In welcher SSW bin ich? Schwangerschaftswoche berechnen leicht gemacht.

Wie berechnet man die Schwangerschaftswoche und den Entbindungstermin? Was muss man bei einer künstlichen Befruchtung dabei beachten?

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Wenn man gerade schwanger geworden ist oder eine Schwangerschaft gerade eingetreten sein könnte, dann möchte man natürlich gerne wissen, wie weit man ist und die Schwangerschaftswoche berechnen und möglichst auch gleich den Entbindungstermin. Mit unserem Eisprungkalender lässt sich das und noch einige andere Termine1)Was unser Eisprungkalender ausrechnen kann:
– Eisprung und Befruchtung
– Zeitpunkt der Einnistung berechnen
– Frühester Zeitpunkt für Schwangerschaftstest
– Entstehung der ersten Organe
– erste Schwangerschafts-Vorsorgeuntersuchung
– Herzschlag im Ultraschall erkennbar
– Chorionzottenbiopsie möglich
– Organe sind fertig angelegt
– Fruchtwasseruntersuchung möglich
– Spezieller Organultraschall möglich
– Erste Kindsbewegungen spürbar
– Frühgeborene sind überlebensfähig
– Beginn des Mutterschutzes
– voraussichtlicher Entbindungstermin
schnell ausrechnen.

Schwangerschaftswoche berechnen bei normaler Empfängnis

Die Berechnung des Entbindungstermins geht auf Zeiten zurück, in denen man noch nichts von Hormonen oder Eisprung wusste. Das einzig erkennbare Zeichen des weiblichen Hormonhaushaltes war damals die Regelblutung und daran orientierte sich naturgemäß die Berechnung. Bei einem regelmäßigen 28-Tage-Zyklus dauerte eine Schwangerschaft dann 40 Wochen ab dem ersten Tag der letzten Regelblutung. Oder wenn man die Original Naegelsche Regel nimmt:

Naegelsche Regel: Errechneter Geburtstermin = [erster Tag der letzten Regelblutung] + 7 Tage − 3 Monate + 1 Jahr; oder: [erster Tag der letzten Regelblutung] + 9 Monate + 7 Tage.

Diese Regel funktioniert nur bei einem klassischen 28-Tage-Zyklus. Wie jedoch kann man die Schwangerschaftswoche berechnen, wenn der Zyklus länger oder kürzer ist?

Ist die durchschnittliche Zykluslänge kürzer, tritt also der Eisprung früher ein als in einem “üblichen” 28-Tage-Zyklus, dann ist der Geburtstermin entsprechend früher. Und bei längeren Zyklen schlägt man die Abweichung vom 28 Tage-Zyklus auf die 40 Wochen drauf. Z. B. 30-Tage-Zyklus: 40 Wochen und zwei Tage vom Beginn der letzten Regel.

Schwangerschaftswoche berechnen bei der künstlichen Befruchtung

So simpel ist das bei der normalen Empfängnis. Wie ist es jedoch bei der IVF oder anderen Maßnahmen, bei denen der Zeitpunkt der Empfängnis mehr als sicher bekannt ist?


Wann ist denn eigentlich der Zeitpunkt der Empfängnis?

  • Bei einfacher Hormonbehandlung: Der Tag des Eisprungs
  • Bei Insemination: Tag der Insemination = Tag des Eisprungs
  • Bei künstlicher Befruchtung: Der Tag der Punktion (Entnahme der Eizellen)

Kann man da nicht eigentlich auch einfach den Tag der letzten Blutung nehmen?

Nein, kann man nicht, da durch die hormonelle Vorbehandlung der Zeitpunkt der Punktion sehr deutlich von dem Zeitpunkt des Eisprungs im natürlichen Zyklus abweichen kann. Außerdem ist die Berechnung ohnehin genauer, da man den Zeitpunkt des Eisprungs ja genau kennt ab diesem ja die Entwicklung des Embryos startet.


