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Wissenschaft

Stimmen zur Geschlechtswahl durch Diät

Vorgestern hatte ich hier eine Studie vorgestellt, die aufzeigte, dass die Kalorienzufuhr zum Zeitpunkt der Zeugung das Geschlecht der Kinder beeinflussen kann. Die Resonanz der Medien war am gestrigen Tag erwartet hoch. Die Studie zu diesem Thema gibt es wirklich, wie nun auch das Deutsche Ärzteblatt bestätigt. UNd dort hat man sich das Original einmal genauer durchgelesen. Dort wurde ein Ergebnis noch einmal herausgestellt, was wirklich signifikant erscheint: Frauen, die morgens Frühstückszerealien verzehren, sollen sogar zu 59 Prozent Jungen gebären.
Jedoch:

Dass die Unterschiede nicht signifikant sind (Tabelle 1 im Anhang der Studie), wird verschwiegen und dass eine höhere Zufuhr von Kalium, Kalzium und Vitaminen (C, E und B12) einen Einfluss auf das spätere Geschlecht hat, wie die Pressemitteilung behauptet, lässt sich dort gar nicht verifizieren.

Für den Zusammenhang zwischen Ernährung und Geschlecht gibt der Autorin zufolge sogar eine evolutionsbiologische Erklärung. Jungen könnten aus biologischen Gründen mehr Enkelkinder zeugen als Mädchen empfangen können. Deshalb sei es richtig, in Notzeiten lieber Mädchen zu zeugen, heißt es in der Pressemitteilung.

Das klingt reichlich hanebüchen, kann sich aber einer Resonanz in den Medien sicher sein. Die Tatsache, dass Assoziation in retrospektiven Studien nicht unbedingt stichhaltige Beweise liefern, kann dabei schnell übersehen werden. Man darf voraussagen, dass auch dieser Versuch einer Geschlechtsselektion scheitern wird.

Es scheint so, als müsste man es weiterhin mit Mondwinkeln probieren…


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Kommentare

3 Kommentare für “Stimmen zur Geschlechtswahl durch Diät”

  1. Ich halte das ganze wohl eher für Zufall und wer weiss welche anderen Faktoren dabei eine Rolle spielen.Nur vom Müsli futtern wird man das Geschlecht wohl nicht bestimmen können.Vielleicht sollte man auch mal beobachten was die Männer zum Zeugungszeitpunkt so futtern…
    Ich habe bereits zwei Jungs und erwarte jetzt ein Mädchen…aber ein Müslifan bin ich noch nie gewesen und ein Diätfreund bin ich auch nicht.
    Ausserdem sollte doch nur zählen das es allen gut geht und gesund heranwächst,ob mit Müsli oder ohne :-)

    Geschrieben von Berlinkind am 25. April 2008 um 12:36
  2. Stimmt es eigentlich, dass man wirklich mit Hilfe des Baby-Comp das Geschlecht bestimmen kann?

    Geschrieben von J.Kullmann am 25. April 2008 um 15:01
  3. @J.Kullmann: Im Prinzip genaus schlecht wie mit allen anderen Methoden. Der Artikel, on dem die verschiedenen Methoden zusammengefasst werden zeigt ja auch, dass es letztlich keine zuverlässigen Möglichkeiten zur präkonzeptionellen Geschlechtsbestimmung gibt

    Geschrieben von E. Breitbach am 25. April 2008 um 19:51

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