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Wie wirksam ist das Drilling bei PCO-Syndrom?

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Das Syndrom der polycystischen Ovarien heißt so, weil sich im Ultraschall viele Eibläschen sehen lassen (polycystisch = viele Zysten).  Dies sind jedoch keine Zysten , sondern heranreifende Follikel. Durch Entfernen überschüssiger Follikel („Drilling“) erhofft man sich eine Verbesserung der Situation.
Foto © Dr. Elmar Breitbach

PCO: Viele Zysten sind des Eisprungs Tod

Das PCO-Syndrom zeichnet sich ja dadurch aus, dass sich an den Eierstöcken viele kleine Eibläschen befinden, diese Follikel aber nicht weiter reifen und daher der Eisprung ausbleibt. Zur Behandlung des PCOS gibt es eine Vielzahl an Ideen und Möglichkeiten, eine davon ist das sogenannte „Drilling“, bei dem man im Rahmen einer Bauchspiegelung die Überzahl an Follikeln abbaut, indem man diese zerstört. Dies geschieht entweder mechanisch mit einer elektrischen Nadel oder durch Laser. Ziel ist dabei die Normalisierung der Follikelzahl und letztlich eine Normalisierung des Zyklus mit Eisprung.

Drilling: Die Symptome behandelt, die Ursachen bleiben?

Die Entfernung eines Teils der Follikel behandelt nur das Symptom, also den Überschuss an Eibläschen, nicht jedoch die hormonelle Störung, die zum PCO-Syndrom führte. Deswegen kann der Effekt des Drillings nicht von Dauer sein. Oft hält die Wirkung nur wenige Monate an, bei anderen Patientinnen normalisiert sich der Zyklus über mehr als ein Jahr. Systematische Untersuchungen hinsichtlich der Langzeitwirkung gibt es nur wenige. Und jetzt eine aktuelle mehr:

Kurzfristige Wirkung

In einer Studie aus Portugal wird über 76 Frauen berichtet, die sich zwischen 2004 und 2013 einem solchen Eingriff unterzogen haben. Die kurzfristige Wirkung entsprach den bereits in anderen Studien gefundenen Ergebnissen. 70% der Frauen hatten nach dem Eingriff zunächst einen regelmäßigen Zyklus mit nachgewiesenem Eisprung. Ein gleichgroßer Anteil der Frauen wurde in der Folge auch schwanger, davon jedoch nur 60% ohne weitere medizinische Unterstützung. Eine Hormonbehandlung war die häufigste dieser Maßnahmen.

Langfristige Wirkung

23 Patientinnen konnten langfristig nachverfolgt und befragt werden. Bei der Hälfte immerhin war der Zyklus weiterhin normal und regelmäßig. Nun gibt es sicherlich eine Vielzahl von Faktoren, weshalb eine Patientin mit einem PCO normale Zyklen bekommt und aufrecht erhalten kann. So können beispielsweise Gewichtsabnahme, eine Geburt und andere Ereignisse den Hormonhaushalt normalisieren. Es muss also nicht alles auf das Drilling zurückgeführt werden. Dennoch muss man davon ausgehen, dass manche Frauen auch langfristig von einer Reduktion der Follikelzahl profitieren.

Schlussfolgerung

Abgesehen von dem Aufwand, den man betrieben muss (Bauchspiegelung), scheint der Eingriff zu guten Schwangerschaftsraten bei PCO-Syndrom zu führen und auch einen nachhaltig regulierenden Effekt auf den Hormonhaushalt zu haben. Nicht zuletzt deswegen wird diese Therapie auch im Konsensus-Papier der ESHRE zur Behandlung des PCO-Syndroms als wichtige Option aufgeführt.

Luz R, Barros J, Aguiar A, Rodrigues C, Soares AP, Nunes J, Sousa S, Calhaz-Jorge C
Short and Long-Term Efficacy of Laparoscopic Ovarian Diathermy in Women with Polycystic Ovary Syndrome.
Acta Med Port. 2016 Aug;29(7-8):441-448. doi: 10.20344/amp.6377. Epub 2016 Aug 31.


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Kommentar

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4 Kommentare
  1. Libby1234 schreibt

    Da ich gerade „Ursachenforschung“ betreibe bzüglich unserer langen Kinderwunschgeschichte, hätte ich eine Frage:

    Ich hatte auch polyzystische Eierstöcke und diese waren nach einer dreimonatigen Hormonbehandlung mit Gestagenen plötzlich nicht mehr polyzystisch. Noch mal drei Monate später bin ich auch schwanger geworden, auf natürlichem Weg und ohne Clomifen oder sonstige Hormone. Die Gestagene waren von meinem Frauenarzt eigentlich zur Endometriosebehandlung gedacht, er wusste auch nicht, warum die Eierstöcke danach normal aussahen.

    Ist Ihnen da ein statistischer oder ursächlicher Zusammenhang bekannt?

    (Ich entschuldige mich dafür, dass die Frage nur am Rande mit dem Thema zu tun hat, aber ich will es nun mal zu dringend wissen :-))

  2. Elmar Breitbach schreibt

    Polyzystische Eierstöcke sind aus meiner Sicht nur dann wirklich polyzystisch, wenn der Zyklus unregelmäßig und/oder ohne Eisprung ist.

    Ist das nicht der Fall, dann ist es auch kein PCO. Und wenn man eigentlich kein PCO hat, dann sind „Spontanheilungen“ natürlich durchaus möglich 😉

  3. Libby1234 schreibt

    Danke für die schnelle Antwort! Ja, der Zyklus war regelmäßig und es ist auch laut FA wahrscheinlich regelmäßig zu Eisprüngen gekommen.

    Also haben wir da leider kein Wundermittel entdeckt 😉

  4. Elmar Breitbach schreibt

    Nein, vermutlich nicht 😉