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Übergewicht und Eizellqualität: Gibt es einen Zusammenhang?

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Es gibt viele Studien, die einen negativen Zusammenhang zwischen Übergewicht und dem Ausgang einer Kinderwunschbehandlung herstellen. Bisher war jedoch unklar, wo die Ursachen für diesen Zusammenhang liegen. Ist es ein negativer Einfluss auf die Eizellen, oder ist es das Übergewicht selbst, welches die Einnistung behindert?

Es liegt vermutlich an den Eizellen

Bereits 2005 wurde in einer interessanten Untersuchung nachgewiesen, dass Übergewicht offenbar keinen direkten Einfluss auf die Einnistung hat. Es wurden nämlich Frauen untersucht, die sich einer Eizellspende unterzogen. Die Schwangerschaftsraten waren gewichtsunabhängig gleich. Somit liegt der Schluss nahe, dass die Qualität der Eizellen und Embryonen das Problem darstellen.

Dies ist sicherlich die Studie mit der besten Aussage. Eine weitere, die vor allem aufgrund der hohen Zahl an untersuchten Probanden interessant ist, kommt zu ähnlichen Resultaten.

Natürlich muss man in diesem Zusammenhang auch darauf hinweisen, dass andere Untersucher zu differenzierteren Ergebnissen kamen. Jedoch sind diese Studien Ausnahmen und es stellt sich also die Frage, was die zusätzlichen Kilos mit den Eizellen machen.

Was passiert mit den Eizellen bei Übergewicht?

Dazu gibt es nun eine neue Studie, die sich sehr intensiv der Eizellqualität widmet. Denn nur die Eizellen unter dem Mikroskop zu betrachten, reicht nicht aus.
Catherine Racowsky und ihre Mitarbeiter aus Boston haben sich daher mehr Mühe gemacht. Sie untersuchten die unbefruchteten Eizellen von zwei Patienten-Gruppen: Eine mit einem BMI von 35-50 und eine andere, die einen BMI von 18.5–25 aufwies. Die Eizellen wurden auf Objektträgern fixiert und anschließend mit speziellen „Farbstoffen“ (Immunfloureszenz) gefärbt, mit denen sich für eine geregelte Zellteilung wesentliche Zellbestandteile erkennen ließen.

Meiose: Chromosomen werden „sortiert“
Normalerweise findet zum Zeitpunkt der Befruchtung die abschließende Reifeteilung der Eizelle statt. Dazu müssen Chromosomen sortiert werden und dazu bildet sich eine „Spindel“ aus, die diesen Vorgang steuert. Diese Strukturen wurden nun sichtbar gemacht. Es zeigte sich, dass die Eizellen Übergewichtiger oftmals statt einer zwei Spindeln aufwiesen (60%) während dies bei den Normalgewichtigen nur in ca. einem Drittel der Fälle so war. Und auch die Eizellen mit einer Spindel hatten weitaus öfter „schlecht sortierte“ Chromosomen (die sich also nicht geordnet ausrichteten), wenn die Frauen einen hohen BMI hatten.

Die Studie lässt die Vermutung zu, dass Übergewicht zu Störungen in der Reifeteilung der Eizellen führen kann und dies bei Normalgewichtigen Frauen seltener der Fall ist. Das würde eine Antwort auf die eingangs gestellten Fragen liefern.

Es sind also die Eizellen?

Jain. Es spricht vieles dafür, dass Übergewicht und Eizellqualität negativ zusammenhängt. Aber die vorliegende Studie erklärt die zugrunde liegenden Hintergründe nur unzureichend. Wie die Autoren selbst bemerkten, hätte man für eine bessere Aussage noch mehr Eizellen untersuchen müssen. Und die Ergebnisse erklären nur den Einfluss des Übergewichts auf die unbefruchtete Eizelle. Ob man diese Ergebnisse also auch auf befruchtete Eizellen übertragen kann, ist unklar. Was schade ist, denn um befruchtete Eizellen geht es ja ausschließlich, denn diese müssen sich einnisten.


Ronit Machtinger, Catherine M. H. Combelles, Stacey A. Missmer, Katharine F. Correia, Janis H. Fox, and Catherine Racowsky
The association between severe obesity and characteristics of failed fertilized oocytes
Hum. Reprod. 2012 : des308v1-des308.


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Kommentar

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2 Kommentare
  1. kadriensche schreibt

    Bleibt die Frage ob das Übergewicht ursächlich oder Begleiterscheinung ist (beispielsweise von Schilddrüsenerkrankungen u.a.) Interessant wäre auch zu wissen, ob diese Tests quer durch die Bevölkerung oder prinzipiell bei Kinderwunschpatientinnen stattgefunden haben.

  2. Elmar Breitbach schreibt

    Die Untersuchung der Eizellen wird wohl kaum in einer fruchtbaren Kontrollgruppe erfolgt sein.