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Wissenschaft

Kann Aspirin eine Überstimulation vermeiden?

Das sogenannte Überstimulationssyndrom ist eine der häufigeren Komplikationen bei Kinderwunschbehandlungen mit Hormongaben. Da bei einer künstlichen Befruchtung die Dosierungen der Hormone höher sind als im Rahmen anderer Therapien, steigt hier auch die Wahrscheinlichkeit eines Überstimulationssyndroms an.

Die Wahrscheinlichkeit eines Überstimulationssyndroms (OHSS) ist von verschiedenen Faktoren abhängig:

Eine aktuelle Studie zeigt, dass Aspirin (ASS) geeignet sein könnte, das Auftreten des OHSS bei diesen Risikopatientinnen zu vermindern. Ungarische Forscher untersuchten 2.425 Behandlungszyklen, die mit einem langen Protokoll durchgeführt wurden. Bei ca. 1500 dieser Behandlungen bekamen die Patientinnen ab dem 1. Tag der hormonellen Stimulation 100mg ASS , in den restlichen mehr als 900 Zyklen wurde auf diese Zusatztherapie verzichtet.

Weniger schwere Überstimulationen mit Aspirin

Es traten bei diesen Behandlungen insgesamt 45 Überstimulationen auf, davon lediglich 2 in der Gruppe der Patientinnen, die Aspirin erhalten hatten und die restlichen in der Kontrollgruppe ohne ASS. Aufgrund dieses deutlichen Unterschieds, der jedoch nicht statistisch signifikant ist, empfehlen die Autoren der Studie die Gabe von ASS bei Risikopatientinnen zur Vermeidung eines Überstimulationssyndroms in Erwägung zu ziehen.

Várnagy A, Bódis J, Mánfai Z, Wilhelm F, Busznyák C, Koppán M
Low-dose aspirin therapy to prevent ovarian hyperstimulation syndrome.
Fertil Steril. 2009 Mar 2. [Epub ahead of print]

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Kommentare

10 Kommentare für “Kann Aspirin eine Überstimulation vermeiden?”

  1. Gibt es denn eine Erklärung, warum ASS ein Überstimulationssyndrom verhindern kann? Mir wird der Zusammenhang nicht ganz klar.

    LG Jane


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    Geschrieben von *Jane* am 17. April 2009 um 18:24
  2. Ist das nicht gefährlich, ASS vor der Punktion zu nehmen, es verdünnt doch das Blut, was vor einer OP nicht gut ist?


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    Geschrieben von raise am 18. April 2009 um 11:21
  3. @ raise: das ist auch der Grund, weshalb ich es nicht mache, bzw. meinen Patientinnen davon abrate.

    @ Jane: Schwierige Frage, da man eigentlich ja noch nicht einmal genau weiß, wie die Überstimulation genau abläuft. Eine entzündlich bedingte Durchlässigkeitserhöhung der Blutgefäße scheint ein Grundproblem zu sein (Entzündung ungleich bakterielle Entzündung) und das ASS könnte über eine Milderung dieser entzündlichen Reaktionen wirken


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    Geschrieben von Elmar Breitbach am 18. April 2009 um 11:59
  4. Man kann das Aspirin doch sicherlich ein paar Tage vor der Punktion absetzen und nach der PU wieder nehmen? Oder spricht da etwas dagegen?


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    Geschrieben von Sarasota am 18. April 2009 um 16:48
  5. nach einnahme von ASS kann die Blutungsgefahr noch eine Woche lang signifikant erhöht sein. Das ist nichts, was man als Patient selbst entscheiden sollte


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    Geschrieben von Elmar Breitbach am 18. April 2009 um 19:21
  6. zitat EB:

    “Eine entzündlich bedingte Durchlässigkeitserhöhung der Blutgefäße scheint ein Grundproblem zu sein”

    das ist ja mal eine interessante aussage. besteht die durchlässigkeitsstörung grundsätzlich oder nur unter erheblicher hormon-exposition..?
    falls es dazu studien geben sollte, wäre es toll, wenn sie einen link dazu veröffentlichen könnten, denn ich befürchte diese durchlässigkeitsprobleme machen frau nicht nur nach stimu zu schaffen, sondern vielleicht sogar grundsätzlich. denke da an gerinnungsstörungen, die auch mit veränderungen der gefäße/gefäßwände selbst einher gehen können.

    soweit ich weiß ist ASS doch lediglich ein thrombozytenaggregationshemmer..?
    ASS wirkt allerdings auch entzündungshemmend…wie genau ist denn diese antiphlogistische wirkung definiert oder beschrieben, ausser dass natürlich die allgemeinen entzündungszeichen gesenkt würden – aber um die scheint es in dem fall ja nun nicht zu gehen..?


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    Geschrieben von reaba am 19. April 2009 um 09:47
  7. Sie entsteht nur unter der Hormonexposition und später nicht mehr. Es handelt sich also lediglich um eine akute Nebenwirkung ohne anhaltende Folgen (von Nachwirkungen einer evtl. eingetretenen Thrombose mal abgesehen, die ich persönlich jedoch noch nie erlebt habe)

    ASS ist ein Hemmer der Prostaglinsynthese. Und Prostaglandin ist ein Vermittler von Entzündungsreaktionen.


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    Geschrieben von Elmar Breitbach am 19. April 2009 um 20:12
  8. Danke für die Erläuterung! Wäre denn dann vorstellbar, dass auch andere entzündungshemmenden Medikamente solche “Nebenwirkungen” haben?

    LG Jane


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    Geschrieben von *Jane* am 20. April 2009 um 09:00
  9. @*Jane*: Könnte sein, jedoch hat ASS auch noch den Effekt der Thrombozytenaggregationshemmung, was im Hinblilck auf Einnistungsvorgänge ja positiv zu sein scheint


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    Geschrieben von Elmar Breitbach am 20. April 2009 um 10:59
  10. @jane:

    es gab schon mal vor längerer zeit eine studie zu deiner frage im asiatischen raum..habe ich leider nicht mehr bei den lesezeichen gespeichert..jedenfalls wurde dort um den termin der einnistung ein, dem ibuprofen verwandter wirkstoff in form einer einmaligen tablettengabe verabreicht. mit ähnlichem effekt wie hier beim aspirin beschrieben, nicht statistisch signifikant, aber doch so, dass man schon mal näher hinguckt.
    nur ging es in dieser studie nicht um die vermeidung von überstimulation, sondern um die verbesserung der einnistung.


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    Geschrieben von reaba am 20. April 2009 um 16:33

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