer Beziehung sein würdest, dir Sex (verschiedene Vorstellungen davon), Kinder, und der andere würde dir das nicht geben können/wollen, würdest du ihn/sie trotzdem nehmen?
Das ist die Frage. Nicht (nur) was die Kirche denkt.
Könnt ihr so leicht entscheiden in so einem Fall? Und sicher sein für die Zukunft?
Ich nicht. Das meinte ich.


  Re: Empört: Keine Berechtigung zur Ehe bei Unfruchtbarkeit?
   Sappho
Status:
schrieb am 10.06.2008 11:49
Dazu nur: Schön, dass immer andere Leute so gut wissen, wie es in anderen Menschen aussieht... Vielleicht ist die Frau ja auch eine totale Sexverweigerin und der impotente Mann der ideale Partner für sie? Vielleicht wurde diese Ehe "im Himmel geschlossen"???
Was ich damit sagen will: Was wissen wir schon über die beiden?? Also, lasst sie heiraten, meinetwegen dann eben standesamtlich. Gute Güte.


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  Re: Empört: Keine Berechtigung zur Ehe bei Unfruchtbarkeit?
   Andra n.e
schrieb am 10.06.2008 11:50
@Petra - ich habe nicht so klar geschrieben.

Was ich meinte ist: viele Menschen und auch Gesetze tolerieren so leicht manche Sachen und man versucht sogar etwas für sie zu tun (Homosexualität, Inzest, Nicht-Eheliche Familien usw.), aber sie Diskriminieren ständig andere Sachen, oder sind vehement dagegen: Kirche, Ehe, Ungewollt Kinderlose, ältere Menschen, Ausländer usw.
Aus meiner Erfahrung kann ich ein Lied davon singen: weil ich kein Job bekomme (Alter, Herkunft usw.), weil ich keine KB machen durfte wegen Alter oder andere blöde ungesagte Gründe (was weiß ich was mein Arzt so dachte) usw., als ungewollt Kinderlose sind wir auch in einen Topf geschmissen und haben Nachteile und Eltern sind immer besser usw., weil Arbeitslose blöd sind und keine Rechte und Geld haben müßen (aber auch kein Job bekommen sie) usw.
Ich hoffe du verstehst jetzt besser.


  Re: Empört: Keine Berechtigung zur Ehe bei Unfruchtbarkeit?
   Andra n.e
schrieb am 10.06.2008 11:53
Sappho, Recht hast du! Wir wissen nichts und Standesamtlich geht es auch. Da können sie sich wenigstens scheiden lassen wenn es nicht mehr geht.
Aber die CK erkennt eben keine Scheidung, das ist das Problem.


  Re: Empört: Keine Berechtigung zur Ehe bei Unfruchtbarkeit?
   Sappho
Status:
schrieb am 10.06.2008 11:57
Andra n.e, schön, dass Du mir zustimmst - das hörte sich oben noch ganz andrs an! ;-)
Übrigens bin ich voll für die Homoehe - zugleich mit der Lösung des Zölibats hätte man dann bei den katholischen Priestern einiges zu erwarten!!! KLeiner SCherz am Rande - komme aus Paderborn!!!

Liebe Grüße,
Sappho


  Re: Empört: Keine Berechtigung zur Ehe bei Unfruchtbarkeit?
no avatar    Floydine
schrieb am 10.06.2008 11:58
Zitat
Andra n.e
1. Wäre er glücklich in dem Wissen er macht eine Frau unglücklich? Die Frau kann es gut meinen und auf ganz normale Sachen verzichten: Sex, Kinder usw. Irgendwann tut das aber auch Weh. Es kann sein dass entweder sie wirft ihm das vor in einem Streit, oder sie sucht sich einen anderen.
Woher willst du denn wissen, ob die Frau unglücklich ist? Ich kann mir vorstellen, dass sie JETZT unglücklich ist, da sie für ihre Ehe anscheinend Gottes Segen wollte, und ihr dieser verweigert wurde.
Übrigens: kein GV zu haben, heißt doch noch lange nicht, dass ihr Mann sie nicht sexuell befriedigen kann. Es gibt auch noch andere schöne Sachen, die man zu zweit machen kann, außer GV. Das ist Schwarz/Weiß-Denken der feinsten Sorte.

