Kryotransfer: Welche Vorbehandlung ist die beste?

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Bei der Rückgabe zuvor eingefrorener Eizellen (siehe auch Kryokonservierung), muss die Gebärmutterschleimhaut für die Einnistung der Embryonen vorbereitet werden.

Diese hormonelle Vorbereitung geschieht mit unterschiedlichen Methoden:

  1. Im natürlichen Zyklus (Meist jedoch mit medikamentösem Auslösen des Eisprungs
  2. nach hormoneller Stimulation der Eierstöcke, um die Eizellreifung zu verbessern und damit die Östrogenwerte, die für den Aufbau der Schleimhaut notwendig sind
  3. Durch die Gabe von Östrogenen und Gelbkörperhormonen in dem Bestreben, den Hormonverlauf eines natürlichen Zyklus nachzubilden und die Schleimhaut so aufzubauen
  4. Wie 3, jedoch mit Downregulation im Vorfeld, um den Einfluss der eigenen Hormone der Frau zu minimieren

Es gibt eine Vielzahl von Studien, die den unterschiedlichen Effekt dieser Behandlungsmethoden miteinander vergleichen. In einer aktuellen Übersicht wurde nun versucht, die Studien herauszuarbeiten, die aussagefähige Ergebnisse zeigten und strengen wissenschaftlichen Standards folgen. Besonders strenge Kriterien hinsichtlich der Beweiskraft von Studien werden angelegt, wenn eine wissenschaftliche Arbeit in der Cochrane Database publiziert wird. Mehr dazu finden Sie hier.

Sieben Studien konnten gefunden werden, die diese Voraussetzungen erfüllten. In diesen Arbeiten wurden die Behandlungen von insgesamt 1120 Frauen erfasst. Die Ergebnisse:

  • Natürlicher Zyklus gegen Östrogene plus Gelbkörperhormone: Hier fanden sich keine signifikanten Unterschiede, wobei die sogenannten Konfidenzintervalle recht weit gefasst waren und theoretisch Vorteile für die eine oder andere Methode nicht auszuschließen sind
  • Gabe von Östrogenen und Gelbkörperhormonen mit und ohne Downregulation im Vorfeld: Hier fand sich ein signifikanter Vorteil bei der Lebendgeburtenrate für die Patientinnen, die zusätzlich ein Downregulation erhielten. Auch die Schwangerschaftsrate war höher, jedoch nicht so deutlich, dass dieser Unterschied signifikant war
  • Östrogen- und Gelbkörperhormongabe gegen eine milde Stimulation mit Spritzen (FSH): Kein Unterschied.
  • Östrogen- und Gelbkörperhormongabe gegen eine milde Stimulationmit Clomifen: Kein Unterschied.
  • Östrogen- und Gelbkörperhormongabe mit Downregulation gegen eine milde Stimulation mit Clomifen: Kein Unterschied.
  • Clomifen mit zusätzlichen Spritzen (HMG) gegenüber Spritzen alleine: Signifikant bessere Ergebnisse in der Gruppe ohne Clomifen: Weniger Zyklusabbrüche wegen suboptimaler Stimulation, bessere Schwangerschaftsrate und geringere Mehrlingsrate, letzteres jedoch ohne statistisch signifikanten Unterschied.

Wenn man diese Ergebnisse zusammenfasst, kann man zwar jeweils zwei Arten der Vorbehandlung einander gegenüberstellen, welche Methode jedoch allen anderen vorzuziehen ist, kann man anhand der gegenwärtigen Datenlage nicht entscheiden. Ein echter Vorteil ergibt sich aus keiner der aufgeführten Vorbehandlungen.

Vielleicht ein Grund mehr, die einfachste Methode zu wählen, wenn es möglich ist, also z. B. den natürlichen Zyklus.


Ghobara T, Vandekerckhove P.
Cycle regimens for frozen-thawed embryo transfer.
Cochrane Database Syst Rev. 2008 Jan 23;(1):CD003414.


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Kommentar

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1 Kommentar

  1. Rebella schreibt

    Sag ich ja schon lange. Vor allem das Kosten-Nutzen-Verhältnis dürfte hier signifikant besser ausfallen.

    Das Schweizer IVF Register zeigt im Vergleich zum D.I.R. das ja auch sehr gut.