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Immer wieder wird in wissenschaftlichen Studien untersucht, ob zusätzliche Östrogengaben in der zweiten Zyklushälfte bei einer künstlichen Befruchtung die Einnnistung der Embryonen unterstützen können.
Die Idee dahinter ist, dass der Gelbkörper im natürlichen Zyklus nicht nur Gelbkörperhormone sondern auch Östrogen bildet und daher beide Hormone unterstützend gegeben werden sollten. In der eingangs verlinkten Studie (hier nochmal) kam es zwar zu einer deutlichen Verbesserung der Schwangerschaftsrate, jedoch war das untersuchte Patientenkollektiv möglicherweise nicht geeignet, die Effektivität der Behandlung zu beweisen.
In einer aktuelleren Studie wurden nur Patientinnen einbezogen, die sich einer ICSI-Behandlung unterziehen mussten und bei denen eine gute Embryoqualität am Tag des Transfers erkennbar war, um andere Einflussgrößen auszuschließen. 176 wurden am Tage des Transfers zufällig (randomisiert) auf zwei Behandlungsgruppen verteilt:
Bei Bestimmung der Hormonwerte aus dem Blut ergaben sich trotz der zusätzlichen Östrogengaben keine statistisch signifikanten Unterschiede in beiden Gruppen in der zweiten Zyklushälfte.
Auch die Schwangerschaftsrate unterschied sich nicht: Mit 42% (34 von 81) gegenüber 41,8% (33 von 79) waren sie sogar praktisch identisch. Ebenso der weitere Verlauf der Schwangerschaft: Die Fehlgeburtenrate und die Zahl der Mehrlingsschwangerschaften unteschieden sich nur unwesentlich.
Die Autoren ziehen aus diesen Ergebnissen den Schluss, dass eine zusätzliche Gabe von Östrogenen in der zweiten Zyklushälfte keinen positiven Einfluss auf den Verlauf der Behandlung hat. Wer aus der Leserschaft jedoch trotzdem Östrogene zusätzlich bekommt, der kann dieser Studie zumindest entnehmen, dass es keine negativen Auswirkungen hat.
Serna J, Cholquevilque JL, Cela V, Martínez-Salazar J, Requena A, Garcia-Velasco JA
Estradiol supplementation during the luteal phase of IVF-ICSI patients: a randomized, controlled trial.
Fertil Steril. 2008 Jan 11 [Epub ahead of print]
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