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Mittelschmerz: Mythos oder Eisprung?

eisprung.jpgDer Mittelschmerz… Ich liebe ja Mythen. Also Sachen, die jeder weiß, als gegeben hinnimmt und nicht mehr hinterfragt. Manchmal sind sie aber auch wie des Kaisers neue Kleider: Jeder kennt sie, sieht sie und spricht darüber. Obwohl es sie gar nicht gibt. Und wer sie nicht sieht, hat ein Problem. Nun ganz so schlimm ist es mit dem Mittelschmerz nicht. Den gibt es.

Aber ist das wirklich immer auch der Eisprung, der dort gespürt wird?

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Eisprung und der weibliche Zyklus
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Ich spüre ganz genau, wann mein Eisprung stattfindet“. Viele Frauen fühlen in der Mitte des Zyklus ein Ziehen im Unterbauch “Mittelschmerz” und nehmen dann an, dass dies den Zeitpunkt des Eisprungs zuverlässig angibt. Andere spüren vermehrten Ausfluss, Veränderungen der Libido und Stimmung und führen diese Symptome auf den nahenden Eisprung zurück. Und manche Frauen spüren gar nichts und fühlen sich schlecht dabei. Weil sie glauben, entweder keinen EIsprung zu haben, oder doch zumindest ein schlechtes “Körpergefühl”. Was ja fast genau so schlimm ist, wenn frau ihren mittelschmerzgeplagten Freundinnen Glauben schenken kann.

Meine persönliche Erfahrung in der Praxis ist eine andere. Es gibt sicherlich Frauen, die in der Tat anhand solcher Symptome den Ovulationszeitpunkt exakt vorhersagen können. Genauso gibt es aber auch Patientinnen, die sicher sind, demnächst ihren Eisprung auf der linken Seite zu bekommen und im Ultraschall zeigt sich ein unreifer Follikel auf der rechten Seite.

Damit keine Missverständnisse auftreten: Es geht nicht um Frauen, die mit den Methoden der natürlichen Familienplanung ihren Eisprung bestimmen möchten, dies ist erfahrungsgemäß zuverlässiger.

Die Studie

Was liegt näher, als dazu eine Studie durchzuführen. US-amerikanische Wissenschaftler haben dies getan. Dazu befragten sie zunächst mögliche Studienteilnehmerinnen, ob sie ihren Eisprung spüren. Dies war Voraussetzung zur Aufnahme in die Studie. 36 Frauen wurden in die Studie aufgenommen und sammelten Urinproben vom 5. Zyklustag bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie ihren Eisprung vermuteten. Die Proben wurden zur späteren Bestimmung des LH (Hormon, welches den Eisprung auslöst) eingefroren. Insgesamt sammelten die Frauen Urinproben von bis zu 6 Zyklen, insgesamt ergaben sich Daten von 87 Zyklen.


Trefferquote bestenfalls weniger als die Hälfte

In 37 dieser untersuchten Zyklen fand sich tatsächlich eine Anstieg des LH (der einem Eisprung vorausgeht) in den entsprechenden Proben, was einer Trefferquote von 42,5% entspricht. Wurden nur die jeweils ersten Zyklen der Frauen ausgewertet, dann lag diese Rate mit 36,1% noch niedriger. Und wurden zur guter Letzt Probandinnen ausgeschlossen, welche die Basaltemperatur maßen, dann lag die Trefferquote nur bei gut einem Viertel (28%).

Die Frauen, die 3-6 Zyklen kontrollierten, hatten jedoch in fast der Hälfte der Fälle (48,9%) recht mit ihrer Vorhersage. Aber selbst diese motivierten Frauen, die sich also intensiver mit ihrem Eisprung beschäftigten und auch mehrere Zyklen lang die Studie “durchhielten” tippten somit in der Hälfte der Fälle daneben. Die Autoren schließen aus diesen Ergebnissen, dass der Eisprung für die meisten Frauen ohne Verwendung von Hilfsmitteln ein Ereignis ist, welches ihnen oft verborgen bleibt.

