Kurzfristige Metformingabe hilfreich bei IVF und PCO


Metformin ist ein Medikament zur Behandlung der Insulinresistenz wird auch häufig zur Verbesserung der hormonellen Situation bei einem PCO-Syndrom eingesetzt.

Eine aktuelle Studie untersuchte den Einfluss einer kurzfristigen Metformin-Therapie auf den Ausgang der *ivf* bei PCO-Patientinnen. Das Studiendesign war dabei randomisiert, und doppelblind plazebokontrolliert. Was bedeutet: Ein Teil der Patientinnen erhielt Metformin und eine Kontrollgruppe ein Plazebo. Die Zuteilung zur Metformin- oder Plazebogruppe erfolgte nach einem zufälligen Verteilungschlüssel und weder der behandelnde Arzt noch die Patientin wussten, ob die verabreichten Tabletten den Wirkstoff oder ein Plazebo enthielt =“doppelblind“). Selbstverständlich wusste eine übergordnete Studienleitung, wer welches Medikament bekam, sonst wäre es schwierig geworden mit dem Auswerten….

101 Patientinnen wurden mit dem langen Protokoll für eine IVF oder *icsi* stimuliert. 52 davon bekamen mit Beginn der Downregulation 850 mg Metformon täglich, die anderen 49 erhielten ein Plazebo.

Die verabreichte Gesamtdosis von FSH (Hormon zur Stimulation der Eierstöcke) unterschied sich nicht in den beiden Gruppen. Ebenso war kein Unterschied in der zahl der gewonnenen Eizellen oder der Befruchtungsrate nachweisbar. Es fand sich jedoch ein erstaunlich signifikanter Unterschied in der Zahl fortlaufender Schwangerschaften pro Transfer (Metformin 44,4%, Plazebo 19,1%), da viele Schwangerschaften in der Plazebogruppe als Fehlgeburten endeten. Ebenso traten unter Metformon seltener Überstimulationssyndrom auf (Metformin: 3,8%, Plazebo: 20,4%). Dies galt auch nach einer statistischen Korrektur hinsichtlich Alter, FSH-Gesamtdosis und Body-Mass-Index.

Die Autoren schlussfolgern, dass Metformin die Antwort der Eierstöcke auf die Stimulation bei PCO nicht verbessert und auch nicht die Befruchtungsrate, jedoch die Zahl der Lebendgeburten erhöht und Überstimulationssyndrome vermeiden hilft.

Tang T, Glanville J, Orsi N, H Barth J, H Balen A.
The use of metformin for women with PCOS undergoing IVF treatment
Hum Reprod. 2006 Feb 24


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Kommentar

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3 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Nella schreibt

    Interessant! Kleiner Einsatz mit großer Wirkung.
    Aber: irgendwie widerspricht die Endaussage unserer (Forumnutzer) gängigen Meinung, daß die erfolgreiche Schwangerschaft für das Überstimulationssyndrom (mit-)verantwortlich ist. Anders gesagt: die Frauen ohne Metformin wurden seltener schwanger und dann hätte man aber auch weniger Überstimulationen erwartet, oder?
    grübel…..
    Nella

  2. Elmar Breitbach
    E. Breitbach schreibt

    @ Nella,

    grundsätzlich richtig und ziemlich spitzfindig 😉
    Wie genau die Autoren nun das Überstimulationssyndrom definiert haben, vermag ich nicht zu sagen. Bei einer Schwangerschaft tritt des Überstimulationssyndrom ja oft eher spät auf (2 Woche der Warteschleife), das klassische Überstimulationssyndrom wegen zu hoher Hormondosierung (oder Reaktion auf die Hormone) bereits früher. Man kann es also bis zu einem gewissen grad schon diferenzieren, ob es stimulations oder schwangerschaftsbedingt ist……sag´ ich jetzt mal so…..

  3. […] negativen Aspekte des PCO im Rahmen einer IVF mit Hilfe von Metformingaben zu behandeln. Dabei verbessert sich jedoch offenbar nicht die Schwangerschaftsrate, sondern es führt lediglich zu einer Verminderung der beim PCO vergleichsweise häufigen […]