Kryo-Transfer: Stimulation oder natürlicher Zyklus?

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Das Einfrieren überschüssiger Embryonen und die spätere Übertragung nach dem Wiederauftauen nennt sich Kryokonservierung bzw. Kryotransfer. In dem entsprechenden Kapitel des Theorie-Teils sind auch die möglichen Vorbehandlungen aufgeführt. Strittig ist nach wie vor, inwieweit die Vorbehandlung eine wesentliche Rolle spielt. So beschäftigte sich bereits ein Artikel mit den möglichen Vorteilen einer Downregulation im Rahmen der hormonellen Vorbereitung auf den Transfer, jedoch ohne erkennbare Unterschiede feststellen zu können.

Auf die Schleimhaut kommt es an

Ziel der Vorbehandlung ist ein optimaler Aufbau der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium), um gute Einnistungsmöglichkeiten für den oder die Embryonen zu schaffen. Grundsätzlich ist dies auch in einem natürlichen Zyklus möglich, evtl. sogar besser als mit unterstützenden Hormonen. Oft wird die Entwicklung der Gebärmutterschleimhaut jedoch hormonell unterstützt, entweder mit Östrogengaben oder durch die hormonelle Stimulation der Eierstöcke, damit die wachsenden Follikel durch das von ihnen ausgeschüttete Östrogen die Schleimhaut auf die Einnistung vorbereiten.

Die Effektivität der letztgenannten Methoden wurde in einer aktuellen Studie miteinander verglichen. Dabei wurden 77 Patientinnen mit Östrogentabletten behandelt, wobei diejenigen, welche am 9. oder 10. Tag eine Schleimhauthöhe von weniger als 7mm aufwiesen, zusätzlich mit vaginalem Östrogen behandelt wurden. Verglichen wurden die Ergebnisse dieser Behandlung mit der bei 68 weiteren Patientinnen, deren Eierstöcke mit FSH stimuliert wurden gefolgt von einer hCG-Gabe bei reifem Follikel, um den Eisprung auszulösen.

Die Schwangerschaftsraten unterschieden sich nicht (16% gegenüber 13%), ebenso wenig die Zahl der Behandlungsabbrüche aufgrund eines ungenügenden Aufbaus der Schleimhaut (jeweils 23%). Auch die erzielte Schleimhauthöhe war mit durchschnittlich 8,7 mm fast identisch. Ein zu dünnes Endometrium trat in der Gruppe der Frauen, die eine hormonelle Stimulation der Eierstöcke erhielten, häufiger auf (27% gegenüber 5% in der Gruppe mit Östrogengaben).

Auffällig, jedoch nicht statistisch signifikant war die Tatsache, dass die Patientinnen, welche aus den o. g. Gründen eine vaginale Östrogengabe erhielten eine deutlich bessere Schwangerschaftswahrscheinlichkeit aufwiesen (31% gegenüber 13%).

Die Schlussfolgerung der Autoren ist, dass die Stimulation der Eierstöcke im Vergleich mit der Östrogenvorbehandlung vergleichbare Schwangerschaftsraten zulässt, die vaginale Östrogengabe evtl. die Schwangerschaftsraten verbessern kann.

Wright KP, Guibert J, Weitzen S, Davy C, Fauque P, Olivennes F
Artificial versus stimulated cycles for endometrial preparation prior to frozen-thawed embryo transfer.
Reprod Biomed Online. 2006 Sep;13(3):321-5


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Kommentar

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6 Kommentare

  1. m*g*ms schreibt

    @ Doc: Östrogen vaginal??? 31% zu 13% SS-Rate ist doch nicht zu verachten??? Soll ich noch was ändern? auch wenn die Schleimhaut gut aussah???
    VG
    Wir sehen uns am Mo. zum Kryo-TF*winke*

  2. Elmar Breitbach schreibt

    Das ist halt auch nur eine Studie. Meine Erfahrungen sind andere. Leider.

  3. m*g*ms schreibt

    achso
    Danke für die Antwort 🙂

  4. Rebella schreibt

    Ich hatte mal beim Studium des Schweizer IVF Registers festgestellt, dass in der Schweiz die Kryotransfere fast ausschließlich unstimuliert stattfinden und dass dort die Erfolgsrate bei Kryo auch nicht geringer ist.

  5. m*g*ms schreibt

    Rebella: Danke, auch das ist ja hochinteressant! Und das macht mir Mut, denn wie ich meinen KryoVersuch z.Zt. beurteile ist er auch unstimuliert, nehme nur Estrifam(normal) 6mg und jetzt Utrogest! Mo.TF *crasy* *freu*

  6. Kryozyklus: Welche Vorbehandlung ist am besten?

    […] Hier zielt man auch – wie unter „1.“ – darauf ab, einen eigenen Follikel (später Gelbkörper) heranreifen zu lassen und dessen Hormonproduktions zu nutzen. Nur wartet man nicht darauf, dass dies von alleine passiert, sondern gibt Hormone, um die Eierstöcke bei der Follikelreifung zu unterstützen. Im Vergleich zur von außen zugeführten Hormonen ergibt sich wohl kein Vorteil. […]