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Übelkeit in der Schwangerschaft: Ein gutes Zeichen?

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Oft wird behauptet, dass die Übelkeit in der frühen Schwangerschaft ein gutes Zeichen sei und ein Hinweis auf die Vitalität der Schwangerschaft. Ist das eines der vielen Schwangerschaftsmythen oder ist da wirklich etwas dran? Es wäre erfreulich, denn eine ausgewachsene Schwangerschaftsübelkeit (Hyperemesis gravidarum) kann sehr belastend sein. Einer neuen Studie zufolge scheinen dieser Zusammenhang tatsächlich zu bestehen.

Es wurden fast 800 Frauen in diese Studie aufgenommen, die zuvor bereits eine oder zwei Fehlgeburten hatten. Diese Frauen führten ein Schwangerschaftstagebuch vom Eisprung an bis zur achten Schwangerschaftswoche und die Auswertungen wurden nun im Fachblatt JAMA Internal Medicine veröffentlicht.

Von den 797 Schwangerschaft endeten 188 in einer erneuten Fehlgeburt, was einer Abortrate von knapp 24% entspricht. In der sehr frühen Schwangerschaft (4. Schwangerschaftswoche) berichteten 18% der befragten Frauen über Morgenübelkeit ohne Erbrechen und weitere 3% mussten sich regelmäßig übergeben. Bis zur 8. Schwangerschaftswoche erhöhten sich diese Zahlen auf über die Hälfte (57%) bzw. ein Viertel (26%).

Foto von kevygee
Möglicherweise ein kleiner Trost: Morgenübelkeit in der Schwangerschaft ist kein schlechtes Zeichen.

Tatsächlich weniger Fehlgeburten bei Schwangerschaftsübelkeit

Die Gefahr einer Fehlgeburt lag bei diesen Frauen um 50 bis 75 Prozent niedriger als bei Frauen, deren Schwangerschaft nicht von Übelkeit begleitet wurde, berichten die Forscher.

Die Ansicht, dass Übelkeit auf eine gesunde Schwangerschaft hindeutet, ist weit verbreitet„, sagt Erstautorin Stefanie Hinkle von den National Institutes of Health. „Aussagekräftige Beweise für diese These hat es bis jetzt jedoch nicht gegeben.

Was bedeutet das im Umkehrschluss?

Was bedeutet das für all jene, die in der frühen Phase der Schwangerschaft nichts oder nur wenig davon spüren oder zumindest keine Übelkeit spüren? Bevor nun jemand versucht, aus der obigen Studie einen Umkehrschluss zu basteln: Natürlich bedeutet es gar nichts, wenn man nichts spürt. Und bedauerlicherweise stellt die Übelkeit auch keinen Schutz vor einer Fehlgeburt dar.

Hinkle SN, Mumford SL, Grantz KL, Silver RM, Mitchell EM, Sjaarda LA, Radin RG, Perkins NJ, Galai N, Schisterman EF
Association of Nausea and Vomiting During Pregnancy With Pregnancy Loss: A Secondary Analysis of a Randomized Clinical Trial.
JAMA Intern Med. 2016 Sep 26. doi: 10.1001/jamainternmed.2016.5641. [Epub ahead of print]

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Kommentar

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3 Kommentare
  1. Michaela Sprave schreibt

    Ein gutes Zeichen? Also für mich war es Hölle bis zur 16 Woche täglich dieses mega übel Gefühl! Zum Glück ohne übergeben! Zum Glück vorbei

  2. Johanna Olfert schreibt

    Bin froh das es sich langsam abklinkt. 😀

  3. […] Erbrechen oder Übelkeit scheint einer aktuellen Studie zufolge ein gutes Zeichen zu sein, wie wunschkinder.net berichtet: Die Gefahr einer Fehlgeburt lag bei diesen Frauen um 50 bis 75 Prozent niedriger als bei Frauen, […]