Die Kinderwunsch-Seite
«
»

IVF und ICSI

Rettungs-IvM: Eine Alternative bei OHSS?

Kürzlich wurde hier über die erste Schwangerschaft nach In Vitro Maturation berichtet. Noch einmal kurz zusammengefasst werden bei dieser Methode unreife Follikel nach einer sehr milden Stimulation oder gänzlich ohne eine solche punktiert und die Eizellen im Reagenzglas nachgereift bevor sie mit den Spermien zusammengebracht werden. Besonders bei Frauen mit einer überschießenden Reaktion der Eierstöcke auf eine Hormongabe kann dies zur Vermeidung eines *ohss* eine Alternative sein. Mehr in den früheren Artikeln zu Thema.

Einen ähnlichen Weg beschreibt eine aktuelle Studie aus England. Hier wurden die Eizellen bei einer konventionellen Hormonbehandlung und drohender Überstimulation ebenfalls frühzeitig punktiert. Um das Überstimulationssyndrom zu vermeiden, erfolgte die Auslösung mit hCG bewußt früher als es normalerweise optimal wäre, also bei unreifen Eizellen und 3-7 Tage nach Beginn der Stimulation.

Die *icsi* oder die Zugabe der Spermien bei der *ivf* erfolgte entsprechend der Unreife der Eizellen nach einem verlängerten Zeitintervall. 14 Frauen mit einem PCO und mehr als 20 Follikeln wurden so behandelt. Dabei entstanden 9 Schwangerschaften, was eine Schwangerschaftsrate von 60% entspricht. Außerdem trat noch eine Eileiterschwangerschaft auf. Keine der so behandelten Patientinnen wies Zeichen eines Überstimulationssyndroms auf, auch nicht im Falle einer Schwangerschaft.

Die frühe Punktion kleine Follikel ist eine mögliche Alternative zu anderen Optionen wie dem Aussetzen der Stimulation über mehere Tage, der Punktion ohne Transfer oder dem Abbruch der Therapie. Aufgrund der kleinen beobachteten Fallzahl lässt sich sicherlich nicht abschließend beurteilen, ob die “early aspiration of small follicles (EASF)” wirklich ein gangbarer Weg in solchen Fällen ist.

keine Stichwörter vergeben

Kommentare

8 Kommentare für “Rettungs-IvM: Eine Alternative bei OHSS?”

  1. Ist jetzt vielleicht doof, aber kann man denn dann
    nicht generell unreife Eizellen nachreifen lassen?
    Wäre für so manche PCOS-Patientin ja eine Alter-
    native, falls bei Punktion zu viele unreife Eizellen
    da sind.

    LG
    Susanne


    Kommentar bewerten: Add rating 0  Subtract rating 0  
    Geschrieben von LeeLee am 22. Dezember 2005 um 20:46
  2. @ LeeLee: Das tut man ohnehin. Wenn bei einer Punktion festgestellt wird, dass die Eizellen unreif sind, dann würde man üblicherweise entsprechend später die ICSI durchführen. Der neue Aspekt der Studie ist der, dass man die “zu frühe Punktion” absichtlich durchführt und nicht aufgrund eines versehentlich falschen Timings


    Kommentar bewerten: Add rating 0  Subtract rating 0  
    Geschrieben von E. Breitbach am 22. Dezember 2005 um 21:40
  3. Irgendwie wußte ich gleich, dass die Frage doof war.


    Kommentar bewerten: Add rating 0  Subtract rating 0  
    Geschrieben von LeeLee am 22. Dezember 2005 um 21:53
  4. Wieso? Das war doch keine dumme Frage.


    Kommentar bewerten: Add rating 0  Subtract rating 0  
    Geschrieben von E. Breitbach am 22. Dezember 2005 um 22:26
  5. Ich glaube, LeeLee meinte, wenn bei der gut getimeten Punktion eine bestimmte Anzahl reifer Follikel da ist, aber auch noch zusätzlich ein paar unreife – warum werden dann nicht noch die unreifen weiter kultiviert, um im Falle eines fehlgeschlagenen Befruchtungsversuchs dann noch nachschieben zu können? Zumindest bei bestimmten Patientengruppen könnte das doch interessant sein …


    Kommentar bewerten: Add rating 0  Subtract rating 0  
    Geschrieben von Rebella am 22. Dezember 2005 um 23:17
  6. @Rebella: könnte mir vorstellen, daß man dann wieder mit dem EschG in Konflikt kommt. Dier erste “Charge” wird dann am Montag befruchtet und die zweite Charge am Mittwoch (die dann ggfs sofort kryokonserviert würde).

    Frage mich ob das EschG da die Situation des “Notkryos” gegeben sieht oder ein Problem entstehen könnte, wenn es aus der ersten “Charge” zu einem erfolgsversprechenden Transfer käme? Wäre es dann noch zulässig die 2. Charge zu befruchten (vielleicht nur “auf Vorrat”)?

    Sagt mir bitte, wenn da ein logischer Fehler drin ist :-) !


    Kommentar bewerten: Add rating 0  Subtract rating 0  
    Geschrieben von Reaba am 23. Dezember 2005 um 10:13
  7. Reaba, am Mittwoch könnte man auf alle Fälle wissen, ob es überhaupt eine Befruchtung gab, wieviele Embryonen zum Transfer stehen. Es lassen sich auch erste augenscheinliche Aussagen zu den Erfolgschancen machen. Am Donnerstag (3. Tag) lassen sich bereits recht gute augescheinliche Aussagen zu den Erfolgschancen machen. Zum Zeitpunkt einer Zusammenführung der zweiten Charge mit den Spermien am Mittwoch gibt es ja noch keine Embryonen, die unter Schutz stehen. Dieses Stadium tritt ebenfalls erst am Donnerstag ein. Insofern gäbe es das Problem mit dem Gesetz nicht.

    Ich dachte auch an bestimmte Patientengruppen. Z.B. wenn die Spermien so chancenarm sind, dass es immer nur zu einer sehr geringen Befruchtungsquote kommt.


    Kommentar bewerten: Add rating 0  Subtract rating 0  
    Geschrieben von Rebella am 23. Dezember 2005 um 23:05
  8. [...] Aktuelle Kommentare Rettungs-IvM: Eine Alternative bei OHSS? [...]


    Kommentar bewerten: Add rating 0  Subtract rating 0  
    Geschrieben von Kinderwunsch-News » Stille Post am 23. Dezember 2005 um 23:06

Schreiben Sie einen Kommentar