Vitamin D und künstliche Befruchtung


Vitamin D ist für viele Funktionen des Körpers von Bedeutung, in den letzten Jahren häuften sich die Hinweise, welche auch einen nachhaltigen Einfluss auf die Fruchtbarkeit belegen.

In Studien aus dem Jahre 2012 fanden sich bis zu 4x höhere Schwangerschaftsraten im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung. Wir berichteten auch hier darüber und auch über die möglichen Ansatzpunkte des Vitamins bei der Einnistung. So scheint die die Aufnahmefähigkeit der Gebärmutterschleimhaut von einer ausreichenden Versorgung mit Vitamin D zu profitieren, wie Studien im Rahmen einer Eizellspende vermuten lassen. Da auch andere Körperfunktionen durch das Vitamin verbessert werden und deshalb hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) die Aufnahmeempfehlungen für Vitamin D von 5 Mikrogramm auf 20 Mikrogramm erhöht, was 800 Internationalen Einheiten (IE) entspricht. Vor allem in den Wintermonaten wird auch Erwachsenen nun zum Ausgleich des Vitamindefizits geraten.

Vitamin-D-Mangel halbiert Chancen bei IVF

Sonne ist wichtig für eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D
Sonne ist wichtig für eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D
Eine aktuelle Studie bestätigt die Annahme, dass Vitamin D den Eintritt einer Schwangerschaft begünstigt, wenn eine IVF durchgeführt wird. Eine italienische Arbeitsgruppe untersuchte die Schwangerschaftsraten in Abhängigkeit vom Vitamin-D-Spiegel vor Beginn der Stimulation für eine IVF. Als Cutoff wurde ein Wert von 20 ng/ml gewählt. 154 Frauen lagen unter diesem Wert, 181 Frauen wiesen höhere Blutkonzentrationen des Vitamins auf. Die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit in der folgenden IVF lag bei Werten über 20 ng/ml bei 31% (56/181) und bei Unterschreiten dieses Grenzwertes bei 20% (30/154). Diese Differenz scheint deutlich, ist jedoch statistisch nur schwach signifikant.

Grenzwerte umstritten

Wie hoch die Vitamin-D-Spiegel sein sollen und ab wann von einer Minderversorgung ausgegangen werden muss, ist sehr umstritten. Während Werte streitet man sich weiterhin, ob 20 oder 30 ng/ml die Untergrenze einer ausreichenden Versorgung darstellen sollen. Die italienischen Forscher untersuchten daher in ihrem Studienkollektiv die Untergruppe der Frauen, die sicher ausreichend versorgt waren mit Blutkonzentrationen des Vitamin D von mehr als 30 ng/ml. Hier fand sich dann eine Verdoppelung der Erfolgsraten im Vergleich der Frauen, die weniger als 20 ng/ml des Vitamins aufwiesen. Der Effekt scheint also auch abhängig von der Konzentration zu sein. Natürlich kann man daraus nicht schließen, dass „viel viel hilft“ und man sich das Vitamin nun maximal zuführen sollte.

„Aber eine zusätzliche Versorgung mit Vitamin D ist kostengünstig und annähernd nebenwirkungsfrei“ so die Autoren der Studie, weshalb man sich im Zweifel eher für eine zusätzliche Einnahme von Vitamin D entscheiden sollte, „auch wenn weitere Studien diese vorläufigen Ergebnisse noch bestätigen müssen.“

Paffoni A, Ferrari S, Vigano P, Pagliardini L, Papaleo E, Candiani M, Tirelli A, Fedele L, Somigliana E
Vitamin D Deficiency and Infertility: Insights From in vitro Fertilization Cycles.
J Clin Endocrinol Metab. 2014 Aug 14:jc20141802.

Foto von Arek Olek


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Kommentar

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7 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    gruenegurke schreibt

    Ich bin mal so frei und verlinke zum Thema Dosierung:
    http://www.ht-mb.de/forum/vbglossar.php?do=showentry&id=81

    Und bitte auch Calcium (und K2) dazu nehmen.

  2. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Da müsste es dann ja im Sommer mehr Neu-Schwangerschaften geben als im Winter. Ist das so? Mir ist das bisher nicht aufgefallen.

  3. Elmar Breitbach
    gruenegurke schreibt

    Rebella: Naja, die Beruehmten: Im Urlaub SS gewordenen 😉 So ala entspannt euch mal usw.

  4. Elmar Breitbach
    ally extraterra schreibt

    @Rebella: in unseren Breitengraden sicher nicht, da reicht die Sonneneinstrahlung im Sommer auch nicht aus, einen Vitamin-D Mangel zu beheben.

  5. Elmar Breitbach
    Prinzi schreibt

    Wie sieht es denn mit dem Vitamin D-Bedarf in der Schwangerschaft aus?
    Sollte man denn nach Eintritt der Schwangerschaft weiterhin zusätzlich Vitamin D zu sich nehmen oder ist davon eher abzuraten?

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