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Wissenschaft

Übergewicht bei IVF und ICSI

Übergewicht kann den Hormonhaushalt der Frau ungünstig beeinflussen bis hin zu einem ausbleibenden Eisprung (PCO-Syndrom). Es gibt Studien, die belegen, dass auch bei einer künstlichen Befruchtung die Schwangerschaftsraten sinken können, obwohl die gestörte Eizellreifung dort mit Hormongaben behandelt wird und keine wesentliche Rolle mehr spielen sollte. Bis zu einem Drittel niedriger sollen die Erfolgsraten bei deutlichem Übergewicht sein und darüber hinaus auch die Zahl an Fehlgeburten höher.

Wie es nun immer mal wieder in medizinischen Studien so ist, zeigt eine aktuelle Untersuchung, dass dies nicht unbedingt immer der Fall ist und kann belegen, dass die Chance auf eine Schwangerschaft bei einer künstlichen Befruchtung bei Übergewicht nicht geringer sein muss.

140 Frauen mit einem Bodymassindex von 24 oder weniger wurden verglichen mit einer Gruppe von 138 Frauen, deren Bodymassindex über 24 lag. In beiden Studiengruppen wurden 291 Behandlungszyklen untersucht.

Die übergewichtigen Frauen benötigten deutlich mehr Hormone zur Stimulation ihrer Eierstöcke und es wurden trotzdem weniger Eizellen gewonnen als bei den Normalgewichtigen. Dies bestätigt auch andere Studienergebnisse. Jedoch fand sich bei dieser Untersuchung keine Verminderung der Schwangerschaftsraten und auch keine höhere Zahl an Fehlgeburten. Die Geburtenraten pro Embryotransfer betrugen 24,6 bzw. 24,8%, waren also praktisch identisch.

Natürlich sollte man deutlich übergwichtigen Frauen denoch vor einer künstlichen Befruchtung zur Minderung des Körpergewichts raten, da der Schwangerschaftsverlauf dadurch negativ beeinflusst werden kann (Gestosen und Schwangerschaftsdiabetes kommen häufiger vor), schaut man jedoch nur auf die Erfolgsraten, dann ist eine Gewichtsabnahme möglicherweise weniger wichtig als oft dargestellt, so die Autoren.

Man muss jedoch ergänzen, dass diese Studie relativ alleine dasteht und eine Vielzahl von prospektiven Studien mit größerer Fallzahl zu anderen Ergebnissen kommen, so dass man Frauen mit Übergewicht auch in deren eigenem Interesse weiterhin zur Gewichtsreduktion raten sollte.

Matalliotakis I, Cakmak H, Sakkas D, Mahutte N, Koumantakis G, Arici A
Impact of body mass index on IVF and ICSI outcome: a retrospective study.
Reprod Biomed Online. 2008 Jun;16(6):778-83.


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Kommentare

17 Kommentare für “Übergewicht bei IVF und ICSI”

  1. “Man muss jedoch ergänzen, dass diese Studie relativ alleine dasteht und eine Vielzahl von prospektiven Studien mit größerer Fallzahl zu anderen Ergebnissen kommen,”
    … und ich muss sagen, dass mir diese Studie ganz gelegen kommt ;-) , denn ich mache mich vor meiner anstehenden 3. ICSI sowieso schon fertig genug. Ich finde, es wird immer so leicht dahergesagt, dass übergewichtige Frauen ihr Gewicht reduzieren sollten. Kein Mensch, der niemals übergewichtig war, kanns ich meiner Ansich nach vorstellen, wie schwer das ist. Weight Watchers hin oder her.
    Gruß
    Sonja


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    Geschrieben von Kira4711 am 16. Juni 2008 um 07:47
  2. und ich muss sagen, dass mir diese Studie ganz gelegen kommt

    Ich dachte mir schon, dass ich der einen oder anderen damit ein bißchen Freude machen kann ;-)


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    Geschrieben von E. Breitbach am 16. Juni 2008 um 07:55
  3. Das konnten Sie! :-)


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    Geschrieben von Kira4711 am 16. Juni 2008 um 07:59
  4. Laut D.I.R. 2006 (Seite 19) haben wir eine Rate der klinischen Schwangerschaften / ET von 27,5% bei Adipositas gegenüber 29% bei Frauen ohne Vorerkrankungen. Die Abortrate bei Adipositas liegt bei knapp 24%, während sie bei Frauen ohne Vorerkrankungen 20% beträgt.

