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Da wartet man jahrelang und während einer Vielzahl von Behandlungen auf eine Schwangerschaft. Wird dann durch eine ICSI schwanger und nun ist das Kind da. Der erste Besuch beim Frauenarzt nach der Geburt. Alles in Ordnung. Wunderbar. Und dann fragt der Arzt: Und haben Sie sich schon Gedanken gemacht, wie Sie nun verhüten möchten?
Und Sie denken ernsthaft über einen Arztwechsel nach. Hat der denn gar keine Ahnung? Jahrelang hat man sich umsonst abgemüht, weil die Spermien zu schlecht waren und nun fragt der nach Verhütung?
Er fragt zurecht, wenn man die Ergebnisse einer deutschen Studie zu Rate zieht: 20% aller Frauen werden ohne ärztliche Hilfe erneut schwanger, wenn sie ein Kind nach einer ICSI bekommen haben. Dies gilt zwar nur für die Paaren, die es auch wirklich erneut versuchen, aber die Trefferquote ist doch erstaunlich hoch und schon ein Grund, über Verhütung nachzudenken, wenn man keine weiteren Kinder möchte.
1614 Frauen, deren Entbindung nach einer ICSI-Behandlung 4-6 Jahre zurücklag, wurden mit einem Fragebogen angeschrieben, den 899 beantwortet zurückschickten. 10.9% hatten nach der Geburt verhütet. 20% der Paare, die weiterhin auf normalem Wege versuchten, ein Kind zu bekommen, taten dies erfolgreich und die Lebendgeburtenrate lag bei 16,4%. Fast 75% der Schwangerschaften traten in den ersten zwei Jahren nach der Geburt ein.
Die Ergebnisse nach erneuter ICSI waren erstaunlicherweise nicht sehr viel besser: Hier wurden 26,6% der Frauen erneut schwanger, die Lebengeburtenrate betrug 16,4%.
Wem das erfreuliche Schicksal beschieden war, konnte vorher nicht abgesehen werden. Abgesehen vom Alter der Frau hatte kein Faktor einen statistisch signifikanten Einfluss auf die Chancen, erneut schwanger zu werden.
Es ist also völlig richtig, dass der Arzt über Verhütung aufklärt, die Autoren der Studie empfehlen dies sogar explizit als Schlussfolgerung aus den erhobenen Daten. Denn selbst, wenn man davon ausgeht, dass all diejenigen Paare, die den Fragebogen nicht beantworteten, auch keine weitere Schwangerschaft zu verzeichnen hatten, wäre immerhin noch eines von 8 Paaren von einer erneuten Schwangerschaft betroffen.
Mir persönlich erscheinen diese Zahlen nur schwer nachvollziehbar. Die Werte für die ICSI zu niedrig und die für spontane Schwangerschaften zu hoch, aber das sind halt nur gefühlte Statistiken und wenn ich diese Ergebnisse in Zweifel ziehe, dann müsste ich mir halt die Mühe machen und dies für meine Patientinnen selbst überprüfen.
Reprod Biomed Online. 2008 Sep;17(3):403-9.
Ich hätte da auch noch differenziert in Paare, die explizit noch mal schwanger werden wollten und solche, die es eigentlich nicht wollten.
Und eigentlich sollte die Trefferquote dann auch von der Indikation abhängen. Insbesondere von der Güte des Spemiogramms.
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Interessanter Artikel, DANKE.
Genau über dieses Thema mach ich mir seit einiger Zeit Gedanken da der Fall nächstes Jahr für mich aktuell werden wird.
Die Zahl von 20% kommt mir aber enorm hoch vor, kann ich kaum glauben, wäre ja klasse. *g*
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Für uns kommt der Artikel 2 Monate zu spät. Wir erwarten nun das 4 Kind spontan nach Kinderwunsch(-behandlung)seit 1999. Freunden von uns haben auch nach ICSI-Zwillingen unpeplant das 3. Kind spontan bekommen.
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Wir haben auch drei ICSI hinter uns.Die dritte erfolgreich mit Zwillingen.Bei uns war es jedoch nicht nur das schlechte spermiogramm sondern auch verschlossene Eileiter.Sogar meine Ärztin meinte damals das Verhütung bei mir wegfallen kann.Und nun….in drei Tagen erwarte ich mein drittes Kind,spontan!!!Und die Zeit scheint auch zu stimmen,denn meine Zwillis sind jetzt 4,5 Jahre.
Diesmal werde ich mich gleich sterilisieren lassen und hoffe dies ist jetzt wirklich endgültig
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Offensichtlich haben doch auch Schwangerschaften einen therapeutischen Effekt. Ich weiß von Frauen, deren PCO sich nach der Schwangerschaft davongemacht hatte und von weniger Beschwerden mit Endometriose.
Und was die schlechten Spermiogramme angeht: Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn.
