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Schwangerschaft

Einnistungsblutung: Gibt es das?

Es gibt Sachen, die gibt es nur in Foren. Nein, diesmal geht es nicht um Frühschwangerschaftstests oder frühe Schwangerschaftszeichen. Inklusive der berühmten grünen Punkte hinter den Ohren.

Es geht um die Einnistungsblutung:

  • Gibt´s die überhaupt?
  • Und wenn ja, wodurch entsteht so etwas?
  • Muss man die haben, um schwanger zu werden
  • Ist es ein Schwangerschaftszeichen?
  • Gibt es seriöse informationen dazu?
  • Oder ist das alles Quatsch?

Eines vorweg: Keine dieser Frage wird hier beantwortet werden. Aber ich werde mal sämtliche Quellen zu dem Thema, die ich mir ergoogeln konnte, aufführen und den Versuch machen, diese zu bewerten. Für die Computerstümper in der werten Leserschaft: Rechtsklick über dem Link und “Link in neuem Fenster öffnen” anklicken, dann kann man hier gleich weiterlesen.

Google

Sucht man bei Google nach dem Begriff “Einnistungsblutung”, dann wird es ganz finster (Hier Klicken). Man findet fast ausschließlich Links zu Foren, in denen die Einnistungsblutung diskutiert wird. Mit den oben gestellten Fragen und meist ohne sinnvolle Antworten. Nein, ich habe nicht alle Links zu den Foren angeklickt und bin ungerecht. Was ich gelesen habe, reichte.

Unser Wiki

Der erste sinnvolle Link ist (wenig erstaunlich) zu unserem Wiki:

Bei der Einnistung eines Embryos in die Gebärmutter kann es zu Blutungen kommen, wenn die mütterlichen Gefäße von dem Embryo erreicht werden. Zeitpunkt dieses Vorgangs ist eine gute Woche nach dem Eisprung (oder Punktion/Insemination ). Natürlich kann auch ohne eine solche Blutung eine Schwangerschaft eintreten. Und leider ist nicht jede Zwischenblutung in der zweiten Zyklushälfte eine Einnistungsblutung, sondern oft auch ein Zeichen der Gelbkörperschwäche

Es werden zwei Erklärungen geliefert: Gelbkörperschwäche und Einnistung. Der Zeitpunkt wird geklärt und die Entstehensweise.

Wikipedia

Wo wir schon mal bei Wikis sind: Was schreibt Wikipedia dazu?

Einnistungsblutung (Implantationsblutung) begründet sich durch die Einnistung eines Embryos in der Gebärmutterschleimhaut. Dort eröffnen sich mütterliche Blutgefäße, jedoch geschieht dies normalerweise unbemerkt.

Das bestätigt den Text unseres Wiki und liefert zusätzlich den schönen Begriff “Implantationsblutung”.

Einnistungsblutung.de

Die Webseite gibt es wirklich. Eine Seite, die sich nur mit Einnistungsblutungen beschäftigt? Nein, Domaingrabbing. Ja, ich war auch enttäuscht.

Schmierblutungen.de

Noch so eine Seite? Nein, hier hat sich jemand mehr Mühe gegeben:

Implantationsblutung - Einnistungsblutung
Diese Art von Schmierblutung tritt normalerweise 7-10 Tage nach dem Eisprung auf und kann ein frühes Schwangerschaftsanzeichen sein. Durch die Einnistung eines Embryos in der Gebärmutterschleimhaut erweitern sich die mütterlichen Blutgefäße. Normalerweise geschieht dies unbemerkt. Es kann jedoch zu stärkeren Blutungen kommen, die dann nach außen sichtbar werden.

Zeitpunkt wird erklärt und die Entstehensweise. Aber hier haben wir es zum ersten Mal, wenn auch mit Einschränkung: kann ein frühes Schwangerschaftsanzeichen sein.

Swissmom.ch

Diese Seite beschäftigt sich primär mit Schwangerschaft und Geburt. Und hat auch eine recht gute Erklärungfür die Einnistungsblutung parat:

Etwa 10 Tage nach der erfolgreichen Befruchtung hat der Zellhaufen, der in neun Monaten als Baby geboren werden wird, seine Einnistung (Implantation) in die Gebärmutterschleimhaut abgeschlossen. Vielleicht ist es bei diesem „Eingraben“ zur Verletzung mütterlicher Blutgefässe im Uterus gekommen, die manchmal so stark sind, dass sie als Blutung aus der Scheide wahrgenommen wird. Solch eine menstruationsähnliche Blutung nennt man Nidationsblutung oder Einnistungsblutung. Die Blutung besteht oft nur aus Tropfen oder Schlieren, die Farbe ist eher hellrot als braun. Wichtig: Sie wird in den nächsten Tagen nicht stärker, wie das bei einer normalen Menstruation zu erwarten wäre.

Die Erklärung ist die gleiche wie in den meisten anderen Beiträgen. Der Unterschied zur Menstruation wird herausgearbeitet

Pampers.de

Auch hier versucht man sich mit der Klärung medizinischer Sachverhalte:

Woche 4: Erste Anzeichen. Zu diesem Zeitpunkt ist ein Ausbleiben der Monatsblutung möglicherweise noch immer das einzige Anzeichen dafür, dass Sie schwanger sind. Es kann jedoch zu einer Schmierblutung kommen, wenn sich das befruchtete Ei in die Gebärmutterschleimhaut einnistet. Diese sogenannte Einnistungsblutung ist völlig normal.

