Ich wollte immer drei Kinder haben - wahrscheinlich deshalb, weil ich eigentlich noch zwei jüngere Geschwister haben sollte, der Storch dann aber leider in Lieferstreik getreten ist und ich Einzelkind geblieben bin. Drei Kinder waren auf jeden Fall mein Traum, der Weg dahin begann 1998, als ich 30 wurde, und war schwieriger und v.a. langwieriger als erwartet...
Unsere Kiwu-Geschichte begann 1998, mit 30 hört man doch die biologische Uhr ticken und ich habe in meiner Naivität gedacht, daß ich einfach die Pille absetze und schon im nächsten Monat schwanger bin... niedlich, nicht wahr??? Bis zum Jahr 2000 hat sich nix getan und irgendwann wird man doch nervös. Also fingen die Untersucheungen an und zunächst - quasi zum Warmwerden - zwei Zyklen mit Clomifen. Davon habe ich noch nicht mal Nebenwirkungen gehabt, geschweige denn, daß es geschnackelt hat.
Unser Weg zu unserem Wunder:
Juli 2001: Bauch- und Gebärmutterspiegelung; alles i.O.; auch Hormonwerte ok
2001: Spermiogramm meines Schatzes schlecht; operative Durchtrennung einer Bauchkrampfader
2002: Anfrage bei unsern Pkven wegen IVF/ICSI, da sich auch nach einem Jahr immer noch nix tat -> Behandlungen werden nur übernommen, wenn wir verheiratet sind
Dez2002: wir haben uns getraut
Anfang Dez02: Schwangerschaftstest positiv - einfach so !!!!
Mitte Dez02: starke Blutungen, MA, ambulante Ausschabung
Anfang Jan03: nochmalige Ausschabung - ein echter Alptraum.
Dann haben wir erst einmal eine 6-monatige Auszeit genommen, obwohl wir von der PKV die Genehmigung für drei ICSIs bekommen haben....
Juli2003: Erstgespräch in der Kiwu-Praxis Osnabrück - von uns aus gesehen, die nächste Kiwu-Praxis
Nov2003: Start mit der 1. ICSI; Downregulation mit Synarela; Stimu mit Menogon (zunächst drei Ampullen, dann Steigerung auf fünf und schließlich sieben Ampullen täglich)
11.12.2003: Punktion von 10 Eizellen, davon 9 reif und davon konnten vier befruchtet werden - zwei sollten transferiert werden, die anderen kamen in die (Eis-)Wüste
13.12.2003: Embryonentransfer - kathastrophal, da der FA die Kanüle nicht in die Gebärmutter einführen konnte wegen vorhandener Vernarbungen???? ET wurde abgebrochen .
15.12.2003: 2. Versuch des Transfers - diesmal unter Vollnarkose -, die Embryonen wurden über das WE weiterkultiviert und einer von ihnen hat sich zur Blastozyste weiterentwickelt .
26.12.2003: Mens - ein richtig tolles Weihnachtsgeschenk -
März2004: Start mit zweiter ICSI; DR mit Synarela, Beginn der Stimu mit fünf Einheiten Menogon, dann Steigerung auf 7 Ampullen täglich....
Ostersonntag2004: Folli-Schau - genau ein einziger Folli , also Abbruch dieses Versuchs....
Mai/Juni 2004: Kryo-Versuch; von unseren zwei Eisbärchen hat nur eines das Auftauen überlebt und wollte dann doch nicht bei uns bleiben .
Juni2004: eigentlich 2. Versuch der 2. ICSI in Osnabrück, wir haben uns aber entschlossen, diesen Versuch nicht mehr in Osnabrück zu machen und sind statt dessen nach Essen gegangen, trotz der Entfernung und der Staus auf der A40....
Behandelnder Arzt ist Prof. Dr. Bielfeld - sehr zu empfehlen übrigens. Beginn der Behandlung mit dem nächsten ZT2. Und die Ergebnisse in OS wurden übernommen, lediglich ein SG und meine Hormonwerte wurden ganz aktuell nochmals vor Ort gemacht. Es gab auch kein Theater wegen meiner Untergröße (ich bin einfach für mein Gewicht zu klein, aber was soll's??? ). Und dann gings los!!!!