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Da kann ich nur zustimmen: Wer wegen OAT III eine ICSI gemacht hat und hinterher KEIN weiteres Kind mehr will, sollte unbedingt verhüten!
Wir hatten eine völlig eindeutige ICSI-Diagnose, alle anderen Behandlungsarten standen nie zur Debatte, weil die Spermiogramme wirklich so richtig unterirdisch schlecht waren (ein “Sechser im Lotto” wäre eine Spontanschwangerschaft, hat man uns gesagt).
Trotzdem haben wir nach der Geburt unseres ICSI-Kindes auf normalem Wege noch 2 (!) weitere Kinder bekommen. Und aus meiner aktiven Repro-Zeit kenne ich mehrere Paare, die auch einen oder sogar mehrere kleine “Sechser im Lotto” zu Hause haben.
Wir wollten immer mehrere Kinder und waren überglücklich, dass es noch zweimal völlig problemlos geklappt hat.
Aber Leuten, die sicher sind, dass sie (momentan) keine weiteren Kinder wollen, kann ich nur dringend zur Verhütung raten.
Ich habe einmal mitbekommen, dass eine Frau, die ihr erstes Kind durch ICSI hatte und hinterher nicht verhütete, von ihrer ungeplanten Spontan-Schwangerschaft total entsetzt war und ernsthaft an Abtreibung dachte… Das muss wirklich nicht sein.
Deshalb finde ich es unheimlich wichtig, dass Ärzte ihre Patientinnen darüber aufklären, dass der berühmte “Sechser im Lotto” eben doch nicht SO unwahrscheinlich ist.
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Hm, auch uns wird diese Frage der Frauenärztin ja in absehbarer Zeit ins Haus stehen und ehrlich gesagt hätte ich sicher auch nur gelacht. Die Zahlen in dem Artikel kommen mir auch komisch vor. Mit einem SG, bei dem es sogar bei jeder ICSI eine Zitterpartie war, ob es reicht oder eine Not-TESE geben wird, mache ich mir nach wie vor keine Gedanken über Verhütung. Weitere Kinder wären aber auch mehr als willkommen
Eine Frage habe ich aber noch: was heißt “Paare, die weiter versuchen”?. D.h. sie versuchen gezielt, jeden Monat den ES zu nutzen? Der Druck wäre mir dann doch zu hoch in der Situation…
LG
Kristina
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@ Kristina
Dazu kann ich nur sagen, wie es bei uns war: “Weiter versuchen” hieß in unserem Falle nur, dass wir es bewusst darauf ankommen ließen und nicht verhütet haben. Wobei auch wir angesichts unserer Diagnose nie damit gerechnet hätten, dass es wirklich passiert, weil immer extrem wenige und davon fast keine beweglichen Spermien vorhanden waren.
Die erste ICSI fürs Geschwisterchen war beschlossene Sache und bereits in Planung, als ich den positiven Test hatte.
Nach meiner Erfahrung - persönlich und im Bekanntenkreis - kommen mir die Zahlen für die Spontanschwangerschaften durchaus nicht zu hoch vor. Wie gesagt, ich kenne noch einige mehr, denen es so ging wie uns.
Daher sollten KiWu-Ärzte diese Sprüche wie “Sechser im Lotto” oder “Mann ist so sicher wie die Pille” lieber ausmustern, auch wenn es so schön dramatisch klingt und die eigene Unentbehrlichkeit so deutlich macht.
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@ Dreifachmama: Ja, so würde ich das auch sehen, nicht verhüten, aber auch nicht “aktiv” planen. Alles andere ist meiner Meinung nach sehr unrealistisch, denn rechnen würde ich nie damit. Es stimmt schon, dass man öfter von Paaren hört / liest, bei denen es doch noch geklappt hat, als man zuerst denkt. Insofern stimme ich dir zu: wenn man zu 100% kein Kind mehr will, sollte man wohl besser doch verhüten. Darauf hat unsere Ärztin aber auch hingewiesen, auch wenn sie hinzugefügt hat,dass es bei unserem Befund schon fast ein Wunder wäre…
LG
Kristina
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Wow, das ist mal echt ‘ne Ansage, die 20%. Ich kann nur sagen, dass wir uns darüber schon Gedanken machen werden, wenn’s denn mal soweit ist. Aktuell käm’s ja nicht ungeplant, aber gerade musste ich eben auch an Sine (siehe Kommentar weiter oben) denken, das brauch ich halt echt nicht, denn dann geht’s wirklich an die Existenz…
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Nun, da hoffe ich wohl vergeblich!
Unsere ICSI ist nun gute 6 Jahre her, und es hat sich leider spontan so gar nichts mehr getan.
Zum jetzigen Zeitpunkt käme so ein spontaner Unfall ja ganz gelegen, aber in ein paar Jahren? Allerdings finde ich es schon paradox mich mit Verhütung zu beschäftigen, habe ich mich doch die letzten Jahre gerade mit dem absoluten Gegenteil beschäftigt.
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