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PCO-Syndrom

„Drilling“ zur Behandlung des PCO-Syndroms

Bei dem sogenannten PCO-Syndrom besteht oft das Problem, dass viele kleine Eibläschen vorhanden sind (auch namensgebend als „Zysten“), die auf eine hormonelle Stimulation überschießend reagieren können.

Ist eine milde hormonelle Stimulation der Eierstöcke nicht in der Lage, einen Eisprung herbeizuführen, dann wird gemäß den Konsensusempfehlungen von Thessaloniki unter anderem dazu geraten, im Rahmen einer Bauchspiegelung die überschüssigen Follikel „anzupieksen“ und damit zu entfernen. Dies wird als „Drilling“ oder gut Deutsch auch „Stichelung“ bezeichnet.

Zwei Studien beschäftigen sich mit diesem Verfahren und widmen sich zwei Fragen:

Bilden sich durch das Drilling Antikörper gegen die Eierstöcke?

Da beim Drilling ja Eierstocksgewebe zerstört wird, könnte dies theoretisch zu einem verstärkten Kontakt mit dem Immunzellen des Körpers und zur Ausbildung von Antikörper gegen die Zellen des Eierstocks führen.

Ultraschallbild bei PCO-Syndrom

Ultraschallbild bei PCO-Syndrom

Eine Studie kann diesbezüglich beruhigen: Bei 52 Patientinnen wurden zur Klärung dieser Frage von einer iranischen Gruppe von Wissenschaftlern diese Antikörper vor und 30-40 Tage nach einem solchen Eingriff bestimmt. Einfache Antwort (und das ist selten in der Medizin): Keine der Patientinnen entwickelte nach der Operation diese Art von Antikörpern (antiovarian antibodies (AOA)). nebenbei berichten die Autoren dieser Studie darüber, dass ¾ der Frauen nach der Stichelung schwanger wurden. Es handelte sich hierbei ausschließlich um Frauen, die zuvor auf Clomifen nicht mit einem Eisprung reagierten.


Kann man eine Bauchspiegelung vermeiden?

Theoretisch ja, behaupten ägyptische Wissenschaftler. Auch hier wurden clomifenresistente Frauen behandelt und zwar 163 an der Zahl. Bei ihnen wurde das „Drilling“ jedoch nicht ausschließlich per Bauchspiegelung durchgeführt, sondern bei der Hälfte transvaginal mit Hilfe einer ultraschallgesteuerten Punktion der kleinen „Zysten“ (Follikel). Dieses Verfahren entspricht dem bei der Follikelpunktion im Rahmen der IVF.

Die Ergebnisse waren erfreulich. Die untersuchten Parameter (Zyklus, Verminderung der Behaarung, Verminderung der Hautunreinheiten, Eisprung, Schwangerschaft, Absenken von erhöhten LH und Testosteron-Spiegeln) veränderten sich in beiden Gruppen positiv und in in identischem Ausmaß.

Die Autoren empfehlen das „Ultrasound-guided transvaginal ovarian needle drilling“ (UTND) als leicht durchführbare Alternative zu der Bauchspiegelung. Zumindest, wenn die Bauchspiegelung nicht auch aus anderen Gründen (Abklärung der Eileiter) notwendig ist, wäre diese Methode einen Versuch wert, scheint mir.

Badawy A, Khiary M, Ragab A, Hassan M, Sherief L
Ultrasound-guided transvaginal ovarian needle drilling (UTND) for treatment of polycystic ovary syndrome: a randomized controlled trial.
Fertil Steril. 2009 Apr;91(4):1164-7. Epub 2008 Mar 14

Alborzi S, Tavazoo F, Dehaghani AS, Ghaderi A, Alborzi S, Alborzi M
Determination of antiovarian antibodies after laparoscopic ovarian electrocauterization in patients with polycystic ovary syndrome.
Fertil Steril. 2009 Apr;91(4):1159-63. Epub 2008 Apr 25


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Kommentare

10 Kommentare für “„Drilling“ zur Behandlung des PCO-Syndroms”

  1. Ich finde das hört sich positiv an und ist alle mal ein Versuch wert.

    (Ich sollte zur späten Stunde keine News mehr lesen. Ich habe natürlich promt Drillinge gelesen und mich gefragt, wie diese bei PCO helfen sollen 😉 )


    Geschrieben von Schweden am 4. Mai 2009 um 23:48
  2. Ich bin (nicht das erste Mal) ueberrascht ob der Ursprunglaender der Studien.


    Geschrieben von chesire am 5. Mai 2009 um 08:03
  3. @ Chesire: Dazu muss man sagen, dass „Fertility Sterility“ traditionell auch Studien aus Ländern veröffentlicht, denen man die IVF vielleicht so recht nicht zutraut. Letzteres ist natürlich nicht so, die Studien selbst sind oft recht einfach konzipiert, was aber durchaus reizvoll sein kann. Einfache Antworten auf einfache Fragen gibt es in der medizinischen Literatur viel zu wenig


    Geschrieben von Elmar Breitbach am 5. Mai 2009 um 09:32
  4. Ich wundere mich, dass ÜBERHAUPT jemand per BS sowas macht… Punktieren kann man ja sogar ohne Narkose 🙂

    Ich habe Zysten immer so „wegmachen lassen“ 🙂


    Geschrieben von Greta am 5. Mai 2009 um 11:19
  5. @ Greta: Nun gibt auch andere Zysten als die, welche Sie gehabt haben…

    z. B. einen Eierstock mit 50 Follikeln à 6-10 Millimetern. Ich bin mir da ehrlich gesagt nicht so sicher, dass das effektiv punktierbar ist.

    Bei einzelnen großen Zysten ist das etwas anderes. Wenn diese allerdings immer wieder auftreten auch.


    Geschrieben von Elmar Breitbach am 5. Mai 2009 um 11:26
  6. Naja, bei FÜNFZIG würd ich auch Sorgen kriegen 🙂 und äh… vielleicht in 2-4 Gängen jeweils einen Teil punktieren lassen??? Hm… Bauchspiegelung ist ja auch nciht soooooooo… toll 🙂

    Wie issn das: erst wird doch mit Pille eh der ES unterdrückt und das wachsen neuer Follikel, oder? Oder sprechen die da von Frischlingen, die mit geschätzten 50 Zystchen reinkommen und behandelt werden? Die Studieneckdaten sind nicht so ganz offensichtlich 😉


    Geschrieben von Greta am 5. Mai 2009 um 15:01
  7. @Greta: Die Antralfollikel, die bereits vorhanden sind, werden von der Pille nur geringfügig beeinflusst. Das sind ja auch clomifenresistente Frauen, werden also bereits vorbehandelt sein


    Geschrieben von Elmar Breitbach am 5. Mai 2009 um 15:52
  8. Hm, danke 🙂

    Und was ich immer mal wissen wollte: nach so einer Stichelung würden dann ja wieder in den nächsten Zyklen so viele Follikel heranreifen bis zur Unreife. Oder lässt das nach nach der Stichelung? Wie lang hält das denn so vor?


    Geschrieben von Greta am 5. Mai 2009 um 16:36
  9. Das hält selten länger als ein Jahr vor


    Geschrieben von Elmar Breitbach am 5. Mai 2009 um 16:52
  10. Unser kleiner Julian ist Ergebnis solch einer Stichelung *mega-freu*

    @Schweden: auch ich hab Drillinge gelesen 😉


    Geschrieben von badenmaus am 6. Mai 2009 um 00:08

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