Dieser Artikel ist ein “Wiedergänger”, also ein Artikel aus dem alten Blog, dessen Aussage aber zeitlos ist. Anlass, ihn wieder auszugraben war die Tatsache, dass ich meinen Statistiken entnehmen konnte, dass alleine heute 7x nach dem Begriff “Mittelschmerz” in diesen News gesucht wurde. Beim nächsten Mal sollten die Suchenden etwas finden, so dachte ich.

Sievert LL, Dubois CA.
Validating signals of ovulation: do women who think they know, really know?
Am J Hum Biol. 2005 May-Jun;17(3):310-20


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Kommentare

20 Kommentare für “Mittelschmerz: Mythos oder Eisprung?”

  1. sie hätten den “mondfaktor” noch irgendwo mit unterbringen sollen, dann wärs ein echter kracher geworden
    :-)


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    Geschrieben von reaba am 11. März 2008 um 22:35
  2. Das war definitiv die richtige Entscheidung und Danke für mein endlich gerade gerücktes Körpergefühl. ;) Die fifty-fifty-Treffer gefallen mir auch. Statistisch gesehen ist das ja eine eindeutige Mitteilung.


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    Geschrieben von Pat am 11. März 2008 um 22:44
  3. Und wenn man dann noch berücksichtigt, daß um die Mitte des Zyklus herum die Wahrscheinlichkeit für einen Eisprung sowieso erhöht ist, relativiert sich die Trefferquote nochmals.


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    Geschrieben von Ute am 11. März 2008 um 23:12
  4. So einfach sollte man es sich aber nun wirklich nicht machen, liebe Ute :-D


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    Geschrieben von E. Breitbach am 11. März 2008 um 23:20
  5. @ reaba: Zum Mond habe ich hier schon etwas. Das schlägt alles…


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    Geschrieben von E. Breitbach am 11. März 2008 um 23:22
  6. Nun, ich kann den ES schon deshalb nicht genau bestimmen, weil der Mittelschmerz mannchmal bis zu drei Tage andauert… Zudem ist er in manchen Zyklen heftiger und in anderen fast nicht spürbar. Darauf verlassen würde ich mich nicht ;-).

    Ute, wenn man wie ich lange und kurze Zyklen hat, dann minimiert das die Trefferquote schon wieder etwas, weil die Mitte nicht vorhersehbar ist ;-). Trotzdem stimmt es bei mir, dass immer ca. 14 Tage nach Mittelschmerz die Regel kommt.


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    Geschrieben von atonne am 12. März 2008 um 09:18
  7. Jaja. Auch bei mir dauert der Mittelschmerz 3-4 Tage und ich vermute den ES irgendwo in der Mitte. Wars ein guter Folli, dann ist eben unmittelbar nach ES sowas wie ne Mini-ÜS zu spüren. Der Mittelschmerz wird neuerdings eingeleitet von einer Megamenge Tapetenkleister. Das hatte ich vor der SS nie. Es gibt Zyklen, da fühle ich mich wie stimuliert und mit mehr als 10 Follis trächtig, dann gibts auch ne SB vor/nach dem ES (weiß ich eben nicht). Meine FÄ sagt, die SB kommen vom erhöhten E2. Ist aber blöd, weil mit Schmerzen und SB macht Zielpoppen erst recht keinen Spaß. Na egal. Ich habe den Mittelschmerz jedenfalls immer links, weiß aber, dass meine Eierchen immer schön abwechselnd rechts und links reifen. nur links werden sie schöner und wenn links dran ist, dann gibts recht immer einen kleinen Mitläufer. Klingt komisch, is aber so.


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    Geschrieben von miez37 am 12. März 2008 um 10:10
  8. Ich hatte auch oft einen Mittelschmerz, und dann haben wir rausgefunden, dass ich ohne Stimuation gar keinen Eisprung habe, egal wie heftig der Mittelschmerz war.

    Interessant wäre für mich die Frage, was man da eigentlich spürt, vielleicht eher eine generelle vermehrte Aktivität des Eierstocks? Oder noch was anderes?