Zitat
Andra n.e
1. Und denke auch noch: Homosexuelle die normal heiraten halten es auch nicht aus, weil sie eben anders sind und so nicht glücklich. Nur so nebenbei.
Das sind doch zwei völlig unterschiedliche Paar Stiefel *?*


Ach ja, du schreibst die Frau hat ein recht auf "ganz normale Sachen wie Kinder kriegen". Hmh, schon ein wenig obskur , schließlich haben wir hier alle Probleme mit dieser "ganz normalen Sache".

Ich wusste übrigens schon vor der Ehe, dass mein Mann kaum Spermien hat und es natürlich sein kann, dass wir niemals gemeinsame Kinder haben können. Hätte ich ihn deiner Meinung nach nicht heiraten sollen?
Ich finde deine Ansichten ehrlich gesagt mehr als oberflächlich, um genau zu sein haarsträubend.

Zum guten Schluss: Wenn du meine Postings aufmerksam gelesen hast, wirst du feststellen, dass ich die Kirche in keiner Weise runtergemacht habe. Mir gefällt nur vieles nicht, was sie macht.

Gruß


  Re: Empört: Keine Berechtigung zur Ehe bei Unfruchtbarkeit?
   Andra n.e
schrieb am 11.06.2008 10:40
Floydine, warum denkst du so über mich?
Jeder trifft seine Wahl.
Du hast deine getroffen und ich hoffe ihr seid glücklich.
Aber nicht bei alle Paare ist es so. Man muß nicht alles akzeptieren.
Ich hätte es nicht getan, weil ich mir immer Kinder gewünscht hätte.
Und ich hätte es auch verstanden wenn es umgekehrt gewesen wäre, mein Partner hätte mich nicht geheiratet weil unfruchtbar bin und er wüschnst sich Kinder.
Darum bin ich der Meinung man alles zuvor klären, was man akzeptieren kann und was nicht.
Ich trage mein Leid nun, mein ganzes Leben und mein Mann weiß es und leidet auch auf seine Weise für sein Kiwu und für mein Leid.
Wir haben es nicht zuvor gewußt. Und danach sind wir uns sehr wichtig geworden auf andere Weisen und ziehen es durch so wie es ist.
Wegen sexuelle Befriedigung kenne ich mich nicht so ausführlich aus, aber es kommt drauf an was man erwartet und wie die Diagnose ist, was er tun kann. Manche brauchen überhaupt keinen Sex, manche aber ändern sich mit der Zeit.
Oft haben auch gesunde Eheleute/Partner Probleme wegen unterschiedliche Vorstellungen. Das muß man auch vor der Beziehung klären.
Wie gesagt: wir wissen nicht wie es bei dieses Paar ist und niemand ausser denen weiß es.
Und ja, ich mag auch viele Sachen von der Kirche nicht, aber auch beim Staat. Beide haben ihre alte Regeln, die so schwer zu ändern sind.
Und Diskriminierung ist so verbreitet!


  Re: Empört: Keine Berechtigung zur Ehe bei Unfruchtbarkeit?
no avatar    Floydine
schrieb am 11.06.2008 10:53
Tja, ihr seid euch eben nach der Ehe "wichtig geworden", wie du schreibst - mir war mein Mann bereits vor der Ehe genauso wichtig wie er es jetzt ist und deshalb hat sich die Frage für mich erst gar nicht gestellt. Alles andere ist für mich ein seltsames Verständnis von Liebe, aber darüber möchte ich nicht urteilen, denn Lebensformen können durchaus verschieden sein und ich finde es an sich nicht verwerflich, wenn man sich ein Kind sehnlicher wünscht als einen Partner. Nur sollte das jeder selbst entscheiden dürfen und nicht von der Kirche vorgegeben werden.
Die Diskussion ist nun glaube ich ausgeschöpft, ich denke wir beide kommen nicht auf einen Nenner. Aber macht ja nichts, es gibt so viele Ansichten wie es Menschen gibt und nicht immer müssen einem diese gefallen.

Grüße




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