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In der aktuellen Ausgabe von Fertility and Sterility finden sich zwei Studien, die sich mit dem günstigsten Zeitpunkt für einen Transfer bei “low respondern” beschäftigen. Offenbar ist ein früher Transfer am zweiten Tag besser als am dritten Tag nach der Eizellentnahme.
Wenn Frauen trotz einer hoch dosierten Stimulation nur wenige Eizellen für eine künstliche Befruchtung bezeichnet man diese unzureichende Antwort der Eierstöcke als “low response”. Auch mit speziellen Anpassungen der Hormonbehandlung gelingt es oftmals nicht, die Ausbeute an Eizellen zu verbessern. Ziel der Behandlung kann es dann nur sein, die Eizellen optimal zu behandeln und das beste aus einer geringen Embryonenzahl zu machen.
Dazu ist auch der Zeitpunkt wichtig, an dem die Embryonen in die Gebärmutter zurückgegeben werden (Transfer). In einer Studie[1] wurden alle entstehenden Embryonen ohne Rücksicht auf ihre Qualität transferiert, da die Zahl jeweils gering war. Die Studie bezieht sich auf 242 Behandlungszyklen, wobei in einem Zeitraum der Transfer bei allen Patienten am 2. und in einem weiteren Zeitraum am 3. Tag nach der Punktion durchgeführt wurde (Kohortenstudie). Bei “Low Responderinnen”, die jünger als 40 waren, konnte durch einen frühen Transfer die Zahl der Fehlgeburten statistisch signifikant vermindert werden. Die Schwangerschaftsraten unterschieden sich jedoch nicht.
In einer zweiten Studie[2] (prospektiv, randomisiert und kontrolliert) wurden Behandlungs-Zyklen von 281 Frauen mit wenigen Eizellen nach Punktion untersucht. Bei diesen fand sich nach einem Transfer am 2. Tag eine deutlich bessere Schwangerschaftsrate (38,9%) als bei einem Transfer am 3. Tag (24.1%). Der Unterschied war statistisch signifikant.
Beide Arbeitsgruppen empfehlen daher den Transfer am 2. Tag, um die Zahl der fortlaufenden Schwangerschaften bei “low respondern” zu erhöhen.
[1] S. Shen, M Rosen, A Dobson, V Fujimoto, C McCulloch, M Cedars
Day 2 transfer improves pregnancy outcome in in vitro fertilization cycles with few available embryos
Fertility Sterility Volume 86, 1, S. 44-50
[2] M Bahceci, U Ulug, H Ciray, M Akman,H Erden
Efficiency of changing the embryo transfer time from day 3 to day 2 among women with poor ovarian response: A prospective randomized trial
Fertility Sterility Volume 86, 1, S. 81-85
Mit welcher Logik läßt sich nun erklären, dass der Vorteil des 2. Tag-Transfers nur für Lowies gilt?
Nun, es waren ausländische Studien und da kultiviert man dann ja mehr als 3 Embryonen, wenn mehr da sind. Insofern der Vorteil für alle anderen bei einem späteren Transfer.
Da hierzulande ja aber leider immer noch fast überall ausgesagt wird, man kultiviert trotz der neuen Auslegung des ESchG nicht mehr als 3 Embryonen, frage ich mich, warum man dann in vielen Praxen seit Jahren dazu übvergegangen ist, erst am 3. Tag zu transferieren.
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zumindest würde ich den Schluss daraus ziehen, dass es wenig sinnvoll istk, die Eizellen länger zu kultivieren, wenn keine Selektion möglich ist.
Darüber hinaus liegt der Verdacht nahe, dass eine längere Kultur nicht unbedingt günstig für die Embryonen ist.
Die Kultur bis zu dritten Tag erfolgt gemäß der Erkenntnis, dass Arresste der Embryonen, also ein Stillstand der Zellteilung nach dem dritten Tag nur noch selten vorkommen. Die Zellen bis dahin zu beobachten bringt auch in Deutschland Vorteile, zwar keine Verbesserung der Schwangerschaftsrate, jedoch zusätzliche Erkenntnisse über die Qualität der Embryonen und deren Entwicklung, die man in weiteren versuchen vielleicht sinnvoll nutzen kann.
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