Juli2004: 2. ICSI-Vollversuch (Short Protocol)
2. ZT (25.07.)Downregulation mit Synarela
3. ZT (26.07.)Stimulierung mit Menogon 4 Ampullen
Follikelschau = immerhin vier Follis
PU am 09.08.2004 = 3 Eizellen, eine davon unreif, zwei wurden befruchtet, davon hat sich aber nur eine weiterentwickelt (da nenne ich eine phantastische Ausbeute)
ET am 11.08.2004 (verlief super!!!!!!!)
Nach einer eigentlich ziemlich komplikationslosen Schwangerschaft (bis auf meine Panik, einer äußerst schmerzhaften Symphsenlockerung und eines Gestationsdiabetes, der in der 37. Schwangerschaftswoche festgestellt wurde) halten wir seit dem 10.05.2005, 9.41 Uhr nach einem Kaiserschnitt unter Vollnarkose unsere Tochter im Arm .
Taufe am 19.06.2005 und wir haben auch gleichzeitig kirchlich geheiratet .
Am 21.09.2005 hat der Bundesgerichtshof für Zivilsachen in schönstem Juristendeutsch unserer Hoffnung auf ein Geschwisterchen für unsere Zuckerschnecke Ausdruck verliehen . Leider hat sich die KV meines Schatzes auf unsere Anfrage hin stur gestellt und uns lapidar mitgeteilt, daß die BGH-Entscheidung ein Einzelfall sei und sie daher nicht die Kosten für weitere Behandlungen übernehmen werden . Aber da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen...
Update 09.01.2007
Schließlich und endlich, nach einigem Gezerre und Genöhle, hat uns im November 2006 die PKV meines Göga drei ICSI-Versuche genehmigt. Den ersten haben wir mit ZT1, am 06.12.2006, in Angriff genommen. Short protocol, Downregulation mit Synarela, Stimulation mit 300 Einheiten Menogon, Auslösen am 20.12.2006 mit Predalon. Es konnten drei Follis punktiert werden, wovon zwei reif waren und sich brav befruchten ließen. Die beiden Christkrümelchen habe ich am 24.12.2006 wieder zurückbekommen.
Am 08.01.2007 war der SchwaSchaTest und er war
POSITIV !!!!!!!
Der hCG-Wert betrug 172 Einheiten von was auch immer... Wir hoffen so sehr, daß das Krümelchen bei uns bleibt.
Die Schwangerschaft verlief eigentlich auch ziemlich normal - außer daß ich einen extremen Gestationsdiabetes hatte (ganz am Ende ca. 150 - 200 Einheiten Insulin täglich) und obendrein auch dauernd das Damoklesschwert Gestose über mir schwebte, da mein Blutdruck die ganze Zeit grenzwertig erhöht war.... In der 36. Schwangerschaftswoche bin ich deswegen auch in die Uniklinik Münster gekommen, da die Ärzte überzeugt waren, daß ich an einer Präemklampsie leiden würde. Das hat sich aber nicht bestätigt. Allerdings fing mein Diabetes an, verrückt zu spielen. Ich war nämlich plötzlich ständig massiv unterzuckert. Innerhalb von zwei Tagen hat sich mein Insulinbedarf auf Null reduziert . Das hat es in der Uniklinik noch nie gegeben und es gab obendrein keinen einzigen dokumentierten Präzedenzfall in der angelsächsischen und deutschen gynäkologischen Fachliteratur.....
Kurz gesagt, die Ärzte wußten nicht, warum der Diabetes vor dem Ende der Schwangerschaft einfach so aufhörte, es war ihnen aber sehr unheimlich, da es u.U. auf ein akutes Nierenversagen oder eine Plazentainsuffienz hindeuten könnte. Aber alle mußten zugeben, daß sie es nicht wissen, was da los ist und welche Konsequenzen es für meinen Bauchzwerg (immerhin hätte er sich noch ca. vier Wochen Zeit lassen sollen, wir waren ja erst bei 36+1) haben könnte. Ich habe meinen Doc dann nach seinem Bauchgefühl gefragt und er sagte "Holen". Da mein Bauchgefühl mir dasselbe sagte, haben wir dann für Mittwoch den Kaiserschnittermin beschlossen und - trotz des Chaos in der Uniklinik zuguterletzt auch durchgezogen.....
