Schwangerschaftsraten und Follikelgröße bei Clomifen


Wie groß muss ein Eibläschen (=Follikel) sein, um eine optimal reife Eizelle zu enthalten? Diese Frage wird immer wieder in unseren Foren gestellt. Einfache Antworten auf einfache Fragen gibt es bei medizinischen Studien selten, aber für diese Frage gibt es nun auch eine passende Studie, die – soviel sei vorweg gesagt – eigentlich nur dass bestätigt, was man bisher auch schon für richtig hielt.

Die Daten von 291 Patientinnen in 685 Behandlungszyklen flossen in die Studie ein, um diese Frage zu klären. Diese Patientinnen wurden wegen unregelmäßiger Zyklen und/oder eines PCO-Syndroms ausschließlich mit Clomifen zur Förderung der Follikelreifung behandelt.

Dabei wurden nur Zyklen mit einem oder zwei Follikeln > 14 Millimeter einbezogen. Der Eisprung wurde medikamentös ausgelöst bei einer Follikelgröße von 17-24 Millimeter, also gängigen Werten, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass man bei Clomifen häufiger eher große Follikel findet.

Die Ergebnisse sind recht eindeutig:

Follikelgröße beim Auslösen       Schwangerschaftsrate
18-22 mm       13,6-18,6%
17 mm       8,8%
23 mm       8,8%
24 mm       5,7%

Follikel zwischen 18 und 22 mm sind am besten
Follikel zwischen 18 und 22 mm sind am besten
Innerhalb der Gruppe von 18-22 mm gab es keine nachvollziehbare Abhängigkeit von der Größe der Follikel, jedoch sind die Schwangerschaftsraten durchschnittlich fast doppelt so hoch wie bei größeren oder kleineren Follikeln. Es ergab sich keine Verbesserung der Schwangerschaftswahrscheinlichkeit, wenn zwei Follikel vorhanden waren.

Eine Schwäche der Studie ist die retrospektive Auswertung der Daten und die Tatsache, dass andere einflussnehmende Faktoren nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Die Ergebnisse sind jedoch recht eindeutig und decken sich mit den täglichen Erfahrungen in der Praxis, so dass man die Studie zumindest als Bestätigung der üblichen Vorgehensweise heranziehen darf.

Farhi J, Orvieto R, Gavish O, Homburg R
The association between follicular size on human chorionic gonadotropin day and pregnancy rate in clomiphene citrate treated polycystic ovary syndrome patients.
Gynecol Endocrinol. 2010 Mar 10. [Epub ahead of print]


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Kommentar

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3 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    mika schreibt

    Das ist doch trotzdem sehr interessant. Lässt aber noch ein paar Fragen offen(für den Laien). Kann man denn davon ausgehen, dass wenn die Follikel "zu groß" sind also über 22mm sind, einfach nur zu spät ausgelöst wurde oder enthalten diese großen Follikel irgendwie untauglichere Eizellen? Und es wird zwar gesagt, dass 2 Follikel die Wahrscheinlichkeit nicht erhöhen, andererseits ist doch das Mehrlingsrisiko erhöht. Bezieht sich das dann nur auf die sowieso entstehenden Schwangerschaften? Intuitiv würde man ja denken, dass wenn die Mehrlingswahrscheinlichkeit erhöht ist, auch die allgemeine Schwangerschaftwahrscheinlichkeit erhöht ist weil "sich ja wenigstens einer durchbeißen könnte".

  2. Elmar Breitbach
    Biene schreibt

    Ist nicht davon auszugehen, dass die Follikel schon vor 23mm selbst springen sollten? Ohne auszulösen. Und wenn sie dies nicht tun, dann sowieso irgend ein Problem vorliegt?

  3. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    Nein, davon ist nicht auszugehen.