Wird das PCO-Syndrom vererbt?


PCO-Syndrom: Gewebsschnitt unter dem MikroskopDie Ursachen des PCO-Syndroms sind vielfältig. Erhöhte männliche Hormone, Insulinresistenz, Übergewicht sind einige Faktoren, die zur Entstehung dieser hormonellen Störung beitragen. Die Frage, wie es zur Ausbildung dieser Symptome kommt, ist nicht abschließend geklärt. Dem Übergewicht in Verbindung mit einer Insulinresistenz gilt momentan die größte Aufmerksamkeit im Rahmen der wissenschaftlichen Untersuchungen. Eine Erklärung für die Entstehung des PCO-Syndroms und dafür, warum nur ein Teil der übergewichtigen Frauen betroffen ist, ergibt sich aus diesen Beobachtungen nicht.

Untersuchungen am Rhesusaffen geben Hinweise darauf, dass das hormonelle Klima in der Gebärmutter ein entscheidender Faktor bei der Bildung dieser Störungen sein kann. PCO-ähnliche hormonelle Veränderungen ergeben sich, wenn ein weiblicher Fet in der Gebärmutter vermehrt hohen mütterlichen Androgenspiegeln (=männliche Hormone) ausgesetzt ist. Diese entwickeln nach der Geburt hohe LH-Spiegel (=Eisprungauslösendes Hormon), welche dann wiederum die Produktion männlicher Hormone erhöht. Interessanterweise sind auch Insulinresistenz und Übergewicht häufiger als bei weiblichen Rhesusaffen, die unter normalen hormonellen Umständen in der Gebärmutter aufwuchsen.

Ob diese Beobachtungen auf den Menschen übertragbar sind, vermag gegenwärtig niemand zu sagen. Sollte es in zukünftigen Studien nachzuweisen sein, dann ist es sicherlich notwendig, eine Schwangerschaft bei einer Frau mit PCO-Syndrom sehr viel engmaschiger zu überwachen und Hormonstörungen auch intensiv zu behandeln, um zu vermeiden, daß ein Mädchen später die gleichen Probleme wie ihre Mutter hat. Der Eintritt einer Schwangerschaft bedeutet dann also nicht das Ende der Behandlung durch den Hormonspezialisten.


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