Gibt es mehr Geburten in Vollmondnächten?


Der Zyklus der Frau entspricht einen Mondzyklus, demzufolge ist es klar, dass Schwangerschaften sich auch danach richten müssen. Ein unzerstörbarer Mythos ist daher, dass in Vollmondnächten mehr Geburten stattfinden als an anderen Tagen. Ich erinnere mich gut an meine Zeit in der Geburtshilfe, wo dieser Mythos auch als unumstößliche Wahrheit gehandelt wurde.

Nun gibt es schon die zweite Studie mit hohen Fallzahlen, die dies widerlegt. Schon 2005 hatte ich über eine amerikanische Studie berichtet, die sich auf 500.000 Geburten bezog. Das Resumée der Wissenschaftlerin damals: “Genauso gut kann man einen Dartpfeil auf den Kalender werfen, um den wahrscheinlichsten Zeitpunkt für die Geburt festzustellen”.

Für all jene, die der Meinung sind, dass die Zyklen in Deutschland – wie so vieles andere auch – besser geregelt sind, dem sei gesagt, dass die Verteilung der Geburten über den Mondzyklus auch in Deutschland zufällig ist und nicht von lunaren Einflüssen gesteuert wird.

Während die amerikanische Studie mit ihrer schieren Zahl an Geburten beeindruckte, ist es in der aktuell publizierten deutschen Studie zusätzlich der Zeitraum. Ausgewertet 4 Millionen Geburten über den Zeitraum von 1966 und 2003, also 470 Mondzyklen. Die Zahlen wurden vom statistischen Landesamt Baden-Württemberg zur Verfügung gestellt und von Oliver Kuß vom Institut für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ausgewertet.

Das Ergebnis lässt sich sehr einfach zusammenfassen: Der Mondzyklus hat keinen Einfluss auf die Zahl der Geburten. Ein systematisches Verteilungsmuster ließ sich dem Deutschen Ärzteblatt zufolge jedoch hinsichtlich der Wochentage feststellen:

Kuß konnte jedoch einen Wochen- und auch einen Jahreszyklus feststellen. Statistisch wurden montags und dienstags die meisten und am Wochenende die wenigsten Kinder geboren. Eine mögliche Ursache: Künstlich eingeleitete Geburten werden in den Kliniken von den Wochenenden auf Montage und Dienstage verlegt.


Gefunden bei „Horst

Kuss O, Kuehn A
Acta Obstet Gynecol Scand. 2008 Oct 24:1-2.
Lunar cycle and the number of births: A spectral analysis of 4,071,669 births from South-Western Germany.


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Kommentar

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7 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Interessant diese Aussage in der Süddeutschen: "Jahreszeitlich gesehen kamen in dem Bundesland Ende September die meisten Kinder zur Welt."

    Und das passt zu meiner Beobachtung, dass es im Januar in den Foren die meisten Positivs gibt!

  2. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    He, wer hat mir dieses nette Symbol mit der lila Qualle verpasst?

  3. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @Rebella: Da hier ja keiner (mal abgesehen von Reaba) die Möglichkeit nutzt, sich ein solches Bildchen selbst zu machen, habe ich jetzt ein Programm eingebaut, welches die Bilder zufällig generiert und den Kommentatoren zuordnet. Wie gesagt, das Motiv ist zufällig generiert, bleibt dann dem Namen aber zugeordnet. Das ist übrigens ein lila Monster und keine Qualle. Und ich glaube fast, dass es einen Hut aufhat 😀

  4. Elmar Breitbach
    Stefan schreibt

    Mir persönlich fehlt ja noch die Statistik der positiven SST bei Transfer/Punktion zu Vollmond da ich doch das Gefühl habe das sich oft positive Meldungen zu gewissen Zeiten häufen. Evt. bin ich aber auch nach den Jahren hier einfahc paranoid geworden ;-).
    Was die Geburten zu Vollmond angeht zeigen auch die bei uns eingetragenen ~850 Kinder das es zu keinem Zeitpunkt der Mondphase gehäufte Geburtenraten gibt.

  5. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    und ich dachte immer es wären die werwölfe bei vollmond, die zunehmen..?

    scherz beiseite: seit den end80ern als irgendwelche eso-heinis angefangen haben bücher über die richtige mondphase zum haareschneiden zu verkaufen, kamen auch in der medizinischen szene gehäuft solche sachen auf..war sicher wieder irgendeine klevere hebamme auf selbstfindungstripp, der zu übersteigertem sendebewußtsein führt 🙂
    schön, dass der mann sich die mühe mit der studie gemacht hat, denn mir ist dieses dumme geschwätz schon in der ausbildung mächtig auf die nerven gegangen 😀

  6. Elmar Breitbach
    greta schreibt

    ich hab das mal mühsam ausgewertet, in meiner vielen freizeit vorm positiven test. nix. hier im forum keine besonderen auffälligkeiten. aber: kryos waren deutlich vorne bei den positiven tests *g*

    naja, mond….. welches menogon kennt schon den MOND????

  7. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    greta, kryos müssen beim auftauen jeden strahl nutzen, den sie kriegen können 😉