Muss man nach einer Insemination Gelbkörperhormone geben?

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Nachdem wir nun gestern bereits klären konnten, dass die Downregulation bei der Insemination nicht hilfreich ist, nun noch eine aktuelle Studie zu einer weiteren Frage. Oft wird nach einer Insemination Gelbkörperhormon (Progesteron) zur Unterstützung der Gelbkörperphase gegeben. Meist eher motiviert durch die Annahme, dass es zumindest nicht schade.

In der Studie wurden insgesamt 253 Paare behandelt, bei denen die Frauen alle hMG (Menogon) in Verbindung mit Clomifen zur Stimulation der Eierstöcke erhielten. 127 Frauen erhielten 2x 400 mg Progesteron täglich im Anschluss an die Insemination und 126 lediglich ein Plazebo ohne Wirkstoff.

Der kleine Vorspeisenteller bei Kinderwunschbehandlung. Darf es auch ruhig ein wenig weniger sein?
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Die Schwangerschaftsraten waren generell recht hoch für eine Inseminationstherapie, unterschieden sich jedoch nicht signifikant (15,8 mit und 12,7 ohne Progesteron). Auch die Fehlgeburtenrate wies keine wesentlichen Unterschiede auf, die der Wirkung des Gelbkörperhormons zugeschrieben werden könnte (10 und 18,8%). Dies scheint zwar ein deutlicher UNterschied zu sein und man mag daraus einen Trend ableiten, aber Statistiker nennen einen Unterschied erst dann signifikant, wenn er nicht mehr zufällig sein kann, sondern Folge der Therapie ist.

Zumindest also für die Stimulation mit Clomifen und Menogon lässt sich ein positiver Effekt der Gabe von Gelbkörperhormon auf den Ausgang einer Insemination nicht erkennen. Das bedeutet nicht, dass man etwas falsch macht, wenn man es trotzdem gibt, da das Nebenwirkungsspektrum doch sehr übersichtlich ist, aber notwendig ist es nicht.


Hossein Rashidi B, Davari Tanha F, Rahmanpour H, Ghazizadeh M
Luteal Phase Support in the Intrauterine Insemination (IUI) Cycles: A Randomized Double Blind, Placebo Controlled Study.
J Family Reprod Health. 2014 Dec;8(4):149-53

Foto von epSos.de



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Kommentar

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4 Kommentare

  1. Luzie schreibt

    Interessant. Ist nicht durch die Stimulation eh eine bessere Gelbkörperfunktion zu vermuten, zumindest falls diese aufgrund einer Eizellreifestörung suboptimal war?

    Persönlich hätte ich da die Ergebnisse bei unstimulierten IUIs interessanter gefunden.

  2. Luzie*** schreibt

    P.S. So ganz niedrig dosiert war die Progesterongabe mit 2 x 400 mg aber auch nicht 😉

  3. Elmar Breitbach schreibt

    Stimmt, die Dosis war enorm hoch. Aber so ist die Aussage wenigstens uneingeschränkt, denn sonst wäre die Diskussion entbrannt, ob man nicht evtl. hätte auch höher dosieren müssen. Noch hher geht nicht 😉

  4. Progesteron nach Insemination: Hilft es?

    […] immer mal wieder gestellt, aber auch Reproduktionsmediziner sind sich da nicht einig. In einer Studie aus dem letzten Jahr fand sich eine leichte Verbesserung der Schwangerschaftsrate, ohne dass der Einfluss des Progesterons statistisch signifikant gewesen […]