Krebs und Hormonbehandlung


Immer wieder wird diskutiert, ob Hormonbehandlungen wegen unerfüllten Kinderwunschs auch Krebs auslösen können. Anfang dieses Jahres habe ich dazu bereits Ergebnisse des schwedischen Geburts- und Krebsregisters veröffentlicht, die erneut mit beruhigenden Ergebnissen aufwarten konnten. Dort ging es um Krebs nach IVF-Behandlungen.

Eine aktuelle dänische Studie untersuchte den Einfluss der Hormonbehandlung auf die Inzidenz von Brustkrebserkrankungen. Dazu wurde der Verlauf bei 54.362 Frauen mit Kinderwunschbehandlungen erfasst, die in den Jahren zwischen 1963 und 1998 in dänischen Kinderwunsch-Praxen behandelt wurden. in der Studien wurden die Art und Dauer der Behandlung dokumentiert und die Zahl der vorausgegangenen Schwangerschaften.

Betrachtete man alle Patientinnen in dieser Studie zusammen, dann zeigte sich kein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Brustkrebs nach Anwendung von Gonadotropinen, hCG, Clomifen oder GnRH.
Die Zahl der Behandlungen hatte ebenfalls keine negativen Auswirkungen.

Wurde jedoch Progesteron verwendet, kam es zu einer erhöhten Inzidenz von Brustkrebs in Folge der Behandlung. Nicht auszuschließen ist eine geringfügige Erhöhung bei Frauen, die Gonadotropine erhielten und vorher noch nie schwanger waren.

Letzeres deckt sich mit den Beobachtungen aus anderen Untersuchungen, wo die Inzidenz bösartiger Erkrankungen sogar niedriger als bei der Durchschnittsbevölkerung war, wenn die Unfruchtbarkeit erfolgreich behandelt wurde, jedoch höher, wenn die Behandlung erfolglos blieb. Hier kann die protektive Wirkung von Schwangerschaft und Stillen eine positive Rolle spielen und möglicherweise weniger die Hormonbehandlung selbst eine negative.

Im Hinblick auf die Progesteron-Gaben wäre eine Differenzierung nach Art des Progesterons wichtig, denn es stellt sich die Frage, welche Wirkung moderne und dem natürlichen Progesteron entsprechende Präparate (Utrogest, Crinone) haben und natürlich auch, inwiefern die oft zur Behandlung führenden Zyklusunregelmäßigkeiten die eigentliche Ursache sein könnten.

Diese beiden möglichen Risikogruppen bedürfen einer gesonderten Nachuntersuchung und Betrachtung in Langzeitstudienn, so die Autoren des Artikels.


Jensen A, Sharif H, Svare EI, Frederiksen K, Kjær SK
Risk of Breast Cancer After Exposure to Fertility Drugs: Results from a Large Danish Cohort Study
Cancer Epidemiol Biomarkers Prev 2007;16(7):OF1-8


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