    Ausgewertet wurde das dort für die Jahrgänge 1997 – 2006, also mit einer hohen Fallzahl (rund 67.000 ohne Vorerkrankungen und rund 23.000 mit Adipositas). Nicht differenziert wurde, wie stark das Übergewicht ausfällt.

    In Geburtenraten ausgedrückt sind das rund 23% Geburtenrate pro ET bei Frauen ohne Vorerkrankungen und 21% Geburtenrate pro ET bei Frauen mit Adipositas. Also schon ein erkennbarer Unterschied, wobei es denn für die übergewichtigen Frauen im Vergleich auch nicht soooo schlecht aussieht.


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    Geschrieben von Rebella am 16. Juni 2008 um 10:03
  5. Ich kann irgendwie verstehen, aber nicht total.
    Was mir nicht gefällt ist der Rat: die Frauen sollen das Gewicht mindern von einer KB.Als ob das so einfach wäre und wenn man noch sieht wie dick man durch Hormonen (für KB) wird…
    Na ja, gesünder essen und Sport treiben… Aber in viele Fälle ist das nicht genug.
    Übergewicht ist kann auch andere Gründe haben: Depresion, Genen.
    Es gibt Frauen die auch nach zig Geburten Strohhalme sind und auch dicke Frauen die ganz normal und viele Kinder kriegen.
    Ich hasse Statistiken!!!

    Und ich möchte auch eine Studie sehen: Untergewicht und KB. Wie ist es dort?

    Ich denke dass es am Ende eher wichtig ist wie der Zyklus ist, die Eizellen.
    Und die Schilddrüse ist auch wichtig, sie führt auch zu Über-oder Untergewicht.


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    Geschrieben von Ich am 16. Juni 2008 um 10:31
  6. “In Geburtenraten ausgedrückt sind das rund 23% Geburtenrate pro ET bei Frauen ohne Vorerkrankungen und 21% Geburtenrate pro ET bei Frauen mit Adipositas.”
    Also ist dick sein eine Krankheit? Und was ist, wenn man dick ist, aber gesund ist und keinerlei Homonstörungen hat? Ich fühle mich als Frau mit Adipositas Grad II (laut BMI-Tabelle) kerngesund und bin somit auch eine Frau ohne Vorerkrankung in dem Sinne. ;-)
    Gruß
    Sonja


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    Geschrieben von Kira4711 am 16. Juni 2008 um 12:48
  7. Und was ist mit Frauen, die übergewichtig sind und deren Zyklus schon ohne Stimulation top ist?
    Sicher ist weniger Gewicht besser (und die Schwangerschaftsklamotten sehen in Gr. 40 auch besser aus als in Gr. 46/48)! Trotzdem nimmt diese Studie mir auch so ein wenig den Druck, bis zur nächsten IVF noch [b]unbedingt[/b] auf Normalgewicht zu kommen ;-)


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    Geschrieben von Dannina am 16. Juni 2008 um 12:49
  8. Hallo Sonja,

    ich habe die Formulierungebn aus dem D.I.R. übernommen, ohne selbst zu werten.