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    Geschrieben von raise am 12. März 2008 um 10:21
  9. Doc, es wurden in der Studie Daten gezeigt, aber keine konkrete Antwort zur Frage.
    Vielleicht können Sie uns sagen wie es nun ist.
    1. Deutet dieses Mittelschmerz um Zyklusmitte wirklich den ES und wenn ja warum? Gibt es ein Zusammenhang zwischen Hormonen und Rücken? Oder die Folikeln tun das?
    2. Wenn das nicht so ist, woher kommt dann der Schmerz in den Tagen?
    Und ja, es ist auch komisch dass man Schmerzen oder Symptome bekommt (auch)auf der falschen Seite.
    Ein Arzt erklärte mir es geht um den medizinischen Begriff “Sympathie”. Genau weiß ich es jetzt nicht wie das funktioniert.


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    Geschrieben von Ich am 12. März 2008 um 10:22
  10. Andra, Sie verlangen immer konkrete Antworten. Die gibt es in der Medizin aber doch nicht ;-)

    Die Autoren schließen aus diesen Ergebnissen, dass der Eisprung für die meisten Frauen ohne Verwendung von Hilfsmitteln ein Ereignis ist, welches ihnen oft verborgen bleibt.

    Mehr gibt es dazu nicht zu sagen, nur ergänzend: Nicht jede Frau, die von sich behauptet, ihren Körper zu spüren hat recht.

    @ Raise: Wie Miez schon sagte: Das Spannungsgefühl vor dem Eisprung, den Eisprung, die Flüssigkeit im Bauch nach dem Eisprung. Alles möglich


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    Geschrieben von E. Breitbach am 12. März 2008 um 10:35
  11. ..man zeige mir die frau, die mittelschmerz von zeitgleich auftretender flatulenz (endo, darmreizung, zyste etc) abgrenzen kann ;-)

    @doc…jaaaa! :-) … das ist es doch! hab ich seinerzeit glatt überlesen…tzzzz
    danke fürs ausgraben!
    ich such gerade mein altes geodreieck… :-)


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    Geschrieben von reaba am 12. März 2008 um 10:49
  12. Also… ich kann ihn – konnte immer schon – exakt fühlen, aber seit der kiwu-Behandlung mit HCG Spritzen weiß ich, dass es ein Ei-Plopp ist *lol*

    Also wirklich, aber wer weiß, vielleicht ist das ein Endo-Vorteil… ich denke, durch die Vernarbungen kann man das “Bemühen” des Eileiters ums Auffangen oder das Platzen der festen Hülle des Eierstocks (durch die Narben) oder weiß der Henker was eben fühlen. Ich fühle auch Mini-Zysten, alle das. Die Endo-Antenne???

    Jedenfalls ist exakt NACH dem Eisprung der Schmerz weg, dann vergeht einige Zeit, dann ist die Gelbkörperzyste groß und drückt (anderer Schmerz…) und dann ist wieder ein neuer Schmerz da: PMS bei Endos. Gepaart mit dem Mens-Schmerz bei Endos kann ich also ne Menge Schmerzen unterscheiden. Krass. Ich wünsche mir die Wechseljahre, bitte, echt… dann soll das ja alles besser werden, oder???????

    :-) von Greta


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    Geschrieben von Greta am 12. März 2008 um 15:34
  13. Ich spüre diesen Mittelschmerz exakt am 18. ZT – jeden Monat!! Die Schmerzen im Bauch sind dabei so schlimm, dass ich jedesmal Schmerzmittel brauche. Als ich schwanger werden wollte, hab ich genau an diesem Tag keinen Sex gehabt. Denn mit Bauchweg hat man ja keine Lust…Nach 6 Monaten ohne positiven Schwangerschaftstest hab ich mich dann doch mal überwunden und diesen schmerzhaften Tag genutzt – tja ich war sofort schwanger! Jetzt verhüte ich mit der “natürlichen Familienplanung”. Da kann man auf 3 Tage genau sehen, wann Eisprung ist. Und ich muss sagen, mein Mittelschmerz hat mich nie getrügt. Jetzt weiß ich wenigstens beim 2. Kind, wann die beste Zeit ist.