Update 25.02.2008
Unseren Zwergen geht es prima, der Maxizwerg ist jetzt 2 3/4 Jahre alt und eine kleine Plaudertasche und der Minizwerg ist jetzt ein halbes Jahr alt und entwickelt sich prächtig . Wir haben im Dezember 2007 nochmals die PKV meines Göga angeschrieben und nachgefragt, ob sie uns auch noch weitere Versuche für ein dritte Kind genehmigen wollen (hauptsächlich haben wir das gemacht, weil wir uns wegen des Herumgezickes der PKV hinsichtlich der Versuche für unser zweites Mäuschen soooo geärgert haben ). Sie haben sich zwar etwas geziert, dann aber ohne weiteren Untersuchungen oder ähnliches tatsächlich "aus Kulanz und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht" die Zusage für einen weiteren ICSI-Versuch erteilt . Und jetzt????????? Ich glaube nicht, daß wir diese Zusage jetzt einfach so in eine Schublade legen werden..... mal gucken, was das Jahr noch so bringt!!!!!!
Noch'n Update 18.06.2008
Also wir haben es gemacht. Wir haben die Medis bestellt (1.900,00 EUR roundabout) und ich habe am 01.06.2008 - ZT 1 - angefangen, Synarela zu schnupfen. Ab dem dritten ZT habe ich dann noch täglich 5 Ampullen Menogon hp gespritzt - und das bis einschließlich zum 14.06. - am Sonntag, den 15.06. habe ich dann mit Predalon ausgelöst und am Dienstag war die PU. Und obwohl die US-Untersuchungen vorher ca. jeweils nur 2 bzw. 3 Follis gezeigt haben, konnten sage und schreibe sechs punktiert werden. Und heute kam das Ergebnis der Befruchtungsparty: bei fünfen hat's geschnackelt .
Am Freitag kann ich mir drei Krümelchen dann abholen.... Ich muß verrückt sein.
Und noch'n Update 17.07.2007
Was soll ich sagen ? - am 20.06. habe ich drei Krümelchen zurückbekommen, ein 8-Zeller, ein 6-Zeller (die Größe des dritten Krümelchens weiß ich nicht) - aber alle in A-Qualität (zumindest sagte das der Biologe.... Am 07.07.2008 sollte dann der Schwaschatest sein, natürlich dann, als wir im Urlaub waren. Ich habe mir also im Urlaub einen FA gesucht und dort testen lassen - und sowohl der Pipi- als auch der Bluttest waren positiv und die Fruchthöhle war schon zu sehen .
Und am 15.07.2008 - zu meinem Geburtstag war ich bei meinem hiesigen FA - und er hatte zwei Nachrichten für mich: Er konnte bereits erkennen, daß das Herzchen des Krümelchens schlug . Und obendrein hat er noch eine Fruchthöhle gesehen, in der er auch eine embryonale Anlage erkannte .
Update - 01.09.2008
Am 27.08.2008 waren wir bei der hiesigen Kapazität in Sachen Pränataldiagnostik, um die Nackenfalte unserer Zwuckelchen vermessen zu lassen - obwohl ich dieser Untersuchung skeptisch gegenüber stehe... Bei beiden Kleinchen war die Nackenfalte aber mit 1,2 bzw. 1,3 mm Spitze (aber es ist halt nur Statistik...). Die Zwillis haben sich auf jeden Fall absolut vorbildlich vermessen lassen, einer war 5,8 cm und der andere 5,75 cm SSL groß und zappelten brav vor sich hin. Der Professor meinte sogar, er könne erkennen, daß es ein Pärchen wird, aber - mal im Ernst - dafür sind die Kindchen doch noch etwas klein, oder .
Jetzt am WE hatte ich eine wüste Magen-Darm-Infektion (ein Mitbringsel unserer Zwerge aus der Kita) - und bin wegen fast schon wehenartiger Krämpfe und einer akuten Angstattacke beim gynäkologischen Notdienst gewesen, um nachschauen zu lassen, ob alles in Ordnung ist. Aber es waren wohl doch keine Wehen, auf jeden Fall war der Gebärmutterhalt in Ordnung und den Zwillis ging es gut .
Euch allen drücke ich ganz kräftig die Daumen , damit Euer KiWu sich bald und unkompliziert erfüllt!!!!
Bitte
beachten Sie: In unseren Foren können nur allgemeine Informationen zum Inhalt der Fragen
gegeben werden. Ferndiagnosen sind nicht möglich. Die Antworten sind unverbindlich und
können aufgrund der räumlichen Distanz keine Beratung für den Einzelfall darstellen.
Bitte wenden Sie sich dazu an die Ärztin oder den Arzt Ihres Vertrauens.