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Die Spermien stellen nur einen geringen Teil des Ejakulats, der wesentlich größere Anteil besteht aus Sekreten der Prostata und der Samenbläschen, dem Seminalplasma. Es wurde hier schon verschiedentlich die Vermutung geäußert, dass dieses Seminalplasma die Einnistung von Embryonen auch bei der künstlichen Befruchtung fördern könne.
Frühere Studien untersuchten die Wirkung des Geschlechtsverkehrs nach dem Transfer der Embryonen und fanden bei den Paaren, die Verkehr nach der Rückgabe der Embryonen hatten, deutliche bessere Einnistungsraten als bei denen, die enthaltsam blieben.
Die Samenflüssigkeit enthält eine Vielfalt von Botenstoffen, z.B. TGF und Interleukin 8, die das Wachstum von Blutgefäßen fördern und Entzündungsreaktionen oder andere immunologische Reaktionen beeinflussen. In Laboruntersuchungen haben Dr. von Wolff und seine Mitarbeiter erstmals festgestellt, dass Samenflüssigkeit die Produktion von sogenannten Zytokinen, sehr aktiven Botenstoffen des Immunsystems, in den Zellen der Gebärmutterschleimhaut reguliert. Diese begünstigen wiederum, wie aus Tierversuchen bekannt ist, die Einnistung der Eizelle.
Basierend auf diesen Überlegungen haben die Reproduktionsmediziner der Universität Heidelberg eine Studie durchgeführt, deren erste Ankündigung hier bereits vor vier Jahren publiziert wurde und deren vorläufige Ergebnisse ebenfalls zu Beginn dieses Jahres.
Die aktuellen Ergebnisse sind die gleichen wie die vom Beginn des Jahres:
Die Teilnahme an der Studie war pro Teilnehmerin auf einen Behandlungszyklus beschränkt. 31 der 168 Patientinnen konnten nicht an der Studie teilnehmen, da zum Beispiel wegen einer schlechten Befruchtungsrate kein Transfer stattgefunden hat. Von den restlichen 137 Teilnehmerinnen bekamen 70 das Placebo und 67 die Samenflüssigkeit ihrer Partner, welches zu einem früheren Zeitpunkt eingefroren wurde. Die Flüssigkeit wurde kurz nach der Punktion in die Scheide und den Gebärmutterhals (=Eingang der Gebärmutter) injiziert.
In der Placebo Gruppe wurden 25,7% (18 von 70) der Frauen schwanger, in der Gruppe mit der Samenflüssigkeit waren es 37,3% (25 von 67). Das bedeutet eine Steigerung von 45%.
Die Ergebnisse sind statistisch nicht signifikant, wenngleich der Unterschied eindrucksvoll ist. Jedoch wäre für ein statistisch relevantes Ergebnis die Rekrutierung von 450 Patientinnen notwendig gewesen. Ich wies bereits in einem früheren Artikel darauf hin, dass die Schwangerschaftsrate der Kontrollgruppe erstaunlich niedrig ist, eigentlich zu niedrig, um nicht eine Bias (systembedingten Statistikfehler) zu enthalten.
von Wolff M, Rösner S, Thöne C, Pinheiro RM, Jauckus J, Bruckner T, Biolchi V, Alia A, Strowitzki T
Intravaginal and intracervical application of seminal plasma in in vitro fertilization or intracytoplasmic sperm injection treatment cycles–a double-blind, placebo-controlled, randomized pilot study.
Fertil Steril. 2009 Jan;91(1):167-72.
Könnte es dann sein, dass Spermaflüssigkeit vielleicht auch in anderen Bereichen z. B. in Kosmetika oder Pflegemitteln eingesetzt werden kann? Mir hat schon mal jemand gesagt, dass Sperma gur für die Haut ist.
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Na, Sie sind aber leicht aufs Glatteis zu führen…
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Das sollte dann aber mal Anlass sein, eine Studie mit einer hinreichend großen Teilnehmer(innen)-zahl durchzuführen.
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Tja, da sind wir wohl außen vor, denn wenn wirklich die Flüssigkeit aus den Samenbläschen das entscheidende ist, dann hilft das wohl bei Verschlußazoospermie nicht :(. Bei uns kommt die Flüssigkeit jedenfalls definitiv nur aus der Prostata.
@Doc: vielleicht wissen Sie dazu mehr?
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Da haben sie wohl recht…nach Selbstversuch…nur klebriges pappiges Gefühl auf der Haut. *rofl* Vielleicht muss man es länger einwirken lassen.
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@ antonne. da wäre ich mir nicht so sicher. Der Verschluss liegt meist vor den Samenbläschen:

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@Doc: auch wenn man aufgrund heterozygoter CF-Trägerschaft gar keine durchSamenleiter hat? Ich denke ja eher nicht…
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Nein, bei CF sind die Samenbläschen entweder nicht vorhanden oder fehlgebildet
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