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Helfen mehr Hormone bei Low Respondern?

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Gelegentlich bedingt durch das Alter, oft aber auch ohne erkennbare Ursache reagieren manche Frauen eher schlecht auf eine hormonelle Stimulation, was dann als low response bezeichnet wird. Im verlinkten Kapitel des Theorie-Teils kann man dazu noch mehr erfahren.

Da man aber bei einer künstlichen Befruchtung gerne einige Eizellen mehr als üblich hat und auch z. T. die Auffassung besteht, dass die Chancen geringer sind, mit weniger Eizellen schwanger zu werden, neigen viele Ärzte dazu, bei solchen Patientinnen die Dosis der Hormone deutlich zu erhöhen. Eine aktuelle Studie hat sich mit dieser Maßnahme und ihrer Sinnhaftigkeit beschäftigt.

Bringt es also etwas, wenn man die Hormondosis stark erhöht?

Zumindest bei jüngeren Frauen scheint dies nicht der Fall zu sein. Australische Wissenschaftler untersuchten die Ergebnisse von 122 Frauen bis 35 Jahren, bei denen aufgrund niedriger AMH-Werte der Verdacht auf eine low response bestand.

35 Frauen erhielten die übliche Stadarddosierung von 150 Einheiten (IE) FSH, die übrigen 87 Patientinnen erhielten Startdosierungen von 200 bis 300 Einheiten.

Weder die Zahl der Eizellen noch die der Embryonen konnte durch diese Maßnahme gesteigert werden und auch die Schwangerschaftsraten waren in beiden Gruppen identisch. In der Gruppe der Frauen mit einer höheren Startdosis wurden jedoch durchschnittlich 1.100 Hormon-Einheiten mehr verbraucht, was die Kosten ohne nachweisbaren Erfolg nach oben trieb. Erfreulicherweise waren jedoch auch die Risiken nicht erhöht. Die Zahl der Überstimulationen war in beiden Gruppen ebenfalls identisch und erwartungsgemäß niedrig.

Die Autoren der Studie kommen daher zu dem Schluss, dass eine Dosiserhöhung bei low respondern nicht sinnvoll und darüber hinaus noch teuer ist.

Lekamge DN, Lane M, Gilchrist RB, Tremellen KP
Increased gonadotrophin stimulation does not improve IVF outcomes in patients with predicted poor ovarian reserve.
J Assist Reprod Genet. 2008 Oct 30. [Epub ahead of print]


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Kommentar

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11 Kommentare
  1. Maria schreibt

    Und wie ist das bei Frauen über 35?
    Kann man vermuten, daß für diese Gruppe das gleiche gilt? Das würde mich sehr interessieren. Schon wegen des positiven Effekts auf die Finanzen.

  2. Elmar Breitbach schreibt

    Meine Erfahrung ist, dass auch hier die schlichte Erhöhung der Dosis ohne weitere Anpassung des Protokolls nur unwesentliche Verbesserung zur Folge hat.

  3. Maria schreibt

    Was kann man denn z.B. noch anpassen in einem Protokoll, was aus 400I.E.Puregon und später Orgalutran dazu besteht?

  4. Elmar Breitbach schreibt

    @Maria: Das kann man nur individuell anpassen, pauschal wirksame Rezepte gibt es da nicht. Antagonisten-Protokolle sind sicherlich schon mal ein guter Weg.

  5. reaba schreibt

    *grübel*…man fragt sich, besonders mit hinblick auf den völlig richtigen hinweis an maria, die therapie sei individuell anzupassen, ob in der höher stimulierten gruppe nicht die frauen drin waren, die wirklich auch von den höheren hormongaben profitierten?

    oder ist durch die einfache größe/zusammensetzung der beiden studiengruppen dieser effekt ganz auszuschließen?

  6. Elmar Breitbach schreibt

    Die Zusammensetzung der Gruppen soll gleich gewesen sein. Was mich aber auch stört ist die Tatsache, dass die beiden Gruppen unterschiedlich groß sind

  7. atonne schreibt

    Die Erfahrung habe ich auch gemacht, obwohl ich mit ca. 8-10 Follis nicht wirklich Lowie bin. Egal, wie viel ich spritze, es werden nicht mehr als 10. Zum Geldbeutelsparen sind wir jetzt auch zurück auf eine vernünftige Dosis von 225 IE gegangen, wozu mehr spritzen, wenn es eh nichts nützt (außer dem Medi-Hersteller) ;-).

  8. greta schreibt

    Ich habe in 24 Stimuzyklen mit BELIEBIGEN Mengen Menogon oder Gonal auch bemerkt, dass NIE mehr als 2-3 EZ entstehen, Lowie ist nicht umsonst Lowie, sonst wäre er ja keiner… doof formuliert.

    Aber was daran war jetzt so neu oder durchschlagend oder so?

    Klar, bei neg. Werten aus AMH – EZ-Reserve erschöpft – ist nicht viel zu machen. Aber dass ein Low Responder nicht antwortet auf Stimumengen… hm…

    Viel wichtiger wäre ja, herauszufinden, warum er nicht antwortet und ob man die Sensibilität für Hormone vielleicht steigern kann.

    Ich finde übrigens die Steigerung von 150 auf 200 bis 300 nicht soooo doll, in unserer Praxis wurde bei Lowies versuchsweise auch schon mal mehr Geld verbrannt 😉 erfolglos, natürlich 🙂

    Grüßchen

  9. Rebella schreibt

    Hier meine Sammlung zum Thema Lowresponder, die ich aufgrund eines für mich sehr interessanten Erfahrungsberichtes angelegt habe:

    http://www.klein-putz.net/forum/viewtopic.php?t=24153

    Ich habe auf dieses Thread auch eine Reihe von positiven Meldungen bekommen, wo Frauen schrieben, dass ihnen dieser Hinweis was genützt hat.

  10. greta schreibt

    genau – rebella – guter bericht. so wird das auch bei uns gemacht. Und es wird – so man mit 2-3 EZ zufrieden ist, ja auch ab tag 2 gespritzt……. nur offenbar machen das immer noch nicht alle ??

  11. […] Ein weiterer Artikel, der zeigt, dass mehr Hormone bei low respondern nicht helfen […]