Keuchhusten-Infektionen nehmen zu.

Impfungen gegen Keuchhusten sind bei Kinderwunsch unbedingt anzuraten

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Der Keuchhusten (Pertussis) kehrt zurück. Noch nie gab es noch nie so viele Pertussis-Fälle wie jetzt seit Beginn der Meldepflicht. Dem Robert Koch-Institut wurden im Jahr 2016 22.119 Erkrankungen gemeldet. Ein deutlicher Anstieg: Im 2013 waren es nur gut 12.000 Fälle. Seit Beginn des Jahres wurden bereits 1554 Patienten gezählt.

Bei Röteln ist es allen bekannt und wird trotz einer gewissen Impfmüdigkeit in Deutschland auch berücksichtigt: Vor einer Schwangerschaft sollte gegen diese Erkrankung geimpft werden, um Schäden beim Ungeborenen zu vermeiden. Eine Pertussis-Infektion ist jedoch nach der Geburt gefährlich für das Neugeborene. Die hoch ansteckende Infektion kann im ersten Lebensjahr tödlich verlaufen.

Impfung gegen Keuchhusten bei Kinderwunsch angeraten

Daher wird auch die Impfung gegen Pertussis bei den Bezugspersonen von Neugeborenen empfohlen. Dazu gehören auch Paare, die Nachwuchs planen und in diesen Fällen ist natürlich auch der Vater in spe gefordert, denn dieser kann das Kind ebenso anstecken wie die Mutter.

Gegen Keuchhusten sollten sich auch die zukünftigen Väter impfen lassen!

Das Problem: eine lebenslange Immunität wie bei vielen anderen Impfungen (auch z. B. Röteln) besteht nicht, daher muss auch bei Erwachsenen auf einen ausreichenden Impfschutz geachtet werden. Wenn man schon mal dabei ist, den Impfschutz zu überprüfen, sind auch die Großeltern in der Pflicht.

Der Schutz nach einer Erkrankung hält 7 bis 20 Jahre, nach einer Impfung 3,5 bis 12 Jahre.

Sollten ein Impfschutz nicht bestehen, aber eine Schwangerschaft bereits eingetreten sein, so kann auch dann noch eine Impfung durchgeführt werden.  Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt:

 

  • Für Säuglinge vier Teil-Impfungen, die im Alter von 2,3,4 und 11 bis 14 Lebensmonaten erfolgen sollen. Da Keuchhusten für Säuglinge lebensbedrohlich sein kann, sollten diese möglichst früh geimpft werden. Die Impfungen könnten zum Teil zeitgleich mit den Früherkennungsuntersuchungen durchgeführt werden.
  • Für Kinder und Jugendliche je eine Auffrischimpfung mit 5 bis 6 Jahren und mit 9 bis 17 Jahren.
  • Erwachsene sollten die nächste fällige Impfung gegen Tetanus und Diphtherie einmalig in Kombination mit einer Impfung gegen Keuchhusten erhalten. Dies gilt auch, wenn im Verletzungsfall eine Tetanus-Impfung erforderlich ist!
  • Für Frauen im gebärfähigen Alter eine Impfung sowie für Eltern, Großeltern, Tagesmütter und weitere enge Kontaktpersonen von Säuglingen, sofern in den letzten 10 Jahren keine Keuchhusten-Impfung erfolgt ist.
  • Ebenso für Personal im Gesundheitswesen und in Gemeinschaftseinrichtungen, wenn in den letzten 10 Jahren keine Pertussis-Impfung stattgefunden hat.

Häufige Fragen dazu werden auf der Seite des Robert-Koch-Instituts beantwortet.


Quelle BZgA Robert-Koch-Institut

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