Intrazervikale und intrauterine Insemination: was ist besser?

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Die Vorgehensweise bei der Insemination ist im Theorie-Teil unserer Seite ausführlich beschrieben. Dort werden auch die Unterschiede zwischen der Insemination der Spermien in die Gebärmutter und den Gebärmutterhals beschrieben.

Während man die intracervikale Insemination bei der Behandlung mit den Spermien des Partners zunehmend verlassen hat, wird sie bei der Verwendung von Spenderspermien (Heterologe Insemination) noch häufig durchgeführt. Eine Gruppe von Wissenschaftlern hat nun für die Heterologe Insemination untersucht, welche Methode bei der Insemination mit Spenderspermien am zweckmäßigsten und erfolgreichsten ist.

Dazu wurden die Studien, welche diese beiden Methoden verglichen, nach den strengen Kriterien der Cochrane Database bewertet. 232 Studien ließen sich finden, wovon allerdings nur 4 die Kriterien erfüllten. In allen Studien ging der Insemination eine hormonelle Stimulation mit Clomifen oder Spritzen voraus.

Und nun kommt etwas, was bei Einträgen in der Cochrane Database eine seltene Ausnahme darstellt: Eine klare Aussage und Schlussfolgerung. Die intrauterine Insemination zeigte sich nämlich der Gabe der Spermien in den Gebärmutterhals statistisch signifikant überlegen. Und wenn eine Methode zu deutlich mehr Schwangerschaften führt, dann stellt sich berechtigterweise auch sofort die Frage, ob damit nicht auch das Mehrlingsrisiko deutlich ansteigt. Diese Befürchtung ist dem vorliegenden Datenmaterial zufolge jedoch unbegründet, ein signifkanter Anstieg der Mehrlingsrate ging mit der verbesserten Erfolgswahrscheinlichkeit nicht einher.

Die Autoren empfehlen bei stimulierten Zyklen mit Inseminationen daher die intrauterine Insemination als Methode der Wahl. Diese Ergebnisse lassen sich sicherlich auch uneingeschränkt auf die Inseminationen mit Spermien des Partners übertragen und dürften nicht nur für die heterologe Insemination gelten.


Besselink D, Farquhar C, Kremer J, Marjoribanks J, O’Brien P
Cervical insemination versus intra-uterine insemination of donor sperm for subfertility.
Cochrane Database Syst Rev. 2008 Apr 16;2:CD000317



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Kommentar

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7 Kommentare

  1. Annette Ellen schreibt

    Hallo lieber Doc,

    ach…
    Genau die Frage hatte ich mir bzw. dann Ihnen einmal gestellt.
    Sie sahen da keinen Vorteil von IUI gegenüber ICI.

    Könnte nicht möglich sein, daß der größere Erfolg der IUI nur für Kryo-Sperma gilt? Im Gegensatz zur donogenen Ins. wird ja wohl bei HI (die in dieser Studie nur untersucht wurde) ausschließlich eingefrorenes Sperma verwendet ?
    Und die Studie in dem Fall doch nicht uneingeschränkt auf Übertragung von Frischsperma übertragbar wäre?

    VG
    Annette Ellen

  2. E. Breitbach schreibt

    @Annette Ellen: Stimmt schon, wenngleich es um Selbstaufbereitung ging, wennich mich recht erinnere. Die Studie beszieht sich ausschließlich auf Kryosperma, das stimmt auch.

  3. Annette Ellen schreibt

    Naja, irgend jemand muß es ja immer selbst aufbereiten – soweit ich mich erinnere, hatte ich der Irrelevanz wegen nicht explizit erwähnt, welcher Biochemiker genau sich mit dem Gedanken trägt ;-).
    Da kommt man doch wieder leicht ins Grübeln…
    Dabei war ich so stolz, daß mein Genitaltrakt ordnungsgemäße Spermien genauso gut aufbereiten kann wie ein Biologe mit all seinen Gerätschaften ;-).

  4. E. Breitbach schreibt

    @Annette Ellen: Wenn es um ordnungsgemäße Spermien geht, dann ist das sicherlich auch etwas anderes. Kryospermien sind leider praktisch nie “ordnungsgemäß”, die Kälte macht selbst den besten Spermien zu schaffen.

  5. Annette Ellen schreibt

    Aha, das wollte ich hören, also bleibe ich jetzt stur bei meiner Meinung: Was schnödes Kälberserum kann, kann mein Körper schon lange ;-).

    VG
    Annette

  6. E. Breitbach schreibt

    Gut, dass wir das noch klären konnten 😉