Wenn man also den Tag der Punktion/Insemination kennt, dann kann man das ja relativ simpel auf den “üblichen” 28-Tagezyklus übertragen. Bei diesem wäre ja der Eisprung am 14. Zyklustag oder anders formuliert: Der Beginn der Regel läge zum Zeitpunkt des Eisprungs bei dem 28-Tage-Zyklus 14 Tage zurück. Und ab da 40 Wochen…

Unabhängig vom Beginn der letzten Blutung nimmt man daher bei der künstlichen Befruchtung den Zeitpunkt der Punktion/Insemination, rechnet 14 Tage zurück und ab da 40 Wochen.

Hatte ich meine Punktion also am 1.2.2016, dann bin ich am 20.2.in der 4+6 Schwangerschaftswoche. Obwohl die Punktion also erst 2 Wochen und 6 Tage zurückliegt, da ich noch zwei Wochen hinzurechne, was einen dann auf 4 Wochen plus 6 Tage bringt.

Man könnte aber doch einfach ab dem Eisprung 38 Wochen als Entbindungstermin nehmen?

Das könnte man machen. Und das wäre auch irgendwie logischer. Aber nicht jede Frau kennt den Zeitpunkt ihres Eisprungs so genau wie diejenigen, die sich in der Kinderwunschbehandlung befinden und da bleibt dann nur die gute alte Naegelsche Regel zur Berechnung.

Und da diese Regel auch heute noch die Grundlage für die Angabe der Schwangerschaftswochen ist, sollte man auch nach einer künstlicher Befruchtung diese 14 Tage hinzuzählen, damit die Angaben zur Schwangerschaftswoche für alle Frauen unabhängig von der Entstehung der Schwangerschaft vergleichbar bleiben.

Also nochmal: Punktion minus 14 Tage gleich erster Tag der letzten Regel (wann immer der auch gewesen sein mag, das ist egal) und ab da 40 Wochen.

Wenn der Titel des Artikels nun sagte “Schwangerschaftswoche berechnen leicht gemacht“, dann merkt man nun, dass das Thema ein wenig zu komplex ist, um es einfach abzuhandeln. Wen aber der ganze theoretische Überbau nicht interessiert, der sei noch einmal abschließend auf unsere interaktiven Hilfen hingewiesen, damit geht es nämlich wirklich einfach und schnell:

Besonderheit der Berechnung von SSW und Entbindungstermin beim Kryotransfer

Bei der Verwendung zuvor eingefrorener Eizellen/Embryonen im Rahmen einers Kryotransfers ist die Berechnung der SSW noch ein wenig schwieriger, da die Punktion als zeitliche Basis fehlt. Eine klare Vorgabe für die Berechnung gibt es da nicht.

Naheliegend ist es jedoch, die Berechnung der SSW vom Entwicklungsstadium am Tage des Transfers abhängig machen. Wird also ein 4-Zeller transferiert, dann wäre dies gleichzusetzen mit einem Transfer 2 Tage nach der Punktion, bei einem 8-Zeller sind es 3 Tage und bei Blastozysten wären es 5 Tage nach der Punktion. Man nimmt also den Transfer-Tag und geht die entsprechende Anzahl an Tagen zurück, an dem dann die “virtuelle” und für die Rechnerei maßgebliche Punktion stattgefunden hätte, wäre es denn ein “frischer” Transfer gewesen.

Dieser Artikel ist ein Update eines Beitrags aus dem Jahre 2010



Literatur   [ + ]

1. Was unser Eisprungkalender ausrechnen kann:
– Eisprung und Befruchtung
– Zeitpunkt der Einnistung berechnen
– Frühester Zeitpunkt für Schwangerschaftstest
– Entstehung der ersten Organe
– erste Schwangerschafts-Vorsorgeuntersuchung
– Herzschlag im Ultraschall erkennbar
– Chorionzottenbiopsie möglich
– Organe sind fertig angelegt
– Fruchtwasseruntersuchung möglich
– Spezieller Organultraschall möglich
– Erste Kindsbewegungen spürbar
– Frühgeborene sind überlebensfähig
– Beginn des Mutterschutzes
– voraussichtlicher Entbindungstermin

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