Wie lange kann man Eizellen einfrieren?

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Grundsätzlich eine glückliche Situation: Ein Paar unterzieht sich einer IVF oder ICSI und wird sofort schwanger. Ich weiß, nur die Frau wird schwanger, aber die Aussage „wir sind schwanger“ wird von vielen Paaren so verwendet und bedenkt man den meist mühsamen Weg zu Schwangerschaft, ist das irgendwie auch nachvollziehbar.

Vorher wurden nun noch Eizellen eingefroren. Erst einmal müssen neun Monate vergehen und anschließend die stressige Zeit, die einem ein Neugeborenes neben viel Freude ebenfalls bereitet. Kein Gedanke also an die „Eisbärchen“, die noch im Stickstoff warten. Aber spätestens, wenn das Kind seinen ersten Geburtstag feiert stellt sich die Frage, was man nun mit den Kryoembryonen anstellen sollte und vor allem wann. Kann man die eingefrorenen Eizellen beliebig lange lagern?. Oder ist man nun in einem zeitlichen Zugzwang, weil die Chancen mit der Dauer der Lagerung sinken?

Gestresste Neueltern kann man nun beruhigen, denn die Dauer des Aufenthalts im flüssigen Stickstoff scheint keinen Einfluss auf die Erfolgsraten nach dem Auftauen zu haben. Wissenschaftler aus Norfolk haben dies anhand einer sehr großen Zahl von Patienten und Eizellen nachweisen können. Über einen Zeitraum von mehr als 10 Jahren (1987-2007) wurden die Ergebnisse von Kryotransfers mit eigenen und Spendereizellen untersucht.

Die Dauer der Lagerung hatte keinen Einfluss auf die

  • Überlebensrate von eingefrorenen Eizellen im Vorkernstadium oder Embryonen
  • Schwangerschaftsrate
  • Anzahl der Fehlgeburten
  • Anzahl der Lebendgeburten

und zwar unabhängig davon, ob es sich um gespendete Eizellen oder eigene Eizellen handelte.

Es gibt also keinen Grund, in hektische Betriebsamkeit zu geraten, wenn man noch „Eisbären“ im Gefrierschrank hat. Auch das eigene Alter spielt dabei keine wesentliche Rolle, denn die Fruchtbarkeit der Eizellen hängt vom Alter der Frau zum Zeitpunkt der Eizellentnahme und nicht dem des Transfers ab. Man kann sich also erst einmal in aller Ruhe an das erste gewöhnen, bevor man sich dem Projekt „zweites Kind“ widmet.

Riggs R, Mayer J, Dowling-Lacey D, Chi TF, Jones E, Oehninger S
Does storage time influence postthaw survival and pregnancy outcome? An analysis of 11,768 cryopreserved human embryos.
Fertil Steril. 2008 Nov 20.



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Kommentar

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7 Kommentare

  1. saro schreibt

    Das beruhigt.
    Ich hatte mal was von 5Jahren gehört, danach soll die Quali sinken.

    Danke für den Beitrag!

  2. CarmenSE schreibt

    Und was passiert mit den „auf Eis gelegten“ Eizellen, wenn sich das Paar für kein 2. Kind mehr entscheidet ? Oder die Partnerschaft zerbricht.
    Ich denke 10 Jahre sind ja schon eine lange Zeit, da kann viel passieren. Irgendwann sind die kapazitäten ja auch mal ausgelastet und es müsste „platz für neue Geschaffen werden“.

    Das hört sich jetzt warscheinlich makaber an. Ist aber irgenwie ja schon so.

    Hoffe ich werde jetzt nicht gesteinigt.

  3. Elmar Breitbach schreibt

    Nein, das ist in der Tat ein Problem. Und leider ist es auch nicht einheitlich geregelt

  4. saro schreibt

    Carmen Se, wenn man kein zweites Kind möchte, löst man den Vertrag auf. Und Platzproblem??? Die `Gefrierschränke` sind echt klein.

  5. Lizy schreibt

    Ich würde Embryonenspende befürworten – eine neue Gesetzgebung muss her. Ich bin leider nicht in der glücklichen Lage, wohl überhaupt mal Kryos zu „produzieren“. Aber wenn mein eigener KiWu erfüllt und abgeschlossen wäre, hätte ich keine Bedenken, die übrigen Embryonen zu spenden. Dafür gibt es einfach zu viele, die es bräuchten und zuviel Kummer, den man selbst schon durchgemacht hat, um dem nicht zuzustimmen.