Die Kinderwunsch-Seite
«
»

Dies und das

Progesteron nach Insemination: Hilft es?

Die Frage, ob man nach einer Insemination Gelbkörperhormon verabreichen sollte, wird in unserem Forum immer mal wieder gestellt, aber auch Reproduktionsmediziner sind sich da nicht einig. In einer Studie aus dem letzten Jahr fand sich eine leichte Verbesserung der Schwangerschaftsrate, ohne dass der Einfluss des Progesterons statistisch signifikant gewesen wäre.

Es bleibt unklar

Wer jetzt in diesem Artikel über eine neuere Untersuchung nun auf mehr Klarheit, den muss ich enttäuschen, lediglich der Trend aus der o. g. Studie konnte bestätigt werden. In einer sogenannten „Multicenter-Studie“ (= es waren mehrere Kliniken beteiligt, wurden 393 Paare in ihrem ersten Inseminationszyklus wurden in die Studie aufgenommen. Dem ging bei allen eine hormonelle Stimulation voraus, mehr als 5 Millionen Spermien konnten nach Aufbereitung bei allen Behandlungen inseminiert werden. Anschließend erhielten 202 Frauen eine hormonelle Unterstützung mit Progesteron und 191 erhielten nichts dergleichen.

Die Schwangerschaftsrate nach Gabe von Progesteron war besser, jedoch auch hier nicht statistisch signifikant: Mit Progesteron 16,8% und ohne 11%. Sicherlich ein deutlicher Unterschied, jedoch nicht deutlich genug für die Statistik. Gleiches galt für die Rate geborener Kinder: 14,9% gegenüber 9,4%.

Ein Trend für Progesteron

Aus diesen Zahlen kann man einen Trend ablesen, auch wenn er nicht statistisch signifikant ist. Zusammen mit der eingangs erwähnten Studie kann man die Hoffnung haben, dass sich bei einer Studie mit größerer Fallzahl daraus evtl. sogar ein statistisch signifikanter Unterschied ergeben könnte.

Aktuell kann die Schlussfolgerung jedoch nur sein: Man macht nichts falsch, wenn man das Progesteron in der zweiten Zyklushälfte weglässt, evtl. profitiert man jedoch von einem Trend zur Verbesserung der Erfolgsraten, wenn man es nimmt.

Peeraer K, D’Hooghe T, Laurent P, Pelckmans S, Delvigne A, Laenen A, Welkenhuysen M, Wyns C, De Neubourg D
Impact of luteal phase support with vaginal progesterone on the clinical pregnancy rate in intrauterine insemination cycles stimulated with gonadotropins: a randomized multicenter study.
Fertil Steril. 2016 Aug 23. pii: S0015-0282(16)62526-8. doi: 10.1016/j.fertnstert.2016.07.1096. [Epub ahead of print]


Stichwörter: , , ,


Möglicherweise verwandte Beiträge:


Nach Inhalt Nach Stichwörtern
  • Keine verwandten Beiträge

Kommentare

Kein Kommentar bisher für “Progesteron nach Insemination: Hilft es?”

Schreiben Sie einen Kommentar

Das Letzte

Lesbische Paare können künstliche Befruchtung steuerlich absetzen
Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten
Wie lange muss man nach Fehlgeburt warten mit einer Schwangerschaft?
Frohe Weihnachten
amicella Network
Frohe Weihnachten
Beeinflussen Schmerzmittel die Fruchtbarkeit?
Drei Eltern, ein Kind: Mitochondrienspende in England zugelassen
Foren-Spammer auf dem Rückzug?
Was ist die kumulative Schwangerschaftsrate und wie berechne ich sie?
Ausgehamstert: Follitropin delta aus humanen Zellkulturen
Haben Myome einen negativen Einfluss auf künstliche Befruchtung?
Mehr Sport macht auch die Spermien fitter
Sorgerechtsstreit um Embryonen
Noch wichtiger als gedacht: Orgasmus der Frau
Zuviel Serien gucken verschlechtert die Spermienqualität
Wie wirksam ist das Drilling bei PCO-Syndrom?
Eine Weihnachtsgeschichte: Was man jemandem in IVF-Behandlung NICHT sagen sollte
Definition der Sterilität durch die WHO (Update)