Zykluslänge und Fruchtbarkeit

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Sagt die Länge des Zyklus einer Frau etwas über ihre Fruchtbarkeit aus?

Ganz grundsätzlich kann man diese Frage mit “Ja” beantworten, denn es ist bekannt und durch zahlreiche Studien nachgewiesen (und auch durch die alltägliche Erfahrung), dass eine Zykluslänge von mehr als 35 und weniger als 25 Tagen auf eine Störung der Eizellreifung und eine Gelbkörperschwäche hinweisen kann.

Gibt es die ideale Zykluslänge?

Was ist aber mit dem Bereich dazwischen? Gibt es eine ideale Zykluslänge, bei der eine Schwangerschaft wahrscheinlicher ist? Dieser Frage widmete sich Dr. Chanley Small von der Emory Universiät in Atlanta, in dem er die Zyklen von 470 Frauen ein Jahr lang oder bis zum Eintritt einer Schwangerschaft dokumentierte. Die Frauen wurden dazu aufgefordert, ihren Zyklus in einem Tagebuch zu dokumentieren und Urinproben gegen Ende des Zyklus abzugeben, um eine frühe Schwangerschaft zuverlässig feststellen zu können.

Die Ergebnisse der Studie


30-31 Tage ist die beste Zyklusdauer. Die Fruchtbarkeit ist am höchsten in dem Zyklus, der einem 30-31 Tage langen Zyklus folgt, so die Aussage der Forscher. Bei kürzeren Zyklen sank die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft um durchschnittlich 40 Prozent. Die Gefahr einer Fehlgeburt stieg ebenfalls bei Abweichungen von dieser optimalen Zyklusdauer an, wobei kürzere wie auch längere Zyklen unterschiedslos das Risiko erhöhten.

Auch die Dauer der Blutung spielte eine Rolle: Am höchsten war die Fruchtbarkeit von Frauen, die eine Blutungsdauer von 5 Tagen aufwiesen, die Gefahr einer Fehlgeburt sank bei längerer Blutung um bis zu 60%.

Was sagt uns das?

Frauen mit einem normalen Zyklus haben mit hoher Wahrscheinlichkeit eine normale Fruchtbarkeit. Und ein normaler Zyklus wäre mit einem Monat Dauer (“Monatsblutung”) und 5-tägiger Blutung zu definieren, was keine Überraschung darstellt. Interessant ist, dass sich in dieser Studie eine hohe statistische Korrellation zwischen Zyklusdauer und Gefahr einer Fehlgeburt herstellen ließ.

Es handelt sich um eine epidemiologische Studie. Epidemiologen sind die “Jäger und Sammler” unter den Medizinern. Sie sammeln Daten und stellen statistische Zusammenhänge her. Mit anderen Worten: Man darf diese Daten nicht überinterpretieren, aber wenn man daraus Behandlungskonzepte entwickeln soll, dann wäre bei Frauen mit wiederholten Fehlgeburten eine Normalisierung der Zykluslänge eine mögliche therapeutische Konsequenz. Und ebenfalls bei Frauen, die mit kürzeren Zyklen nicht schwanger werden. In beiden Fällen könnte eine hormonelle Unterstützung des Zyklus oder der Eizellreifung sinnvoll sein.

Und für das Ausbleiben einer Schwangerschaft sowie wiederholte Fehlgeburten gilt, dass die Abklärung der Ursachen neben der Zyklusanamnese natürlich von großer Bedeutung ist.

Small CM, Manatunga AK, Klein M, Feigelson HS, Dominguez CE, McChesney R, Marcus M.
Menstrual cycle characteristics: associations with fertility and spontaneous abortion.
Epidemiology. 2006 Jan;17(1):52-60.



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Kommentar

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3 Kommentare

  1. Lyrasia schreibt

    das war eine hilfreiche und interessante Info, danke.
    Ich wollte zwar nie unbedingt schwanger werden, war aber auch nicht dagegen, wurde es aber auch nie, bei einem Zyklus von beginn an von ca. 22 Tagen und aufgrund Gelbkörperschwäche ständige Zystenbildung, also nicht-sprung des Eies. Nun bin ich 4 Wochen drüber, mit knapp 41, Ergebnis des Tests gestern: Negativ. Ich schätze ich bin ein verfrühter Fall von Wechseljahren.. Das wars also wohl gewesen. Es ist weder zu betrauern noch zu bejubeln, es ist einfach wie es ist. Nur ein kleines bischen bleibt ein “Schade”.

  2. saabeline schreibt

    …und ich dachte immer, dass eine Zykluslänge von einer Mondphase die Beste wäre. Das muss ich mal meinem Hormonhaushalt sagen,vielleicht klappt`s ja dann……?!

  3. bibi schreibt

    hallo ich habe immer einen 35 tage züklus und möchte wissen wann mein eipsrung währe liebe grüße bibi