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    Geschrieben von Caro am 29. Mai 2008 um 08:53
  14. @Caro: Es ist ja auch nicht ausgeschlossen, dass eine Frau ihren Eisprung genau spürt. Es ist jedoch schon auch so, dass auch viele Frauen, die sich völlig sicher sind, den Eisprung anhand des Mittelschmerzes nicht eingrenzen können.


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    Geschrieben von E. Breitbach am 29. Mai 2008 um 09:58
  15. Hallo, bin zufällig beim Googlen hierher gekommen. Habe 2-jährige ICSI-Zwillinge und seit der SS endlich kürzere Zyklen (32-36Tage statt 38-56!!!). Hoffe auf ein Wunder (spontan Kind 3 trotz OAT III) und beobachte ZS etc. Habe neuerdings kurz nach dem “fruchtbaren” Schleim so ein komisches drückendes Gefühl im tiefen Unterbauch wahrgenommen, geht über mind. einen halben Tag, tut auch irgendwie ein bisschen weh, aber ist nicht einseitig (eher mittig). Kann das trotzdem ein Mittelschmerz sein? Oder ist der viel mehr piksend oder brennend oder,oder…? Kann das jemand beschreiben, der ihn fühlt? Hatte nämlich vor der ICSI fast nie einen ES, glaube jetzt wohl schon.


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    Geschrieben von kalinka am 14. Juni 2008 um 20:32
  16. @kalinka: Es mag sein, dass dieses Symtom für Sie neu ist. Aber nach der Lektüre des Artikels denke ich, sollte sichj die Frage eigentlich von selbst beantworten: Man kann es nicht sagen, ob das der Eisprung ist oder andere Gründe hat.


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    Geschrieben von E. Breitbach am 15. Juni 2008 um 18:13
  17. Hallo, hatte am 14 ZT sehr starken MS. Sitzen, laufen alles weh, stehende Schmerzen ausstrahlend in alle Richtungen manchmal.

    Mein Eisprung sollte am 16 ZT sein ( habe sehr genauen Zyklus), mein Frauenarzt konnte am 15 ZT keinen Follikel finden.

    So, hatte ich nun einen ES?
    Oder gibt es MS ohne Follikel?

    Bin etwas irritiert..


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    Geschrieben von Maralena am 23. Februar 2010 um 20:13
  18. Ich habe mich früher immer lustig gemacht über die Frauen, die sich einbilden, einen Mittelschmerz zu spüren. Ich dachte, diese Kinderwunschfrauen machen aus allem ein Drama. Mir war völlig klar, dass ein Eisprung einfach nicht weh tun KANN.

    Jetzt weiß ich es besser. Ich weiß zwar nicht, ob es der Eisprung bzw. Eisprungbemühungen sind, aber ich habe dann ein paar Stunden fürchterliche Krämpfe in der Nähe des Damms, die aber durch Wärme, Penetration oder einen Orgasmus wieder verschwinden. Bis dahin kann ich nicht einmal aufrecht stehen.


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    Geschrieben von Artemis am 21. Juni 2010 um 15:26
  19. @ Artemis: Das muss hart sein, wenn man nicht einmal aufrecht stehen kann und ein Orgasmus die einzig funktionierende Therapie ist ;)


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    Geschrieben von Elmar Breitbach am 21. Juni 2010 um 23:45
  20. Also wirklich, wenn ich so einen Mist lese, schwillt mir der Kamm. Wen interessieren überhaupt irgendwelche Studien? Jede Frau ist ein Individuum und jede fühlt auch anders. Eine Frau, die ihren Körper gut kennt, merkt auch ihren Eisprung. Ich kann aus eigener Erfahrung berichten, an welchem Tag und auf welcher Seite er stattfindet. Dies hat mein FA bereits 3mal bezeugt, indem er genau zu diesem Zeipunkt US gemacht hat. Bei mir fängt dieser Schmerz bereits 3-4 Tage vor dem eiegntlich ES an, dann am Tag bzw. in den Stunden des ES wird der Schmerz sehr heftig, so dass ich manchmal nicht mehr sitzen kann und jede Bewegung schmerzt. Dazu muss ich auch nicht in mich hineinhören, so ein heftiger Schmerz ist auch nicht zu “überfühlen”!


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    Geschrieben von Katja am 26. April 2011 um 00:43

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