    Eine Untersuchung war es ja zumindest wert. Und natürlich gibt es viele andere Faktoren, die teilweise noch einen größeren Einfluss haben. :-)


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    Geschrieben von Rebella am 16. Juni 2008 um 13:09
  9. Also – Gewicht reduzieren, auch aus anderen Gründen – dem kann ich voll und ganz zustimmen.
    Ich hab leider auch zu viel, schon immer…
    Seit vielen Jahren kämpfe ich dagegen an. Vor einigen Jahren hatte ich 30 kg runter. “Wie hast Du das gemacht” fragten alle. “Nix mehr gegessen” sagte ich – und so ungefähr war es auch. Dass ich das kaum durchhalten kann, war mir immer klar.
    Heute esse ich wieder “normal” – nie Fastfood (mache ich mir nix draus), nie Fertiggerichte (finde ich widerlich), viel frisches Gemüse und Obst, ab und zu auch Sünden (finde ich leider auch klasse).
    Dafür aber pro Tag mindestens (!) 10 km mit unserem sportlichen Hund, viel Action im Beruf – aber leider wieder auch 30 kg mehr!!
    Mir sagt keiner mehr, dass es “nur” am eigenen Verhalten liegt!


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    Geschrieben von Princi am 16. Juni 2008 um 13:38
  10. Herrlich!
    Jetzt bitte noch mal das Thema Rauchen.
    Ich liebe die Kommentare von rauchenden Kinderwünschlerinnen.


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    Geschrieben von Simone am 17. Juni 2008 um 10:39
  11. @Simone: Zum Thema Rauchen müsste ich eine Studie erfinden. Die gibt es nicht.


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    Geschrieben von E. Breitbach am 17. Juni 2008 um 11:33
  12. @ Simone: der werfe den ersten Stein, der ohne Sünde (oder in diesem Fall ohne Laster bzw. Fehler) ist….!
    Rauchen und Übergewicht sind für mich absolut zwei Paar Schuhe!!!


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    Geschrieben von Dannina am 17. Juni 2008 um 12:03
  13. Zum Thema Rauchen gibt es keine Studien? Hier der Link zu meinen gesammelten Werken, größtenteils auch aus diesem blog: http://www.klein-putz.net/forum/viewtopic.php?t=29026&start=0

    Ich das D.I.R. hatte sich mit dem Thema Rauchen beschäftigt. Die Statistik wurde direkt im Zusammenhang mit den Adipositas auf der von mir oben erwähnten Seite abgebildet.


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    Geschrieben von Rebella am 17. Juni 2008 um 14:24
  14. @Doc: Es geht auch ohne Studie, sogar ohne eine wertende Bemerkung.

    Aber nun Schluß mit dem Spaß. Bin ja keine Trolline.
    Und die Bibel lasse ich mir lieber von Ben Becker vorlesen;-)


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    Geschrieben von Simone am 17. Juni 2008 um 14:28
  15. @Rebella: So senil bin ich dann doch noch nicht ;-)

    Gemeint war: eine Studie, die das Thema Rauchen analog zu dieser Studie hier verharmlost. Und die gibt es nicht, nicht zuletzt, da Rauchen doch einen sehr viel ausgeprägteren negativen Effekt auf die Behandlung hat


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    Geschrieben von E. Breitbach am 17. Juni 2008 um 14:43
  16. @Rebella: Danke!


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    Geschrieben von Simone am 17. Juni 2008 um 14:43
  17. Also ich wiege 105 Kilo bei 1,61 Größe habe schon 5 Icsis hinter mir. Die ersten 3 Versuche waren ein Flop da man wirklich as Übergewichtige wirklich ganz ganz viele Hormoen bracuh 600 IE pro tag Menogon z.b trot aller dem hatte ich nur 8 Punktierte und maximal 3 befruchtete Eizellen in A -qualität die aber zur keiner Schwangerschaft führten. ICh bin nun acuh der Meinung um so weniger ich gewogen habe umso besser war meine Ausbeute und meine Chancen auf eine Schwangerschaft, da ich es leider in 33 Jahren nicht alleine geschaft habe mein Gewicht zu reduzieren, habe ich mir ein Magenband setzen lassen mit der hoffnung weniger zu wiegen und entlich MAMA zu werden. % Negative ergebnisse haben mein Leben total Kaputt gemacht. Nun stimmte ich diesen ganzne Studien bei, es geht hier nicht um mal 3-5-10 Kilo mehr auf den Hüften sondern um erhebliches Übergewicht wie bei mir Z.b mit 40 Kilo zuviel. LG Emilia


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    Geschrieben von Emilia am 23. Juni 2008 um 20:53

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