Lohnt sich der Transfer bei flacher Schleimhaut?


Die Beschaffenheit der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) ist aus nachvollziehbaren Gründen wichtig für die Einnistung eines Embryos. Üblicherweise wird die Frage nach der Mindesthöhe der Schleimhaut für eine erfolgreiche mit 7 Millimetern angegeben. Daher wird bei Frauen, deren Endometrium wiederholt flacher als dieser Wert ist, mit medikamentösen Maßnahmen eine Verbesserung der Schleimhauthöhe angestrebt.

Es gibt jedoch Hinweise dafür, dass die Höhe der Schleimhaut weniger von Bedeutung ist als ihre Beschaffenheit, wie man sie auch im Ultraschall beurteilen kann.

Trotzdem stellt sich die in der Überschrift genannte Frage immer wieder: Lohnt es sich überhaupt, wenn man Embryonen in eine Gebärmutter transferiert, die sonographisch erkennbar eine eher unwirtliche Umgebung für die Embryonen darstellt?

Offenbar schon, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden, so die Ergebnisse einer Gruppe von türkischen Wissenschaftlern. Es sei darauf hingewiesen, das es sich hier lediglich um eine sogenannte retrospektive Studie handelt, in der solche Fälle also erst im Nachhinein anhand einer Patientendatenanalyse untersucht wurden. Ebenfalls fehlte eine direkte Kontrollgruppe, was die Aussagekraft der Studie zusätzlich einschränkt.

Es wurden 175 Behandlungszyklen aus den Jahren 2000-2004 ausgewertet, bei denen die Schleimhauthöhe geringer als 7 Millimeter war. in 30% der Zyklen traten Schwangerschaften ein, wovon jedoch nur 58% ausgetragen wurden, was einer Lebengeburtenrate von 17% entspricht. Die Zahl der Fehlgeburten (meist zu einem frühen Zeitpunkt) war also höher als in dem Zentrum üblich.

Jedoch waren die Ergebnisse deutlich besser, wenn die Patientinnen

  • jünger als 35 Jahre alt waren
  • die Zahl der gewonnenen Eizellen mehr als 5 betrug
  • 3 oder mehr Embryonen für den Transfer zur Verfügung standen

Bei einer jungen Frau mit einer normalen Reaktion auf die Hormongaben und einer ausreichenden Anzahl von Embryonen, so die Schlussfolgerung der Autoren, sollte der Transfer der Embryonen in die Gebärmutter erfolgen, anderenfalls sollte man die Embryonen einfrieren und zu einem späteren Zeitpunkt transferieren.



Kumbak B, Erden HF, Tosun S, Akbas H, Ulug U, Bahçeci M
Outcome of assisted reproduction treatment in patients with endometrial thickness less than 7 mm.
Reprod Biomed Online. 2009 Jan;18(1):79-84.


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Kommentar

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2 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Ich schreibt

    @Doc – bitte, nicht böse sein, vielleicht können sie auf meine Frage antworten.
    Hat die Schleimhaut Probleme mit dem Alter?
    Ich denke an ältere Frauen (über 40, 50 usw.) die Eizellspende oder Embryospende machen.
    Sie sagten einmal dass sie die Einnistung und die SS schaffen in dem Alter, weil die GBM Schleimhaut sich nicht ändert mit dem Alter.
    Sie nehmen wahrscheinlich auch Hormone um die Schleimhaut vor zu bereiten und es klappt.
    Soll man daraus verstehen dass man mit eine gute hormonelle Therapie die Schleimhaut gut machen kann für Einnistung und SS?
    Trotzdem sagt man aber dass es nicht immer günstig ist den Transfer zu machen.Es gibt junge Frauen die es nicht schaffen mit der Schleimhaut.
    Ja, was den nun?

  2. […] Sind die sonstigen Voraussetzungen für eine Schwangerschaft gut bis sehr gut, dann ist jedoch auch eine ordentliche Erfolgsrate unterhalb der magischen Grenze von 7 Millimetern zu erreichen, wie eine türkische Arbeit zeigen konnte. […]