Schwangerschaften nach Kinderwunschbehandlung


Hinweise darauf, dass Kinderwunschbehandlungen wie IVF oder auch nur eine hormonelle Stimulation der Eierstöcke den Verlauf einer entstehenden Schwangerschaft negativ beeinflussen können, gibt es zahlreich. Zum Teil wird dies auf den erhöhten Anteil von Mehrlingsschwangerschaften zurückgeführt (siehe hier und hier) oder auf die negativen Einflüsse des mütterlichen Hormonhaushalts, z. B. beim PCO.

Aber auch bei Einlingsschwangerschaften und normalem mütterlichen Hormonhaushalt sind geringeres Geburtsgewicht und Frühgeburten häufiger, des weiteren werden auch vermehrte genetische Risiken und Fehlbildungen als Folge einer hormonellen Stimulation diskutiert.

Eine aktuelle Studie aus den USA konnte zumindest den letzteren Verdacht widerlegen. Ein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen findet sich weder nach einer Hormonbehandlung noch nach IVF, wie die Autoren im Journal Obstetrics & Gynecology berichten.

In der Studie wurde der Verlauf von 36062 Einlingsschwangerschaften untersucht. Davon entstanden 34286 ohne Zuhilfenahme der Reproduktionsmedizin, 1222 nach einer Hormonbehandlung ohne weitere Maßnahme und 544 durch eine IVF-Behandlung.

Nach Korrektur der statistischen Unterschiede in den drei Gruppen zeigten sich keine Unterschiede im Hinblick auf Geburtsgewicht und körperliche Entwicklung der geborenen Kinder.

Jedoch waren nach einer Hormonbehandlung Lösungen der Plazenta und Totgeburten häufiger und insbesondere trat Schwangerschaftsdiabetes häufiger auf. Nach einer IVF waren „Schwangerschaftsvergiftungen“ (Gestosen), Veränderungen des Mutterkuchens und Kaiserschnitte häufiger als in der Kontrollgruppe.

Das häufigere Auftreten von Schwangerschaftsdiabetes könnte damit zusammenhängen, dass unter den Patientinnen, die mit Hormonen behandelt wurden, auch vermehrt Frauen mit einem PCO-Syndrom zu finden sind, einer Erkrankung, die nicht selten mit einer Insulinresistenz kombiniert ist.

Die Autoren dieser Studie raten daher den Frauenärzten, welche die Schwangerschaften nach Kinderwunschbehqandlungen betreuen, zu einer erhöhten Wachsamkeit, um Komplikationen frühzeitig erkennen zu können. Die Schlussnote des Artikels war, „dass die Wahrscheinlichkeit, ein gesundes Kind nach einer Kinderwunschbehandlung zu bekommen, extrem hoch ist„.

Shevell T., Malone F. D., Vidaver J., Porter T. F., Luthy D. A., Comstock C. H., Hankins G. D., Eddleman K., Dolan S., Dugoff L., Craigo S., Timor I. E., Carr S. R., Wolfe H. M., Bianchi D. W., D’Alton M. E.
Use of assisted reproductive technology, either in vitro fertilization or ovulation induction, is associated with a significant risk of adverse pregnancy outcome in singleton pregnancies.
Obstet Gynecol 2005 106: 1039-1045


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