Diese Erklärung taucht in der Rubrik “frühe Schwangerschaftszeichen” auf. Das ist natürlich Kappes und auch die Erklärung der Entstehung ist lückenhaft.

Kinderwunsch.de

Die Seite der Firma Organon (Puregon) ist nahe dran an den Problemen der Kinderwunsch-Paare und enthält daher ein gut geschriebenes Kapitel über frühe Fehlgeburten:

Wenn keine Ursache [für eine vaginale Blutung] ermittelt werden kann, ist die harmlose Blutung möglicherweise durch das Einnisten der Eizelle in die Gebärmutter verursacht. Dies wird als Nidationsblutung (Einnistungsblutung) bezeichnet.

Die Erklärung der Ursache ist knapp, jedoch ist jedem der Rest des Artikels empfohlen.

Babycenter.de

Ganz klar mein Favorit. Unter der Überschrift: “Schwanger? Zehn Anzeichen, die dafür sprechen. Los geht’s !” finden sich die üblichen Verdächtigen: Heißhunger, Unterleibskrämpfe, Harndrang, Müdigkeit, morgendliche Übelkeit etc. Fehlt nur der frühe Schwangerschaftstest. Zur Einnistungsblutung schreiben sie:

Ungefähr acht Tage nach dem Eisprung könnte es zu einer Einnistungs- oder Implatationsblutung kommen, einer leichten Schmierblutung, manchmal verbunden mit leichten Unterleibskrämpfen. Um den Termin der nächsten Menstruation könnten Sie auch dunklen Ausfluss haben, hervorgerufen durch die Verwurzelung der Blastozyste (so nennen Medizinier das Baby in dieser Phase) mit der Gebärmutterschleimhaut.

14 Tage nach dem Eisprung ist der Embryo natürlich nicht mehr im Blastozystenstadium. Der Zeitpunkt wird genannt, auf die Entstehung der Blutung wird nicht genau eingegangen

Babynet

Hier beantwortet Dr. Gagsteiger aus Ulm die Frage nach der Einnistungsblutung:

Durchaus könnte es sich bei dieser Blutung um eine sogenannte “Einnistungsblutung” handeln. Im allgemeinen kann man den Grund dieser kurzen Zwischenblutungen aber nicht immer nachweisen. Es gibt sehr viele Gründe für eine Zwischenblutung. Typisch für einen normalen Zyklusablauf ist, daß das Hormon Östrogen kurz nach dem Eisprung deutlich abfällt. So ein Abfall der Hormonwerte kann auch eine kurze Blutung auslösen und muß noch gar nichts mit einer Schwangerschaft zu tun haben. Bei der Einnistung des Embryos eröffnet die wachsende Schwangerschaft auch mütterliche Blutgefäße in der Gebärmutterschleimhaut. Im allgemeinen läuft dies sehr gut kontrolliert ab. Es kann jedoch auch stärker bluten und dann nach außen sichtbar werden. Diese Blutungen können während der ganzen Frühschwangerschaft auftreten und sollten immer ein Grund sein, sich besonders zu schonen. Bei Ihnen wird erst ein Schwangerschaftstest mindestens 14 Tage nach dem vermuteten Eisprung Klarheit bringen.

Ich stehe vermutlich nicht unter dem Verdacht, Kollegen über Gebühr zu loben. Aber diese Antwort ist perfekt.

Zusammenfassung der Aussagen:

  • Die Einnistungsblutung gibt es wirklich
  • Sie entsteht durch die Implantation des Embryos und ist verursacht durch die Verletzung mütterlicher Gefässe
  • Sie tritt selten nach aussen sichtbar auf, ist aber vermutlich Bestandteil einer jeden Einnistung
  • Sie ist etwas völlig normales. Von anormalen Ursachen jedoch nicht unterscheidbar
  • Zeitpunkt des Eintritts: Eine Gute Woche nach dem Eisprung
  • Es ist eine schwache und schnell wieder abnehmende Blutung
  • Eine Blutung zu diesem Zeitpunkt kann auch durch eine Gelbkörperschwäche bedingt sein
  • Sie ist daher schlecht interpretierbar und sicher kein frühes Schwangerschaftszeichen
  • Sie kann auch durch einen kurzfristigen Abfall der Östrogenspiegel in den Tagen nach dem Eisprung begünstigt oder hervorgerufen werden

Dann wäre das ja auch einmal endgültig geklärt


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Kommentare

2 Kommentare für “Einnistungsblutung: Gibt es das?”

  1. Ich kann zustimmen. Aus meiner Erfahrung wäre ein Hinweis darauf angebracht, dass bei vielen Frauen die Gelbkörperschwäche erst auffällt, wenn es “ernst” wird, also ein befruchtetes Ei in der Schleimhaut gehalten werden soll. Diesen Frauen, die meist ab dem 6. Tag nach Befruchtung eine leichte Blutung und dann letztlich einen SS-Abbruch haben, hilft oft schon ein pflanzliches Präparat auf Agnus castus-Basis, das sie von Beginn des Zyklus an regelmäßig einnehmen. Diese Frauen haben dann auch noch eine leichte Nidationsblutung, die allerdings rasch aufhört.
    VG Dr. B.

    Geschrieben von Biggi am 16. Januar 2008 um 08:26
  2. [...] Ich wurde 2006 mit Einnistungsblutung das erste Mal im August habe ich es erfahren endete mit einer frühen FG ende August. kurz vor dem [...]

    Geschrieben von Es nimmt einfach kein Ende am 24. März 2008 um 20:36

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